Schön, dass du zu uns gefunden hast und dich ein wenig umschaust. Wir sind ein Avatar - Herr der Elemente RPG mit L3V3S3 Rating und spielen 100 Jahre vor der ersten Folge der Serie. Von dort an schreiben wir allerdings unsere eigene Geschichte - wenn du dir unsicher bist, was das genau bedeutet, findest du alle inplayrelevanten Infos in unserem foreneigenen Wiki. Falls du Fragen hast, dann ist in unserem Supportbereich immer jemand für dich da. Viel Spaß - und hey! Vielleicht kämpfen wir ja bald Seite an Seite gegen die Feuernation oder den Dai Li ... oder verbreiten wir doch mit ihnen Angst und Schrecken?
Midway upon the journey of our life I found myself within a forest dark, For the straightforward pathway had been lost. Ah me! how hard a thing it is to say What was this forest savage, rough, and stern, Which in the very thought renews the fear. So bitter is it, death is little more; But of the good to treat, which there I found, Speak will I of the other things I saw there. I cannot well repeat how there I entered, So full was I of slumber at the moment In which I had abandoned the true way.
Ishar hatte schon viele Menschen getroffen in seinem Leben und durch die Abenteuer, die er in den unteren Ringen der Hauptstadt erlebt hatte, war er auch allen möglichen Charakteren begegnet. Vom einsamen Wolf über das schüchterne Mädchen, bis hin zur kratzbürstigen Furie…Ishar hatte die Menschen kennengelernt, die normalerweise nie mehr über den Adel erfuhren, als den Klatsch und Tratsch, den man sich nach Festen und Spektakeln so erzählte. Eigentlich wusste er darum, dass seine Erfahrungen sehr wertvoll waren und zudem ein seltenes Privileg, das er nicht verlieren wollte. Bis heute wollte er das nicht, dabei hatte er so manchen herben Rückschlag erlebt und durchlitten. Er war auch mit einer Frau verlobt worden, die er wohl nie angemessen lieben könnte und von der der derartiges auch nicht zu erwarten brauchte. Eine Zweckhochzeit, wie die seiner Schwester mit dem widerlichen Massenmörder, den sie hier Kriegshelden nannten. Nur dass Ishar und Eurybia keine Gewalt fürchten brauchten und sie hatten auch das eigene Land, die eigenen Leute nicht verlassen müssen, um ein politisches Bündnis zu festigen. Nein, sie waren gegenüber der Rosenprinzessin ganz klar in einer viel weniger scheußlichen Lage. Ishar beschwerte sich inzwischen nicht mehr über seine Verlobung, er hatte seine Schlüsse gezogen und war fest davon überzeugt, dass er seine Gattin zwar seinen Pflichten entsprechend behandeln, aber zugleich sein Herz einer zarten Blume aus dem unteren Ring schenken konnte. Das ließ sich vereinen, es war nur gewöhnungsbedürftig, das war alles…genauso gewöhnungsbedürftig war es, dass er in dieser fremden Nation in seiner Schwester keinen Menschen gefunden hatte, den er glaubte zu kennen. Erschreckend und frustrierend zugleich, was diese Bestie aus der unschuldigen Schönheit gemacht hatte. Soraya war verloren im Bann einer Nation, die sie und ihre Herkunft hasste. Das tat weh, sehr sogar und als Bruder fühlte sich der Prinz wahnsinnig machtlos. Er konnte diesen Aufenthalt hier nur möglichst schnell und schmerzlos hinter sich bringen und seinen Groll gegen die verantwortungslose Entscheidung seines Vaters weiter füttern, ehe er die Rückreise antrat und seinen Brüdern berichtete, was er hier erlebt hatte. Ishar wollte keinen Krieg in der Welt und er wollte auch diese mächtige Nation nicht gegen seine eigene haben, aber als Bruder…schrie und zeterte da eine Stimme in ihm, die Gerechtigkeit forderte. Die forderte, dass seine Schwester diesen Ort verließ und wieder zur Vernunft kam.
