shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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weißer Drache
10.04.2021, 20:49
Es war tatsächlich schwer, ein zweigeteiltes Herz in der Brust zu tragen und auch wenn Aphelion sich oft genug dagegen sträubte, es sich selbst einzugestehen, waren es doch Momente wie diese, in welchen ihm bewusstwurde, dass auch er nicht verschont von jenem blieb. Wie bei den meisten Feuerbändiger schlug auch Aphelions Herz ohne Zweifel für seine Herkunft. Er war stolz darauf, sich als Sohn von Alastair und Epione bezeichnen zu können, ebenso wie es ihn mit Stolz erfüllte, dass Astraea seine Schwester war. Die Menschen mochten sie schief ansehen; mochten hinter hervorgehaltener Hand über die sonderbare Familie mit den geisterähnlichen Kindern tuscheln, doch wenn es andere Familien entzweit hätte, hatte es Aphelions nur noch enger zusammenschweißen lassen. Viele Entscheidungen, welche Aphelion in seinem Leben gemacht hatte, hatte er ihnen zur Liebe getroffen, denn er war dank ihnen nicht nur zu dem Mann geworden, welcher heute gekleidet in der Uniform eines Admirals eine ganze Flotte befehligte, er hatte es überhaupt erst für sie getan. War sogar so weit gegangen und hatte einen ganzen Drachen erlegt, in der Hoffnung, seinen Eltern dadurch wiedergeben zu können, was sie durch die Geburt zweier sonderbarer Kinder verloren hatten. Es war das erste Mal gewesen, dass Aphelion gespürt hatte, wie sein Herz sich in seiner Brust zweiteilte. Für seine Familie wollte er alles opfern und geben, was er konnte – doch im gleichen Zuge erfüllte es ihn mit Abscheu, welche Schuld; wessens Blut alleine deswegen an seinen Händen klebte. Eine Hälfte schlug grenzenlos für seine Herkunft, doch die andere sträubte sich dagegen. Versuchte immer und immer wieder dagegen anzukämpfen; pflanzte Zweifel in seinen Kopf und ließ ihn so weit gehen, dass er ohne Zögern das Weite gesucht hätte, wenn dort nicht seine Eltern und Astraea gewesen wären, welche sich auf ihn verließen. Ja, er mochte für seine Herkunft leben, doch dies schloss die Feuernation nicht mit ein. Dachte er an seine Heimat, war dort lediglich das Anwesen seiner Familie, denn kaum, dass er über dessen Grenzen hinaustrat, wurde ihm doch jedes Mal aufs Neue bewusst, wie wenig er doch für diese Nation aufbringen konnte. Noch viel weniger für ihre grausamen Herrscher und am allerwenigsten für General Ares, welcher alleine schon für so viel Leid verantwortlich war, dass es geradezu absurd schien, zu hören, wie andere ihn als Held bezeichneten.
Ikharus und Aphelion lebten in zwei völlig unterschiedlichen Welten und doch waren sie sich ähnlicher, als man meinen würde. Zwei verlorene Seelen im Zwiespalt mit dem eigenen Herzen. Dabei musste Aphelion doch nur ehrlich mit sich selbst sein, um zu wissen, für welche Seite er sich trotz allem entschieden hatte. Es war offensichtlich, so selten, wie man ihn nur noch in der Capital City entdeckte, und noch viel offensichtlicher, wenn man seinen Worten lauschte. Dem unterschwelligen Zweifeln und der doch viel zu offenen Kritik. Hätte er sich jemals mit der Feuernation verbunden gefühlt, so war dies schon längst verflogen und das Wappen auf seiner Uniform nicht mehr als ein Alibi zum Schutze seiner Flotte, als hätten die letzten Wochen nicht bereits offenbart, dass ihm nicht einmal dies zu gelingen schien. Da war nicht nur Mitleid in dem Blick, mit welchem er Ikharus betrachtete, sondern ein verdrehtes Mitgefühl. Verständnis. Und Schmerz, welcher in seiner Brust rumorte und diese gesamte Situation nicht angenehmer machte. Aphelion war auch nicht blind genug, um zu übersehen, auf was für dünnem Eis sie sich immer weiterbewegten, doch anstatt zurückzuschrecken, schlug er mit seinen Worten weitere Kerben in ihren einzigen Halt, während er dabei zusah, wie Ikharus die Hände zu Fäusten ballte. Auch wenn Aphelion Zorn nicht lag, waren ihm zumindest die Tränen nicht fremd, welche sich in den Augen des Jüngeren vor Wut bildeten. Aber er