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girlbossing 2 close 2 the sun
11.09.2021, 15:18
Jhaan pulte in der Erde herum, während Ikharus kurz davor stand, zu implodieren. Es half nicht, dass Jhaan ihm keine richtige Antwort mehr geben wollte, sondern seine Stimme, wie als habe er sie zur Genüge an ihn verschwendet, wieder in sich zurückzog. Das Schweigen war ihm bekannter, und vermutlich sollte es auch weniger Angriffsfläche bieten — aber Ikharus funktionierte so nicht. Nur, weil man ihn anschwieg, hieß das nicht, dass er aufhörte, zu fragen, zu provozieren, oder eben zu streiten.
Das Problem war, dass Jhaan noch nie sonderlich großes Interesse daran gehabt hatte, mitzustreiten. Stattdessen hatte er von Kindesbeinen an einen Gegenpol zu ihm gebildet, war der seichte, beschwichtigende Regen zu seiner glühenden Sommerhitze gewesen, die allem und jedem den Nacken krebsrot brennen wollte. Auch in diesem Augenblick entpuppte sich Jhaan als der Schlichter, der seine Fürsorge jedoch nicht Ikharus, sondern dem Tongefäß zukommen ließ. Als wenn es irgendwen interessierte, dass diese verfickte Flasche kaputt gegangen war! Bereits wie er die Scherben zusammensammelte und dann vor dem Haufen saß, als müsse er auch dieses Rätsel lösen, machte Ikharus fuchsteufelswild — denn eigentlich verlangte der Himitsu danach, dass er Jhaans Aufgabe war. Er war es, der danach verlangte, dass man ihn reparierte, selbst wenn er trotzig jede Hand wegschlug, die sich ihm mit heilender Absicht näherte. Ikharus ließ sich neben ihn zurück ins Beet fallen, aber ein Zugeständnis war dies nicht. Denn es war unmöglich für ihn, sich an diese Seite von Jhaan zu gewöhnen, weil es auch unmöglich war, sich an etwas zu gewöhnen, das man nicht verstand. Und er verstand wahrlich nicht, wie Jhaan in einer Nacht um Rettung, um einen Grund zu überleben flehen konnte, nur um im nächsten Augenblick gefasst und abgeklärt so zu tun, als sei sein Tod eine unüberwindbare Tatsache, an der es nichts mehr zu rütteln gab. Ikharus verstand es nicht, obwohl er selbst ebenso Schnitte in seinem Denken aufwies — er kompartmentalisierte nicht minder. Mal war er Himitsu, mal war er Schwarze Krähe, aber ebenso war er Akhilles Sohn und ein Spalt seines Kerns hörte noch immer auf den Namen Khivi. Keine der Fassaden, in die er sich hüllte, schien mit der anderen mehr als nur sein Aussehen gemeinsam zu haben. Zugleich war eine Existenz nur einer von ihnen ohne die anderen Seiten, auch wenn sie sich nicht miteinander vertrugen, unmöglich. Also sollte er es verstehen, aber nein. Etwas in ihm versperrte sich diesem; vielleicht, weil er dann auch akzeptieren müsste, und das wiederum war das Einzige, was noch unmöglicher war. Jhaan wusste also nicht, ob er nach Hause wollte — das allein hätte Ikharus beinahe ein Augenrollen entlockt, doch stattdessen verfinsterte sich sein Blick, sobald Jhaan die Frage kaum hörbar zurück in seine Richtung drängte. Willst du denn? »Der Tempel ist nicht mein Zuhause«, ist es nie gewesen. Im Gegensatz zu Jhaan, hatte er keine Bindung mehr zu den Brüdern, und das war ein Grund, den er nicht aufzulisten brauchte. Der Luftbändiger hingegen … was konnte er schon für Gründe dafür haben, einsam und allein in Ba Sing Se zu sterben, anstatt unter seinesgleichen? Eine Weile schwieg er und beobachtete Jhaan schließlich dabei, wie jener sich erhob und irgendetwas von Kälte faselte, die Ikharus nicht fühlen konnte. Alles, was in ihm brodelte, ließ ihn gleißend und bedrohlich brennen wie eine blaue Flamme. Dennoch erhob er sich, schüttelte im schwerfälligen Gehen aus seiner Hose und folgte Jhaan wortlos hinein in den Kwoon. Als wäre dies vollkommen normal, vielleicht war es das mittlerweile auch. Über den langhaarigen, peinlich ernsten Kwoonmeister machte er sich dabei nur noch weniger Gedanken — er konnte nicht da sein, denn sonst wäre Jhaan viel zu ängstlich gewesen, den Feuerbändiger hineinzulassen. Apropos Scham … »Schämst du dich zu sehr? Willst du deswegen nicht zurück … weil es dir peinlich ist, zu sterben?« Ikharus betonte das letzte Wort besonders, weil es ihm so unangenehm war, es auszusprechen — er musste dem Gewichtung verleihen, es hart und schmerzhaft zu einer Waffe formen, um es überhaupt über die Lippen gepresst zu bekommen. Er zog den Kopf ein und betrat Jhaans niedrige Kammer, doch zur Ruhe kam er nicht, wanderte von der winzigen Feuerstelle zur anderen Schiebetür, die in den kühlen Flur führte, und stierte einmal hinaus. »Ich könnte dich zurück zu ihnen bringen. Bis zum Fuß des Tempels bring ich dich, und dann—« Weiter wusste er aber nicht, schob die Schiebetür stattdessen angriffslustig zur Gänze auf und ließ Jhaans Kammer hinter sich. »Zeig mir mal dein neues Zuhause, in dem dir das Sterben egal geworden ist, Jhaan.« herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
10.10.2021, 15:21
Auf gewisse Art und Weise waren sie nicht mehr, als der Scherbenhaufen in Jhaans Händen. Wenn man es so betrachtete, war das, was auch immer genau genommen dort zwischen ihnen war, nicht mehr, als die vereinzelten Bruchstücke eines Ganzen, welche sie - oder zumindest Jhaan - immer wieder zusammenzusetzen versuchten. Die ersten paar Male ließe sich der zerbrochene Ton vielleicht noch zur ursprünglichen Form zusammensetzen, doch die Narben zwischen den einzelnen Fragmenten waren unverkennbar und irgendwann würden Stücke fehlen, bis es unmöglich war, an den Punkt zurückzukehren, an welchem sie begonnen hatten. Das Gefäß, welches Khivi in seiner Wut zerschmettert hatte, mochte noch zu retten sein, doch sie? Waren sie nicht schon längst verdammt? Zumindest Jhaan war sich über das aussichtslose Schicksal bewusst, welches ihm zuteil wurde - aber wenn er so darüber nachdachte, erschien ihm Khivis nicht weniger hoffnungslos. Wenn er sich in Erinnerung rief, was die Menschen mit dem Mann getan hatten, welcher am frühen Mittag an den Pranger gestellt worden war, kam ihm das Schicksal, welches Khivi drohte, noch viel schrecklicher als sein eigenes vor, denn Geister konnten grausam sein, doch die waren Monster versteckten sich noch immer in der Menschenwelt.
