Schön, dass du zu uns gefunden hast und dich ein wenig umschaust. Wir sind ein Avatar - Herr der Elemente RPG mit L3V3S3 Rating und spielen 100 Jahre vor der ersten Folge der Serie. Von dort an schreiben wir allerdings unsere eigene Geschichte - wenn du dir unsicher bist, was das genau bedeutet, findest du alle inplayrelevanten Infos in unserem foreneigenen Wiki. Falls du Fragen hast, dann ist in unserem Supportbereich immer jemand für dich da. Viel Spaß - und hey! Vielleicht kämpfen wir ja bald Seite an Seite gegen die Feuernation oder den Dai Li ... oder verbreiten wir doch mit ihnen Angst und Schrecken?
Midway upon the journey of our life I found myself within a forest dark, For the straightforward pathway had been lost. Ah me! how hard a thing it is to say What was this forest savage, rough, and stern, Which in the very thought renews the fear. So bitter is it, death is little more; But of the good to treat, which there I found, Speak will I of the other things I saw there. I cannot well repeat how there I entered, So full was I of slumber at the moment In which I had abandoned the true way.
Ohne Unterlass hatte er Kalypso angesehen. Hatte schockiert und verstört in ihre tiefblauen Augen gesehen, die ihm den ganzen Tag über schon so herzlich und freundlich vorgekommen waren, jetzt aber erkaltet und doch in gewisser Weise genauso schockiert wirkten, wie er sich fühlte. Was war hier los? Wer war dieser Angreifer und die bei Weitem wichtigere Frage für Ishar in diesem Moment: würde Kalypso das hier überstehen? Ishar konnte nicht klar denken, er konnte nichts machen, war wie gelähmt, als er da am Boden saß und nicht mal in der Lage war, aufzustehen. Schlicht und ergreifend handlungsunfähig. Der Prinz wäre niemals auf einem Schlachtfeld gut aufgehoben, ebenso wenig, wie auf einem Thron, auch nicht irgendwo dazwischen. Das wusste er schon immer und jetzt noch viel mehr, wo er von seiner Garde auf die Beine gehoben wurde und ihm Talon leicht mit der Hand gegen die Wange schlug, um den Prinzen wieder in den Moment zu holen und ihn aus seiner Starre zu erlösen. „Prinz Ishar, kommt zu Euch! Seid Ihr unverletzt?“ besorgt sahen die grünen Augen des Mannes in das apathische Gesicht des Prinzen, der nicht wirklich reagierte, sondern durch Talon hindurchzuschauen schien, weil er noch immer Kalypso sah. Die todesmutige Mätresse und Gesellschafterin, die sich für ihn geopfert hatte. Was das bedeutete, war unfassbar groß und wog schwer im Herzen des Erdbändigers, der noch nicht ganz erfassen konnte, was genau das eigentlich war, das ihre Aufopferungsbereitschaft so wertvoll machte. Es war letzten Endes der Ausdruck ihrer Charakterstärke und dessen, was sie für den Frieden ihrer beider Nationen gerade getan hatte. Sie kannte Ishar nicht mal, nichts verpflichtete sie, ihm treu zu sein, nichts verpflichtete sie, ihn überhaupt zu mögen. Seit dreißig Jahren war in jeder der verfeindeten Nationen die jeweils andere zum Feindbild erklärt worden. Ishar war damit aufgewachsen, dass in Geschichten die Feuerbändiger immer die Bösen waren und Kalypso sicherlich mit den bösen Erdbändigern. Und dennoch hielt hatte sie sich für Ishar heldenhaft geopfert. Die Schuld wog schwer in seinem Herzen und als abermals Talons Hand gegen Ishars Wange schlug, dieses Mal etwas fester sogar, fand der Prinz langsam wieder zurück zum Moment und zu sich selbst, glaubte, eine ganze Weile nicht mehr geatmet zu haben und holte tief Luft. Unterdessen versorgten die Männer in Rot die Wunden der Blondine so gut es für den Moment eben möglich war und dennoch schien ihr Zustand sich nicht mit einem Fingerschnippen zu verbessern, nein. Es war das gequälte, schmerzbekundende Stöhnen der Mätresse, das Ishar als erstes vernahm, als er blinzelte