shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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girlbossing 2 close 2 the sun
27.02.2021, 21:36
In seinem Zustand gab er herzlich wenig darauf, wer es war, der ihn hier von seinen ach so tollen Plänen abhielt. Es hätte genauso gut Ares’ Hand sein können, die ihn packte und wegzerrte, hätte die dominante, unerbittliche Stimme des Roten Drachen sein können, die ihn beschimpfte - er bildete sich ein, dass nicht mal dies eine Rolle gespielt hätte. Aller Verehrung zum Trotz befand er sich doch mittlerweile auf dem zielsicheren Weg zur Erkenntnis, dass selbst Ares nur ein Mensch war. Ebenso wie der Weiße Drache, dessen Hand es schließlich war, die ihn von der Reling wegzerrte, in diesem Moment auch nicht unwillkommener war, als es der nach Tierfett und Schweiß stinkende Smutje des Schiffs. Wäre er klarer im Kopf gewesen, hätte er sich doch zumindest ein kleines bisschen auf die Zunge gebissen - oder hätte es zumindest als notwendig erachtet, sich in die andere Richtung beim Reihern zu beugen, aber … er hatte den Punkt jeglichen Anstands eindeutig überschritten.
Er verlangte nicht nach Verständnis, er verlangte nur, in Ruhe gelassen zu werden. Nichts lag ihm ferner, als sich zu erklären. Was sollte er auch sagen? Käme doch sowieso nichts Vernünftiges dabei raus, außer natürlich bittere Galle und halbverdauter Alkohol, den sein Körper nicht mehr in sich halten konnte. Aber keine Worte. Schon gar keine Entschuldigung. Wer einen Betrunkenen antatschte, musste halt mit dem Echo leben oder so - da gab’s bestimmt irgendeinen Spruch im Volksmund, den man auf Situationen wie diese anwenden konnte. Geschah Aphelion nur recht - das war eben die Rache dafür, dass er nicht nur seinen bevorstehenden Ausflug in die Fluten unterbunden hatte, sondern ihn mit seinen freakartig goldenen Augen auch noch niederstarrte; verurteilend wie ein Geist, vor dem Jhaan in seiner Ehrerbietigkeit vermutlich sofort in die Knie gegangen wäre. Aber nicht Ikharus. Nein, Ikharus spuckte wortwörtlich auf all jene, die in diesem Augenblick Respekt von ihm verlangten. Mir wurde schon charmanter gesagt, dass ich verschwinden soll. Schade. Schade, dass Aphelion wahrlich die Ruhe weg hatte - aber selbst Ikharus war nach dem Kotzmanöver plötzlich wie luftleer. Würgte noch ein wenig leicht übergebeugt vor sich hin, aber hatte sein Strampeln aufgegeben. Quälend langsam führte er nur einmal seinen Ärmel zum Mund und wischte über jenen, bevor er auch schon nuschelte: “’n Wink mit’m Zaunpfahl is nich mein Stil …” Aber das hätte ihm auch nicht mehr eingebracht, als das Verunstalten der Uniform des anderen. Denn Aphelion hatte nicht vor, zu verschwinden. Vermutlich fühlte er sich verantwortlich, da die Besatzung, und somit auch die Himitsu, die er in die Hölle Ba Sing Se’s transportierte, seinem Schutz unterstanden. Aber egal, wie logisch das auch erklärbar war, kam Ikharus ziemlich schnell zu dem Schluss, dass Aphelion ihn nicht aus der Güte seines Herzens mit unter Deck verschleppte (etwas, gegen das er sich, so sehr wie er schwankte, leider nicht großartig wehren konnte). Nein, er vermutete dahinter nichts weiter als einen ausgewachsenen Sadismus. Aphelion wollte ihn quälen. Erst mit einem Holzstuhl unter seinem Hintern, der so hart war, dass man Splitter im Arsch fürchten musste, und folgend mit einem dämlichen Aufmerksam-machen darauf, wie blödsinnig es doch angeblich wäre, Seekrankheit mit Alkohol zu bekämpfen. Ikharus schlang einen Arm um seine Rippen, beugte sich leicht vor und stöhnte erst mal als Antwort. Dann spuckte er einmal auf den Boden, direkt vor Aphelions Füße, hob dabei den Blick, um den anderen so finster anzustarren, als würde er ihn, und ausschließlich ihn, hierfür verantwortlich machen. “Was sind das für Hausfrauen-Wahrheiten, hä? Dachte, Ihr wärt ein Mann von Welt, ist doch nicht Euer erster Aus-”, er sog scharf die Luft ein, als eine neue Welle der Übelkeit ihn schüttelte, rang schwer nach Atem, “…Ausflug, ugh, auf hoher See. ‘S is keine Seekrankheit, wenn man wegen des Alkohols kotzt. Und wer nimmt schon Ersteres, wenn er Letztere…res haben kannn?” Ein kurzes Grinsen spaltete seine Züge, dann vergrub Ikharus auch schon das Gesicht in den Händen, stöhnte noch einmal. “Wenn Ihr mir schon Eure liebreizende Gesellschaft aufzwingen müsst, dann seid wenigssstens so gütig und - weiß nich, gebt mir einen Magenbitter. Ihr hortet hier doch bestimmt das gute Zeugs, nicht wahr, Herr Admiral?” Kaum hervorgestoßen, schnellte Ikharus auch schon wenig graziös von seinem Stuhl und machte Anstalten, den nächstbesten Schrank in der verhältnismäßig fein ausgestatteten Kajüte zu durchwühlen. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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