Are we dancing after death?
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girlbossing 2 close 2 the sun
28.07.2021, 17:30
Selbst wenn es stimmte, dass ihm der Arsch auf Grundeis ging und es vor allem Angst war, die ihn heute durch die Schenken des Unteren Rings getrieben und schließlich hier im Garten des Kwoons enden lassen hatte, war Ikharus nicht bereit, dies offen zuzugeben. Lieber täuschte er milde Verachtung vor, sobald Jhaan auch nur vom Sterben zu sprechen anfing. Wie sähe wohl die Alternative aus? Sollte er ebenso wie Jhaan in einen geistähnlichen Zustand kaum noch nennenswerter Existenz verfallen? Sollte er zulassen, dass seine Gedanken sich selbst auffraßen, wiederkäuten und wieder auffraßen? Er dachte auch so schon zu viel, und das potenzierte sich nur, wenn er mit Jhaan zusammen war. In der ganzen verfickten Welt gab es keinen Ort für ihn, an dem sein Kopf mal die Fresse hielt - das Beet, in das Jhaan sich freimütig mit ihm gebettet hatte, war keine Ausnahme.
Es war ein scheinbar ernstes Gespräch, das sie hier führten, das geprägt war von den Spuren des Tages; Spuren, die der Aufgeknüpfte zu verantworten hatte, die wie eingestanzt ihre Erinnerung begleiteten, als wären sie eben doch nicht nur verwischbare Spuren, sondern unabänderlich in sie gegossen. Trotzdem wünschte sich Ikharus, er könnte die Erinnerung überschreiben, weshalb er sich vertrauensvoll an den Alkohol gewandt hatte. Dem gelang es doch am ehesten, jegliche Sorgen zu vertreiben - man musste nur genug von ihm konsumieren, bis der Kopf so schmerzte und einem die Galle in die Kehle trieb, dass für jeglichen sinnvollen Gedanken keine Kapazität da war; bis das Hirn sagte: bis hierhin und nicht weiter, wir machen jetzt schön zu, alles dicht, nichts kommt mehr rein oder raus. Aber der Moment war schwer abzupassen: entweder erreichte man ihn gar nicht, so wie es bei Ikharus heute der Fall war, und endete in einem Drehkreisel der Gefühle, die sich gegenseitig zu überholen versuchten, oder man sprang über den Punkt hinaus. Und starb eventuell ein kleines bisschen, außer natürlich, man starb ganz. Ikharus war weder tot, noch hatte er vor zu sterben, auch wenn er hier saß und scheinbar gleichmütig mit Jhaan über genau dies sprach. Seine Missachtung für das Thema war nichts neues, auch wenn er wusste, dass dem Luftbändiger dies ganz anders ging. Egal, um wessen Tod es ging, sobald das Wörtchen mit T fiel, konnte man es in Jhaan klirren hören - sein Atem blieb einfach in seiner Kehle stecken, und auch wenn er sich auf das Thema einließ, war sein Einlassen nicht mit den Provokationen vergleichbar, die Ikharus vom Stapel ließ. In ihm befand sich kein einziger aggressiver Funke, kein stürmischer Wind; er blieb immer so sanft, dass es in dem Feuerbändiger das Bedürfnis weckte, auf irgendetwas einzuschlagen. Nein. Ikharus‘ Nacken spannte sich an. Nicht, solange du auch hier bist. Wie dämlich das war, musste der Feuerbändiger wohl nicht zu Wort bringen; dass er eine Weile nichts sagte, sondern nur seinen Kopf dem anderen zuwandte und halb über die Schulter auf den blassen Mann hinabstarrte, der wiederum die Augen zusammengekniffen hatte, als würden selbst die Sterne ihn blenden, zeigte eigentlich auch schon, was er davon hielt. Nur dass Jhaan es nicht sah; ob er es jedoch spürte? Spürte, dass Ikharus neben ihm schon wieder schwelte und sich wünschte, er könnte irgendetwas anzünden? Mit dir erscheint mir das Ende erträglicher. Wenn er heute etwas anzündete, dann vermutlich sich selbst, denn bei allen Geistern, er wusste, dass er irgendetwas gnadenlos falsch machte. Er wusste, dass er einen Fehler damit begangen hatte, Jhaans Leben an seines zu knüpfen, obwohl ihnen dies beiden nur schadete. Die ganze Zeit hatte er dies zu verhindern versucht, hatte mit aller Macht gehofft, er könne sich einfach vom anderen fernhalten, wenn er sich nur auf seine Arbeit konzentrierte - aber nicht einmal das über ihm drohende Schafott hatte das bewerkstelligen können. Und weil er dies nicht konnte, hatte er Jhaan, der sowieso schon verdammt war, noch mit seiner eigenen Verdammnis befleckt. So ein verfluchter Scheiß aber auch. “Du bist so romantisch“, schnaufte Ikharus nun und drehte den Kopf zurück, ihn in den Nacken legend, um stattdessen seinen Frust gen Himmel zu richten - wobei die Sterne amdunklen Firmament ein klein wenig zu tanzen anfingen; aber nicht genug, um sein Gerede zum Stillstand zu bringen. “Klingt ein bisschen, als würdest du versuchen, mich zu einem Doppelsuizid zu überreden“, merkte er an, wobei er mit jedem Wort gereizter klang - fast so, als würde der Witz jeden Augenblick mitten in ihrer beider Gesichter explodieren. Aber Jhaan war ja immer noch nicht fertig, faselte irgendetwas davon, dass er nicht verlangen würde, dass Ikharus bis zum Ende bei ihm bliebe - und dass er doch gehen solle, wenn dies sein Überleben bedeuten würde. Würde es nicht, aber zu einer Erklärung, dass er nirgendwohin gehen konnte, ohne dass man ihn des Verrats bezichtigte, nicht einmal zurück nach Capital City, war der Feuerbändiger nicht in der Lage. Stattdessen schlüpfte er von jetzt auf gleich in eine grässliche Rage, die ihn grob die zitternden Finger in seinem eigenen Haar vergraben ließ, während er schwer atmend versuchte, sich irgendwie, irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Er hasste das. Er hasste es, zu welch Selbstverständlichkeit sich Jhaan zwang, wenn er über seinen Tod redete. Er hasste es, dass er ihm in all seiner Gutmenschlichkeit einen Ausweg geben wollte und dabei doch nichts anderes tat, als Ikharus mehr und mehr an sich zu ketten, hinter sich her zu zerren. Auch wenn er sich eigentlich bewusst war, dass Jhaan ihn nicht zu manipulieren versuchte, fühlte es sich doch für ihn so an - woran vermutlich die jahrelange Konditionierung in seinem Denken, dass Luftbändiger zweigesichtige Kriegstreiber waren, die lediglich Himmelhippies spielten, mit Schuld trug. Aber noch mehr hasste er die Vorstellung, dass Jhaan ihn nicht zu manipulieren versuchte. Hasste die alleinige Idee, dass der andere so sanftmütig war, dass er sich selbst tot glaubte und dies einfach so akzeptierte. Hasste es so sehr, dass er sich einmal fest die Hände auf die Ohren presste und dann schnell und doch gefährlich schwankend auf die Füße kam und krächzte: “Hör auf, so einen Scheiß zu reden. 'Ich werde ohnehin sterben', halt die Fresse“, röhrte er, während er achtlos durch die Kräuter schwankte - wohin? Wusste er selbst nicht, bis sein Fuß im benachbarten Beet gegen die weggeworfene Tonflasche stieß und er ihr einen saftigen Tritt verpasste. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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