fire meet gasoline
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girlbossing 2 close 2 the sun
08.05.2022, 15:26
»Ja ja, lass mir meine Jungfräulichkeit, die hebe ich mir für meine Zukünftige auf«, stimmte Ikharus ihr mit einem keuschen Seufzen zu, ungeachtet der Tatsache, dass Vahset vermutlich der einzige Mensch auf Erden war, der ihn als ‘jungfräulich’ wie auch ‘scheu’ beschreiben würde. Der Gedanke, sie könnte ihn mit dem Heben ihres Rockes zu Untaten verführen wollen, war aber auch zu absurd. Ebenso absurd wie die Vorstellung, ihm könnte der Busch zwischen ihren Beinen gefallen.
Ihre Drohungen empfand er als durchaus faszinierender — vor allem, dass er nicht einschätzen konnte, ob sie noch witzelte oder Ernst machte. Das aufmerksam geneigte Kinn, der plötzliche Ernst und ihr Innehalten ließen ihn jedoch vermuten, dass er durchaus ein Zehchen zu weit über eine unsichtbare Linie geschoben hatte. Ikharus hatte es selten mit Menschen zu tun, deren Launen noch entzündlicher waren als seine eigenen. Vahset vermochte ihn in der Hinsicht noch zu übertreffen, wessen er sich durchaus bewusst war. Dennoch trieb er es natürlich auch bei ihr gern über die Grenzen, wollte austesten, wie weit er gehen durfte, bevor sich ihr aneinander aufschwingendes Spiel zum Gegenteil verkehrte. Und natürlich wollte er wissen, wie das überhaupt aussehen würde. Denn letzten Endes spielte es keine Rolle, wie sehr er sich selbst in Vahset erkannte, wie vertraut ihm ihr knisternder Zorn war und wie lieb er ihr von Extremen auseinandergerissenes Wesen gewonnen hatte: Er konnte dennoch nicht auf den Boden ihres Seins gucken. Er wusste nicht, wie tief ihre Provokationen reichten, ob sie überhaupt (wie bei ihm) in einem Sumpf endeten, geschweigedenn ob ihm aus diesem Sumpf, sollte er jemals dorthin gelangen, nicht etwas entgegenstarrte, mit dem er nicht umzugehen wüsste. Er sollte sich in Vorsicht vor diesen Differenzen üben, zugleich … war Ikharus nicht für seine Vorsicht bekannt. Wenn er es wäre, wären Vahset und er aber auch kein so überaus gutes Team. Eines, das sich im Geplänkel wie im Streit ausgezeichnet ergänzte. Seine Mundwinkel zuckten, als sie mit ihren Fingern unsichtbare Tränen über ihre Wangen zeichnete, und dann schnaubte er milde auf, weil sie doch tatsächlich auf seine ‘Drohung’ mit einer eigenen reagierte. Aber er preschte nicht weiter vorwärts, zumal Vahset auch nicht genauer darauf einging, sondern sich alsbald von einem Vogelnest ablenken ließ. Halbherzig folgte Ikharus ihrem Blick, aber mehr als ein trockenes »Spannend« kam nicht über seine Lippen. Mit schnellen Schritten näherten sich die beiden Himitsu mit ihrem Gemüsekarren dem echten Beginn ihrer Mission, und Ikharus begann sich so langsam richtig zu freuen. Es kribbelte ihm in den Fingern, endlich richtig loszulegen, aber bevor es so weit war, musste erst einmal der Plan etabliert werden. Und sobald der Plan etabliert war, zwang ihm Vahset auch schon ihr grässliches Haustier auf. Nur mit Mühe gelang es Ikharus bei ihrer Bedingung eine angeekelte Grimasse zu unterbinden (er hatte einmal erlebt, wie Vahset einem Idioten, der ständig wegen der Kreatur die Nase gekräuselt und sich abfällig über sie geäußert hatte, die Nasenspitze abgeschnitten hatte), auch wenn seine Schultern deutlich angespannt waren. Ihm wurde nur noch unwohler zumute, als Chi Chi sich prompt in den Kragen seines lumpigen Gewands verkroch; so nah an dem Giftstachel zu sein, würde wohl den feuerfestesten Bändiger zum Schwitzen