Der Tempel ist nicht mein Zuhause, entgegnete Khivi ihm auf die Gegenfrage, ob er denn zurück in den nördlichen Lufttempel wollte. Wirklich überraschen tat ihn Khivis Reaktion nicht. Im Grunde hätte er sich diese Frage auch im Stillen selbst beantworten können, doch das hatte er nicht. Warum? Weil dort noch immer ein kleiner, unfassbar naiver Funken in ihm war, der darauf hoffte, eines Tages eine andere Antwort auf diese Frage zu erhalten. Oder vielmehr auf die Fragen, welche sich zwischen seinen Worten versteckten und es doch nicht über seine Lippen schafften. Wenn der Tempel nicht sein Zuhause war, was war es dann? Und warum war er nicht dort, sondern stattdessen in dieser Stadt, die doch eigentlich nur nach seinem Leben trachtete? Hatte er wirklich keine andere Wahl, als ebenso wie Jhaan in Ba Sing Se zu vergehen? So sehr Jhaan auch eine Antwort auf diese Fragen wollte, wagte er es doch nicht, sie auszusprechen. Statt weiter auf das Thema einzugehen, richtete der dürre Luftbändiger auf und faselte etwas davon, dass es kalt wurde, ehe er sich dicht gefolgt von Khivi in das Innere des Kwoons bewegte. Schämte er sich? War es ihm peinlich zu sterben? Fragte man Jhaan, was ihn dazu bewegt hatte, den nördlichen Lufttempel zu verlassen, wäre es seine erste Antwort gewesen, dass er es nicht ertragen hatte, mit ansehen zu müssen, wie die Menschen um ihn herum litten, weil sie ihm nicht helfen konnten. Dabei war es mit den Menschen, die er in dieser Stadt kennen gelernt hatte, kaum anders. Eher im Gegenteil, vielmehr schmerzte es noch mehr, wie viel Hoffnung sie ihm noch entgegen brachten. Aber in Ba Sing Se ließ er all dies über sich ergehen. Hielt es aus. Warum? Weil es ihn am Ende des Tages doch nicht so sehr beschämte, wie wenn es seine Brüder waren, die ihn mit diesen mitleidigen Blicken beäugten. Ein Glück, dass ihm dieses Mitleid zumindest von Khivi erspart blieb. Jhaan gab ihm schon wieder keine Antwort, auch wenn er unter der Betonung von Khivis Worten leicht zusammenzuckte und drohte, ein paar der Porzellanstücke fallen zu lassen. Um zu verhindern, dass sie noch mehr zu Bruch gehen konnten, legte Jhaan den Scherbenhaufen auf dem einzigen, niedrigen Tischchen, welches sich im Raum befand, ab, während Khivi nicht nur weiter die Kammer mit Worten füllte, sondern sich auch einmal durch jene bewegte, ehe er die gegenüberliegende Schiebetür erreichte und jene ohne weiteres Zögern zur Gänze aufschob. Vielleicht sollte er ihn davon abhalten, einfach so durch den Kwoon zu spazieren - insbesondere, wenn man bedachte, wie mutwillig Khivi diesen beim letzten Mal doch in Flammen gesteckt hatte -, doch mehr, als ihm einen etwas verlorenen Blick hinterher zu werfen, während sein Kopf schon wieder zu Brummen begann, tat Jhaan nicht. Wie betäubt stand der junge Luftbändiger inmitten des Zimmers. Wiederholte die Worte des anderen gedanklich immer wieder, bis ihm ein gänzlich anderer Gedanke kam. “Wie viel aus unserem Traum war echt?” Der Traum. Schon wieder war es dieser verdammte Traum, an welchem Jhaan hängen blieb und von welchem er doch eigentlich wusste, dass er kaum mehr als der miserable Scherz eines Geistes war. “Wird der nördliche Tempel auch angegriffen?” Oder wurde er dies schon längst? War Jhaan einer der wenigen Überlebenden oder doch nichts anderes, als ein Geist? Hatte Khivi ihn vielleicht wirklich getötet? Mit einem zittrigen Einatmen senkte Jhaan den Blick auf eine seiner Hände. Blass wie der Mond, stach sie selbst in der nur spärlich beleuchteten Kammer im starken Kontrast hervor, und als er sie in einer leicht wischenden Bewegung einmal hin und her schwenkte, war es, als würde ihr eine zweite auf geisterhafte Art und Weise folgen. “Du hast mich getötet.” Kein Vorwurf. Lediglich eine genuschelte Feststellung, ehe er wieder nach Khivis Blick suchte. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
◇
girlbossing 2 close 2 the sun
14.10.2021, 00:21
Forsch wie eh und je verschaffte sich Ikharus Zugang zum Kwoon. Jhaan mochte ihn hereingebeten, ihn eingeladen haben, aber selbst der Feuerbändiger wusste, dass sich diese Einladung lediglich auf Jhaans winzige Kammer beschränkte — er entschied sich lediglich dazu, diesen Fakt zu ignorieren, was auch nichts ungewöhnliches war. Es galt, zu kaschieren, wie wenig er hierhin gehörte. Das ging eben am besten damit, dass man sich anstellte, als würde der Laden einem gehören. So hatte er es damals schon auf dem Hof seines Vaters in der Kolonie gehandhabt; man hatte ihm keine Zugeständnisse gemacht, nein, er hatte lautstark nach ihnen verlangt. Und wenn man einmal damit durchkam, glaubte man, es müsse immer so gehen.
