Schön, dass du zu uns gefunden hast und dich ein wenig umschaust. Wir sind ein Avatar - Herr der Elemente RPG mit L3V3S3 Rating und spielen 100 Jahre vor der ersten Folge der Serie. Von dort an schreiben wir allerdings unsere eigene Geschichte - wenn du dir unsicher bist, was das genau bedeutet, findest du alle inplayrelevanten Infos in unserem foreneigenen Wiki. Falls du Fragen hast, dann ist in unserem Supportbereich immer jemand für dich da. Viel Spaß - und hey! Vielleicht kämpfen wir ja bald Seite an Seite gegen die Feuernation oder den Dai Li ... oder verbreiten wir doch mit ihnen Angst und Schrecken?
Midway upon the journey of our life I found myself within a forest dark, For the straightforward pathway had been lost. Ah me! how hard a thing it is to say What was this forest savage, rough, and stern, Which in the very thought renews the fear. So bitter is it, death is little more; But of the good to treat, which there I found, Speak will I of the other things I saw there. I cannot well repeat how there I entered, So full was I of slumber at the moment In which I had abandoned the true way.
Es gehörte zu den vielfältigen Aufgaben eines jungen Prinzen, zu wissen, wie die eigene Nation sich von den anderen unterschied. Zu wissen, dass in der Feuernation die Ehre im Mittelpunkt stand, dass die Menschen das Agni Kai verehrten und dass sie strebsam und zielorientiert waren. Genauso gab es bei den friedvollen Luftnomaden das Gesetz des vegetarischen Lebens, die Spiritualität und die Zeremonie der Tätowierungen. Die Wasserstämme pflegten seit Generationen das sogenannte Eiskreuzen, um ihre Jungen zu Männern werden zu lassen und im Erdkönigreich…nun, da mangelte es an solchen Ritualen durchaus. Die verletzte Ehre wurde selten durch einen Kampf auf Leben und Tod gerächt, man stützte sich stattdessen seit vielen Generationen auf das Gesetz und seine Rechte. Ishar hatte gelernt, dass seine Nation nicht nur die größte von allen war, sondern auch die vielfältigste. Während Menschen in den Sümpfen naturverbunden und einfältig waren, hatten die Bewohner der Si Wong Wüste etwas Mysteriöses und Einsiedlermäßiges an sich. Die Nation war zu groß, um einheitliche Traditionen zu wahren, bloß die Einhaltung des Gesetzes und der Respekt gegenüber höhergestellten Persönlichkeiten, insbesondere dem Königshaus, waren überall gleich. Absolut starr und unbeweglich, daran ließ sich nichts ändern, die Mentalität der Erdnation war zu unflexibel dafür und viel zu stur. An welche Traditionen denkt Ihr dabei? Ihre Frage war nachvollziehbar und unter anderen Umständen hätte Ishar sicherlich darüber gesprochen, dass er das Herrschersystem, die Monarchie und Unterdrückung nicht unbedingt gut hieß – auch wenn er aktuell einer der offensichtlichen Gewinner des Systems war. Aber Kalypso war ihm zwar sympathisch, aber fremd. Sie war eine Dame des Hofes jener Nation, welche die seine seit Jahrzehnten angegriffen hatte. Der Frieden zwischen Feuer und Erde war fragil, nicht zuletzt weil der Stolz der Erdnation stark gekränkt worden war, weil unzählige Menschen in die Sklaverei gezwungen wurden. Aber darum sollte es nicht gehen, nein. Fakt war jedoch, dass Ishar nicht naiv genug war, auf feindlichem Terrain Kritik am System zu äußern, das ihm in diesem Moment acht royale Erdbändiger an die Seite stellte und sein Leben schützte. „Oh, da gibt es diverse Festivitäten. Ich hörte, der Namenstag des Feuerlords wird mit einem ähnlichen Spektakel gefeiert wie der des Erdkönigs. Der Bund der Ehe wird hoch gehalten, bei Euch, wie bei uns und sofern meine Eindrücke und Kenntnisse mich nicht trügen, habt Ihr ein ähnliches Verhältnis zu Eurer Heimat, wie ich zu der meinen.