fire meet gasoline
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girlbossing 2 close 2 the sun
06.01.2022, 19:54
Er hinterfragte nicht, was Yota sich dabei gedacht hatte, Ikharus und Vahset gemeinsam mit einer Mission zu betrauen. Trotzdem gelang es ihm, seinen ergrauten Vorgesetzten dafür innerlich als dumm zu betiteln. Wenn er dachte, Ikharus könne Vahset unter Kontrolle haben oder dass sich ihr beiderseitiger Hang zu Chaos gegenseitig ausmerzte, hatte er sich eindeutig verkalkuliert. Denn Ikharus versuchte nicht einmal, Vahset zu kontrollieren. Es war ganz und gar nicht in seinem Interesse, sie an die Leine zu legen, zumal er sich auch ziemlich sicher war, dass allein der Versuch schlecht für ihn enden würde. Eher tickten sie gemeinsam aus, was diesen Tag automatisch zu einem der besten Tage machte, den er in letzter Zeit gehabt hatte. Zumindest glaubte er das noch; was sollte denn schief gehen? Bisher waren sie nichts als euphorisch, grinsten einander an wie kurz vorm Zuckerschock stehende Kinder; oder eben wie angriffslustige Feuerbändiger, die es leid waren, den Kopf unten zu halten.
Zurückhaltung lag nicht in Ikharus’ Natur, und so sehr sein Vater und später seine Vorgesetzten im Militär es versucht hatten, war es niemandem gelungen, ihm jene anzuerziehen. Die einzige Person, von der er wusste, dass sie ihn noch überbot wenn es ums Eskalieren ging, begrüßte ihn erst mal mit einem absolut unkeuschen Heben des Rockes; nicht, um ihn mit ihrer Unterwäsche zu verschrecken, sondern um ihm ihre Bewaffnung zu demonstrieren. »Netter Dolch — aber nächstes Mal kann ich auf ‘n Blick auf deinen Pelz verzichten«, schnarrte er, ohne dass sich das Grinsen jedoch von seinem Gesicht wegbewegte. Vahset belohnte ihn dafür mit einem hauseigenen Kompliment für sein Aussehen, das er mit einem Schnauben quittierte. »… jahrelange Übung macht’s möglich.« Mit hässlich meinte sie bestimmt nur, dass er eine Klamotte am Leibe trug, die so zerlumpt war, dass er im Unteren nicht auffiel. Schick machen musste man sich für einen Aufstand ja nicht. Dass sie sein Gesicht gemeint haben könnte, kam für ihn jedenfalls nicht infrage, denn dahingehend war er mit gottgleichen Genen gesegnet worden: seine leibliche Mutter, wer auch immer sie sein mochte, musste wahrlich schön gewesen sein, denn sein Vater sah eher aus, wie als habe man sein Gesicht einmal zu oft in Säure getunkt. Rote, wurzlige Nase, unfreundliche Augen und ein Mund wie von einer stumpfen Axt geschlagener Holzscheit. Der Mann war sogar noch hässlicher als Rida. Zum Glück hatten die Geister diesen Kelch an Ikharus vorbeiziehen lassen. Vahset musste er aber auch nicht unter die Nase reiben, wie überaus schön er war, die wusste das auch so — anders konnte man doch kaum erklären, warum sie sich ausgerechnet so vom Wagen hängen lassen musste, dass sie ihn gut im Blick behalten konnte. Für einen Moment hielt Ikharus nach ihrem Gräuelhaustier Ausschau, aber der (das?) Chamöleonskorpion kraxelte irgendwo hinter ihm über das holpernde und polternde Gemüse. Trotzdem wurde ihm etwas unbehaglich dabei zumute, das Tier nicht im Blick zu haben. Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen hatte es seine schleimige kleine und überaus flinke Zunge nämlich in sein Ohr schnellen lassen — eine Erfahrung, die ihn seither bis in seine Albträume verfolgte und selbst schlimmer für ihn wog als der Traum, in dem er einem ganz bestimmten Luftbändiger, an den er heute wahrlich nicht denken wollte, die Kehle durchschnitt. Hast du mich vermisst? »Vielleicht«, antwortete Ikharus vage, nicht halb so sehr dazu verlockt, Vahset mit der Zuneigung, die er zugegebenermaßen für sie empfand, zu überschütten. Stattdessen hob er leicht die Augenbrauen und pustete ihr einmal ins Gesicht. »Wenn du mir weiter in der Fresse rumhängst, vermisst du gleich was.« Ein Auge. Ein Nasenloch. Irgendwas ließe sich bestimmt ankokeln, wenn sie es zu weit trieb. Nur dass er ja wollte, dass sie dies tat. Sie hatte sich nur gefälligst auf ein anderes Ziel als ihn zu konzentrieren. Es dauerte nicht lang, bis das eigentliche Ziel ihrer Mission in Sicht kam — auf den immer leerer werdenden Straßen zeichnete sich zwischen den Gebäuden ein huckeliger, hinab zur Ostmauer führender Weg aus notdürftigen Feldsteinen. Gedämpft konnte man bereits Rufe vernehmen, halbgare Sprechchöre, denn selbst ein friedlicher Aufstand überlebte nicht ohne seine abgeklatschten Phrasen, die mantra-artig wiederholt wurden. Bevor die Menge jedoch mehr als in Form von Nadelkopf großen Köpfen sichtbar werden konnte, hielt Ikharus mit dem Gemüsewagen an und senkte leicht die Stimme, um sich beinahe vertrauensvoll an Vahset zu wenden. »Hier ist der Plan«, er ließ die Stäbe los und trat beiseite, dem Wagen erst eine Musterung und dann einen leichten Tritt verpassend. Er rollte ein paar Zentimeter, was ihm sagte, dass er mit ein wenig mehr Schwung sicherlich einfach in die Menge rasen würde … mehr musste er gar nicht wissen, sondern krempelte prompt seine Arme hoch. »Ich zünd den Wagen an und du schreist wie am Spieß … geht klar?« Kaum gesagt, trat er rückwärts hinter den Wagen, bereit, diesen nicht nur anzuzünden, sondern ihm auch einen kräftigen Schub zu geben, sodass er mitten in die Menge hinein raste. War doch total die gute Idee — in seinen Augen, in denen es aufgeregt und ein bisschen makaber funkelte, war es das jedenfalls. »Das wird ein echtes Spektakel!« herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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fire meet gasoline - von Vahşet - 22.08.2021, 09:59
RE: fire meet gasoline - von Ikharus - 11.09.2021, 09:38
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