shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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girlbossing 2 close 2 the sun
17.04.2021, 20:35
« Die Bedeutung, die Jhaan jedoch für ihn gehabt hatte, und, das war das Erschreckendste, noch immer hatte, konnte man nicht herunterspielen. Wenn er an Heimat dachte, dachte er auch unweigerlich an Jhaan. »
Heimat zu finden, war ein blutiger Akt für Ikharus gewesen. Er war sich bewusst über das, was er hatte aufgeben müssen, um überhaupt als Teil seiner Familie angesehen zu werden; einer Familie, die er vierzehn Jahre seines Lebens nicht gekannt hatte. Unerhört hoch war der Preis gewesen, den er hatte zahlen müssen, um überhaupt erst als Teil von ihr akzeptiert zu werden. Die Wertschätzung, nach der er sein ganzes Leben lang gesucht hatte, hatte er bei seinem Vater und seinen Halbbrüdern jedoch vergeblich erhofft. Weder Ridas als Gutmütigkeit getarnte Ignoranz, noch Aeneas' offener Hass hatten in ihm je ein Gefühl von Heimat geweckt, ganz zu schweigen von der andauernden Enttäuschung seines Vaters, der den Bastard zwar nach dem Tod seiner Frau bei sich aufnahm, ihn jedoch nie wie seine anderen Söhne behandelte. Das Leben als Außenseiter war ihm jedoch nie fremd gewesen, hatte er im Lufttempel doch ebenfalls ein Leben am Rande geführt. Ein wenig hatte er dies natürlich auch sich selbst zu verantworten gehabt, auch wenn er sich weigerte, es so zu sehen. Die Bedeutung, die Jhaan jedoch für ihn gehabt hatte, und, das war das Erschreckendste, noch immer hatte, konnte man nicht herunterspielen. Wenn er an Heimat dachte, dachte er auch unweigerlich an Jhaan.Und doch war der Luftbändiger nicht das, was er hier verteidigte. Er war in Ikharus' Wahrnehmung noch immer etwas, was ihn zurückhielt. Denn wahre Heimat, die hatte er weder in seiner Jugend noch in seiner Familie gefunden, sondern erst unter Ares' Fittiche. Somit war er nicht unbedingt der Feuernation treu, auch wenn er sich ihre Lehren auf den Leib geschrieben hatte, sondern dem Roten Drachen. Natürlich missfiel ihm, jenen zu kritisieren - denn so aufmüpfig, wie er auch sein mochte, und so sehr sich sein Bild von Ares als Person auch in den letzten Wochen gewandelt hatte, war er doch nicht bereit dazu, aufzugeben, was jener ihm gegeben hatte. Wenn man sein ganzes Leben lang nicht dazugehört hatte, war es schwer, die Person zu verraten, der man das erste Mal Zugehörigkeit, egal zu welchem Preis, zu verdanken hatte. Zugegebenermaßen sah er jedoch nicht, dass es Aphelion war, der sich hier des Hochverrats schuldig machen ... könnte. Noch war dies nichts weiter als ein Gespräch, wem sollte dies schon schaden können? Es waren nur Gedanken, die sie teilten, oder eher, die sie aufeinander losließen, wie Wolfshunde, die sie an eigener Statt in den Ring schickten. Doch Ikharus wusste, dass Gedanken Feuer fangen konnten; ja, er wusste, dass Verrat im Kleinen anfing. Doch in diesem Fall sah er nicht, dass es Aphelion war, dessen Worte sich gegen die Vorgehensweise der Feuernation richteten, sondern glaubte darin nichts weiter als Kritik an seiner eigenen Person zu erkennen. Er glaubte, sich rechtfertigen zu müssen, auch wenn er am liebsten jemand gewesen wäre, der darüber lachte und abwinkte, weil es so lächerlich war. Vor Wochen hatte er das bei Sylas noch getan. Warum klemmte ihm also nun ein derartiger Frosch in der Kehle? "Soll das ein Test sein?", schnaubte er. Versuchte ohne Frage, von seinen eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken, die Aphelion, wie so viele andere zuvor, unterschwellig in seinen Worten zur Sprache brachte. Die meisten Menschen pimmelten nur nicht so ums Thema herum, wie der Weiße Drache es tat; die wenigsten waren zur Sanftheit angehalten, wenn sie ihm vorwarfen, er würde ein doppeltes Spiel spielen - denn wie könnte es auch anders sein. Er hatte das Blut der Luftbändiger in seinen Venen, warum sollte er besser als sie sein, nur weil die Natur sich einen Scherz erlaubt und ihm das dazu passende Element zu beherrschen verwehrt hatte? Er hasste das. Dieses ganze Gespräch. Diese Vorwürfe, die Aphelion unermüdlich in Sanftheit kleidete, auch wenn Ikharus nicht vorhatte, darauf hereinzufallen. Freunde, Familie, Geliebte… Es ist egal, auf wessen Seite man steht, getroffen wird früher oder später jeder davon. "Eiert doch nicht um den heißen Brei herum - Ihr denkt, ich müsse ein Verräter sein, bloß weil ich nicht als einer von euch aufgewachsen bin, ist es nicht so?", platzte es unkontrolliert aus Ikharus heraus. Dann erhob er sich auch schon abrupt von seinem Stuhl, schon wieder ein Schnauben hervorstoßend, weil ... nun, weil er zwar wusste, worauf Aphelion abzielte (oder es glaubte, zu wissen), aber nicht zugeben wollte, dass man ihm Untreue vorgeworfen hatte. Dass Ares ihn davon abhalten wollte, aus der Reihe zu treten. Auf die effektivste Art und Weise: denn Ikharus wollte keinen Schritt mehr abweichen. Er wollte einfach nur, dass all das aufhörte. Auch das hier. War das schon zu viel verlangt? "Spielt überhaupt keine Rolle", antwortete er trocken, und widerstand dem Drang, Aphelion nochmals vor die Füße zu spucken. Stattdessen knöpfte er sein Hemd wieder zu, wofür er deutlich länger brauchte, als er sollte. Ganz klar im Kopf war er in diesem Moment auf keinen Fall. "Vielleicht hab ich seine Frau gefickt. Oder er ist mit dem falschen Bein aufgestanden. Irgendwas dazwischen wird's gewesen sein - such's dir aus." herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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