shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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weißer Drache
05.07.2021, 00:58
Heimat zu finden, war ein blutiger Akt für Ikharus gewesen – und es würde ein ebenso blutiger für Aphelion werden, auch wenn er sich dem noch nicht gänzlich bewusst war; auch wenn er sich noch immer gegen die Wahrheit zu sträuben versuchte, als wäre er jener nicht schon längst erlegen. Er mochte seine Familie haben, welche ihn – anders, als es bei Ikharus der Fall war – so zu akzeptieren und lieben schien, wie er war, aber er hatte bereits auf dem Weg, in der Feuernation einigermaßen akzeptiert zu werden, eine Menge (nicht nur menschliches) Blut vergessen und es hatte weder besonders viel an seiner Situation gebessert, noch würde es in einer anderen Stadt, wenn nicht sogar Nation anders sein. Egal wohin er ging, er war der Fremde, der Außenseiter, wenn nicht sogar eine Gefahr. Er wurde schief beäugt, weil er nicht in diese Welt passte, und vielleicht hatte das Mädchen von den Mauern des Erdkönigreichs recht. Vielleicht waren es tatsächlich die Geister, zu welchen er gehörte. Welche ihn akzeptieren und in ihrer Welt willkommen heißen würden. Aber Aphelion hatte noch nie einen besonders starken Hang zur Spiritualität gehabt. Auch wenn es regelrecht zur Normalität in ihrer Welt gehörte, die Geister um Erbarmen anzuflehen und in der Not zu ihnen zu beten, war es ihm stets schwergefallen, tatsächlich an sie zu glauben. Wenn sie wirklich existierten, wie konnte es dann sein, dass sie so viel Grauen über die Welt kommen ließen? So viele unschuldige Menschenleben nahmen, wie Ares sich nur erträumen konnte? Ares… wie absurd es war, dass jemand tatsächlich unter die Fittiche dieses größenwahnsinnigen Mannes so etwas wie eine Heimat finden konnte – und doch gab es genug, welche genau dies getan hatten und regelrecht eine Obsession dem roten Drachen gegenüber entwickelt hatten. Verlorene Seelen wie Ikharus, die nirgendwo anders so etwas wie ein Zuhause gefunden hatten und verzweifelt genug waren, sämtlichen menschlichen Verstand dafür über Bord zu werfen. Das war nichts, was Aphelion per se kritisierte oder verurteilte. Vermutlich hätte er sich ebenso sehr darin verloren, wäre man ihm nicht stets mit einer gewissen Abneigung begegnet. Vielmehr kritisierte er Ares und die Tatsache, wie sehr dieser solche Menschen für seine Zwecke ausnutzte, ohne irgendeine Rücksicht auf die Verluste, welche daraus entstehen konnten. Aber zu glauben, Ares würde irgendwann an etwas anderes denken, als seine eigene Macht, war auch überaus naiv.
Soll das ein Test sein? „Nein“, versuchte Aphelion in aller Seelenruhe zu antworten, auch wenn sich nicht abstreiten ließ, dass er so langsam gereizt war. Dies an Ikharus auszulassen käme ihm jedoch nicht einmal im Entferntesten in den Sinn. So, wie er den Jüngeren einschätzte, würde es auch keinerlei Besserung zu dieser Situation beitragen. Eiert doch nicht um den heißen Brei herum - Ihr denkt, ich müsse ein Verräter sein, bloß weil ich nicht als einer von euch aufgewachsen bin, ist es nicht so? Und wieder: „Nein.“ Aber war jemand wie Ikharus überhaupt dazu in der Lage, zu verstehen, dass nicht jeder ihm etwas Böses wollte? Und dass ihn nicht jeder für seine (mögen sie noch so klein sein) Fehltritte bestrafen würde? Lauschte man den vermeintlichen Gründen, welche Ikharus für seine Verbrennung in den Raum warf, war es aber auch nicht zu übersehen, dass Ikharus eine gewisse Scham befleckte, deren Abgründe sich vermutlich nicht nur in seiner Herkunft aus einem der Lufttempel beschränkte. Er zog sich zurück, knöpfte das Hemd wieder vor seiner Brust zu, und versuchte Aphelion mit seinen Worten von sich zu stoßen. Nichts, wogegen Aphelion mehr tun konnte, als zu hoffen, dass seine Ruhe und Sanftheit irgendwie auf den anderen abfärben würde. Aber das zu glauben war wohl oder übel ebenso naiv, wie Ares abzukaufen, dass er nur das beste für ihre Welt wollte. „Ich bin ehrlich mit Euch-“ oder auch einfach dumm. „Ich glaube nicht, dass es gerechtfertigt ist, Euch für Eure Herkunft zu verurteilen, zu bestrafen oder gar als Verräter der Feuernation zu bezeichnen.“ Aber das änderte nichts daran, dass ihre Nation es trotzdem tat. „Wenn Ihr ein Verräter wärt, dann wohl eher den Luftnomaden gegenüber“, denn es war ihm durchaus bekannt, was für eine Rolle Ikharus im Angriff auf den südlichen Lufttempel gespielt hatte. Warum er dies nun aber tatsächlich aussprach und somit eine weitere Eskalation ihrer Situation geradezu heraufbeschwor, war Aphelion auch ein Rätsel. Vielleicht war seine Zunge von dieser Auseinandersetzung aber doch etwas gereizter, als er sich eingestehen wollte und nun mit einem trockenen Räuspern wiedergutzumachen versuchte. „Kein Mensch mit gesundem Verstand würde einen anderen dafür verurteilen, zu seinen Wurzeln zu stehen. Aber… von Menschlichkeit ist bei jemanden wie Ares wenig zu finden.“ Er musste lebensmüde geworden sein, Ares derartig vor einem seiner treusten Anhänger zu kritisieren. „Aber was gebe ich mir überhaupt die Mühe, Euch umzustimmen-“, murmelte er dann etwas undeutlicher vielmehr zu sich selbst. herkunft Capital City
stand Adel
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Admiral
größe 1,95
erscheinung
Es war nicht unbedingt immer das schneeweiße Haar, welches ihm länglich etwas über die Schultern fiel, oder die goldenen Augen, die einen den Blick auf Aphelion richten ließen, denn auch ohne diese fiel der junge Admiral mit seiner Größe von ganzen 1,95m auf. Noch dazu kam eine recht breitgebaute und muskulöse Statur, die in Kombination mit der Größe wohl einschüchternd wirken konnte. Auch das Gesicht wirkte auf den ersten Blick eher grimmig, dabei genügte nur ein genauer Blick in seine Augen, um zu erkennen, wie er sich tatsächlich fühlte. Und spätestens, wenn er lächelte, war es schwer, ernsthaft Angst vor ihm zu haben, war es doch ein äußerst warmes Lächeln, bei welchem sich sogar ein paar Grübchen in seinen Wangen bildeten.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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