the beating of a heart that i hid beneath the floor
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weißer Drache
03.03.2022, 14:56
Es hatte mal eine Zeit gegeben, zu welcher sie sich keinerlei Gedanken darüber hätten machen müssen, welche Worte sie an den jeweils anderen richteten. Eine Zeit, zu welcher das viel zu höfliche “Euch” nicht nur absurd hochgestochen in ihren Ohren geklungen (wobei es das zumindest für Aphelion auch immer noch tat), sondern ihnen auch so fern gelegen hatte, dass sie nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet hätten. Dass es heute mit solch einer Selbstverständlichkeit über ihre Lippen fiel, fühlte sich nicht nur an, als wäre ihre Kindheit irgendwo im bedeutungslosen Nichts ihrer Erinnerungen verkommen, sondern ließ es auch so erscheinen, als wären es ganze Jahrhunderte, welche seitdem vergangen waren. Sie waren nicht mehr die Kinder, welche in dem riesigen Anwesen von Runes Familie Verstecken spielten, geschweige denn besaßen sie noch ihre Unbeschwertheit von damals. Die Zeit hatte ihnen Narben auf Haut und Seele gezeichnet und die kindliche Jugend in ihren Gesichtern mit einem erschreckenden Ernst ersetzt. Aphelion konnte noch nicht einmal sagen, wann genau es dazu gekommen war; wann sie aufgehört hatten, sich mit solch belanglosen Spielen die Zeit zu vertreiben und wann man ihnen so viel Verantwortung auferlegt hatte, dass sie nicht nur einmal damit zu kämpfen hatten, eben jene auch tragen zu können. Er wusste nur, dass der absurde Wunsch, eben jener Verantwortung gerecht werden zu können; ja, sogar noch viel mehr als diese zu tragen, sich mit den Jahren, in welchen er immer deutlicher zu spüren bekommen hatte, wie die meisten ihn und seine Familie aufgrund seines Äußeren behandelten, immer mehr in ihm verfestigt hatte. So sehr, dass er nicht einmal davor zurück geschreckt hatte, eines der wohl mächtigsten Wesen ihrer Welt zu töten, um die Ehre seiner Familie wieder herzustellen. Weißer Drache, nannte man ihn voller Ehrfurcht und Respekt, als wäre dieser Titel kein Beweis für die Grausamkeit, welche sich auch von seinem sonst so sanften Gemüt nicht abstreiten ließ. Das Blut klebte auf ewig an seinen Händen und ließ sich auch nicht von der Abscheu, sich selbst gegenüber, und Schuld, welche durch seinen Körper pulsierte, nicht von jenen waschen.
Absurd. Es war absurd, wie sehr er sich vor ein paar Jahren noch danach gesehnt hatte, dass man ihm endlich genügend Anerkennung zollen würde, um ihn auch nur einmal zu solch angeblich bedeutenden Feierlichkeiten wie der heutigen einzuladen - nur damit er innerhalb von kürzester Zeit realisierte, wie sehr er alles an diesen Festen verabscheute. Die flachen Gespräche, das falsche Lächeln, welches sie alle so perfekt eingeprobt hatten, die kläglichen Versuche, eine ausgelassene Stimmung unter den Gästen zu verbreiten, als wäre ihnen alle nicht bewusst, dass sie auf dem seidenen Faden zwischen Frieden und Krieg balancierten… Wusste man, wie wenig Gefallen Aphelion an all dem fand, war es auch kein Wunder, dass er meistens der erste war, der ging, sobald es angebracht war und auch jetzt versuchte er gedanklich bereits auszumachen, wie lange er diese Maskerade noch ertragen musste. Dabei machte Zhiras Gesellschaft es deutlich angenehmer, als es sonst der Fall gewesen wäre - zugleich machte ihr Anblick ihm jedoch nur noch bewusster, wie sehr sie beide sich in den vergangenen Jahren doch verändert hatten. Und wie sehr er sich zu den Tagen zurück wünschte, an welchen sein größtes Problem darin bestanden hatte, dass seine kindliche Verliebtheit offensichtlich nicht auf Gegenseitigkeit beruht hatte. Floskeln über Floskeln. Es sollte niemanden überraschen, dass ihr Gespräch trotz ihrer vergangenen Freundschaft nicht wirklich an Tiefe gewann. An einem Ort wie diesem schienen solche Unterhaltungen schlichtweg keinen Platz zu finden. Selbst wenn man seine Schwester, deren Fehlen Zhira auch nicht unbemerkt blieb, ebenfalls eingeladen hätte, hätten die beiden Geschwister höchstens tuschelnd die Köpfe zusammen gesteckt, anstatt sich über Dinge zu unterhalten, die tatsächlich Bedeutung hatten. “Es fühlt sich auch etwas seltsam an”, ohne seine Schwester hier zu sein, wo sie doch sonst Schulter an Schulter zusammen klebten, als wäre eine Existenz ohne den jeweils anderen an ihrer direkten Seite schier unmöglich. Dabei trennten die Weiten der Meere sie mittlerweile öfter und länger voneinander, als dass sie sich tatsächlich mal sahen. “Leider ist Astraea heute verhindert”, was eine nette Umschreibung dafür war, dass man sie im Grunde nicht eingeladen hatte. herkunft Capital City
stand Adel
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Admiral
größe 1,95
erscheinung
Es war nicht unbedingt immer das schneeweiße Haar, welches ihm länglich etwas über die Schultern fiel, oder die goldenen Augen, die einen den Blick auf Aphelion richten ließen, denn auch ohne diese fiel der junge Admiral mit seiner Größe von ganzen 1,95m auf. Noch dazu kam eine recht breitgebaute und muskulöse Statur, die in Kombination mit der Größe wohl einschüchternd wirken konnte. Auch das Gesicht wirkte auf den ersten Blick eher grimmig, dabei genügte nur ein genauer Blick in seine Augen, um zu erkennen, wie er sich tatsächlich fühlte. Und spätestens, wenn er lächelte, war es schwer, ernsthaft Angst vor ihm zu haben, war es doch ein äußerst warmes Lächeln, bei welchem sich sogar ein paar Grübchen in seinen Wangen bildeten.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Zhira - 20.12.2021, 00:10
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Aphelion - 20.12.2021, 23:40
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Zhira - 18.01.2022, 17:05
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Aphelion - 03.03.2022, 14:56
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