und sich kurz Halt suchend an Talons Schulterplatte festkrallte. Die Rüstung war hart und kalt unter seinen weichen Fingern, als er sich festhielt und dann doch an dem Erdbändiger vorbeischob, um taumelnd zu Kalypso herüber zu torkeln und zu ihr zu schauen. Kreidebleich. Das sanfte Rot auf ihren Wangen war verschwunden, die Lippen wirkten blau unter dem eigenen Blut, das durch ihr Husten wohl hervorgequollen war. Der Anblick war grausam und obwohl Ishar schon viel Blut und Tod gesehen hatte, ging ihm der Zustand von Kalypso in diesem Moment besonders nahe. „Aus dem Weg!“ herrschte ihn einer der Männer in Rot an, als zwei andere die Verletzte hoch hoben und auf das Festland zurücktragen wollten. Ishar taumelte zur Seite und dann sah er zu seinen Wachen. „Ihr müsst ihr helfen. Mir geht es gut, aber helft ihr, koste es, was es wolle“ sagte er irgendwie apathisch wirkend und dennoch mit recht fester Stimme, weil er wusste, dass es nichts brachte, sich eingeschnappt zu geben, weil einer der maskierten Männer des Feuerlords ihn angeschimpft hatte. Der war inzwischen los gerannt und erstaunlich schnell über die Erdbrücke zum Festland zurückgekehrt, während die Wachen in Grün ebenfalls unterstützend an der Seite der Royalen Wachen tätig wurden. Und Ishar, der konnte nichts machen, nur zusehen, wie weit fähigere Männer sich sorgten und kümmerten, während Talon brav an seiner Seite blieb und ihn stützte, während er noch einen letzten Blick auf den Phönixbaum warf. „Er hat uns geholfen“ stellte er dabei fast tonlos fest und beobachtete kurz die wenigen Blätter, die noch oben in der Krone hingen und teilweise herunter segelten. „Danke“ flüsterte er und ließ sich dann von Talon ebenfalls über die Brücke zurück zum Festland führen.
Schnellstmöglich wurde die verletzte Mätresse dann zu besagtem Heiler gebracht und Ishar konnte nach wie vor nur zusehen, während die hübsche Blondine immer müder wurde und schließlich beinahe friedlich wirkte, während Ishar sie versuchte mit seinen Worten wach zu halten, genauso, wie es die anderen auch taten, die um ihr Leben bangten. „Ihr dürft nicht sterben, Kalypso!...Bleibt wach und lasst die Augen offen!...Erzählt mir doch etwas über die Feuernation…“ hier und da konnte er ihren schläfrigen Verstand wohl noch erreichen und irgendwann kam die Kutsche in einem kleinen Vorort der Hauptstadt zum Stehen. Ein Heiler tauchte auf und nahm sich der Mätresse an. Keine großem Umzüge mehr in ein Gebäude oder dergleichen, nein, er schien ein Wasserbändiger und Gelehrter der Heilkunst zu sein. Mit großen Augen und einer Mischung aus besorgtem Staunen und naiver Hoffnung, beobachtete Ishar das leuchtende Wasser, das über der großen, tiefen Wunde kreiste. Komplett würde man sie nicht so einfach regenerieren können, sie brauchte Ruhe und Schlaf, durfte sich nicht bewegen…all solche Dinge sagte der Mann und wies das Gespann daraufhin an, schnellstmöglich weiter zu fahren, immerhin habe sie bereits viel Blut verloren. Dennoch, so schien es wohl Gewissheit zu sein, würde sie nicht mehr in Lebensgefahr schweben… Auch im Palast des Feuerlords angekommen, war Ishar nicht wirklich in der Lage, nützlich zu sein. Eine Tatsache, die er nun mehrmals wahrgenommen und bedauert hatte, als er seine Wachen dabei begleitete, wie sie die Mätresse aus der Kutsche holten und behutsam auf eine Trage umlagerten. Die Männer in Rot übernahmen und dann…blieb dem Gespann aus dem Erdkönigreich nicht viel mehr übrig, hoffend zu bangen, dass die herzliche, freundliche Schönheit durchkam und schnell wieder wohlauf war. Am besten, noch bevor sie wieder abreisten, damit Ishar um ihre Vergebung bitten konnte, war das, was ihr zugestoßen war, doch in gewisser Weise seinem fundamentalen Unvermögen zu kämpfen verschuldet…