Schön, dass du zu uns gefunden hast und dich ein wenig umschaust. Wir sind ein Avatar - Herr der Elemente RPG mit L3V3S3 Rating und spielen 100 Jahre vor der ersten Folge der Serie. Von dort an schreiben wir allerdings unsere eigene Geschichte - wenn du dir unsicher bist, was das genau bedeutet, findest du alle inplayrelevanten Infos in unserem foreneigenen Wiki. Falls du Fragen hast, dann ist in unserem Supportbereich immer jemand für dich da. Viel Spaß - und hey! Vielleicht kämpfen wir ja bald Seite an Seite gegen die Feuernation oder den Dai Li ... oder verbreiten wir doch mit ihnen Angst und Schrecken?
Midway upon the journey of our life I found myself within a forest dark, For the straightforward pathway had been lost. Ah me! how hard a thing it is to say What was this forest savage, rough, and stern, Which in the very thought renews the fear. So bitter is it, death is little more; But of the good to treat, which there I found, Speak will I of the other things I saw there. I cannot well repeat how there I entered, So full was I of slumber at the moment In which I had abandoned the true way.
Als ich zum ersten Mal hier zu Besuch war, meinte Feuerlord Zosin zu mir, dass es sich anfühlt als würde jedes Flüstern, jedes Wort und jeder Gedanke noch in der Luft hier nachklingen. Ich glaube das ist sehr wahr. Was sie da sagte, glaubte er sofort. Nicht unbedingt den Inhalt, dass der grausame Feuerlord, dem es zu jeder Tages- und Nachtzeit nach Krieg und Blut dürstete, wirklich und wahrhaftig einen spirituellen Glauben pflegte, nein, er glaubte sofort, dass sie jedes Wort, sei es auch noch so abgehoben oder skurril, aus Zosins Munde sofort glaubte. Ishar verurteilte diese blinde Loyalität nicht, in keiner Weise tat er das. Nein, er fühlte ein tiefes, ehrliches Mitgefühl für diese eingepredigte und doch gänzlich unreflektierte Art der jungen Frau. Sie war clever, wunderschön und ihrem Land gegenüber loyal, das waren gute Eigenschaften und dennoch war sie blind. Ihm tat das leid, denn besonders Frauen, wie sie eine war, brauchte ein Land, das hinterfragte. Aber sie tat das irgendwie nicht, sie nahm hin, was der alte Mann mit den grausamen, narzisstischen Neigungen sagte und beugte sich willenlos. Weil sie nie etwas anderes gelernt hatte. Soweit glaubte der Prinz zumindest, Menschen von ihrem Schlag einschätzen zu können und so war er abermals dankbar dafür, dass es ihn irgendwann in Kindertagen schon nach draußen gezogen hatte. Weg vom Palast und den gehobenen Leuten, weg von der immer gleichen Tragödie des Lebens im Hochadel und rein in die dreckige, farbenfrohe Welt der einfachen Leute. Hätte er das nicht kennengelernt, dann wäre ihm nie klar und bewusst geworden, wie absurd gut es ihm und seiner Familie eigentlich ging. Seine Erinnerung an seine ersten missglückten Ausflüge in die unteren Ringe der größten Stadt der Welt zogen ihn kurz dicht an sich und in ihren Bann, sodass ihm der plötzliche Aufprall einer weiteren Person am Boden erst viel später bewusst wurde. Er zuckte erschrocken zusammen, schrie kurz merklich auf, aus Reflex natürlich und stolperte zurück, als das schreckliche Unglück bereits seinen Lauf nahm.
Was auch immer geschehen war, es passierte viel zu schnell, als dass Prinz Ishar es wirklich erfassen konnte und dennoch wusste jede Faser seines Körpers, dass es ernst war. So ernst, dass sein Herz raste, als würde er gleich sterben und seine Knie zitterten, als wäre ihm eiskalt. Eine Hand packte ihn, eine kühle, zarte Hand, und zerrte ihn mit einem Ruck nach hinten. Seine weichen Knie gaben sofort nach und so fiel Ishar direkt auf seinen Hintern, als er das Kleid der Mätresse vor sich erkannte, ehe ihm das Messer auffiel, das sie mit ihrem zierlichen, schwachen Körper abgefangen hatte. Ishar saß wie gelähmt am Boden und sah zu. Er tat nichts weiter, als zusehen, wie die schöne, clevere Dame sich strauchelnd nach vorn bewegte, während eine Klinge in ihrem Körper steckte und sie hörbar Probleme beim Atmen bekam. Und Ishar...nun, der fiel mental in diesem Moment in eine Schleife des Selbstmitleids, Erbärmlich war er. Nichts anderes. Ein erbärmlicher Abkömmling einer Blutlinie, die den Thron bestieg, weil es ihr Blutrecht war...so ein Unsinn, Ishar gehörte keineswegs dazu, er war nicht edel und auch nicht mutig, er war schwach und weich, wie ein Stück Brot, das man in Wasser eingelegt hatte, damit es den kleinen, welken Magen länger füllte. Jetzt erst, als sie nach vorn gestrauchelt war und der Angreifer seine Hand auf ihre Schulter gelegt und nach dem Dolch in ihrer Brust gegriffen hatte, überkam ihr Name seine Lippen. "Kalypso!", rief er besorgt aus und schien in diesem Moment erst wieder in der Gegenwart angekommen zu sein. Er, der erbärmliche Prinz, der eine Dame für sich sterben ließ, weil er nicht in der Lage war, anzugreifen oder sich zu verteidigen. "Kalypso!", wiederholte er ihren Namen und sprang auf. Er wusste nicht, was seine Beine taten, sein Magen drehte sich und machte mehrmals Purzelbäume, während er kurz ein schwarzes Schimmern vor seinen Augen sah, als seine Beine wieder so etwas, wie einen festen Stand erlaubten. Ishar musste doch etwas tun, musste sich und ihr helfen! Sie war eine gute Frau, hatte ein gutes Herz und hatte das Recht, zu leben. Genau so, wie es jeder Mensch hatte und natürlich konnte er es nicht einfach geschehen lassen, dass sie für ihn starb. Die Wachen hatten die brenzlige Situation auch bereits erkannt und so tat sich in diesem Moment ein Weg auf, der aus dem Boden des Sees nach oben geformt wurde und den Männern in Rot und Grün erlaubte, blitzschnell über das klare Wasser zur Insel zu laufen. Aber nicht schnell genug, um zu verhindern, dass die Dame schrecklich viel Blut verlor.