Es spielte keine Rolle, wie zerbrochen sie waren, weil Ikharus sich auch davon nicht aufhalten ließ. Im Gegensatz zu Jhaan besaß er nicht die Geduld, angestoßene Utensilien zu reparieren oder benutzte Herzen flicken zu wollen. Er war viel besser darin, den Schmerz zu vergrößern; er war viel zu oft der Verursacher, selbst wenn er felsenfest vor sich selbst behauptete, er sei nicht der Quellsprung. Er hatte sich immerhin nicht alles ausgesucht. Er hatte Jhaan weder als Erstes von sich gestoßen, noch war auf seinem Mist allein Unterdrückung und (in seinen Augen sowieso berechtigter) Genozid gewachsen. Er fühlte sich nicht schuldig, nicht er. Er konnte doch nichts dafür, so viel Macht besaß eine einzelne Person doch gar nicht. Und wenn sie schon dabei waren: auch die zerbrochene Tonflasche war ein unausweichliches Resultat gewesen. Wenn er nicht nach ihr getreten hätte, wäre sie trotzdem irgendwann kaputt gegangen. Der einzige Unterschied war die Zeit. Zeit. Das war es doch, was sie nicht besaßen und doch mit nachlässiger Ungeduld verprassten. Einmal mehr bewies sich, dass Ikharus starr nach vorn starrte, oder höchstens mal zerstreut zur Seite, aber Jhaan? Jhaan blickte immer nur hinter sich, als könne er nicht glauben, dass er in seinem eigenen Leben Spuren hinterlassen hatte. Als würde er prüfen müssen, wie tief sie gingen, und als bräuchte er jeden Beweis, den er kriegen konnte, um sich ihrer Existenz zu vergewissern. Wie viel aus unserem Traum war echt? Ikharus, der zu sehr damit beschäftigt gewesen war, mit Worten zu provozieren und dann Anstalten zu machen, aus Jhaans Kammer hinein in den dunklen, fremden Flur zu schlüpfen, hatte nicht einmal bemerkt, wie sehr der Luftbändiger unter den Worten seines einstigen besten Freundes litt. Wie er zuckte. Wie er auf die abgelegten Scherben starrte und sich fragte, wie man etwas Fragiles davor bewahrte, zerstört zu werden. Nur um es dann selbst auseinanderzureißen. »Versuchst du mich zu provozieren?« Ein dunkler Blick kehrte zischelnd wie von gespaltenen Schlangenzungen getragen vor seiner eigentlichen Person in die Kammer zurück. Eine Hand legte er an die Schiebetür, der Rücken drückte sich in den Rahmen — nun war er weder hier noch dort, während Jhaan dennoch verlorener, halbgarer inmitten seiner Kammer stand und auf seine Hände starrte, als wenn sie die Provokation ausgesprochen hätten, nicht seine Kehle, nicht seine Lippen, nicht er eben. Musste er wirklich immer noch auf dem Traum herumhacken? Wusste er nicht, dass er Ikharus, der sowieso schon eine dauerschwelende Lunte war, noch absichtlich entzündete? Zugegebenermaßen klangen die nächsten Worte jedoch nicht wie eine Provokation — nicht wie ein Zündeln mit einem aggressiven Mann, sondern wie eine Observation, die Ikharus eiskalt erwischte. Mit einem Mal fröstelnd hob er die Schultern an. »Woher soll ich das wissen?«, fuhr er auf und stieß sich dann aus dem Türrahmen ab, um sich stattdessen beinahe achtlos auf Jhaans Bett zu pflanzen und forsch, vor allem jedoch wie selbstverständlich, seine Schuhe abzustreifen und hart auf den Boden zu pfeffern. »Ich bin doch nur ein einfacher Fischer …«, oder so was in der Art, »soll ich etwa spekulieren?« Könnte er, aber wohl war ihm dabei offensichtlich nicht. Überhaupt war er nicht begeistert davon, dass Jhaan es so dastehen ließ, als hätte Ikharus auch nur irgendetwas damit zu tun gehabt. Er lag damit zu nah an der Wahrheit dran. Im Grunde bohrte er eine giftgetränkte Fingerspitze in eine Wunde, die schon seit Monaten eiterte. Jhaan suchte wieder nach seinem Blick, aber Ikharus weigerte sich, ihn zu erwidern. Dabei konnte er ganz genau fühlen, wo Blick auf Haut traf, auf Wangen, die sich verspannten, auf Kiefer, die scharf hervortraten, weil Ikharus die Zähne so fest aufeinanderbiss. Du hast mich getötet. »Es war nur ein Traum.« Wie oft hatte er das schon gesagt? Wenn er es so sagte, klang es fast, als sei nichts davon echt gewesen, nichts davon tatsächlich geschehen — was nicht stimmte. Ares war so ‘echt’ gewesen, dass Ikharus bis heute noch die Eingeweide schmolzen, wenn er daran zurückdachte. Der brennende Tempel war ‘echt’ gewesen — nur die genaue Lage, die Menschen … austauschbar. Puppenartig. Nicht ganz wahrheitsgetreu. Wie oft wollte Jhaan ihn noch damit quälen, ihn zu einer Entschuldigung zwingen? »Diese Welt tötet jeden Tag Menschen; die Geister lassen es jeden Tag zu. Denen machst du auch keine Vorhaltungen — warum also mir? Warum ausgerechnet mir, Jhaan?« Nun hob Ikharus doch den Blick, bevor er »Was willst du noch von mir hören?« schnaubte und sich rücklings auf das Lager sacken ließ, mit den Händen seine pochenden, ziependen Augenlider bedeckend. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
14.10.2021, 19:44
Es war mit Sicherheit nicht Jhaans Absicht gewesen, zu provozieren, und eigentlich hätte er sich auch denken können, dass er mit dem erneuten Ansprechen ihres Traumes nicht gerade auf Anklang stoßen würde, trotzdem fiel es dem jungen Luftbändiger schwer, von diesem abzulassen. Stellte sich geradezu als ein Ding der Unmöglichkeit heraus, denn egal wohin er sah; egal, wohin er ging - überall schien man ihn daran erinnern zu wollen, was passiert war. Wie sollte er den Blick vom Vergangenen abwenden, wenn alles, was vor ihm lag, nicht weniger grausam zu sein schien? Alleine die Tatsache, dass er nie wusste, wie es sich tatsächlich entwickeln würde, machte es so unerträglich, dass Jhaan gar nichts anderes übrig blieb, als sich an dem aufzuhängen, was nicht mehr war. Es gab ihm ein seltsames Gefühl von Sicherheit, wo doch eigentlich keine war und so waren seine Worte; seine Fragen auch keinerlei Provokationen. Vielmehr erhoffte er sich fast schon, auf sie eine Antwort darauf zu erhalten, was noch kommen würde. Bestätigung, auch wenn jene bedeuten würde, dass noch mehr Blut vergossen werden würde. Wie absurd. Nicht nur, dass Jhaan Sicherheit in der Zerstörung und dem Tod suchte, sondern auch noch glaubte, Khivi würde ihm darauf eine Antwort geben können. Woher sollte er das wissen?
