Are we dancing after death?
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forget-me-not
23.07.2021, 18:49
Nicht nur Khivi wünschte sich, dass Jhaan ihn wieder so ansehen würde, wie er es früher getan hatte. Nicht nur Khivi sehnte sich danach, die Zeit zurückzudrehen, zu dem Zeitpunkt, zu welchem sie noch in blindem Vertrauen zueinander kaum voneinander gewichen waren und geglaubt hatten, alles schaffen zu können, solange sie nur zusammen waren. Zusammen. Hand in Hand. All das wäre nie geendet, hätte Khivi sich eines Tages nicht dazu entschieden, nach seinem wahren Zuhause zu suchen; all das hätte nie aufgehört, wäre Jhaan mit ihm gegangen. Aber wie hätte er sich Khivi anschließen können, wenn jener ihm doch bewusst gemacht hatte, dass nicht einmal er dazu in der Lage war, ihm das zu geben, was ihm fehlte? Wie hätte Jhaan alles, was ihm heimisch war; was er liebte, für das, was er am meisten liebte, zurücklassen können, wenn man ihm so offen vor die Füße warf, dass er dennoch nie genug sein würde? Es war unmöglich für den jungen Luftbändiger gewesen, doch anstatt Khivi ebenfalls die Schuld daran zu geben, dass das, was sie einst hatten, zwischen ihnen zerbrochen war, hatte er all die Schuld auf sich genommen. Hatte den Titel eines Verräters angenommen. Alles, solange es ihm das Gefühl gab, Khivi zu helfen und wieder gut zu machen, dass er nicht genug war. Nie sein würde, auch wenn es nichts gab, was er sich mehr wünschte. Selbst dann noch, wenn er wusste, zu was Khivi fähig war und wessen Blut an seinen Händen klebte. Statt ihn von sich zu stoßen, zog es Jhaan mehr denn je zurück zu dem Älteren. Statt ihn zur Hölle zu scheuchen, schien er das einzige zu sein, aus dem Jhaan noch einen Willen zu Leben schöpfte – selbst wenn jener so mickrig klein war, dass es geradezu anmaßend war, ihn überhaupt als Lebenswille zu bezeichnen.
Vielleicht hätte er doch etwas vom Wein, oder was auch immer sich in dem Tongefäß befand, annehmen sollen. Auch wenn ihm der beißende Geschmack des Alkohols noch nie zugesprochen hatte, erschien es ihm nun ein fairer Preis dafür zu sein, um sich die Sinne benebeln zu können; nicht mehr denken zu müssen. Dabei erschien ihm sein Kopf noch erstaunlich leer. Statt tausenden von Gedanken waren dort ausnahmsweise nur die Übelkeit erregenden Bilder der Hinrichtung, sowie die Vorstellung von Khivi an der Stelle des fremden Himitsu-Agenten. Statt von einer Angst zur nächsten zu springen, war dort keine andere, als die um sein Leben, während Jhaan über seinen Traum von einem sicheren Ort faselte und dabei seicht mit den Fingern über das Gesicht des Älteren strich, als müsste er sich damit vergewissern, dass er tatsächlich hier war. Unversehrt. Am Leben. Du lässt dir selbst überhaupt keinen Platz übrig, murrte Khivi vor sich hin und Jhaan widersprach nicht. Ließ Khivi von sich abrücken und sah stillschweigend dabei zu, wie dieser wenig später beim Versuch sich aufzurichten etwas von seinem Wein verschüttete. Sein Fluchen drang an seine Ohren, doch Jhaan rührte sich weiterhin nicht. Atmete nur resignierend ein und aus, obwohl er allmählich fror und am liebsten die dünnen Beinchen an seine Brust gezogen und umschlungen hätte. Aber er bewegte sich noch immer nicht. Starrte nun lediglich auf Khivis Rücken, während es wieder der Feuerbändiger war, welcher die Stille zwischen ihnen zerbrach. Gäbe es nicht schönere Orte zum Sterben? Auch wenn es bei weitem keine Neuigkeit für Jhaan war, dass er hier eher früher als später sterben würde, jagten Khivis Worte ein Zucken durch seinen Körper. Wie bei einem Schlag fuhr er in sich zusammen, und das Zittern seiner frierenden Gliedmaßen schien noch etwas intensiver zu werden, doch anstatt sich aufzurichten und endlich zurück in das Innere des Kwoons zu treten, drehte Jhaan sich lediglich zurück auf den Rücken. Warf einen kurzen Blick in die Sterne, ehe er die allmählich brennenden Augen zukniff. „Nein.“ Nein, es gab keinen schöneren Ort zum Sterben. Zumindest nicht für ihn. „Nicht, solange du auch hier bist.“ War es nicht grausam von ihm, sich zu wünschen, mit Khivi an seiner Seite zu sterben? War es nicht vollkommen unangebracht von ihm, dass er den Rest seines dahinsiechenden Lebens in der Nähe des Feuerbändigers verbringen wollte? Selbst nach all dem, was sie bisher einander angetan hatten? „Mit dir erscheint mir das Ende erträglicher.“ Weil er bereits wusste, wie es sich anfühlte, in den Armen des Feuerbändigers zu sterben und weil es ihn auf eine verdrehte Art und Weise beruhigte. „Aber ich will nicht von dir verlangen, dass du bis zum Ende bei mir bleibst.“ Doch. Eigentlich wollte er genau das. Aber zugleich war ihm noch immer bewusst, wie falsch das war. „Wenn es dein Überleben bedeutet, sollst du gehen.“ Ohne ihn. Schon wieder. „Ich werde ohnehin sterben, aber du hast zumindest noch eine Chance.“ Und er wünschte sich so sehr, dass Khivi sie nutzte. Dass zumindest er überlebte und eines Tages vielleicht sogar glücklich auf dieser grausamen Welt werden würde. Ja, manchmal war ihm diese Hoffnung beinahe genug. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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