“, sagte er und sah sie unbeirrt mit einem Lächeln auf den Lippen an. Er hätte genauso die harte Bestrafung erwähnen können, die für Verrat oder andere Verbrechen verhängt wurde. Sicher war die Feuernation ähnlich menschenverachtend und ähnlich grausam eingestellt. Er hatte Berichte von der Front des Krieges gelesen, die schreckliche Hinrichtungen von Deserteuren und Kriegsgefangenen festhielten. Da nahmen sich die beiden größten Nationen wenig… Einen Besuch des Hofes ihrer Nation wäre durchaus denkbar, wenn auch gewagt und noch um einige Jahre zu früh. Aber möglich wäre es im Namen des Friedens, da war sich Ishar sicher. Nur aktuell wäre seine eigenen Nation wahrlich nicht bereit dafür, die vielen Grausamkeiten, Angriffe und Demütigungen zu vergessen und freundschaftlich die Arme auszubreiten. Royale Hochzeit hin oder her… Aber sollte eines Tages Frieden einkehren, dann wäre eine Gesellschafterin wie Kalypso in seiner Heimat sicher gern gesehen.
Das ist der Sinn solcher Geschichten, nicht wahr?... Sie sah auf den See hinaus und auch Ishar konnte den Blick nur kurz davon abwenden, um die Dame mit den langen, blonden Locken zu betrachten, ehe er wieder auf das Wasser blickte. Es hatte etwas Anziehendes an sich, was er nur selten zuvor erlebt hatte und er würde möglicher Weise seine Eindrücke von diesem Ort selber auf Papier festhalten und eine Schrift dem Archiv der Universität von Ba Sing Se beisteuern. Das hatte er schon einige Male getan, aber natürlich nie unter seinem Namen. Prinzen waren keine klassischen Gelehrten, sie machten sich nicht die Mühe, Wissen mit ihren Untertanen zu teilen, sie standen über solcherlei Dingen. Es ist ein schönes Gedankenspiel, wie viele verborgene Gemeinsamkeiten wohl existieren. Er nickte leicht und umfasste dann die linke Hand hinter seinem Rücken mit der Rechten. Ishar glaubte daran, dass alle Menschen gleich waren. Ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Standes, ihres Elements oder ihres Aussehens. Er glaubte nicht an Schicksal und Vorsehung, glaubte nicht an einen höheren Sinn im Leben oder gar die Macht der Geister. Ishar glaubte an das Hier und Jetzt und an das Gute im Leben. Naiv. Eine Träumerei, die sich nur jene leisten konnten, die nicht damit beschäftigt waren, tagtäglich um ihr Überleben zu kämpfen. Und entsprechend glaubte sein absolut weltlicher Verstand auch nicht daran, dass ein Ort magisch oder spirituell war. Er fühlte sich anders an, das ließ sich nicht leugnen, aber letztlich war Ishar sich sicher, dass nichts Schlimmes passieren würde, wenn er den Ort wie auch immer entweihte. Am Ende war es nur ein Baum auf einer Insel im See. Aber Kalypso glaubte an die Geschichte dahinter. Voll der Überzeugung schien sie das zu tun, denn ihre Stille ließ keinen Zweifel zu, als sie mit einem klaren Ja antwortete und ihn ansah. Findet Ihr das albern? Ein spürbarer Witz lag in ihrer amüsierten Stimme, beinahe vertraut klang sie dabei. Ishar schmunzelte und zuckte leicht mit den Schultern, offensichtlich, dass er ihr in keinem Falle zu nahe treten wollte mit seiner Ansicht. „Das stünde mir nicht zu.“, sagte er bescheiden und respektierte den Glauben anderer Menschen schon aus Prinzip, ungeachtet davon, ob er ihn nun teilte oder nicht. „Euer Vertrauen in diese wundersame Geschichte hat sicher etwas äußerst Ernstes an sich. Es albern zu finden, wäre selbst…oder gerade für einen Prinzen unangemessen, findet ihr nicht?“, sagte er freundlich und respektvoll zu der hübschen Dame. Ishar der Gentleman. Höflich und achtsam, besonders wenn er Gast in einer fremden Nation war.