bringen. Aber es war ein Preis, den er zu zahlen bereit war, wenn es nur hieß, dass er ein bisschen Chaos würde stiften können. Mit einem Händeklatschen wies Ikharus Vahset wortlos an, Position einzunehmen, und sah sich zur gleichen Zeit unauffällig um — die Luft war rein, niemand beobachtete sie, wobei er zur Sicherheit auch den Blick hob und sicherging, dass die Fenster der Gebäude, zwischen denen sie sich positioniert hatten, nicht mit neugierigen Gaffern besetzt waren. Als er sich sicher war, dass sie keine Probleme bekommen würden (jedenfalls keine, die sie nicht haben wollten), rieb er seine kribbelnden Fingerspitzen über die Knopfreihe seines Wams, pustete dann auf jene, wie als würde er sie für eine Fingerspitzengefühl erfordernde Kunstfertigkeit vorbereiten. Dann begann er mit schnellen Bewegungen seine Formationen auszuführen, woraufhin Flammen erst über seine Haut leckten, vertraut und willkommen, und dann ohne großes Federlesen auf den leeren Gemüsewagen übersprangen. Das alte Holz war so morsch, dass es den Flammen nur wenig entgegensetzen zu hatte, jedoch auch angefeuchtet genug von den letzten regnerischen Nächten, sodass Vahset keinerlei Gefahr lief, wie eine angezündete Fackel oder gar vollkommen verkohlt in die Menschenmenge zu rollen. Trotzdem verlor Ikharus keine Zeit, sondern stieß nur ein eiliges »sehen uns unten« hervor, bevor er dem Karren einen beherzten Tritt gab. Ruckartig schnellte der Karren vorwärts und Ikharus starrte dem lauten Spektakel ein paar Sekunden hinterher, bevor er sich besann und im neunzig Grad Winkel zu ihrem Ausgangspunkt davonsprintete. Zwei, drei Gassen brachte er hinter sich, bevor er wieder nach rechts einschlug und aus einer anderen Richtung als der brennende Karre die Demonstranten ansteuerte. Bereits von weitem konnte er Vahsets gellendes Geschrei hören, das zauberhaft von den Geräuschen einer Massenpanik untermalt wurde. Dort, wo der Gemüsewagen die holprige Straße heruntergebrettert war, hatte sich eine Lücke aus beiseite gesprungenen Demonstranten gebildet. Die wenigen, die schreiben konnten und Schilder mit knackigen Sprüchen angefertigt hatten, hatten diese im Chaos fallen lassen, sodass sie nun im allgemeinen Tohuwabohu in den Dreck getrampelt wurden. Ikharus hatte noch nie so viele Menschen gesehen, von denen nicht eine einzige Person zu wissen schien, was zu tun war — wie kopflose Mäusehühner rannten sie entweder davon, während nur eine Handvoll Männer versuchte, das Feuer (mein Feuer, wie Ikharus befriedigt dachte) zu löschen. Ikharus hätte sich stundenlang daran ergötzen können, wäre gar am liebsten auf die unerklimmbare Stadtmauer geklettert, um sich das Theater von hoch oben anzusehen. Stattdessen drängelte er sich jedoch außer Atem zwischen den Demonstranten hindurch und füllte seine Lunge mit so viel Luft wie er nur konnte. Dann brüllte er: »Ich hab sie gesehen! Verdammte Feuerbändiger! In unserer Stadt! Ich hab sie gesehen …« Köpfe ruckten zu ihm herum, manche verängstigt, andere (wie erhofft) aufgerieben, und dann tauschten einige Männer Blicke miteinander aus, fragten: »Von wo?« nickten einander dann, nachdem Ikharus in irgendeine ungefähre Richtung gedeutet hatte, zu und marschierten als aufgebrachte Vorhut davon. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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fire meet gasoline - von Vahşet - 22.08.2021, 09:59
RE: fire meet gasoline - von Ikharus - 11.09.2021, 09:38
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