Jhaans Blick folgte Khivi, als jener doch noch davon abließ, durch den Kwoon zu spazieren, und sich stattdessen wenig später auf das Bett des Luftbändigers fallen ließ. Sollte er erleichtert sein? Oder sollte es ihn beunruhigen, mit was für einer Selbstverständlichkeit Khivi sich seine Schuhe von den Füßen zog, um sie achtlos auf den Boden zu werfen? Ratlos starrte er auf die dunklen Stiefel, während Khivis Worte ihn schon gar nicht mehr erreichten. Zu intensiv war das Rauschen, welches seinen Kopf eingenommen hatte und sich mit einem Tinnitus-ähnlichen Piepen in seinen Ohren vermischt hatte. Du hast mich getötet, brachte er statt einer Antwort über die Lippen, ehe er sich wieder zu Khivi drehte. Es war nur ein Traum gewesen und doch so viel mehr als das, denn kein Traum der Welt; ihrer Welt fühlte sich so real an. Es waren die Geister gewesen, welche sie ihn diese Situation gebracht hatten, doch am Ende waren jene auch nicht mehr gewesen, als diejenigen, welche den Grundstein für ihr Dilemma gesetzt hatten. Der Rest hatte in ihren Händen gelegen. Es waren ihre Entscheidungen gewesen, welche sie letztlich dorthin geführt hatten und sich nun mit einem metallischen Geschmack auf seine Zunge legten, als er wieder zum Sprechen ansetzte. “Das war keine Vorhaltung.” Oder sollte es zumindest nicht sein, auch wenn Jhaan nicht wusste, was es sonst sein sollte. Warum er es schon wieder aussprach. Geschweige denn, was genau er von Khivi hören wollte. “Weiß ich nicht”, beantwortete Jhaan also Khivis Frage, ehe er seinen Blick schon wieder auf seine eigene Hand senkte und die geisterhafte Erscheinung musterte, welche ihr wie ein Schatten folgte. Aber Schatten besaßen kein Eigenleben. Die Finger eines Schattens tanzten nicht vor sich hin, während er seine Hand doch eigentlich so still hielt, wie es ihm möglich war. Kopfschmerzen. Es mussten die Kopfschmerzen sein, die ihn nun Dinge sehen ließen, die nicht wirklich da waren. Oder das schlechte Licht. Eins von beiden. “Magst du noch Tee?”, sprang er schon wieder zu einem gänzlich anderen Thema. Nach einem frisch aufgekochten Kräutertee würde es ihn bestimmt besser gehen. Ihm wäre wieder warm, die Kopfschmerzen würden von ihm ablassen und vielleicht würde er etwas schlafen können. “Ich kann uns Tee kochen”, wiederholte er deshalb noch einmal, wenn auch leiser, während Khivi es sich scheinbar schon in seinem Bett gemütlich gemacht hatte. Mit einem Tee würde er sich vielleicht auch den metallischen Geschmack aus dem Mund spülen können, der mit jedem Wort, welches er über die Lippen brachte, nur noch intensiver zu werden schien. Und so sehr, wie seine Nase zu laufen schien, würde ihm etwas heißes zu Trinken auch sicherlich nicht schaden. Dass es sich dabei nicht einfach nur um einen blöden Schnupfen handelte, realisierte er auch dann nicht, als er ein paar dunkle Flecken auf dem Ärmel seines übergroßen Hemdes hinterließ, kaum, dass er sich mit jenem unter der Nase entlang gewischt hatte. Stattdessen stand er noch immer etwas verloren und wackelig in der Mitte des Raumes und wartete auf eine Antwort des Älteren. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
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girlbossing 2 close 2 the sun
28.10.2021, 17:19
Er rieb sich über die schweren Lider; dabei war er nicht müde, sondern immer noch zornig. Egal, ob man ihm beschwichtigend oder herausfordernd begegnete: alles in dem Himitsu war unerträglich sauer. Er hangelte sich von einem Moment zum nächsten, aber auf eine unangenehme Art und Weise blieb er doch immer gleich. Seine Reaktionen waren in ihrer Unbeständigkeit dennoch vorhersehbar, insbesondere auf Vorhaltungen erwartete wohl niemand, dass er sonderlich … positiv reagierte. Wahrscheinlicher war, wie es tatsächlich einkehrte: er tränkte seine Worte in eine Bitterkeit, die nicht verbergen konnte, wie überaus unzufrieden er mit der Behandlung, die er durch Jhaan erfuhr, war. Selbst Jhaan konnte es ihm nicht recht machen; es war vermutlich besser, dass er es nicht einmal mehr versuchte. Dass er stattdessen stumm und starr wurde, wie ein in Ölfarben gebanntes Abbild des Mondes.
Eigentlich konnte er es Jhaan nicht verübeln, dass dieser nach Antworten verlangte. Doch verständlicherweise wollte Ikharus nicht, dass Jhaan ihn erforschte, oder dass er auch nur verstand, was Khivis Aufgabe in Ba Sing Se war. Nicht, weil er glaubte, diese Information wäre bei seinem einstigen besten Freund nicht sicher (auch wenn ihm zu vertrauen ebenfalls schwer, wenn nicht sogar unmöglich war), sondern weil er sich nicht erklären wollte. Hinzu kam die Frage, wie Jhaan die Wahrheit verkraften sollte, wenn er bereits unter einem bloßen Traum derartig litt. Reichte es nicht aus, dass er von Ikharus’ Zerstörungswut wusste, sie früher im Tempel ebenso erlebt hatte, wie seine Zweifel, seine Traurigkeit, sein Alles? Jhaan musste nicht auch noch wissen, wie verantwortlich Ikharus für das Leiden von Luftbändigern tatsächlich war. Konnte er nicht einfach seine Lüge, er sei nur ein ‘Fischhändler’, schlucken und sein Gewissen damit beruhigen? Ikharus wehrte sich bestens danach, sich von Jhaan aufs Schafott stellen zu lassen, indem er ihn verhöhnte. Dabei pflanzte er sich wie selbstverständlich auf das niedrige Lager des Luftnomaden und zog seine Stiefel von den Füßen; als wäre gar nichts dabei. Aber Jhaan hatte ihn immerhin eingeladen, warum sollte er sich also in Zurückhaltung üben? War es nicht das, was Jhaan wollte? Wenn er etwas anderes im Sinn hatte, dann ließ es Jhaan doch nicht verlauten. Er hatte ihm noch immer den Rücken zugewandt, während Ikharus es sich erlaubte, seine Augen für ein paar Sekunden zu schließen, als wenn er nicht noch immer zum Bersten angespannt wäre. Er hob die Lider erst wieder, starrte einen Moment ins Nichts, als Jhaan zu seiner Erleichterung nur schwach reagierte. Er bestand nicht darauf, seine Antworten zu erhalten. Er stellte nicht einmal Ikharus’ Lüge infrage, vielleicht weil er doch weniger auf Zerstörung aus war als Ikharus. Vielleicht hatte er es aber auch einfach nur verlernt, Ikharus zu durchschauen. Das war keine Vorhaltung. »Was ist es dann?