Der Boden unter dem sagenumwobenen Phönixbaum bebte, ließ die Äste über ihren Köpfen wanken und zittern, dass einige der roten Blätter zu Boden segelten und es kurz so wirkte, als würde der Baum entschieden haben, mit einem Mal sein gesamte Blättergewand fallen zu lassen. Ishar schwankte, war gerade froh gewesen, einen einigermaßen festen Stand zu haben, weil er der Dame doch bei Raava helfen wollte! Aber anstatt etwas bändigen zu können, stolperte er zur Seite und er hätte schwören können, dass eine der Wurzeln, die aus dem hellen Boden ragten, sich bewegt hatte, um ihn zu Fall zu bringen. Erneut. Er stieß auf dem Boden auf, schlug sich dabei das Kinn am knochigen Holz einer weiteren Wurzel und sah dabei zu, wie schräg vor ihm der vermummte Mann der unschuldigen Dienerin der eigenen Nation gnadenlos und ohne zu zögern... Ihr tragt ihren Tod auf dem Gewissen, dreckige Made. Die eisigen Kälte in der Stimme des Mannes war beängstigend und während die grünen Augen des Prinzen kurz den Blick mit Kalypso kreuzten, während die arme, blutende Seele mit dem Rücken gegen den Körper des Vermummten gepresst dastand, sammelten sich unweigerlich Tränen in den Augen Ishars. Bei Raava, bei Vaatu...bei all den Geistern, mit denen der Erdprinz eigentlich so gar nichts am Hut hatte...BITTE NICHT! Sein Blick schrie das Flehen heraus, das Ishars Lippen im nächsten Moment auch erreichte. Stammelnd, zittrig, schwach... "Bitte...nicht...", brachte er hervor und erhob eine der Hände in Kalypsos Richtung, als wolle er nach ihr greifen, was vergebens schien, denn aufstehen konnte er nicht. Die Beine waren wie taub, sein ganzer Körper fühlte sich so an, so unendlich wehrlos in diesem Moment, der so rasend schnell an ihm vorbei rauschte, dass er keine Chance zu haben schien, irgendetwas zu machen, das nützlich war.
Mit einem Mal, das Blut drang bereits aus dem Hals der Mätresse heraus und lief in einem dünnen, gerade Strich nach unten, schien sich jedoch etwas in dem Angreifer zu verändern. Er stockte, nahm die Hand ein Stück weit weg vom Hals der Dame und damit auch die Klinge. Ein Kampf schien in ihm selbst zu herrschen, als der Arm sich wieder der Kehle zuwendete und dann wieder davon entfernte. Nur ein winzig kurzer Augenblick, in dem Ishar glaubte, dass Raava ihn wirklich erhört haben musste. Ein Moment, der ihm im Kopf blieb, während sein Mund offen stand und doch keine Worte mehr herauskamen, auch dann nicht, als die Flammen der Feuerwachen dem Mann den Rücken verbrannten und ihn laut aufschreien ließen. Ishar blinzelte erschrocken auf bei dem plötzlichen Auflodern des Feuers und im nächsten Moment schon wurde er von seinem Leibwächter unter den Schultern gepackt und auf die Beine gehievt. Was mit dem Vermummten geschah, bekam der Prinz nicht mit, der apathisch und verstört wirkte, als die Männer sich sofort der Dame annahmen und eine Erstversorgung ihrer blutenden Wunden vornahmen. Auch dazu war der Prinz nicht im Stande, der einfach nur zusah und nicht mitbekam, wie der flinke Attentäter mit verbranntem Rücken und offenbar viel zu viel Glück tatsächlich entkam...