Are we dancing after death?
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girlbossing 2 close 2 the sun
28.10.2021, 17:19
Er rieb sich über die schweren Lider; dabei war er nicht müde, sondern immer noch zornig. Egal, ob man ihm beschwichtigend oder herausfordernd begegnete: alles in dem Himitsu war unerträglich sauer. Er hangelte sich von einem Moment zum nächsten, aber auf eine unangenehme Art und Weise blieb er doch immer gleich. Seine Reaktionen waren in ihrer Unbeständigkeit dennoch vorhersehbar, insbesondere auf Vorhaltungen erwartete wohl niemand, dass er sonderlich … positiv reagierte. Wahrscheinlicher war, wie es tatsächlich einkehrte: er tränkte seine Worte in eine Bitterkeit, die nicht verbergen konnte, wie überaus unzufrieden er mit der Behandlung, die er durch Jhaan erfuhr, war. Selbst Jhaan konnte es ihm nicht recht machen; es war vermutlich besser, dass er es nicht einmal mehr versuchte. Dass er stattdessen stumm und starr wurde, wie ein in Ölfarben gebanntes Abbild des Mondes.
Eigentlich konnte er es Jhaan nicht verübeln, dass dieser nach Antworten verlangte. Doch verständlicherweise wollte Ikharus nicht, dass Jhaan ihn erforschte, oder dass er auch nur verstand, was Khivis Aufgabe in Ba Sing Se war. Nicht, weil er glaubte, diese Information wäre bei seinem einstigen besten Freund nicht sicher (auch wenn ihm zu vertrauen ebenfalls schwer, wenn nicht sogar unmöglich war), sondern weil er sich nicht erklären wollte. Hinzu kam die Frage, wie Jhaan die Wahrheit verkraften sollte, wenn er bereits unter einem bloßen Traum derartig litt. Reichte es nicht aus, dass er von Ikharus’ Zerstörungswut wusste, sie früher im Tempel ebenso erlebt hatte, wie seine Zweifel, seine Traurigkeit, sein Alles? Jhaan musste nicht auch noch wissen, wie verantwortlich Ikharus für das Leiden von Luftbändigern tatsächlich war. Konnte er nicht einfach seine Lüge, er sei nur ein ‘Fischhändler’, schlucken und sein Gewissen damit beruhigen? Ikharus wehrte sich bestens danach, sich von Jhaan aufs Schafott stellen zu lassen, indem er ihn verhöhnte. Dabei pflanzte er sich wie selbstverständlich auf das niedrige Lager des Luftnomaden und zog seine Stiefel von den Füßen; als wäre gar nichts dabei. Aber Jhaan hatte ihn immerhin eingeladen, warum sollte er sich also in Zurückhaltung üben? War es nicht das, was Jhaan wollte? Wenn er etwas anderes im Sinn hatte, dann ließ es Jhaan doch nicht verlauten. Er hatte ihm noch immer den Rücken zugewandt, während Ikharus es sich erlaubte, seine Augen für ein paar Sekunden zu schließen, als wenn er nicht noch immer zum Bersten angespannt wäre. Er hob die Lider erst wieder, starrte einen Moment ins Nichts, als Jhaan zu seiner Erleichterung nur schwach reagierte. Er bestand nicht darauf, seine Antworten zu erhalten. Er stellte nicht einmal Ikharus’ Lüge infrage, vielleicht weil er doch weniger auf Zerstörung aus war als Ikharus. Vielleicht hatte er es aber auch einfach nur verlernt, Ikharus zu durchschauen. Das war keine Vorhaltung. »Was ist es dann?« Schwer atmete Ikharus ein, kaschierte durch ein leises Stöhnen, wie viele andere Worte ihm noch auf der Zunge lagen. Aber er sollte froh sein, dass Jhaan zu schwach war, nachzuhaken. Langsam stützte der Feuerbändiger seinen Oberkörper ab und schickte seinen Blick zurück in die Richtung des schmächtigen Luftbändigers — und erstarrte. Jhaan hatte sich ihm wieder zugewandt, doch während er irgendetwas typisch Ausweichendes von Tee faselte, das Ikharus nur wenig interessierte, hatte sich Blut auf seinem Hemd ausgebreitet — auf seinen Ärmeln, um genau zu sein, und rann ihm über die Lippen. Einmal wischte Jhaan darüber, schien aber selbst nicht zu bemerken, dass er blutete. Dabei starrte er auf seine Hände, wie als würde er sie nicht sehen. »Du blutest«, machte Ikharus ihn prompt darauf aufmerksam. Dann setzte er sich ganz auf, raufte sich für einen Moment die Haare, während er Jhaan betrachtete. Er überlegte. Er überlegte wirklich, ihm zuhilfe zu eilen, aber stattdessen griff er langsam, Jhaan in diesem Moment seinem eigenen Nasenbluten überlassend, wieder nach seinen Stiefeln und begann zurück in sie zu steigen, sie ruckartig zusammenzubinden, den Blick nicht noch einmal zu Jhaan schwenken lassend. Stattdessen murmelte er: »War ‘ne bescheuerte Idee, herzukommen. Mein Fehler. Mein Fehler.« Ruckartig schnürte er seinen Stiefel zuende, blieb dann aber noch einen Moment benommen sitzen. Mit einer Hand richtete er sich in Ruhe den eigenen Kragen, aber es wirkte vielmehr, als würde er während des taumelnden, angestrengten Denkens um Zeit schinden. Bis er schließlich wieder zu Jhaan hinauf sah, ihn lang und aufmerksam betrachtend, wie als sei er sich nicht sicher, ob Jhaan ihn überhaupt hörte, ihn sah, ihn auch nur bemerkte. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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