« Schwer atmete Ikharus ein, kaschierte durch ein leises Stöhnen, wie viele andere Worte ihm noch auf der Zunge lagen. Aber er sollte froh sein, dass Jhaan zu schwach war, nachzuhaken. Langsam stützte der Feuerbändiger seinen Oberkörper ab und schickte seinen Blick zurück in die Richtung des schmächtigen Luftbändigers — und erstarrte. Jhaan hatte sich ihm wieder zugewandt, doch während er irgendetwas typisch Ausweichendes von Tee faselte, das Ikharus nur wenig interessierte, hatte sich Blut auf seinem Hemd ausgebreitet — auf seinen Ärmeln, um genau zu sein, und rann ihm über die Lippen. Einmal wischte Jhaan darüber, schien aber selbst nicht zu bemerken, dass er blutete. Dabei starrte er auf seine Hände, wie als würde er sie nicht sehen. »Du blutest«, machte Ikharus ihn prompt darauf aufmerksam. Dann setzte er sich ganz auf, raufte sich für einen Moment die Haare, während er Jhaan betrachtete. Er überlegte. Er überlegte wirklich, ihm zuhilfe zu eilen, aber stattdessen griff er langsam, Jhaan in diesem Moment seinem eigenen Nasenbluten überlassend, wieder nach seinen Stiefeln und begann zurück in sie zu steigen, sie ruckartig zusammenzubinden, den Blick nicht noch einmal zu Jhaan schwenken lassend. Stattdessen murmelte er: »War ‘ne bescheuerte Idee, herzukommen. Mein Fehler. Mein Fehler.« Ruckartig schnürte er seinen Stiefel zuende, blieb dann aber noch einen Moment benommen sitzen. Mit einer Hand richtete er sich in Ruhe den eigenen Kragen, aber es wirkte vielmehr, als würde er während des taumelnden, angestrengten Denkens um Zeit schinden. Bis er schließlich wieder zu Jhaan hinauf sah, ihn lang und aufmerksam betrachtend, wie als sei er sich nicht sicher, ob Jhaan ihn überhaupt hörte, ihn sah, ihn auch nur bemerkte. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
20.11.2021, 15:30
Die Geister straften seine Lügen. Auch wenn Jhaan überzeugt davon war, die Wahrheit zu sagen, weil er auch gar nicht anders konnte, wussten sie es besser als er, denn was waren seine Worte, wenn nicht eine Vorhaltung, welche er Khivi machte? Natürlich wollte er Antworten; natürlich wollte er eine Erklärung dafür, was in dieser Nacht passiert war, doch entweder konnte Khivi ihm diese selbst nicht geben, oder er wollte es schlichtweg nicht. Ihm mehr oder weniger Vorwürfe für das zu machen, was er getan hatte, erschien Jhaan fast schon der einzige Weg zu sein, um überhaupt irgendetwas diesbezüglich aus dem anderen heraus zu bekommen - zugleich war Jhaan aber auch immer noch Jhaan und so genügte der harscher werdende Ton in Khivis Stimme, um ihn zurückrudern zu lassen, in der Hoffnung, sie beide vor einem Streit zu bewahren. So war es doch immer. Sobald sich etwas Unruhe zwischen ihnen aufbauschte, versuchte Jhaan die Wogen zu glätten - aber eine Antwort auf seine Fragen bekam er damit nie. Stattdessen war es die Wut der Geister, welche ihm mit einem stechenden Schmerz in den Schläfen daran erinnerten, dass er sehr wohl wusste, was er von Khivi hören wollte. Aber gewillt dies offen auszusprechen, war der ach so friedfertige Luftbändiger trotz des Hohns, welchen er spürbar von den Geistern erntete nicht. Stattdessen begann er etwas davon zu faseln, ob er ihnen Tee kochen sollte, während sein Schatten in den Spott der Geister mit einstieg und wild um seine Finger herumtanzte. Für einen Augenblick verlor Jhaan sich in dem Bild, welches sich vor ihm abzuspielen schien, dann war es erneut Khivis Stimme, welche ihn den Kopf heben und seine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Du blutest. Als würde er ihn nicht verstehen, blinzelte Jhaan ein paar Sekunden lang fast schon benommen in Khivis Richtung, dann hob er eine seiner Hände und fuhr mit ihr über seine Kehle. Die vereinzelten Tropfen, welche über seine Lippen und sein Kinn hinab geronnen waren, benetzten seine Finger, doch die Spuren einer Wunde blieben ihm verborgen. Dabei war er sich fast schon sicher, die gleißend heiße Klinge auf seiner Haut spüren zu können. Khivi mochte noch ein paar Schritte von ihm entfernt auf seinem Bett sitzen und damit beschäftigt sein, sich seine Stiefel wieder über zu ziehen, aber für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Jhaan ihn direkt vor sich stehen zu haben. Zwischen lichterloh brennenden Bäumen und um ihren Atem ringender Asche, mit dem Geschmack von Blut und salzigen Tränen auf seinen Lippen. Nur damit Khivi ihn hier wieder sich selbst überlassen konnte. Ihn alleine sterben lassen konnte. “Warum?” Jhaan blinzelte noch ein paar mal träge, dann trat er näher an Khivi heran. Ließ sich vor ihm auf dem Boden nieder und begann mit trägen Fingern, die Schnüre seiner Schuhe wieder zu öffnen, als könnte er ihn damit vom Bleiben überzeugen. “Du bist doch nur ein einfacher Fischer”, wiederholte Jhaan murmelnd Khivis Worte von zuvor, während er an dem Knoten der Schnürsenkel versagte. “Nur ein Fischer-“ Und vor was sollte ein Fischer schon fliehen wollen, wenn sein Leben doch im Grunde nur daraus bestand, den lieben langen Tag zu fischen? Etwas anderes tat er nicht; etwas anderes hatte keine Bedeutung in seinem Leben. Das einzige Blut an seinen Händen war das der Fische - nie im Leben würde das eines Menschens an ihm haften. Nicht einmal im Traum, denn das war ja auch nicht Khivi gewesen. Khivi saß hier. “Khivi der Fischer”, wiederholte Jhaan es noch einmal, ehe er von den immer noch halb verknoteten Schnürsenkeln zu dem Älteren hinauf sah. “Wenn Khivi ein Fischer ist, was trägt Ikharus dann für eine Uniform?” herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
◇
girlbossing 2 close 2 the sun
26.11.2021, 13:12
Ikharus gehörte nicht nach Ba Sing Se, ebenso wenig wie in diesen Kwoon, und doch hatte er sich hierher geflüchtet. Dabei konnte er weder sich, noch Jhaan ausreichend erklären, warum er hier war. Warum es eine bescheuerte Idee gewesen war? Dafür hingegen gab es tausend guter Gründe. Kein Wunder, dass er gegen sie gehandelt hatte, scheute er sich doch nicht davor, den weniger begangenen Pfad einzuschlagen. Den, der von Bäumen gesäumt wurde, deren Rinde blutete, deren Äste sich tropfend und dunkel um einen schlangen — bis das Dickicht so dicht um einen gewoben war, dass weder Mondlicht noch Sonnenstrahlen einen erreichten.
