shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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girlbossing 2 close 2 the sun
10.04.2021, 18:55
Wie schwer so ein zweigeteiltes Herz in der Brust war. Wie schwer es war, eine Seite zu nähren und die andere am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, und doch tat er dies jeden Tag. Verwehrte dem Teil seines Herzens, das nicht für seine Nation, seine Familie und für Ikharus, den überzeugten Anhänger des Roten Drachen, sondern für Jhaan schlug, Tag für Tag die Luft zum Atmen. Er wollte es nicht nur ersticken sehen, er musste es. Er musste es abfackeln, so wie er den Kwoon dem Boden hätte gleich machen sollen. Wenn er es, wie es den Anschein hatte, nicht zustande brachte, würde ihn die Schwere des zweigeteilten Herzens irgendwann zu Boden zerren, ihn niederdrücken wie ein zorniger, wolkenschwerer Himmel, der die Gezeiten flach aufs Land presste wie von einem Faustschlag angetrieben. Er würde zugrunde gehen, wenn er dies nicht bekämpfte. Aber wie erklärte man das jemandem, wenn man es sich nicht einmal selbst wirklich erklären konnte?
Brach man Ikharus auf sein bares Minimum hinunter, suchte man nach dem Ursprung seines Verhaltens, war dort nur eins zu finden: Scham. Er schämte sich für das zweigeteilte Herz, das er auch nach Jahren der Verdrängung nicht hatte vereinen können. Er schämte sich dessen, wie man sich eines Makels schämte, von dem man hoffte, er würde niemandem ins Auge stechen. Nicht nur, weil es ihn in einem schlechten Licht dastehen ließ, in dem er sich selbst nicht sehen wollte, sondern auch, weil es neue Gefahren mit sich brachte. Er hatte sich ein Leben unter Ares' sicherer Hand aufgebaut, und gäbe er dem Teil seines Herzens nach, das er so dringlich abtöten wollte, würde diese über ihn gehaltene Hand des Schutzes ohne zu zögern den Weg zu seiner Kehle finden. Kein Wunder, dass er mit aller Macht daran klammerte, der schützenden Hand nicht zu entfliehen - selbst wenn sie bereits zuckte. Selbst wenn sie bereits argwöhnisch die Finger nach ihm ausstreckte, rußig und glühend heiß, von Flammen gefüttert, die Ikharus nicht gehorchten. Denn es gab für ihn kein Entkommen, es gab keine Alternative. Es gab nur, für die Nation zu leben oder für sie zu sterben, mehr hatte er doch von seiner Existenz überhaupt nicht zu erwarten. Konnte man dies auch Angst nennen? Oder war der Begriff nicht zu einfach, zu banal, um mit ihm all das zu beschreiben, was dort in seiner Brust umher wütete wie ein hungriges Tier? Er wusste selbst nicht, was er sich davon erhoffte, in trotziger Manier sein Hemd aufzuknüpfen und die gerade erst verheilte Brandwunde zu offenbaren, die der Rote Drache ihm geschenkt hatte. Vielleicht schimmerte nur ein weiteres Mal sein Hunger nach Anerkennung durch, vielleicht erwartete er wirklich, dass der Weiße Drache ihm das gab, wonach er sich sehnte und das er von ihm doch nicht ohne Bitterkeit annehmen könnte. Doch anstelle von Anerkennung, sah Aphelion ihn plötzlich an, als säße dort ein Kind vor ihm - ein Kümmerling noch dazu. Da war kein Ekel, damit hätte Ikharus ja noch umgehen können, sondern ... Mitleid. Mitleid und Sanftheit, die in seinen Worten mitschwang. Dass jene Sanftheit vor allem Vorsicht war, erkannte Ikharus nicht, hielt sie natürlich für nichts weiter als Missachtung, und zuckte unter jener so heftig zusammen, als hätte man ihn geschlagen. Dabei hatte Aphelion ihn nicht einmal berührt. Er hatte nur gesprochen, und sprach noch immer, faselte etwas von Weisheit und Grenzen, dem Ikharus jedoch kaum noch folgen konnte. Denn allein der Blick hatte ausgereicht, um das Blut in seinen Ohren rauschen zu lassen. Seine Hände ballten sich in seinem eigenen Hemd zusammen, bis die Knöchel weiß hervortraten, während sich seine Augen unweigerlich mit Zornestränen füllten. Eigentlich könnte es ihm am Arsch vorbei gehen, dass Aphelion Ares mit seinen bedachten Worten infrage stellte, wenn nicht sogar ihn kritisierte: aber hier ging es nicht nur um Ares. Eigentlich sogar überhaupt nicht, zumindest nicht für Ikharus. "Du weißt doch nicht mal, was ich getan habe", stieß er, alle Höflichkeitsformen aus dem Fenster werfend, zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Verteidigte tatsächlich sein Recht darauf, bestraft zu werden. Und dann lachte er wieder vor Wut bebend auf, ignorierte, dass die zornesglühenden Tränen dabei aus seinen Augen traten - wischte sie nicht mal fort, als würde er sie gar nicht fühlen. "Frieden, Sicherheit und Gesundheit", äffte er den Silberhaarigen fuchsig nach und zwang sich dazu, sein Hemd wieder loszulassen, um die Hände stattdessen auf den Knien abzustützen, sich leicht in Aphelions Richtung beugend. "Frieden hat er uns doch gebracht. Für Sicherheit sorgt er Tag für Tag. Und was Gesundheit angeht ... wie bewahrt und schützt man jene, wenn man sich einfach unterbuttern lässt? Wie bewahrt man jene, wenn man schwach ist und alles geschehen lässt?" Seine Augenbrauen brauten sich ebenso zusammen wie seine Worte. "Haben sie dir deine Auszeichnungen eigentlich alle in den Arsch geschoben oder wie hast du es mit deiner Waschweiber-Mentalität derart weit gebracht?" Oh, sollten Zweifel daran bestanden haben, warum jemand wie Ikharus immer und immer wieder in die Schranken gewiesen werden musste, würde er diese nun mit seiner Unhöflichkeit wohl ein für allemal ausmerzen. "Lass mich mal anders fragen: würdest du so auch jenen predigen, die deine Leute vor ein paar Wochen attackiert haben? Würdest du den Tätern was von Frieden erzählen und hoffen, dass sie sich bei dir entschuldigen, für die Leben, die sie beendet haben? Tssss. Lächerlich. Frieden, was bedeutet das schon." Er fuchtelte mit seinen Worten um sich wie ein Ertrinkender, aber zugleich traf er es doch auf den Punkt. Denn er hatte ja schon einiges über Aphelion gehört, gutes als auch gleichermaßen schlechtes ... aber dass in der Brust des massiv gebauten Hünen mit den beunruhigenden goldenen Augen das Herz eines Schwächlings schlug, vielleicht sogar ein ebenso zweigeteiltes Herz wie bei ihm selbst, hatte er dann doch nicht geglaubt. Und sich davon mitreißen zu lassen, nach über einem Jahrzehnt der Indoktrination, war ihm auch nicht möglich. Bevor dies geschah, würde er lieber sich, das Schiff und die gesamte Besatzung mitten auf dem Meer in Flammen aufgehen lassen. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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