shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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girlbossing 2 close 2 the sun
25.02.2021, 12:21
// tw: suizidgedanken
Bitterkalt und verflucht nass schlug ihm die Seeluft ins Gesicht, doch nicht einmal sie konnte ihm die Benommenheit aus den Gliedern prügeln. Seltsam, was für eine trügerische Ruhe sich in einem einnistete, wenn man jegliches Gefühl mit Alkohol zu betäubte, während der Körper im gleichen Atemzug mit aller Macht versuchte, einem den Magen leerzupumpen. Wenn er nicht reiherte, dann trank er, und wenn er nicht trank, dann reiherte er - bis sich alles in ihm im Kreis drehte und drehte und drehte … Das hier war nichts Neues für ihn, hatte er seine Seekrankheit doch schon immer mit Alkohol zu besänftigen versucht - ungeachtet der unzähligen Beweise dafür, dass dies nur alles schlimmer machte. Er hasste es, zu reisen - sei es zu Fuß, mit der Kutsche oder mit dem Schiff: Ikharus konnte nichts dergleichen nüchtern ertragen. Doch diesmal war es schlimmer. Es war schlimmer, weil er zum ersten Mal lieber sterben wollte, als an dem Hafen anzulegen, den sie viel zu bald ansteuern würden. Gefühlt hatte er alles versucht, um doch noch einen Haken um die Rückkehr nach Ba Sing Se schlagen zu können, außer vielleicht … seinen Tod vorzutäuschen und sich in eine der zahlreichen Kolonien abzusetzen. Aber nichts hatte ihm auch nur das kleinste bisschen eingebracht, außer vielleicht das Wissen, neue Höhen der Demütigung erreicht zu haben. Nichts war beschämender als das Wissen, dass man nicht genügte, und Ikharus war nicht länger dazu in der Lage, sich einzureden, dass dem nicht so wäre. Alles, was er für Jhaan aufs Spiel gesetzt hatte, war ihm zurück ins Gesicht geklatscht worden - so banal es auch war, war dies der ultimative Beweis für sein Versagen gewesen. Ein Beweis, den er vor Ares ebenso wenig hatte abliefern wollen, wie vor der Himitsu, die letzten Endes dafür verantwortlich war, dass es ihn überhaupt nach Ba Sing Se verschlagen hatte. Die Himitsu war Schuld an seinem Dilemma, ja, das redete er sich ein - also glaubte er, sie verlassen zu müssen. Aber er hatte nichts anderes; er hatte keine Alternativen in der Hinterhand, und egal, wie sehr er auch die Zeit zurückdrehen wollte, weil er sich die Krähen zurückwünschte, konnte er dies doch nicht. Also war er wieder aus einer Hafenkneipe geschwankt und aufs Schiff gestiegen, hatte wieder eine Hängematte in den bebenden Innereien bezogen, und noch bevor sie ablegten, hatte er den Punkt ohne Umkehr längst erreicht. Er liebte Capital City nicht einmal - es ging nicht darum, dass das hier sein Zuhause sein sollte, weil ihm doch klar war, dass es das nicht war und niemals sein würde. Es ging auch nicht um Ba Sing Se selbst, auch wenn er dies als Grund vorgeschoben hatte: die dreckigen Erdratten hier, die hinterweltlerischen Ansichten dort, und außerdem kann man da ja auch nicht bändigen und ich bin so allein blabla … Letzten Endes waren dies nichts weiter als Ausreden, denn der wahre Grund, weshalb er Ba Sing Se nicht noch einmal betreten wollte, war, weil er Jhaan prophezeit hatte, er würde nicht zurückkehren. Und er hatte es auch wirklich nicht vorgehabt, er hatte doch alles getan, um dies zu verhindern - ohne Erfolg. Kein Wunder, dass er noch rücksichtsloser auf seine Gesundheit als sonst, den Weg in die Besinnungslosigkeit anstrebte. Ikharus wollte nicht sterben, eigentlich hing er an seiner Existenz. Das Einzige, was Ikharus nicht länger wollte, war zu denken. Vermutlich hatte er diesen Punkt auch endlich erreicht, als er sich über die Reling lehnte, wie als würde er das Schiff unbedingt mal von unten betrachten wollen … Er dachte nicht mehr, er fühlte auch nichts, außer einer hohlen Übelkeit, die sich zugleich schwer wie eine Decke aus Rauch über ihn senkte. Das bedenkliche Schwanken war doch normal. Er wollte nicht sterben, aber er wusste auch nicht, wie er mit erhobenem Kopf dieses Schiff verlassen sollte. Er wusste nicht, wie er in Ba Sing Se den Himitsu dienlich sein konnte, wenn alles in ihm sich doch dagegen sträubte. Hatte er früher schon gedacht, er würde daran keine Freude haben, erfüllte ihn allein die Vorstellung nun mit einer sengend heißen Abneigung. Ihm war nur nicht klar, ob sich diese tatsächlich gegen die Himitsu oder gegen sich selbst richtete … oder gegen Jhaan. Gegen Jhaan, das wäre so wunderbar einfach, logisch und gerechtfertigt. Aber wenn er an Jhaan dachte, dann immer an dessen Hände, so weich und kühl wie frischer Morgentau, und an seine Stimme, in die er sich noch immer hineinlegen, in die er sich wickeln wollte. Nicht mal adäquat das hassen, was er zu hassen hatte, konnte er. Vielleicht, so dachte er, würde er nicht sterben, wenn er mal kurz schwimmen ginge. Ja, in seinem benebelten und zugleich wie von scharfen Glasscherben durchbohrten Gedankenwust, machte das vollkommen Sinn. Doch bevor sich der Feuerbändiger noch weiter über die Reling lehnen konnte, zerrte ihn auch schon eine Hand an seinem Kragen zurück. Wobei es sich im ersten Augenblick nicht wie die Hand eines Menschen anfühlte, sondern eher wie die eines Geistes - fest und strafend, zugleich kühlgepeitscht von den rauen Gezeiten. Erst, als Aphelions unerträgliche Stimme an sein Ohr drang, realisierte Ikharus, dass es doch nur ein Mensch war, der ihn hier wie ein Kätzchen am Nackenfell von seinem Glück (oder so) abhalten wollte. “Lassmichh”, blubberte er direkt drauf los und strampelte halbherzig, als wenn es ihm tatsächlich wichtig wäre, wieder Freiheit zu erlangen. Freiheit - wovon? Die ihn von der Reling zerrende Hand war letzten Endes nicht das ernsthafteste Problem, das er hatte. Ebenso wenig, wie es ihn störte, für lebensmüde gehalten zu werden. Es war ihm herrlich egal. Das Schwanken des Schiffes hingegen, das war ein Problem - und das Kippen seines Magens auch, denn noch bevor er Aphelion Rede und Antwort stehen konnte, salutierte er auch schon, so grünlich um die Nase, wie als wenn seine Haut schimmeln würde, und erbrach sich direkt auf dessen Uniform. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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