shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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girlbossing 2 close 2 the sun
30.03.2021, 14:18
So kurz nach der Demütigung, der Ares ihn unterworfen hatte, war es eigentlich nicht ratsam, einen weiteren Drachen zu provozieren. Man sollte meinen, Ikharus habe seine Lektion gelernt, aber wer so etwas auch nur dachte, kannte ihn wahrlich schlecht. Zumal es keinerlei Sinn ergab, den Weißen Drachen von den Früchten, die Ares gesät hatte, profitieren zu lassen. Den Roten Drachen hätte er, so kurz nachdem dieser ihm beinahe die Eingeweide mit einer Flammenpeitsche aus dem Körper gefleischt hatte, nicht auf diese Art und Weise behandelt - nicht einmal mehr im betrunkenen Zustand. Jedoch nicht unbedingt aus Respekt heraus, begann dieser doch mehr und mehr zu schwinden und einer unüberwindbaren Wut, wenn nicht sogar einem teerdunklen Hass, Platz zu machen, sondern aus Angst. Es war ihm selbst ein Grauen, aber er hatte tatsächlich mittlerweile mehr Angst, als jemals zuvor.
Deswegen trank er. Deswegen war es besser, keinen einzigen Moment der Ernüchterung zuzulassen, als wenn der Alkohol diese Angst bekämpfen könnte - konnte er aber leider nicht. Machte sie nur zu etwas Abstrakterem, das formlos im Kopf herumspukte, oder eben in Form undefinierbarer Gefühle (vermutlich Übelkeit) durch den Körper segelte. Keine Gedanken, nur Emotionen. Die Frage war, was schlimmer war. Alles, alles war schlimm. So schlimm, dass er sich vorkam, als würde er sich selbst von Außen beobachten - und am liebsten wollte er sich auslachen, aber zugleich wollte er bitterlich weinen wie ein Kind, sich zusammenkauern und die “Erwachsenen” über sein Leben bestimmen lassen. Er wollte, dass man ihm sagte, was er zu tun habe, und zugleich ging ihm doch nichts mehr gegen den Strich als das. Ebenso wie er auf Aphelion wie eine ihm auferlegte Strafe wirkte, war der Mann mit dem silbrigen Haar für Ikharus auch nicht mehr als das. Mit eiserner Hand zerrte der Hüne ihn in seine Kajüte, wobei sich zumindest dem Himitsu nicht erschloss, was sich Aphelion davon erhoffte. Wollte er ihn ausnüchtern? Oder ihn doch nur weiter demütigen, indem er ihm metaphorisch die Windeln wechselte und ihn davon abhielt … in die Wellen zu springen, deren Schlagen sich wie Applaus anhörte. Und sein Körper könnte in diesen Applaus eintauchen - bei Raava, er sehnte sich nach einem Bad, würde sogar mit einem Eimer eiskalten Wassers Vorlieb nehmen, in dem er sich ertränken könnte. Aber der zerbeulte Eimer, den Aphelion ihm in die Hände drückte, war leer. Kein Wunder, dass er nur kurz in das leere Dunkel des Blechmundes starrte und ihn dann achtlos abstellte, um stattdessen aufzuspringen und durch Aphelions Kommode zu wühlen. War sogar zu beschäftigt damit, als dass er den Kapitän des Schiffs damit aufziehen konnte, dass er sich von der obersten Schicht seiner Uniform zu befreien versuchte, weil ein bisschen Kotzgestank wohl schon zu viel für sein feines Näschen war. Witzig, dabei gab es deutlich schlimmere Gerüche auf Schiffen; nur hier in der Kajüte roch es milde und würzig. Bestimmt packte der Mann Lavendel unter sein Kissen oder besprühte die Wände mit ein bisschen Parfüm, um es überhaupt erst hier aushalten zu können. “Och Mannnnnn”, stöhnte Ikharus, als ihm keine andere Wahl blieb (außer, er wollte doch noch körperliche Gewalt anwenden - aber … nein, er fühlte sich dem dann doch nicht gewachsen), als sich zurück zum Stuhl drängen und auf jenen drücken zu lassen. Stinkig stierte er zu Aphelion hinauf, bevor er ein trockenes Lachen bei dessen Frage, ob er sich so auch vor Ares aufführen würde, hervorstieß. “Denkt Ihr, ich würde beim größten Helden unserer Nation plötzlich den Schwanz einziehen?”, begehrte er arrogant auf. Sein Kinn ruckte nach vorn. “Der geht nur nicht so zimperlich mit mir um, wie Ihr es tut.” Bei diesen Worten drückte er die Schultern nach hinten und schlug mit der Hand einmal gegen die noch immer empfindliche, wenn auch durch Salben, Tinkturen und Luneths Pflege mittlerweile zu einer Narbe verkommene, Verletzung an seinem Oberkörper. Von der Achsel über die Rippen, bis hin zur Flanke, erstreckte sich die grässliche Brandwunde. Puckerte und ziepte. Sie war ein Beweis, den er nun mit einem stolzen Lächeln hervorholte. “Wollt Ihr mal sehen?”, säuselte er, während er mit trägen Fingern sein Wams aufknöpfte, dann das Hemd, und das tiefvernarbte Fleisch freilegte, “dann denkt Ihr nicht mehr, ich wäre zu feige, irgendwem die Stirn zu bieten.” Ja-ha, das glaubte er tatsächlich - dass es kein Armutszeugnis war, sondern etwas, das er mit Stolz zu tragen hatte. Eine seltsame Waffe, wenn man genauer drüber nachdachte, aber natürlich redete er sich ein, dass dort kein Leid gewesen war. Als wenn er nicht geschrien und geheult hätte wie ein Baby. Ebenso sehr, wie er sich einredete, dass es in diesem Moment darum ging: um seine Ehre, um seine Kraft, um seine Bereitschaft, einfach alles zu ertragen. Was er sich dabei von Aphelion verhoffte, war jedoch ihm selbst auch nichts weiter als ein Rätsel. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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