shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate
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girlbossing 2 close 2 the sun
13.07.2021, 21:50
Es barg einer gewissen Ironie, dass Ikharus sich ebenso sehr weigerte, Gemeinsamkeiten zu Aphelion zu entdecken, wie Kalypso sich zu akzeptieren geweigert hatte, wie ähnlich sie einander tief im Inneren doch waren. Der große Unterschied zwischen Kalypso und Aphelion war jedoch, dass Ikharus die eine ausgesprochen gut leiden konnte und den anderen nicht mal genug respektierte, um sich dafür zu entschuldigen, dass er ihm auf die Uniform gereihert hatte.
Aphelion und Ikharus waren weder aus dem gleichen Holz geschnitzt, noch vom gleichen Feuer geformt worden. Nur, weil Aphelions Haar schlohweiß war, im richtigen Licht gar silbrig schimmernd, machte ihn dies nicht zu einem Mischling. Und allein aufgrund seiner Familie besaß er Privilegien, die Ikharus sich gar nicht hätte ausmalen können - aber ja, sie waren beide Außenseiter. Sich aufgrund dieser Basis jedoch aneinander zu klammern, käme für Ikharus nicht einmal im Traum infrage. Er hatte schon oft andere Außenseiter getroffen, und selbst jene, die er zu mögen gelernt hatte, wie Sylas, hatten nicht viel mit ihm gemeinsam - nicht genug. Es war nie genug. Wo er aufgewachsen war, war er ebenso fremd gewesen, wie in der Feuernation oder dem Erdkönigreich, in dem er jetzt lebte. Vielleicht sollte er es wie Aphelion machen und zur See fahren, wo einen niemand ansehen musste, wo man sich nicht zu vergleichen hatte (zumindest war das wohl die Traumvorstellung, die er von der Seefahrt besaß); aber so seekrank wie er wurde ... nein, dann würde er doch lieber seinen vorherigen nicht geplanten Plan umsetzen und sich über die Reling stürzen, als Nichtschwimmer ab in die kühlen, flutenden Wogen, die von Wind und Wetter unterjocht wurden. Sie hatten nicht viel gemeinsam, weder wollte noch konnte Ikharus das vergessen. Er vergaß nie, dass Menschen wie Aphelion oder auch Ares auf Menschen wie ihn herabsahen, selbst wenn sie entweder nicht bemerkten, dass sie dies taten, oder dies für die natürliche Ordnung hielten. Somit war das Erste, was er in Aphelions Handeln zu sehen glaubte, ein Angriff, weil nichts anderes für ihn Sinn machte; schon gar nicht in seinem abgefüllten Zustand. Selbst Aphelions mehrfaches Nein vermochte den Himitsu nicht vom Gegenteil zu überzeugen, sondern schürte nur seine schwelende Wut. "Denkt Ihr, ich würde Euch das glauben?", warf er übereifrig seine Stolpersteine zwischen die Sätze des Weißen Drachen, mit einer Stimme, die vor Unglaube aber auch vor verdeckter Angst triefte. Hielt Aphelion ihn für naiv? Für dumm? Für derart lächerlich und leicht ver- oder gar überführbar? Er sagte Nein, aber dennoch dauerte es eine ganze Weile, bis Ikharus dämmerte, dass Aphelion ihn tatsächlich nicht auf eine falsche Fährte locken wollte. Es wäre auch zu albern gewesen, der bloße Versuch, Ikharus als Verräter zu bezeichnen und ihn damit dazu zu bringen, etwas zuzugeben, was doch gar nicht stimmte. Es stimmte nicht. Es stimmte auch nach allem, was in Ba Sing Se geschehen war, nicht. Aber was, wenn doch? Er sollte keine Angst haben, weder vor sich selbst, noch vor Ba Sing Se, oder gar vor Aphelion - und doch hatte er genau das: Angst. Wovor? Wovor denn? Als wenn auch nur ein Mensch in seinen Kopf hineinsehen