Und gerade weil er die Traditionen der Feuernation zu respektieren versuchte, fragte er ihr offensichtlich kundige Dame danach, ob er denn ein Mal den Baum berühren dürfe – ohne eine internationale Katastrophe auszulösen. Bedingt durch Unwissen und daraus resultierende Entweihung eines heiligen Ortes. Darauf könnte er wirklich verzichten und seine Nation ebenso. Und anstatt sich blindlinks auf den Weg zu machen, vertraute er auf die Ehrlichkeit und die guten Absichten der Gesellschafterin. Dort vorn ist ein Steg ins Wasser gelassen. Ihr Deut zeigte auf eine auffallende Linie, die sich über den See bis hin zur Insel führte. Ishar verzog leicht ungläubig die Brauen und kurz zuckten die Mundwinkel nach unten. Das war doch kein Steg, keine Brücke, kein angemessener Übergang. Das war nicht mehr, als zusammengeschnürtes Treibholz. Nebenbei gingen sie näher und Ishars Skepsis verflog recht schnell wieder, weil der Wille, diesen Baum aus der Nähe zu sehen, bei Weitem größer war, als die Skepsis über diesen Steg. „Aus welchem Grund baut man eine derartige Brücke? Man wird unweigerlich nass, wenn man sie zu überqueren versucht.“, kommentierte er und blieb schließlich am Wasser stehen, das Holz trieb sanft und wiegend hin und her. Straff gespannt wirkten die Seile immerhin, aber selbst Ishar erkannte, dass er nass werden würde. Kurz schien er zu hadern, ob er den Weg wagen wollte oder nicht. Er war kein Entdecker, wirklich nicht, aber er schreckte nicht davor zurück, irgendwelchen Unsinn zu machen. „Nagut…“, sagte er dann und hob seinen rechten Fuß, um sich den Lederstiefel mit den auffälligen Goldapplikationen vom Fuß zu ziehen. „Mein Prinz, seid Ihr Euch sicher, dass…“, hüpfend sah Ishar zu einem der Wachleute herüber, der nähergekommen war. Seine Bedenken und seine Sorge standen ihm ins Gesicht geschrieben. „Talon, macht Euch keine Sorgen! Es ist doch nur Wasser.“ Ishar sprach sogar seine Wachen höflich an und kannte die Namen von ihnen. Der Schuh wurde sorgsam abgestellt, dann zog er sich den anderen aus und stellte ihn daneben. Talon jedoch sah noch immer besorgt aus. Er war ein guter Mann und Vater von vier Töchtern. Einen Sohn hatte er nicht geschenkt bekommen, dafür waren seine Mädchen allesamt begnadete Bändigerinnen. Ishar hatte sie kennenlernen dürfen, eher flüchtig, er war ja noch immer der Prinz. „Euer Gnaden, wir bändigen Euch gerne einen ordentlichen Übergang. Auf diesem können wir Euch nur schwer folgen.“ Ishar trat näher an den größeren Mann heran, der wie ein typischer Mann aus dem Erdkönigreich aussah. Breit gebaut, grüne Augen, schwarzes Haar und ein Bart, der ihn älter wirken ließ, als er war. Ishar musste zu ihm hoch sehen und zog sich in weiser Voraussicht, dass er auch ins Wasser fallen könnte den dünnen Mantel aus, um ihn seiner Wache zu reichen. „Ihr seid ein wahrlich guter Mann, Talon.“ Dann schlug er den Anderen in beinahe freundschaftlicher Manier gegen die Schulter. „Aber manchmal seid ihr zu verkopft. Sicher begleitet mich die Dame, nicht wahr?“, dabei wandte er sich zu Kalypso herum und schien die Bedenken der Wache dabei keineswegs zu teilen.