Are we dancing after death?
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forget-me-not
14.10.2021, 19:44
Es war mit Sicherheit nicht Jhaans Absicht gewesen, zu provozieren, und eigentlich hätte er sich auch denken können, dass er mit dem erneuten Ansprechen ihres Traumes nicht gerade auf Anklang stoßen würde, trotzdem fiel es dem jungen Luftbändiger schwer, von diesem abzulassen. Stellte sich geradezu als ein Ding der Unmöglichkeit heraus, denn egal wohin er sah; egal, wohin er ging - überall schien man ihn daran erinnern zu wollen, was passiert war. Wie sollte er den Blick vom Vergangenen abwenden, wenn alles, was vor ihm lag, nicht weniger grausam zu sein schien? Alleine die Tatsache, dass er nie wusste, wie es sich tatsächlich entwickeln würde, machte es so unerträglich, dass Jhaan gar nichts anderes übrig blieb, als sich an dem aufzuhängen, was nicht mehr war. Es gab ihm ein seltsames Gefühl von Sicherheit, wo doch eigentlich keine war und so waren seine Worte; seine Fragen auch keinerlei Provokationen. Vielmehr erhoffte er sich fast schon, auf sie eine Antwort darauf zu erhalten, was noch kommen würde. Bestätigung, auch wenn jene bedeuten würde, dass noch mehr Blut vergossen werden würde. Wie absurd. Nicht nur, dass Jhaan Sicherheit in der Zerstörung und dem Tod suchte, sondern auch noch glaubte, Khivi würde ihm darauf eine Antwort geben können. Woher sollte er das wissen?
Jhaans Blick folgte Khivi, als jener doch noch davon abließ, durch den Kwoon zu spazieren, und sich stattdessen wenig später auf das Bett des Luftbändigers fallen ließ. Sollte er erleichtert sein? Oder sollte es ihn beunruhigen, mit was für einer Selbstverständlichkeit Khivi sich seine Schuhe von den Füßen zog, um sie achtlos auf den Boden zu werfen? Ratlos starrte er auf die dunklen Stiefel, während Khivis Worte ihn schon gar nicht mehr erreichten. Zu intensiv war das Rauschen, welches seinen Kopf eingenommen hatte und sich mit einem Tinnitus-ähnlichen Piepen in seinen Ohren vermischt hatte. Du hast mich getötet, brachte er statt einer Antwort über die Lippen, ehe er sich wieder zu Khivi drehte. Es war nur ein Traum gewesen und doch so viel mehr als das, denn kein Traum der Welt; ihrer Welt fühlte sich so real an. Es waren die Geister gewesen, welche sie ihn diese Situation gebracht hatten, doch am Ende waren jene auch nicht mehr gewesen, als diejenigen, welche den Grundstein für ihr Dilemma gesetzt hatten. Der Rest hatte in ihren Händen gelegen. Es waren ihre Entscheidungen gewesen, welche sie letztlich dorthin geführt hatten und sich nun mit einem metallischen Geschmack auf seine Zunge legten, als er wieder zum Sprechen ansetzte. “Das war keine Vorhaltung.” Oder sollte es zumindest nicht sein, auch wenn Jhaan nicht wusste, was es sonst sein sollte. Warum er es schon wieder aussprach. Geschweige denn, was genau er von Khivi hören wollte. “Weiß ich nicht”, beantwortete Jhaan also Khivis Frage, ehe er seinen Blick schon wieder auf seine eigene Hand senkte und die geisterhafte Erscheinung musterte, welche ihr wie ein Schatten folgte. Aber Schatten besaßen kein Eigenleben. Die Finger eines Schattens tanzten nicht vor sich hin, während er seine Hand doch eigentlich so still hielt, wie es ihm möglich war. Kopfschmerzen. Es mussten die Kopfschmerzen sein, die ihn nun Dinge sehen ließen, die nicht wirklich da waren. Oder das schlechte Licht. Eins von beiden. “Magst du noch Tee?”, sprang er schon wieder zu einem gänzlich anderen Thema. Nach einem frisch aufgekochten Kräutertee würde es ihn bestimmt besser gehen. Ihm wäre wieder warm, die Kopfschmerzen würden von ihm ablassen und vielleicht würde er etwas schlafen können. “Ich kann uns Tee kochen”, wiederholte er deshalb noch einmal, wenn auch leiser, während Khivi es sich scheinbar schon in seinem Bett gemütlich gemacht hatte. Mit einem Tee würde er sich vielleicht auch den metallischen Geschmack aus dem Mund spülen können, der mit jedem Wort, welches er über die Lippen brachte, nur noch intensiver zu werden schien. Und so sehr, wie seine Nase zu laufen schien, würde ihm etwas heißes zu Trinken auch sicherlich nicht schaden. Dass es sich dabei nicht einfach nur um einen blöden Schnupfen handelte, realisierte er auch dann nicht, als er ein paar dunkle Flecken auf dem Ärmel seines übergroßen Hemdes hinterließ, kaum, dass er sich mit jenem unter der Nase entlang gewischt hatte. Stattdessen stand er noch immer etwas verloren und wackelig in der Mitte des Raumes und wartete auf eine Antwort des Älteren. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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