und seine Gedanken könnte! Als wenn Aphelion wüsste, dass er nicht mal so tief würde graben müssen, um die Ader des Wahren zu finden, die Ikharus' wahre Schande offenbarte. Die offensichtlich über die Umstände seiner Geburt hinausführte. Die ihn überhaupt erst dazu gebracht hatte, sich des Sterbens gleichgültig über die Schiffsreling zu lehnen. Wenn Ihr ein Verräter wärt, dann wohl eher den Luftnomaden gegenüber. Vor diesem Satz hatte Ikharus sich noch um Contenance bemüht, auch wenn Aphelions Gelaber darüber, dass er ihn nicht verurteilen würde, regelrecht mit Übelkeit erfüllt hatte - wer war Aphelion denn, dass er sich einbilden konnte, er wüsste, wie sich das anfühlte, schon als Verräter geboren worden zu sein? Was wusste er schon, und was hatten seine Worte für eine Bedeutung für Ikharus? Keine - zumindest bis zu diesem Augenblick. Bis er etwas sagte, von dem der Himitsu sich selbst bewusst war, dass es den Nagel auf den Kopf traf. Doch niemals hätte er gedacht, dass irgendjemand anderes außer Jhaan ihn mit dieser Schuld konfrontieren würde. "Was hast du gerade gesagt?", tropfte es blass von seinen blutleeren Lippen. Entsetzen strich seine Mimik seltsam glatt, verjagte die Lachfältchen, die Grübchen, die Verspieltheit in seinem Ausdruck, die selbst trotz Wut nicht ausmerzbar war. Nur der prickelnde Schock blieb, wurde untermalt von der Härte, mit der er sich zu besonders nüchternen Worten zwang. "Ich bin nicht an jene gebunden, die mich pflichtbewusst aufgezogen haben. Und ich habe sie nicht betrogen, sondern sie entblößt." Seine Augenbrauen schoben sich zusammen. Dann raunte er, noch steifer als zuvor: "Ich habe meine Pflicht getan." Keine Zweifel. Er tat so, als habe er nie irgendetwas mit Zweifeln am Hut gehabt, als wenn er hoffte, er würde auch irgendwann daran glauben, wenn er es nur oft genug wiederholte. Und erst nach ein paar weiteren Sekunden dämmerte ihm, wie falsch allein dieser Vorwurf war. Wie überaus ... untypisch. Wie absolut verräterisch - jedoch nicht für ihn, sondern für Aphelion. Denn jemanden NICHT aufgrund seiner Wurzeln zu verurteilen, war gut und schön in der Theorie, aber in der Praxis musste man jenen, wie Ikharus, doch immer eine Menge Nachsehen zeigen. Man hielt ihnen die Wurzeln nicht vor, aber wenn etwas schief lief, berief man sich doch darauf, egal wie oft man das Gegenteil bewiesen hatte. Doch Aphelion drehte dies noch einmal: er setzte eine andere Waffe an Ikharus' Brust und verriet damit doch mehr über sich selbst, als er in Ikharus (dessen Meinung nach) offenbarte. Aus dem trockenen Entsetzen auf dem Gesicht des Feuerbändigers wurde ein ungläubiges Lachen, das ein paarmal abgehackt seine Kehle verließ. "Ihr glaubt wirklich an das, was Ihr sagt ..." Er lachte noch mal, seine Schultern bebten. "Wie dumm von mir ... nicht ich bin der Verräter, sondern Ihr!" Und mit dieser Erkenntnis kehrte alle Entspanntheit zurück in Ikharus' Körper; vielleicht, weil er doch nicht ganz daran glaubte, auch wenn er es wohl sollte. Ehrlich gesagt wusste er gar nicht, was er glaubte und was nicht; was er wusste, war, dass es nicht länger er war, der sich zur Zielscheibe machte, und dass er diesen Gaul neuer Erkenntnisse bis zu dessen Verrecken reiten würde, wenn es sein müsste. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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