shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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weißer Drache
05.04.2021, 12:33
Fragte man Aphelion, glich Ikharus‘ Verhalten einem einzigen Trauerspiel. Vom Trinken bis zur angrenzenden Besinnungslosigkeit, welche ihn beinahe über die Reling in die Tiefen des Meeres hatte stürzen lassen, bis hin zur unverbesserlichen Sturheit, welche der Jüngere an den Tag legte, war Ikharus in den goldenen Augen des Admirals vor allem eines: traurig. Elendig. Bemitleidenswert. Was musste ein Mann durchgemacht haben, um jegliche Vernunft verloren zu haben und im gleichen Zuge Stolz auf genau dieses Verhalten zu sein? Die Antwort war einfach. Noch viel einfacher, wenn man bedachte, wem Ikharus so überzeugt nachzueifern versuchte, insbesondere, weil er nicht der erste war, der dem Zorn und der ungehinderten Manipulation von Ares verfiel. Es gab genug Männer in ihrer Heimat, die entweder aus Schutz oder ernsthafter Überzeugung auf der Seite von Ares‘ Fanatismus standen. Und es gab auch genügend, die der rote Drache zu seinen Zwecken manipulierte. Dabei war es doch allem voran die Angst, welche die Menschen gefügig machte. Angst, welche der einzige Grund dafür war, warum man Aphelion mittlerweile überhaupt einen Funken verfälschten Respekt entgegenbrachte. Und Angst, welche er auch glaubte in Ikharus zu erkennen.
Vielleicht hatte er den Jüngeren deswegen mit zu seinen Räumlichkeiten geschleppt. Weg vom Deck, auf welchem jeder sie beobachten und belauschen konnte, an den wohl sichersten Ort, welcher diese Flotte zu bieten hatte, als wäre das Gefühl von Sicherheit nicht spätestens nach ihrer letzten Reise nach Ba Sing Se geplatzt. Aber die Gedanken an seine gefallenen Männer versuchte der Admiral zumindest für den Moment in den Hintergrund zu schieben. Konzentrierte sich viel lieber darauf, nicht noch jemanden unter seiner Aufsicht verlieren zu müssen, auch wenn die Agenten der Himitsu eher eine Bedrohung für ihn waren, als etwas anderes. Vermutlich war es naiv, aber betrachtete er den Trunkenbold vor sich, wagte Aphelion es fast schon zu behaupten, dass das, was Ikharus ihm hier bot, nicht mehr als eine Farce war. Ein Schauspiel, ein schlechter Witz – oder auch einfach nur eine Maske, zum Schutze vor der Gewalt, welche ihm dennoch nicht erspart blieb. Es erfüllte Aphelion fast schon mit Übelkeit, mitanhören zu dürfen, für was für einen Helden Ikharus Ares hielt, nur um im gleichen Zuge zu offenbaren, was der General ihm angetan hatte. Das Hemd wurde geöffnet und unter dem Stoff trat eine unschöne Narbe hervor, welche sich beinahe über den gesamten Oberkörper des anderen erzog. Ob das etwas war, worauf man Stolz sein konnte? Nicht in Aphelions Augen. Nein, vielmehr ließ es die Verachtung, welche er für Ares empfand, noch ein Stück größer werden, während er nichts anderes als Mitleid für Ikharus übrighatte. „Ich denke nicht, dass du feige bist“, setzte er mit einer wie eh und je sanften Stimme an und kam nicht umhin, innerlich ein wenig mit sich zu ringen, welche Worte er nun am besten wählte, ohne Ikharus direkt in die Flucht zu schlagen. Oder zurück in Ares Arme, dabei waren es doch vor allem jene, vor welchen Aphelion nicht nur Ikharus, sondern am liebsten die gesamte Welt bewahren wollte. „Es zeugt auch eher von Weisheit, zu erkennen, wann Grenzen überschritten werden.“ So wie er Ikharus bisher einschätzte, rechnete Aphelion aber fast schon damit, dass der Jüngere seine Worte falsch aufnahm und sich eher persönlich angegriffen fühlte, als zu erkennen, dass die Worte des Admirals eher gegen den angeblichen Helden ihrer Nation richteten. „Was macht einen Helden in deinen Augen aus, Ikharus? Sollte ein Held nicht für Frieden, Sicherheit und Gesundheit sorgen, anstatt für weiteres Leid?“ Oh, er bewegte sich auf dünnem Eis, so offen den roten Drachen zu kritisieren. Aber für den Moment… schien es fast schon bedeutungslos. Ja, dachte Aphelion an die Menschen, welche durch Ares nur noch weiteres Leid erfuhren, war es egal, auch wenn ihm alleine das bereits seinen Untergang bereiten könnte. „Versteh mich nicht falsch, aber ich bezweifle, dass das der richtige Weg ist.“ Aber es war auch naiv, von jemanden, der Ares‘ Gehirnwäsche schon derartig unterworfen war, zu glauben, er würde ihn überhaupt verstehen. herkunft Capital City
stand Adel
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Admiral
größe 1,95
erscheinung
Es war nicht unbedingt immer das schneeweiße Haar, welches ihm länglich etwas über die Schultern fiel, oder die goldenen Augen, die einen den Blick auf Aphelion richten ließen, denn auch ohne diese fiel der junge Admiral mit seiner Größe von ganzen 1,95m auf. Noch dazu kam eine recht breitgebaute und muskulöse Statur, die in Kombination mit der Größe wohl einschüchternd wirken konnte. Auch das Gesicht wirkte auf den ersten Blick eher grimmig, dabei genügte nur ein genauer Blick in seine Augen, um zu erkennen, wie er sich tatsächlich fühlte. Und spätestens, wenn er lächelte, war es schwer, ernsthaft Angst vor ihm zu haben, war es doch ein äußerst warmes Lächeln, bei welchem sich sogar ein paar Grübchen in seinen Wangen bildeten.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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