Are we dancing after death?
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girlbossing 2 close 2 the sun
29.08.2021, 14:23
Je gefasster Jhaan sich gab, desto stärker wütete in Ikharus der Sturm, den zu rufen eigentlich die Aufgabe des Luftbändigers wäre. Es war doch seine Gesundheit, sein Leben, das er mit Worten abkartete, als würde es ihn doch nichts angehen. Als würde nichts eine Rolle spielen; eigentlich war das doch die Aufgabe des Feuerbändigers - er war es, dessen Lebenssinn sich jeglicher Logik entzog. Wie es hingegen Jhaan wagen konnte, sich auf seine abgekämpfte Art in Akzeptanz zu üben, war ihm schleierhaft.
Er hielt es nicht auf der warmen Erde des Beets aus; zu sehr fürchtete er den niederdrückenden Himmel, oder wie sein alkoholisierter Atem sich in seiner eigenen Kehle verfing; fürchtete, der Boden könne sich doch noch auftun und ihn verschlingen. Das Schlimmste daran wäre wohl, wenn nur er verschlungen werden würde, während Jhaan weiter lebte. Oder umgekehrt. Er wollte nach seiner Hand greifen, die blassen Finger nicht noch einmal seinen entgleiten lassen - aber stattdessen zündete er seine eigenen Launen an, oder sie ihn. Wer wusste schon, was von beidem zuerst kam. Wichtig war nur, dass er sich erhitzte, dass seine Wut aufloderte und ihn zurück auf die Beine beförderte, wo er nach seinem groben Röhren danach, dass Jhaan die Fresse hielt, auf die Tonflasche eintrat. Lautstark zersprang sie in Scherben, doch die Befriedigung, die der Zerstörungswut auf dem Fuß folgen sollte, blieb aus. Denn seine Wut hatte weder Ventil, noch Richtung - sie schmeckte bitter und verzweifelt, und sie war auf ewig darauf verdammt, in Ikharus Kreise zu ziehen, niemals zu einem Ende zu kommen. »Warum? Warum?« Der Himitsu rang um Fassung, während Jhaan selbst in diesem Augenblick noch von der Tonflasche zu kitten versuchte, was eben nicht zu kitten war. Nur mit seinen Worten weigerte er sich, so wie sonst immer zurückzurudern. »Weil ich das nicht hören will.« Ikharus mochte beleidigt schnaufen und paffen, nach irgendeinem dunkelfingrigen Kraut treten, aber befriedigen tat seine Antwort nicht - nicht einmal ihn selbst. Willst du jetzt wegsehen? »Hab ich das jemals zuvor gewollt?« Kühl versuchte die Nachtluft seinen erhitzten Körper einzuhüllen, sich auf ihn zu legen, aber um Khivis Körper lag eine Aura der Spannung, der elektrischen Hitze, die sich ebenso stechend in seine Augen legte, als er sich Jhaan zuwandte und auf ihn hinabstarrte, während der Luftbändiger scheinbar seelenruhig die Scherben einsammelte. Die Knie in die warme Erde gedrückt, räumte er Ikharus seinen Dreck hinterher, so wie er es schon tausendmal zuvor gemacht hatte. Wie oft hatte er versucht, die Brüder im Tempel davon zu überzeugen, dass er etwas nicht so gemeint hatte, wie es schneidend und hässlich aus dem Mund seines Freundes gekommen war? Wie oft hatte er den anderen Khivi erklärt und Wogen zu glätten versucht? Anstatt zu sehen, was seine Wut verursachte, sah Jhaan immer nur Chaos, das es zu sortieren galt. Bei dem Gedanken wollte Ikharus am liebsten ausspucken, sein Kiefer verkrampfte sich; aber dann ballte er doch nur die Hände zu Fäusten. Einen Augenblick schwieg er, ließ das Wenn du nicht hinsehen willst, solltest du vielleicht gehen auf sein Denken rieseln; ätzend, dieses Selbstmitleid, das jemand, der sich selbst für tot hielt, trotzdem noch ausstrahlte. Ja, er konnte es Jhaan auch noch in diesem Augenblick übel nehmen, dass er eine so einfache, furchtbare stellte - furchtbar, weil nichts bloß eine Frage war. Gesagtes kam niemals ohne Ungesagtes daher. Die Gegend um Omashu soll ganz schön sein. »Ich will nicht nach Omashu.« Oh, oder die Walflosseninsel im Süden. »Ich will nicht in den Süden.« Er drehte sich schnaufend weg, stapfte durch das Beet in die entgegengesetzte Richtung, nur um sich dann doch wieder Jhaan zuzuwenden - und zurückzukommen. Er machte jedoch keinerlei Anstalten, dem Luftbändiger beim Scherbensammeln zu helfen, auch wenn er sich schließlich wieder schwungvoll neben ihn ins Beet pflanzte, die Arme auf den aufgestellten Beinen abgelegt. »Wo wir schon bei Orten sind, wo man sowieso nicht hin will … Wie wärs mit dem nördlichen Lufttempel, hm? Willst du nicht nach Hause zurück?« herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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