fire meet gasoline
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girlbossing 2 close 2 the sun
11.09.2021, 09:38
« Zumal die Anordnung nicht wortwörtlich von ›ganz oben‹ kommen konnte, eher von Bauchnabelgegend, wenn der halbwüchsige Yusei sie gegeben hatte. »
Ikharus hasste Ba Sing Se mit jeder Faser seines Seins. Das hatte sich nur verschlimmert, seit er nach seinem letzten charmanten Aufenthalt in Capital City vom Mittleren Ring in den Unteren Ring versetzt worden war, denn auf alles, was nach Verbannung roch, nach Verbannung schmeckte und mit der Bezeichnung ›Anordnung von ganz oben‹ hübsch verpackt wurde, reagierte der gefallsüchtige Mann mit dem unkontrollierten Temperament leider nicht sonderlich gut. Zumal die Anordnung nicht wortwörtlich von ›ganz oben‹ kommen konnte, eher von Bauchnabelgegend, wenn der halbwüchsige Yusei sie gegeben hatte.Es spielte keine Rolle, dass er zwischen dem Gesindel im Unteren Ring eine besser auf ihn zugeschnittene Rolle einnahm, denn die einfacheren Leute waren ihm weniger abgeneigt und seine Arbeit nicht länger an die Etikette gebunden, mit der er sich sowieso schwer tat. Es spielte keine Rolle, weil es ums Prinzip ging: die Versetzung hatte ihn demütigen sollen, und das war auch gelungen. Wäre er nicht so ein Stehaufmännchen, hätte er die ganze Stadt angezündet, nur um alle wissen zu lassen, dass er schmollte, jaha. Aber zu ihrer aller Glück war jede seiner Launen war ebenso schnell vorbei, wie sie gekommen war, auch wenn der Groll in seinem Inneren bestehen blieb. Das äußerte sich darin, dass er sich an seiner Arbeit insgeheim erfreute, aber Ba Sing Se morgens beim Aufstehen schon verfluchte, und natürlich, dass er sich ausgiebigen Fantasien darüber hingab, wie er Yusei auf den Kopf spuckte, wenn er ihm das nächste Mal gegenüberstand. Jaja, glücklich war er bei seiner Arbeit ganz bestimmt nicht, es sollte bloß keiner merken, dass er sich zwischen den finsteren Gestalten im Unteren Ring wohler fühlte, als zwischen den Spießbürgern im Mittleren. Aber so war es leider. Alle Sympathie für den rauen Ton im Unteren änderte jedoch nichts daran, dass er das Erdkönigreich noch immer verachtete und wenig für die Mentalitäten übrig hatte, mit denen sich die Menschen hier schmückten. Dabei war er ausgesprochen gut darin, sie zu imitieren, und seit sich die Stimmung in der Hauptstadt von unterschwellig brodelnd zu immer wieder hochkochend verändert hatte, genoss er seinen Job regelrecht. Wie viel von dem, was er tagtäglich anstellte, tatsächlich zu seiner Jobbeschreibung gehörte, war ihm so gesehen auch egal. Er hatte die Auflagen erhalten, sich unter die Menschen im Unteren Ring zu mischen — dazu gehörte seines Erachtens auch, ihre Stimmung aufzugreifen und zu spiegeln, power to the people und so. Denn in seinen Augen war es für die Feuernation nur von Vorteil, wenn sich die verarmte, vom Krieg gemarterte Bevölkerung gegen ihre Obrigkeit auflehnte — bedeutete dies nicht, dass das Königreich geschwächt wurde? Dass sie sich nicht länger im Krieg befanden, (in Ba Sing Se ja sowieso nicht, wer würde hier so was behaupten?) war ebenso irrelevant für Ikharus, wie sein eigenes Überleben. Er schätzte es nicht. Ein beachtlicher Teil seines Wesens erfreute sich an den aufgebrachten Stimmen, die in der Bevölkerung laut wurden, und der andere Teil wollte mit dem gefundenen Fressen zündeln. Yota beging einen Fehler damit, dass er die Zerstörungswut der ehemaligen Schwarzen Krähe unterschätzte. Doch viel schlimmer als das: er machte den Fehler, sich beim Verteilen der Mission sowohl unpräzise auszudrücken, als auch Ikharus, der allein bereits ein Verkehrshindernis der Extraklasse war, Vahset an die Seite zu stellen. Ikharus war es kaum gelungen, seine Begeisterung zu verbergen, sobald er davon erfahren hatte, und natürlich hatte er es deswegen nicht darauf angelegt, Yotas Aufgabenstellung, die Demonstration an der Ostmauer im Auge zu behalten, zu hinterfragen — nein, die aufklaffenden Lücken waren ihm nur recht und er scheute nicht davor zurück, die Ungenauigkeit des verdeckt in der Polizei stationierten Himitsus auszunutzen. Die erhaltenen Auflagen waren bereits bei der Anweisung mit seinen Fantasien von ein bisschen Chaos verschwommen, und als er sich schließlich durch die wie leergefegten Gassen des Unteren Rings begab (wer sich von den Bürgern nicht dem Protest anschloss, verkroch sich in den Häusern, schloss die Fenster und sperrte jeglichen Sinn für die Realität aus), hatte er schon gefühlt zig Szenarien durchgespielt, wie Vahset und er dem Protest den nötigen Kick verpassen könnten — wobei er im Auge behielt, dass sie selbst nicht als das enttarnt wurden, was sie waren. Was es schon deutlich schwerer machte, denn natürlich hätte er am liebsten ein Feuerchen gelegt oder die Masse dazu aufgerieben, die Statue Ken Shous zu fällen … Letzteres war vielleicht gar keine schlechte Idee. Warum nicht die Menge dazu bringen, aus dem stillen Protest eine Revolte zu machen? Nichts wäre lustiger, als zu beobachten, wie die Bewohner einer Nation sich gegeneinander wandten, während die Feuernation ihre Hände in Unschuld wusch. Derlei Gedanken hielten ihn auf Trab, und sorgten dafür, dass er an der Ecke des verlassenen Basars, an der er sich mit Vahset verabredet hatte, mit einem fiebrigen Grinsen auftauchte. Nicht einmal, dass sie ihr hässliches Schmusehaustier mitgebracht hatte, vermochte den Enthusiasmus zu schmälern. »Krass, hab dich lange nicht mehr so heruntergekommen gesehen, hätt dich ja fast nicht erkannt«, begrüßte er die Himitsu und musterte sie einen Augenblick, wie sie dort lässig auf dem Gemüsewagen saß. Dann packte er auch schon die Stäbe, mit denen man den Verkaufswagen transportierte, und fing an zu schieben. Den konnte man doch sicher noch gut gebrauchen … herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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RE: fire meet gasoline - von Ikharus - 11.09.2021, 09:38
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