Are we dancing after death?
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forget-me-not
29.12.2021, 01:50
Khivi um eine Antwort darauf zu bitten, wer er eigentlich war, war genau genommen nicht fair, denn hätte er Jhaan diese Frage gestellt, hätte Jhaan vermutlich noch viel weniger eine Antwort darauf gefunden, als Khivi. Nicht, weil er nicht wollte; vielleicht einfach nicht wusste, was er sagen sollte, sondern schlichtweg weil er es selbst nicht wusste. Sein Name mochte ihm logischerweise bekannt sein, ebenso wie das Element, welches er bändigte und den Ort seiner Herkunft. Aber wer er wirklich war; was es war, was ihn ausmachte, wenn nicht das dahinsiechende Leben, die Krankheit und der nahende Tod, wusste er auch nicht. Früher, zu Beginn seiner Ausbildung zum Meister im Luftbändigen, mochte er noch ein genaues Ziel und eine Aufgabe vor Augen gehabt haben und vielleicht hatte es ihn irgendwie auch ausgemacht, wie er sich danach um die jungen Luftbändigerkinder in ihrem Tempel gekümmert hatte, doch abgesehen davon? Jetzt, wo er im Kwoon verweilte und sich allerhöchstens in den verwachsenden Hintergarten dessen wagte? Er war nicht mehr, als eine vor sich hin vegetierende Gestalt, welche sich durch den Flur und Trainingsraum des Kwoons schlich, sofern niemand anderes weit und breit zu sehen war. Man hörte ihn nicht mehr auf den Straßen singen, sah ihn nicht mehr Feuer-Frettchen füttern und wäre dort nicht noch immer Cuchulainn, der ihn hin und wieder zu Gesicht bekam oder zumindest anhand der gepflegten Beete ausmachen konnte, dass er noch da war, könnte man fast schon meinen, er würde gar nicht mehr existieren. Er war ein Niemand. Man würde ihn weder vermissen, noch ernsthaft bemerken, wenn er sich einfach so in Luft auflösen würde. Ganz im Gegensatz zu Khivi, der doch schon immer ein Talent dafür gehabt hatte, sich in das Gedächtnis anderer zu brennen. Nicht immer auf positive Art und Weise, aber im Gegensatz zu Jhaan lebte er und sicherlich gab es unter ihnen, zu denen Khivi nun gehörte, auch jemand, der ihn vermissen würde, wenn er verschwinden würde. Etwas anderes konnte Jhaan sich kaum vorstellen. Nur, weil sie den südlichen Lufttempel angegriffen und zerstört hatten, machte dies sie schließlich noch lange nicht alle zu kaltblütigen Monstern, die so etwas wie Nächstenliebe nicht kannten. Sicher war es grausam gewesen, den Großteil eines ganzen Volkes umzubringen und den Rest für so gefährlich, dass man sie jagen sollte, zu erklären, aber sie hatten sicherlich ihre Gründe. Dass Jhaan diese nicht unbedingt verstand, machte sie nicht weniger triftig - dabei wollte er verstehen. Ansonsten hätte er Khivi gar nicht gefragt, wie viel Wahrheit tatsächlich hinter den Gerüchten steckte, auch wenn ihn Khivis schwer schlucken ließ, während er noch etwas blasser um die noch immer leicht blutende Nase wurde.
“Ja”, natürlich erschreckte ihn die Tatsache, dass seine Brüder wirklich einen Angriff geplant haben sollten. Zugleich hatte er aber kaum Berührungspunkte mit denen aus dem Süden gehabt. Sie lebten am anderen Ende der Welt und bis zu seiner Flucht vor Scham, welche ihn letztlich hierher gebracht hatte, hatte er den nördlichen Lufttempel nie so richtig verlassen gehabt. Aber konnte er ihnen deswegen wirklich solche Grausamkeiten zutrauen? “Ich weiß nicht…” Er kannte sie nicht. Hatte sie nie kennen gelernt und würde es auch nie, was es schwer machte, sich einen klaren Eindruck davon zu verschaffen, was die Wahrheit war. Aber warum sollte Khivi ihn jetzt, wo er wusste, wer genau er war, noch anlügen? Was hätte er davon? Erneut hob der Feuerbändiger seine Hand - dieses Mal jedoch nicht, um sie zu Jhaans Kehle vorschnellen zu lassen, sondern um mit ihr nach langsamen Zögern, fast schon so, als hätte er es mit einem schreckhaften Tier zu tun, eine der länglichen Haarsträhnen auf Jhaans Stirn beiseite zu streichen. Keine einzige Sekunde ließ Jhaan die Augen des anderen dabei aus dem Blick, klammerte sich stattdessen an die Wahrheit, welche er in dem dunklen Braun zu finden glaubte, ehe Khivi die Stille zwischen ihnen wieder mit seinen Worten durchbrach und Jhaan mit diesen einen seltsam durchmischten Schauer über den Rücken jagte. Der Krieg war noch nicht vorbei und auch wenn sich Khivis Worte so anhörten, als würde der nördliche Lufttempel, ihre Heimat, auch nicht lange davon verschont bleiben, war es nicht mehr als ein “in Ordnung”, welches Jhaan über die zittrigen Lippen brachte. Ende. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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