Are we dancing after death?
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forget-me-not
26.08.2021, 02:25
Ich werde ohnehin sterben - seit wann fiel ihm dieser Satz so leicht von den Lippen? Die bloße Erwähnung des Todes mochte wie ein Blitz durch seinen Körper schlagen und jede Faser seines Körpers zum Gefrieren bringen. Doch seit wann fiel es ihm so einfach, über sein eigenes Ableben zu sprechen? Wann hatte er sich so sehr damit abgefunden, dass seine letzten Tage bereits gezählt waren, dass es ihn noch nicht einmal erschauderte, wenn er daran dachte, wie eben jene aussehen würde? Wann war die Angst in seinen Knochen einer nüchternen Resignation gewichen?
Vielleicht waren es die Geister gewesen, welche sie vertrieben und ersetzt hatte. Ja, wie so oft mussten es die Geister gewesen sein, denn auch wenn Jhaan ihnen abgeschworen hatte und kein einziges seiner Gebete sie erreichen sollte, geschweige denn an sie gerichtet war, konnte auch dies nicht verhindern, dass sie noch immer ein Teil seines Lebens waren. Er spürte sie im Wind, der durch sein Haar wehte und sich unter seine Kleidung zu stehlen versuchte; hörte sie zwischen dem Getümmel der Stadt und erkannte sie in den Schatten jener, deren Hoffnung sich schon längst gegen sie gewandt hatte. Egal, wohin er ging oder sah, sie waren überall. Verfolgten ihn sogar bis in seine Träume. Sowohl dort, als auch in der Realität nagten sie sich an seiner Haut fest und rissen und zerrten an seinen dünnen Ärmchen, dem schmächtigen Körper, und vielleicht hatten sie ihm dabei etwas von der Angst geraubt, welche ihn sonst durchflutete. Vielleicht sollte er ihnen dafür dankbar sein. Zugleich fühlte sich diese Nüchternheit, wenn er sich mit seinem eigenen Tod konfrontiert sah, unbeschreiblich falsch an. Aber mehr, als dieses Gefühl einfach hinzunehmen, blieb Jhaan gar nicht übrig. Er wusste nicht, was er sonst tun sollte, auch dann nicht, als Khivi auffuhr und ihn krächzend anwies, mit diesem Gefasel aufzuhören. “Warum?” Normalerweise hätte er geschwiegen und getan, wie ihm geheißen. Halt die Fresse und er hätte kein einziges Wort mehr von sich gegeben, um den Feuerbändiger nicht noch weiter zu erzürnen. Statt nun jedoch weiterhin schweigend im Hinterhof des Kwoons liegen zu bleiben, öffnete ihm das klirrende Geräusch der zerbrechenden Tonflasche die Augen, ehe er sich zaghaft in eine sitzende Position aufrichtete. Die verblassenden Bernsteine suchten im Halbdunkeln das Beet nach den Scherben ab, während er schon wieder zum Sprechen ansetzte, ohne es überhaupt so recht zu realisieren. “Willst du jetzt wegsehen?” Dann schwankte sein Blick zu dem betrunkenen Mann. Dem Mann, der vermutlich bereits das Blut etlicher Luftbändiger an den Händen kleben hatte und doch nicht seines. Zumindest nicht in dieser Welt. Noch nicht. Aber das waren nicht seine Gedanken, welche ihm dort durch den Kopf schwirrten und ihn zum Sprechen bewegten. Es fühlte sich nicht an, wie seine Worte. “Wenn du nicht hinsehen willst, solltest du vielleicht gehen”, fing er schon wieder an vor sich hin zu murmeln, ehe er sich vornüber beugte und halbblind mit den Händen in dem Beet nach den Scherben der Tonflasche zu suchen begann, bevor sich noch jemand an diesen schneiden konnte. “Die Gegend um Omashu soll ganz schön sein.” Eine nach der anderen Scherbe legte er auf einen winzigen Haufen neben sich, während er darüber sinnierte, wohin Khivi fliehen können würde. “Oh, oder die Walflosseninsel im Süden.” Nicht, dass er wollte, dass der Ältere ihn tatsächlich verließ. Aber vermutlich wäre es so besser für sie beide. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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