wagte es nicht, auszusprechen, dass er glaubte, Ikharus zu verstehen. Denn im Grunde hatte dieser doch Recht. Aphelion wusste noch nicht einmal, was er getan hatte, auch wenn es für den weißen Drachen keinen Grund gab, der solch eine Strafe rechtfertigte. Ikharus zischte weiter und auch wenn Aphelion eine Menge Worte auf der Zunge lagen, schwieg er. Ließ den Jüngeren stattdessen weiter zetern und fauchen, weil er auf naive Art und Weise darauf hoffte, dass es besser werden würde, wenn er Ikharus erst einmal lassen würde. Dabei war es noch viel naiver zu glauben, er könnte den Himitsu-Agenten von etwas anderem überzeugen. Natürlich dauerte es nicht lange, bis er Aphelion seine Zurückhaltung, seine Sanftheit, wenn nicht sogar sein Bedürfnis nach Harmonie als Vorwurf vor die Füße spuckte und dabei wenig später bei dem Vorfall landete, welcher doch der Hauptgrund dafür war, warum das zweigeteilte Herz des Admirals immer stärker miteinander kämpfte. Auch wenn Aphelion vielleicht Grund genug dazu gehabt hätte, konnte er Ikharus seine Worte jedoch noch nicht einmal ernsthaft übelnehmen. Vielleicht lag es aber auch mehr daran, dass er nicht glaubte, dass dieser tatsächlich vollends hinter seinen Worten stand. Nein, er glaubte nicht daran; bildete sich stattdessen ein, einen unterschwelligen Widerspruch in ihnen zu finden, weil es in den goldenen Augen auch keinen Sinn ergab, dass dieses Gespräch Ikharus so aufwühlte, wenn er doch angeblich genaustens wusste, auf was für einer Seite er stand. „Frieden bedeutet eine ganze Menge, wenn ohne ihn ganze Völker ihr Leben lassen müssen“, setzte Aphelion nach einer geschlagenen Ewigkeit endlich zum Sprechen an. Schon wieder mit einer Sanftheit in der Stimme, welche geradezu unverschämt war. Als wäre dort in seinem Inneren gerade kein Sturm dabei sich aufzubauen, um zu wüten. Als würde die Nervosität nicht geradezu unerträglich durch seine Hände rauschen, während er noch immer inmitten des Raumes stand und sich seltsam verloren fühlte, zwischen den einzigen vier Wänden, in welchen er sich bis vor kurzem doch noch in Sicherheit gewogen hatte. Aber auch dieses Gefühl hatte sich mit der letzten Abreise aus Ba Sing Se von ihm verabschiedet. War ersetzt worden von einer Unruhe, die mit den stürmischen Wellen der See gewaltig Konkurrenz machten. „Freunde, Familie, Geliebte… Es ist egal, auf wessen Seite man steht, getroffen wird früher oder später jeder davon.“ Dabei war es etwas ganz Bestimmtes, auf das Aphelion hier nun abzielte, auch wenn er es nicht direkt aussprach. Aber auch ihm war Ikharus tatsächliche Herkunft bekannt, auch wenn er keinen Schimmer davon hatte, wie wenig der Feuerbändiger sich doch mit dem Großteil der Luftnomaden hatte identifizieren können. „Also…“, setzte Aphelion erneut an, zögerte jedoch kurz, als sein Blick zurück zur Brust des Jüngeren wanderte. „Was hast du getan, was solch eine Strafe rechtfertigen soll?“ Denn wenn sie sich doch nicht so unähnlich waren, glaubte Aphelion bereits zu ahnen, was es war, womit Ikharus den General erzürnt hatte. herkunft Capital City
stand Adel
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Admiral
größe 1,95
erscheinung
Es war nicht unbedingt immer das schneeweiße Haar, welches ihm länglich etwas über die Schultern fiel, oder die goldenen Augen, die einen den Blick auf Aphelion richten ließen, denn auch ohne diese fiel der junge Admiral mit seiner Größe von ganzen 1,95m auf. Noch dazu kam eine recht breitgebaute und muskulöse Statur, die in Kombination mit der Größe wohl einschüchternd wirken konnte. Auch das Gesicht wirkte auf den ersten Blick eher grimmig, dabei genügte nur ein genauer Blick in seine Augen, um zu erkennen, wie er sich tatsächlich fühlte. Und spätestens, wenn er lächelte, war es schwer, ernsthaft Angst vor ihm zu haben, war es doch ein äußerst warmes Lächeln, bei welchem sich sogar ein paar Grübchen in seinen Wangen bildeten.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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