Wenn er sich Trost von seinem »Besuch« im Kwoon erhofft hatte, wurde diese Hoffnung bitter enttäuscht. Jhaan verschaffte ihm nicht die Absolution, nach der es ihm verlangte, sondern nur neuerlichen Schmerz. Wie konnte Ikharus auch glauben, Jhaan würde die innere Zerrissenheit in seiner Brust flicken können, wenn er doch ihr Verursacher war? Weder vor noch zurück. Weder konnte er bleiben, noch konnte er einfach so gehen. Obwohl Ikharus seine Schnürsenkel demonstrativ zugebunden hatte, blieb er sitzen, wo er war — ob sich das noch einer vagen Hoffnung zuschreiben ließ oder er einfach nur zu wattig im Kopf war, um schneller zu agieren, war ihm selbst ein Rätsel. Fakt war jedoch, dass er sich nicht wehrte, als Jhaan vor ihm auf die Knie sank und die Schnüre an seinen Stiefeln wieder zu lösen versuchte. Blutspuren zogen sich von seiner Nase über seine Lippen bis zu seiner Kehle, wo sie von den blassen Fingern verschmiert worden waren. Auch an seinen Händen, mit denen er sich an den Schnüren abmühte, klebte Blut. Ein kalter Schauer rann über Ikharus’ Rücken, begleitet vom heißen Glühen der Scham in seinen Eingeweiden. Aber obwohl seine Finger zuckten und er das erbärmliche Bedürfnis hatte, das Blut, das viel zu sehr an ihren geteilten Traum erinnerte, fortzuwischen, hielten Jhaans Worte ihn auf Abstand. Khivi der Fischer. Fast hätte der Himitsu aufgelacht, aber auch das Geräusch blieb ihm in der Kehle stecken. Stattdessen schnaufte er. Jhaan sah ihn bei den Worten nicht einmal an. Sein Blick blieb auf die verknoteten Schnürsenkel gerichtet, die sich nicht seinen Fingern beugen wollten. Dann, endlich, hob er das blasse, ovale Gesicht zu ihm an. … was trägt Ikharus dann für eine Uniform? Seine angespannten Schultern straften die träge Geste, mit der Ikharus sich vorbeugte und seine Unterarme auf den eigenen Oberschenkeln abstützte, Lügen. »Wer, denkst du, hat mich nach deinem Verrat aufgenommen?« Eine nette Fischerfamilie ganz bestimmt nicht. Kaum hatten die Worte, höhnisch und doch leise und sanft wie eine verquere Liebkosung, seine Lippen verlassen, schnellte seine Hand vor und schloss sich um Jhaans Kehle. Die Blutspur verschwand unter dem Griff; endlich war die Erinnerung unsichtbar. Endlich verhöhnte sie ihn nicht mehr. Aber seiner Hand mangelte es an Kraft — er übte keinerlei Druck auf den Hals des Luftbändigers aus, sondern überließ es seiner sich überschlagenden Stimme, Jhaan den Atem zu verweigern. »Habt ihr mich nicht verstoßen?« Ihr. Immer, wenn es um Schuld ging, stapelte er einen von Jhaans Art auf den anderen, wie als könne er damit verschleiern, dass der Einzige, dem er tatsächlich Schuld zuschrieb, der Mann war, der hier vor ihm kniete und ihn einerseits hier behalten wollte, ihn andererseits aber mit seinen Worten von sich stieß. »An wen hätte ich mich schon wenden können, wenn nicht an mein Volk — an meine echte Familie?« Das war die Uniform, die er trug, zumindest im weitesten Sinne. Es war die Uniform, die ihn anschrie, hier und jetzt endlich das Richtige zu tun und seine Hand zuschnappen zu lassen. Wie leicht es wäre. Sie waren allein. Der einzige Mensch, der Jhaan vermissen würde, war nicht hier, um ihn zu schützen. Nun, nicht der Einzige — denn bei Vaatu, leider war da immer noch Ikharus selbst. Und wie, als würde der Gedanke ihn wieder zur Besinnung kommen lassen, lockerte sich die Hand um Jhaans blutverschmierte Kehle. Zugleich kletterte ein Grinsen so makaber wie ein Schlag in die Fresse auf seine Lippen, das mehr Rüstung und Schild war, als jegliche Regung zuvor. »Du kennst mich doch: ich trage die Uniform, die mir am besten steht.« herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
07.12.2021, 03:09
Jhaan war ein Verräter und seine Flucht aus dem nördlichen Lufttempel hatte dies nur noch einmal bewiesen. Nicht nur hatte er seinen Brüdern in einer Zeit, in welcher ein jeder von ihnen um ihr Leben bangen musste, den Rücken zugekehrt - er war auch ohne ein einziges Wort verschwunden. Hatte seine Sachen gepackt, Rui und Soma genommen und war einfach gegangen. Ohne eine Erklärung; ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie viele Sorgen man sich um ihn und sein Verbleiben machen würde. Nur, weil er genau das nicht mehr ertragen hatte. Dass er ihnen und ihrer Hilfe damit im Grunde auf die Füße trat; ihnen in all seiner Undankbarkeit auch einfach mitten ins Gesicht hätte spucken können, war ihm in all seinem Egoismus noch nicht einmal bewusst geworden. Aber was erwartete man auch von einem Verräter, der bereits in Teenager-Jahren nur an sich selbst gedacht hatte? Kein einziges Mal war es damals für ihn in Frage gekommen, mit Khivi den nördlichen Lufttempel zu verlassen. Statt den Menschen, der ihm laut eigener Aussage doch stets am wichtigsten gewesen war, dabei zu unterstützen, endlich einen Ort zu finden, an welchem er sich willkommen und zuhause fühlen würde, hatte Jhaan bewiesen, wie viel ihm wirklich an dem anderen lag, indem er zwar versucht hatte, ihn zum bleiben zu bewegen, ihn am Ende des Tages aber doch einfach hatte gehen lassen. Nicht, weil er geglaubt hatte, es würde so einfacher für Khivi sein, sondern schlichtweg weil es für ihn selbst einfacher gewesen war, im nördlichen Lufttempel zu bleiben und Khivi trotz dem engen Band, welches zwischen ihnen bestanden hatte, fortziehen zu lassen. Oder zumindest hatte er geglaubt, es würde einfacher sein. Welche Folgen seine Entscheidung selbst über ein Jahrzehnt später noch haben würde, dämmerte ihm erst jetzt. Jetzt, wo es schon längst zu spät war und er auch auf Knien und noch so viel betend nichts an ihrer Situation ändern konnte.
