one of the ghost's mistakes
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27.02.2023, 08:25
Es war sowohl nervenaufreibend als auch aufregend, zu sehen, wie aus Hunderten von Individuen eine Masse wurde, die ihren eigenen, miteinander geteilten Atem entwickelte. Palan erschien es wie nichts Geringeres als ein Wunder, dass er dazu in der Lage war, sich zwischen den Menschen zu bewegen, so frei wie man eben frei sein konnte, und ihre Gespräche aufzuschnappen. Wie pures Gold war das, diese kleinen Fetzen von Witzen, Vertröstungen, unterdrückter oder herausposaunter Begeisterung — Gekreische, Gezeter, betrunkenes Gegröle aber auch das Lachen von Jugendlichen, das süßliche Geflüster Liebender, die sich vor den Zuckerschneckenstand drängten, dann die absolute, ungeschminkte Freude auf den Gesichtern jener, die mit der Achterbahn gefahren waren. Rotgepeitschte Wangen, vor Aufregung glitzernde Augen, und die Bereitschaft, selbst die Übelkeit hinten anzustellen, noch mal, noch mal! Oh Mann, das war so toll, lass noch mal fahren!
Er liebte alles an dem Trubel. Selbst die dezent gruseligen Aspekte — Schausteller mit grotesk bemalten Gesichtern, auf weit über ihnen thronenden Stelzen, feuerspuckende Gruselgestalten — weckten in ihm eine morbide Begeisterung. Fürs Erste kritzelte er lediglich Notizen in die zusammengehefteten Pergamentblätter; alles Eindrücke, aufgeschnappte Wortfetzen, Eindrücke und grobe Beschreibungen, die ihm einfielen. Hier und dort folgte eine Skizze, wenn ihm ein besonderes visuelles Merkmal ins Auge fiel. Aber wie genial wäre es, wenn er den einen oder anderen Schausteller würde interviewen können? Nach der Veranstaltung, zu der es die bunt durchmischte Menschenmasse trieb, sagte er sich. Doch er zögerte noch, sich einfach in den einander anrempelnden Pulk von Menschen einzusortieren, wartete stattdessen an einem angenehm duftenden Jasmintee-Stand darauf, dass sich der Weg ein wenig lichtete. Während er abwartete, vertiefte er sich noch einmal in seine Notizen, den Kopf dicht über das Pergament gebeugt, um im ungnädigen Halblicht seine eigene Schrift lesen zu können — und so hätte er fast nicht bemerkt, wie man sich ihm mit schwerem Gang näherte, ja, dass man sich sogar zu ihm umdrehte und ihn schließlich ansprach. »Hm?« Geistesabwesend strich Palan eine seiner Notizen durch und kritzelte ein: Westen? daneben, bevor die gesprochenen Worte ihn verspätet doch noch erreichten. … weniger voll, vielleicht? Ein kurzes Zucken ging durch seinen Körper, das er sich nicht erklären konnte, und die auf einen Stummel gekürzte Feder in seinen Händen erstarrte über dem Pergament. »Ähh—was noch mal?« Seine Gedanken waren zerstoben, aber nun war er bemüht, die Frage doch zu beantworten, sollte der andere sie wiederholen. Er sah sogar auf, oder eher leicht hinab, in das halb hinter einer Maske verborgene Gesicht eines Mannes mit Gehstock und gebeugtem Rücken. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 39 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Zeitungsherausgeber
größe 1,86
erscheinung
Ein Gesicht wie ein offenes Buch – Palan sieht man stets an, wie er sich fühlt, ob er das will oder nicht. Sowohl Freude als auch Traurigkeit, Unwohlsein wie auch spontane Abneigung stehen ihm augenblicklich ins Gesicht geschrieben, hat er doch nie gelernt, seine Gefühle vor anderen zu verbergen. Als Kind ist dies schlichtweg nicht notwendig gewesen, und als es ihm im Laufe seiner jahrelangen Gefangenschaft in den Fängen Azras zugute gekommen wäre, war er nicht mehr dazu in der Lage, es zu erlernen.
Mittlerweile versucht er gar nicht mehr, seine Gefühle zu verbergen, auch wenn er vorsichtig damit ist, sich mit Worten zu erklären. Sein dennoch erstaunlich offenes Wesen sorgt bei anderen schnell dafür, dass sie ihn schnell ins Herz schließen – weil seine leicht verpeilte Erscheinung mit dem zerzausten, walnussbraunen Haar, der praktischen, ständig mit Tinte befleckten Kleidung und der Druckerschwärze an seinen Fingern so unbedrohlich und authentisch wie sein jungenhaftes Lächeln ist. Er lacht viel und gern, was sich ebenfalls in seinem Gesicht in Form feiner Fältchen niedergeschlagen hat. Als durch und durch pragmatischer Mensch, macht sich der Luftbändiger nicht viel aus feiner Kleidung oder penibler Sauberkeit - er bewegt sich vor allem funktional durch die Weltgeschichte und legt höchstens Wert darauf, nicht aus der Masse herauszustechen. Denn Palan ist über alle Maßen zurückhaltend, wenn es um seine eigene Person geht. Obwohl er bereits vor Jahren aus Azras Gefangenschaft entkommen ist, trägt Palan noch immer physische sowie psychische Narben mit sich herum. Die ihm zugefügten Verletzungen dienten zwar angeblich nicht der Folter, sondern der Wissenschaft, sodass sie sauber vernäht wurden, haben jedoch trotzdem ein fein gesponnenes Netz aus Narben an seinen Armen, Beinen und auf seinem Torso hinterlassen. Der Luftbändiger besitzt seitdem nicht nur ein verstümmeltes Körpergefühl, sondern auch eine leicht schiefe Haltung, leidet unter Kurzatmigkeit, Herzrasen und chronischer Ermattung.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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one of the ghost's mistakes - von Azra - 24.02.2023, 19:51
RE: one of the ghost's mistakes - von Palan - 27.02.2023, 08:25
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