Kalypso war Ishars Wissen nach eine Gesellschafterin bei Hofe. Eine sonderbare Frau, um die sich einige Geschichten rankten und die wahrscheinlich selber einen Großteil dazu beigetragen hatte, dass sie heute in feinste Stoffe gehüllt eine Leibgarde um sich geschart hatte. Ishar respektierte das, sehr sogar. Wenn jemand bereit war, für seine gesellschaftliche Stellung zu arbeiten und Opfer zu bringen. Dass sie sich als Mätresse für einen recht betagten Feuerlord hingab…erfüllte ihn hingegen mit großem Mitgefühl. Er wusste, wie bizarr und labil die Stellung von Frauen im Adel war und dass Kalypso wahrscheinlich Dinge über sich ergehen lassen musste, die sie ängstigten. Er wusste das, weil er den Hof seines Königreichs kannte und sah, wie schwer Frauen es dort hatten. Natürlich waren die Sitten und Gebräuche in seiner Heimat etwas anders, als jene in der roten Nation, aber eines hatten sie beide gemein: Einfach war es in keiner von ihnen. Ishar wurde zu einem Spaziergang mit der Gesellschafterin eingeladen und es wäre unhöflich gewesen, das Angebot einer Dame abzulehnen. Ohnehin war er nicht gewillt, die Zeit in Capital City unentwegt damit zu verbringen, sich von einem angsteinflößenden Massenmörder erzählen zu lassen, wie fortschrittlich die Militärmacht der Feuernation doch war. Nein, aber nein danke. Für Ishar war Kalypsos Einladung eine sehr willkommene Abwechslung und Flucht gewesen vor diesen fremden Leuten und der traurigen Erkenntnis, dass er seine Schwester an ein Monster verloren hatte. Und recht schnell war die Ablenkung auch gelungen, als Ishar nicht mehr mit melancholischer Frustration über seine Schwester nachdachte, sondern die surreale und fesselnde Natur erlebte, die sich auf der riesigen Vulkaninsel ergeben hatte. Die Wachen in rot und die Wachen in grün hielten diskreten Abstand zu der blonden Mätresse und dem Prinzen, während sie den langen Weg durch den Wald gingen. Ein sonderbarer Wald, wenn man Ishar fragte, er nur große, stabile Bäume kannte mit imposantem, dichtem Blätterdach in sattem Grün. Das hier war…anders. Das ist der Phönixbaum, erklärte Kalypso und Ishar konnte sein Erstaunen kaum verbergen, als sie den See vor sich erkannten und in dessen Mitte diesen vollkommen surreal wirkenden, weißen Baum. „Wow.“, sagte er und guckte mit großen Augen das weit entfernte Blättergeflecht an, das rot im Sonnenlicht schimmerte und trotzdem noch so weit entfernt lag. Im Winter leuchtet sein Blätterkleid in strahlendem Rot…, sie erklärte und offenbarte neben ihm, dass sie die Natur und die Schätze ihrer Heimat offensichtlich kannte. Eine gebildete Frau, wer hätte das gedacht? Vorurteile waren wohl doch nur blinde Anschuldigungen und eine Mätresse nicht immer nur eine Freudendame mit Adelstitel… Es sieht aus, als würde der See unter Wasser in Flammen stehen. Und je näher sie kamen, desto deutlicher konnte er das auch mit eigenen Augen erkennen. „Ich bin wahrlich beeindruckt! Was für ein wunderschöner und zugleich imposanter Ort.“, sagte er und lächelte zu der Dame neben sich herüber, die etwas ungewöhnlich Zartes in ihrem Gesicht hatte. Ishar empfand die seltene Haarfarbe schon immer als anziehend, weniger als abschreckend und verglich sie gerne mit dem Gold, mit welchem sich der Hochadel so gerne brüstete. Auch er tat das, weil er es als Prinz nun mal musste, konnte und auch sollte. Gerade hier in der feindlichen Nation hatte man ihm angeraten, die Stärke und den Wohlstand des Erdkönigreichs zur Schau zu stellen, weshalb er extra eine neue Garderobe für diese Reise geschneidert bekommen hatte. Obgleich er die Einfachheit im Volk schätzte, liebte er schlussendlich den Prunk und Protz wohl leider genauso… „Der gesamte Wald hat etwas Unheimliches, aber sehr Faszinierendes an sich. Zeugt von einer ganz anderen Schönheit als der, Eurer grünen, fruchtbaren Böden am Hafen und ringsherum.“ Ein wenig schwärmte Ishar vielleicht für diese Flora, weil er das Meer und sein herrliches Blau gerne betrachtete, genauso wie satte grüne Wälder. Im Palast gab es auch Pflanzen, bei sich in Ba Sing Se, aber alle akkurat von Gärtnern in Form gebracht, kein Blatt lag auf dem Weg und Unkraut wurde herausgezogen, ehe es für das royale Auge sichtbar wurde. Eine gewisse Perfektion lag darin, aber eine, die Ishar missfiel. „Hat dieser Ort eine spirituelle Bedeutung für Euer Volk? Ich selber bin zugegebener Weise der Geisterwelt nicht besonders zugewandt, aber ich hörte, dass die Feuernation bis heute Wert auf alte Traditionen legt. Ein Ort wie dieser hier hat für Eure Leute sicher eine Bedeutung.“, mutmaßte der Prinz und lächelte abermals zu der hübschen Mätresse herüber. Ishar hatte vom absurden Aberglauben des roten Drachen gehört, am Ende war er sich sicher, dass dem Mann die Geister tatsächlich etwas bedeuteten. Zu viel, für Ishars Geschmack. Seine Nation war nie besonders spirituell angehaucht gewesen und entsprechend weltlich waren auch die Vorstellungen und Traditionen des Erdkönigreichs.