Würde es ihnen jetzt besser gehen, wenn er damals mit Khivi gegangen wäre? Oder hätte er den Älteren früher oder später ohnehin verraten? Unschlüssig zupfte Jhaan an den Schnürsenkeln, deren Knoten unlösbar schienen, ehe er die blässlich-braunen Augen zu Khivi hob. Bevor er jedoch überhaupt darüber nachdenken konnte, wer Khivi nach seinem Verrat aufgenommen hatte, schnellte die Hand des anderen auch schon nach vorne. Eisige Finger schlossen sich um seinen Hals, ließen Jhaan zu Eis gefrieren, doch auch wenn sie (noch) keinen Druck auf seine Kehle ausübten, schien jeglicher Atem erstickt. Vielleicht hätte er sich Khivis Griff entziehen können; hätte nur etwas weiter nach hinten rutschen oder aufstehen müssen und er hätte von ihm abgelassen. Doch Jhaan schaffte es nicht, sich auch nur einen Zentimeter zu rühren. Starrte stattdessen weiterhin in die nachtschwarzen Augen des anderen und konnte ihm noch viel weniger widersprechen, weil er Recht hatte. Sie hatten ihn verstoßen. Andernfalls hätten sie ihn nicht gehen lassen; andernfalls hätte Khivi überhaupt nicht erst das Bedürfnis gehabt, sie zu verlassen. Aber so hätte Jhaan es wohl eher verdient, wenn sich die Hand seines Freundes noch etwas enger um seine Kehle geschlossen hätte. Wie überaus gütig, dass Khivi trotzdem im nächsten Augenblick schon wieder von ihm abließ. Oder auch grausam, wenn man bedachte, wie sehr Jhaan sich doch nach einem Ende sehnte. Und doch war es Erleichterung, welche ihn durchflutete, kaum, dass die eisigen und zugleich glühend heißen Finger sich von seiner Haut lösten und nicht mehr, als einen seichten Abdruck hinterließen. Ein schiefes Grinsen legte sich auf Khivis Lippen und Jhaan erlaubte es sich endlich wieder Luft zu holen. Er atmete einmal ein. Aus. Doch weiter rühren tat er sich nicht. Stattdessen blinzelte er einen Augenblick lang vor sich hin, während sein Kopf zu arbeiten schien. “Also ist es wahr-“, das, was er im Traum bereits gesehen und von dem er doch gehofft hatte, es würde schlichtweg zu Maos Streich gehören. “-du gehörst zu ihnen.” Nicht nur zu den Leuten der Feuernation, sondern insbesondere zu denen, welche den Angriff auf den südlichen Lufttempel gestartet hatten. Jagd auf Luftbändiger machten. Und nun scheinbar verdeckt im Erdkönigreich agierten. “Haben unsere Brüder aus dem Süden wirklich einen Angriff geplant?” Er konnte es sich kaum vorstellen - aber zugleich hatte er nur wenig mit den Mönchen aus dem südlichen Lufttempel zu tun gehabt. Vielleicht war ja doch ein Funken Wahrheit an dem Ganzen. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
◇
girlbossing 2 close 2 the sun
29.12.2021, 01:00
Ikharus zu fragen, wer er war und wofür er stand, war für Ikharus noch unangenehmer als Farbe beim Trocknen zuzusehen. Die Untätigkeit machte ihn mindestens genauso aggressiv wie die Frage, was er eigentlich vom Leben verlangte. Zu viel, war vermutlich die treffendste Antwort. Zu viel, denn er bekam niemals genug. Wer er war, war ihm jedoch selbst ein Rätsel. Und doch hätte er eine vorgefertigte Antwort parat: er war Feuerbändiger. Das war das Einzige, das ihm niemand hatte nehmen können. Das, was ihn im Lufttempel angeblicher Toleranz zu einem Aussätzigen gemacht hatte (nein, er sah nicht ein, dass es an seinem Charakter gelegen haben könnte), war das Einzige, das er mit Sicherheit wusste und dem er sich verschrieb. Feuerbändiger zu sein bedeutete für ihn auch, seiner Nation die Treue zu schwören und jene zu halten. Aber selbst Ikharus wusste, dass zum Selbstbild mehr als das Element, das man bändigte, gehörte. Er wusste, dass sein Weigern, die Frage tiefer in sich dringen zu lassen, daher rührte, dass er sonst nur wenig besaß. Oft genug stellte man sogar seine Treue infrage, legte ihm seine sonderbare Herkunft zum Nachteil aus — sowohl in seiner Familie war er ein Fremdkörper, als auch bei den Himitsu. Selbst im Militär, so verklärt er seine ziemlich qualvolle Zeit als Rekrut auch sah, war er außen vor gewesen — wieso also sich darüber definieren?
Aber er war Feuerbändiger. Er war ein Sohn seiner Nation. Und er war stolz darauf, denn sonst besaß er nicht viel. Ikharus versuchte das jedoch nicht zu erklären, denn er glaubte nicht daran, dass Jhaan dies verstehen konnte. Schon gar nicht würde er es verstehen, solange der Feuerbändiger seine Hand um seine Kehle schloss, als würde er ihm die Luft abdrücken wollen. Dabei wollte er nur das Blut am blassen Hals verbergen, das Jhaan mit seinen Fingern dort verschmiert hatte. Er wollte sich nicht schlecht fühlen — nicht schlechter, als auch so schon. Ihm war nicht klar, wie er Jhaan nicht das gleiche Recht einräumte, und als es ihm einfiel und er die Hand wieder von dessen Hals nahm, wie als habe er all das gar nicht gewollt, war es schon zu spät. Jhaan blinzelte schwer ins Nichts, während Ikharus ein verqueres Lächeln auf seine Lippen zwang. Natürlich konnte er es nicht retten, nicht einmal mit dem Witz, der Jhaan nicht einmal unter anderen Umständen zum Lachen gebracht hätte. Ikharus’ Witze waren weniger auf die Erheiterung anderer ausgelegt, mehr auf sein eigenes Vergnügen. Nur dass er selbst auch nicht mehr ehrlich lachte, sondern ernüchtert mit dem Handrücken auf das Lächeln auf seinen Lippen drückte, bis es verschwand. Ernüchtert lauschte er Jhaans Schlussfolgerung. Du gehörst zu ihnen. Da war es wieder, die Trennung zwischen ihnen, diese unüberbrückbare Kluft. Das Wir und Sie vereinte sie nicht gegen einen gemeinsamen Feind, sondern zerrte sie auseinander. Zu ihnen. Träge nickte Ikharus, zuckte zur gleichen Zeit mit den Schultern, wobei sein Umhang sich plötzlich besonders schwer anfühlte. War seine Verkleidung der Ballast oder das, was Jhaan nun endlich sah? Er gehörte zu ihnen, zu jenen, die den Tempel von Jhaans Brüdern in Schutt und Asche gelegt hatte. Selbst wenn er nicht wortwörtlich dabei gewesen war, hatte er hinter der Entscheidung gestanden. Mehr als das. Etwas in seinem Inneren wollte in sich zusammenfallen, wenn er daran dachte, welche Informationen er preisgegeben hatte, um den Angriff möglich zu machen. Auch ohne dich hätten sie einen Weg gefunden. Nein, nicht sie … wir. Und doch suchte ihn diese Schuld heim, selbst wenn er sich einredete, er trüge keine. Denn der Angriff war gerechtfertigt gewesen. Ikharus wrang seine Hände ineinander, dann zuckte er nochmals mit den Schultern. »Wenn sie keinen Angriff geplant hätten, hätte sie auch niemand angreifen und an der Umsetzung hindern müssen«, antwortete er im Brustton der Überzeugung. Er glaubte daran, er musste daran glauben. Er weigerte sich aber auch schlicht und einfach, eine Alternative in Betracht zu ziehen. »Erschreckt dich das, Jhaan? Traust du es niemandem deines Volkes zu, Grausamkeit im Herzen zu tragen?