Are we dancing after death?
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girlbossing 2 close 2 the sun
16.07.2021, 19:55
Selbst die Sterne mussten sich heute betrunken haben, solche Kreise, wie sie zogen. Einem jeden Stern folgte ein verschwommener Dunstkreis, fast sah es aus, als greiften diese Dunstkreise ineinander, so wie Ikharus' Gedanken in den des Luftbändigers griffen, ohne ihn doch tatsächlich zu begreifen. Denn als irgendetwas anderes als absichtlich verständnislos konnte man Ikharus' Aufforderung, Jhaan solle ihn nicht so ansehen, als wären sie beide schon tot, wohl kaum verstehen. Der Feuerbändiger war der letzte Mensch auf Erden, der ein Recht dazu besaß, Jhaans Sehnsucht nach dem Tod zu verurteilen - oder, viel schlimmer als das, sich über jene lustig zu machen. Weil er wusste, wie ernst es war, wie ernst es um Jhaan stand, er konnte so etwas Unerträgliches nur weder selbst aussprechen, noch ausgesprochen von anderen im Raum stehen lassen. Deshalb hatte er doch beim letzten Mal erst von der Leber weg behauptet, er könne Jhaan einen Grund zum Leben geben, wenn er selbst keinen fände, und sich im gleichen Atemzug selbst als Grund genannt. Töricht, den Geistern lästernd, der Waage von Leben und Tod widersprechend, als wäre er das Zünglein an ihr. Als habe er überhaupt die Macht dazu. Dabei wusste er, vermutlich besser als Jhaan, dass er sie nicht hatte.
Nach einem Tag wie dem Heutigen, war dies noch schwieriger zu leugnen, als auch sonst schon. Und genau deswegen wollte er nicht von Jhaan so angesehen werden; er wollte, dass sein Blick sich wieder dem des Jungen anglich, an dessen Seite er aufgewachsen war, und der ein unendliches Vertrauen in Ikharus geweckt hatte. Nun, zumindest hatte er es für unendlich gehalten, bis das Gegenteil bewiesen worden war. Damals war ihnen das alles, das Leben, viel leichter gefallen, auch wenn Ikharus wusste, dass es nicht leicht für ihn selbst gewesen war. Hätte er nicht gelitten, dann wäre er doch nicht gegangen? Selbst heute, selbst mit dem Beweis in der Hand, wer und was er war, dachte er noch an die Urqual seines Lebens zurück und verglich jene mit dem Hier und Jetzt. Das Einzige, was sich jedoch unterschied, war, dass Khivi damals Hoffnung und einen Ausweg gehabt hatte, während Ikharus gegen Riesen kämpfte. Seine Auswege waren genauso dunkel wie die Jhaans. Konnte man es ihm verübeln, dass er dem nicht ins Auge sehen wollte? Dass er lieber rau und gemein wurde, alles Schöne mit seinen Worten zusammenknüllte und unter seinem schweren Schuh in den Boden trat, anstatt sich vom Humor abzuwenden und witzlos und traurig und klein zu werden? Sich unter dem Tarnmantel des Witzes gegen den einzigen Menschen zu wenden, der sich nicht vor ihm schützen konnte, war zwar nicht überraschend, aber dennoch bitter - und doch war Ikharus einmal mehr sogar für sich selbst unaufhaltbar. Das war ein Witz, wollte er zischen, als wenn das 'Das hätte ich sein können' auch nur irgendjemanden außer vielleicht seinen ärgsten Feind, was natürlich er selbst war, häte zum Lachen bringen können ... Jhaan lachte natürlich nicht und zog damit unweigerlich Ikharus' Feindseligkeit auf sich. Erst sagte er Ja, er könne es sich ausmalen, und dann wagte er zu behaupten, er habe gar nicht weggeschaut. Dabei fungierte sein kläglicher Ton nur noch als weiterer Beweis für das, was