in the shadow of the moon
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melancholic pain in the ass
15.11.2021, 14:58
Das möchte ich hoffen. Rune lächelte zäh, obwohl dies unter dem gesichtsverdeckendem Schal nicht zu erkennen war. So verschwiegen er war, so sehr liebte er doch die Sprache und Worte waren stets seine Waffe gewesen. Sie waren allerdings auch ein Mittel der Höflichkeit und dieses wurde von der schroffen Zunge der Adligen beschnitten. Er hatte Inuri nie für besonders charmant gehalten und war zu Kindertagen nicht ohne Grund ihrem Bruder zugeneigter gewesen, dem man trotz jedem Mangel an Grips doch zumindest zusprechen musste, dass er wusste, wie er Massen begeistern und von sich einnehmen konnte. Inuri mangelte es an dieser Qualität, hatte sie doch nie wirklich den Schatten ihres Bruders verlassen können und sich in ein Licht gehoben, das sie glänzen ließ. Sicherlich hatte die Dame, der von kleinauf eingetrichtert wurde, wie man gefiel und sich engagierte, Seiten, die sie sympathisch machen könnten. Nur glänzte sie in dieser Hinsicht mit vornehmlicher Bescheidenheit, zumindest in Runes Augen. Aber es war auch nicht in beider Interesse, dass sie einander liebten und bewunderten. Es war auch nicht die Vision, die Rune von ihr hatte. Sie sollte nicht die allseits geliebte Galionsfigur des Widerstandes werden. Die Leute brauchten nicht noch einen blasierten Pinkel mehr, der bewundert und bejubelt werden wollte. Rune wollte sie in der Rolle einer Ikone für Beständigkeit, Loyalität und Stabilität. Das Volk schrie nach jemanden, der sich nicht mit dem Feind verbrüderte und einen Frieden beschwor, nachdem es nie verlangt hatte. Es wollte Fortschritt und Wohlstand, keine Vermischung der Grenzen. Dieser nationalistische Gedanke passte Rune nicht, aber er glaubte die Spielfiguren dieser Rebellion mit den eigenen zusammenführen zu können. Ein Ende von Zosins Ära und ein Durchbrechen von Ares Aufstieg könnte ein Ende der kriegerischen Ausbeutung und der Verfolgung der Luftbändiger bedeuten. Im Grunde wollte Rune natürlich jedes Herrschaftssystem in Staub und Asche sehen, aber das Alter hatte seinen Idealismus in dieser Hinsicht realistischer werden lassen und so war das Bündnis zwischen ihm und Inuri auch seiner Sache dienlich, obwohl auch das steife Weibsbild an seiner Seite ihn, in dem was sie verkörperte, anwiderte.
Sie schnaubte abfällig als sie vor dem Spalt zwischen den rauen Steinwänden stehenblieb und er sie fragte, ob sie bereit sei. Bei Raava, ihre Gesellschaft war in vielerlei Hinsicht eine Zumutung. Er nickte also bloß leicht und hielt weitere Worte nicht länger für nötig. Rune ging voran und schob sich zwischen die kalten Steinwände. Dunkle Kälte umschloss sie. Das raue Material des Steins riss an seinen Kleidern wie zuvor der Wind und man konnte bestreiten, dass die eng aneinander liegenden Wände eine beengende Wirkung haben. Der Weg begann unangenehm, recht beschwerlich, aber nach einigen Metern wurde der Weg breiter und Fackeln erleuchteten die Strecke. Sie näherten sich dem Kern der verborgenen Kraterhöhle. Mit jedem Schritt wurde es lautern. Aus Flüstern wurden Rufe und man konnte aus dem aufgebrachten Schwall kaum einzelne Sätze verstehen. Rune reichte Inuri wieder den Arm als der Gang breit genug war, dass sie nebeneinander gehen konnten. Vor ihnen lag das Innere der Kraterhöhle. Ein mehr oder minder runder Raum, in dem sich Menschen dicht an dicht drängten. Rune manövrierte die beiden geschickt, um die Masse herum. Sie konnten ein wenig abseits der Versammlung stehen und das Geschehen beobachten, so standen sie nicht im Pulk der Menschen und doch nicht so weit entfernt, dass sie kein Teil davon wären und sich in auffälliger Distanz hielten. Neben ihnen standen weitere kleine Grüppchen. Junge Leute, Greise, Mütter und Väter. Es war keine homogene Masse. Auch die Klagen der Leute waren vielstimmig. Aber sie verstummten als eine kleine Gruppe schwarz gekleideter Leute auf eine sporadisch errichtete Bühne trat. herkunft Capital City
stand Oberschicht
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Berater
größe 1,81
erscheinung
Wenn Rune den Mund nicht aufmacht, dann könnte man meinen, dass ihn das Gefängnis gänzlich gebrochen hat. Dem kantigen Gesicht mutet eine bittere Melancholie an und sein seltenes Lächeln erscheint immerzu zäh und hoch ironisch. Sein Auftreten unterliegt einem spöttischen Ernst. Jede Geste und jede Mimik zeichnet eine nahezu zwanghafte Gleichgültigkeit. Trotzdem ist ihm sein elitärer Hintergrund anzuerkennen, denn Rune ist die Arroganz eines reichen Pinkels noch immer in den Leib geschrieben. Seine Kleidung ist immerzu hochwertig und ordentlich. Obwohl er ein recht guter Feuerbändiger ist, ist seine Waffe der Wahl die Sprache, weshalb er nie in Rüstung oder dergleichen gekleidet ist. Das schwarze Haar trägt er an den Seiten kürzer, manchmal fällt es ihm in das blasse Gesicht.
Wie jeder in seiner Familie hat Rune blaue Augen. Manchmal blass und trüb wie Nebel, manchmal stechend und kühl wie Eis. Rune ist 181 cm groß und seine Statur weder besonders hager, noch besonders trainiert. An den Armen und Schultern sind seine Muskeln vom Bändigen definiert, sonst wirkt er eher schlaksig. Auf dem Rücken hat er einige schlecht verheilte Brandnarben von seiner Auspeitschung – die einzigen Anzeichen darauf, dass er sein Leben nicht durchgängig mit goldenem Löffel im Mund verbracht. Besonders die eleganten Hände mit den langen Fingern weisen auf sein schreiberisches Talent und seinen Status als Gelehrter hin. Obwohl er nun nicht unbedingt danach aussieht, ist sein Gesicht in der Feuernation noch immer eines, das danach lechzt geschlagen zu werden.
gespielt von jui
(sie/ihr) |
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in the shadow of the moon - von Rune - 18.08.2021, 16:12
RE: in the shadow of the moon - von Inuri - 21.08.2021, 13:28
RE: in the shadow of the moon - von Rune - 24.09.2021, 20:22
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