« War er nicht der beste Beweis dafür, dass es durchaus möglich war? Immerhin war er mit ihren Lehren groß geworden — und nun sieh ihn dir an! Er sollte nichts fühlen, nicht einmal Reue. Und doch war dort etwas neben der Unanrührbarkeit, mit der er Fakten aussprach; etwas, das durch Jhaans Blick, ob unbeabsichtigt oder nicht, schon seit Wochen neue Wurzeln schlug. »Das heißt nicht, dass der Angriff gerecht … war«, presste er hervor, wie als würde es ihn unerträgliche Schmerzen bereiten, eine solch halbgare Erkenntnis, die sich bereits wie Verrat anfühlte, auszusprechen. Unruhig tanzte sein Blick dabei über Jhaans Gesicht, und wieder hob er eine Hand, diesmal jedoch langsamer — abwartend, ob Jhaan zurückzucken würde —, und sobald er sich halbwegs sicher war, dass Jhaan nicht um sein Leben fürchtete, strich er das länger gewordene Haar aus Jhaans Stirn. Federleicht zogen seine Finger dabei über das Luftbändigertattoo, wobei er selbst nicht verstand, warum sich dabei alles in ihm zusammenzog. »Dieser Krieg ist noch immer nicht vorbei, Jhaan … Das weißt du, oder? Deswegen kehrst du nicht zurück zu deinen Brüdern. Deswegen darfst du nicht zurückkehren.« Oberflächlich gesehen mochte der Krieg vorbei sein, das wussten sie alle, aber … wenn man sich an dem Ort befand, an dem er war, mit dem Menschen, den er liebte und zugleich zu hassen gelernt hatte, wusste man auch, dass es ein Frieden zum Schein war. Und so sehr sich Ikharus auch zu den Krähen zurückwünschte, so sehr er auch hoffte, Jhaan wäre durch einen üblen Zufall bei dem Angriff auf den südlichen Lufttempel umgekommen, gab es doch auch einen unermesslich großen Teil seines Wesens, der sich genau davor fürchtete. Der dies nicht ertragen hätte -- sofern er denn jemals davon erfahren hätte. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
29.12.2021, 01:50
Khivi um eine Antwort darauf zu bitten, wer er eigentlich war, war genau genommen nicht fair, denn hätte er Jhaan diese Frage gestellt, hätte Jhaan vermutlich noch viel weniger eine Antwort darauf gefunden, als Khivi. Nicht, weil er nicht wollte; vielleicht einfach nicht wusste, was er sagen sollte, sondern schlichtweg weil er es selbst nicht wusste. Sein Name mochte ihm logischerweise bekannt sein, ebenso wie das Element, welches er bändigte und den Ort seiner Herkunft. Aber wer er wirklich war; was es war, was ihn ausmachte, wenn nicht das dahinsiechende Leben, die Krankheit und der nahende Tod, wusste er auch nicht. Früher, zu Beginn seiner Ausbildung zum Meister im Luftbändigen, mochte er noch ein genaues Ziel und eine Aufgabe vor Augen gehabt haben und vielleicht hatte es ihn irgendwie auch ausgemacht, wie er sich danach um die jungen Luftbändigerkinder in ihrem Tempel gekümmert hatte, doch abgesehen davon? Jetzt, wo er im Kwoon verweilte und sich allerhöchstens in den verwachsenden Hintergarten dessen wagte? Er war nicht mehr, als eine vor sich hin vegetierende Gestalt, welche sich durch den Flur und Trainingsraum des Kwoons schlich, sofern niemand anderes weit und breit zu sehen war. Man hörte ihn nicht mehr auf den Straßen singen, sah ihn nicht mehr Feuer-Frettchen füttern und wäre dort nicht noch immer Cuchulainn, der ihn hin und wieder zu Gesicht bekam oder zumindest anhand der gepflegten Beete ausmachen konnte, dass er noch da war, könnte man fast schon meinen, er würde gar nicht mehr existieren. Er war ein Niemand. Man würde ihn weder vermissen, noch ernsthaft bemerken, wenn er sich einfach so in Luft auflösen würde. Ganz im Gegensatz zu Khivi, der doch schon immer ein Talent dafür gehabt hatte, sich in das Gedächtnis anderer zu brennen. Nicht immer auf positive Art und Weise, aber im Gegensatz zu Jhaan lebte er und sicherlich gab es unter ihnen, zu denen Khivi nun gehörte, auch jemand, der ihn vermissen würde, wenn er verschwinden würde. Etwas anderes konnte Jhaan sich kaum vorstellen. Nur, weil sie den südlichen Lufttempel angegriffen und zerstört hatten, machte dies sie schließlich noch lange nicht alle zu kaltblütigen Monstern, die so etwas wie Nächstenliebe nicht kannten. Sicher war es grausam gewesen, den Großteil eines ganzen Volkes umzubringen und den Rest für so gefährlich, dass man sie jagen sollte, zu erklären, aber sie hatten sicherlich ihre Gründe. Dass Jhaan diese nicht unbedingt verstand, machte sie nicht weniger triftig - dabei wollte er verstehen. Ansonsten hätte er Khivi gar nicht gefragt, wie viel Wahrheit tatsächlich hinter den Gerüchten steckte, auch wenn ihn Khivis schwer schlucken ließ, während er noch etwas blasser um die noch immer leicht blutende Nase wurde.
“Ja”, natürlich erschreckte ihn die Tatsache, dass seine Brüder wirklich einen Angriff geplant haben sollten. Zugleich hatte er aber kaum Berührungspunkte mit denen aus dem Süden gehabt. Sie lebten am anderen Ende der Welt und bis zu seiner Flucht vor Scham, welche ihn letztlich hierher gebracht hatte, hatte er den nördlichen Lufttempel nie so richtig verlassen gehabt. Aber konnte er ihnen deswegen wirklich solche Grausamkeiten zutrauen? “Ich weiß nicht…” Er kannte sie nicht. Hatte sie nie kennen gelernt und würde es auch nie, was es schwer machte, sich einen klaren Eindruck davon zu verschaffen, was die Wahrheit war. Aber warum sollte Khivi ihn jetzt, wo er wusste, wer genau er war, noch anlügen? Was hätte er davon? Erneut hob der Feuerbändiger seine Hand - dieses Mal jedoch nicht, um sie zu Jhaans Kehle vorschnellen zu lassen, sondern um mit ihr nach langsamen Zögern, fast schon so, als hätte er es mit einem schreckhaften Tier zu tun, eine der länglichen Haarsträhnen auf Jhaans Stirn beiseite zu streichen. Keine einzige Sekunde ließ Jhaan die Augen des anderen dabei aus dem Blick, klammerte sich stattdessen an die Wahrheit, welche er in dem dunklen Braun zu finden glaubte, ehe Khivi die Stille zwischen ihnen wieder mit seinen Worten durchbrach und Jhaan mit diesen einen seltsam durchmischten Schauer über den Rücken jagte. Der Krieg war noch nicht vorbei und auch wenn sich Khivis Worte so anhörten, als würde der nördliche Lufttempel, ihre Heimat, auch nicht lange davon verschont bleiben, war es nicht mehr als ein “in Ordnung”, welches Jhaan über die zittrigen Lippen brachte. Ende. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
neuigkeiten
april 2023
plot
entre: prince de soleil
Midway upon the journey of our life I found myself within a forest dark, For the straightforward pathway had been lost. Ah me! how hard a thing it is to say What was this forest savage, rough, and stern, Which in the very thought renews the fear. So bitter is it, death is little more; But of the good to treat, which there I found, Speak will I of the other things I saw there. I cannot well repeat how there I entered, So full was I of slumber at the moment In which I had abandoned the true way.
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