Ikharus für eine Lüge hielt, auch wenn er nicht wusste, warum er sich ausgerechnet diesen Punkt zum drauf-Herumhacken aussuchte. Vielleicht, weil er selbst beim Überlebenskampf des halbtoten Körpers hatte wegsehen müssen ... Ein leises Schnauben verließ die Lippen des Himitsu, aber das war auch alles, was er zu diesem Punkt in seinem Zustand noch zu sagen hatte. Immer wieder nippte er während seines Gefasels an seiner Flasche, als wäre der süßlich brennende, hochprozentige Inhalt notwendig für die Kraft in seiner Stimme, notwendig dafür, dass er überhaupt etwas sagte. Nur verantwortlich für das Hässliche und Beleidigende konnte man den Schnaps nicht machen; daran trug nur er allein Schuld. Er beugte den Blick immer wieder bei seinen Worten, strich ihn wie eine Feder über das mondblasse Profil des Luftbändigers, und sobald Jhaan antwortete, war es, als würde die Welt in rasender Geschwindigkeit plötzlich winzig klein werden. Meinst du, es gibt einen Ort, an dem wir leben können? Wie wenig der Luftbändiger tun musste, um Ikharus, sei es auch nur für ein paar Sekunden, mundtot zu machen. In meinen Träumen gibt es diesen. Es war, als würde sich der Himmel einmal kurz aufblähen, sich um die klein gewordene Welt schlingen wie ein Schutzmantel, und im gleichen Atemzug machte Jhaan jedes bittere Wort des Feuerbändigers nichtig. Gab es der Lächerlichkeit preis, indem er sich nicht von ihnen provozieren ließ. Selbst, als er seine wie mit schneeweißem Reif bedeckten Finger nach Ikharus' Wange ausstreckte, blieb der Atem des Feuerbändigers ruhig, so unendlich ruhig, sein Blick erstaunlich aufmerksam. Aber nicht hier. Nicht in dieser Welt und erst recht nicht in der der Geister. - Zumindest nicht für mich. Mit dem letzten Zusatz, verschwand auch die Hand von seiner Wange, und der aufgeblähte Himmel raste auf sie hinab, schrumpfte mit der Welt zusammen. Kleiner, kleiner, bis nichts übrig war, außer das Elend, das durch Ikharus' Eingeweide rumorte. "Du lässt dir selbst überhaupt keinen Platz übrig", stellte der Himitsu trocken fest und drehte sich zurück auf den Rücken, rückte ab, versuchte sich aufzurichten und verschüttete dabei unweigerlich seinen Wein. "Verdammter Mist-" Eigentlich hatte er gar nicht vorgehabt, auf Jhaans Frage, warum er noch hier sei, wenn diese Stadt seinen Tod bedeutete, zu antworten. Weil das Erste, was ihm dazu einfiel, gewesen war, schon wieder loszulachen. Sich über Jhaans Ernsthaftigkeit lustig zu machen. Zu verurteilen, dass er einerseits sein Leben für abgeschlossen hielt und andererseits wohl glaubte, Ikharus habe noch Hoffnung. Oder...viel schlimmer als das: Jhaan glaubte, es wäre nicht unerträglich lustig, wenn Ikharus in Ba Sing Se aufgeknüpft werden würde. Aber dann tat er es doch, nachdem er Alkohol von seinen Händen geschüttelt und die nun so gut wie leere Tonflasche irgendwo links in ein angrenzendes Beet gepfeffert und sich mit den flachen Händen übers Gesicht gerieben hatte. "Mir ist klar, dass ich hier nicht hingehöre, aber danke für die Erinnerung", schnaubte er, bevor er mit dem Kopf schüttelte und einmal lautlos aufstieß. "Ist mir auch recht so. Du gehörst hier ebenso wenig her wie ich. Warum bist du also noch hier? Gäbe es nicht schönere Orte zum Sterben?" herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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