Are we dancing after death?
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forget-me-not
20.11.2021, 15:30
Die Geister straften seine Lügen. Auch wenn Jhaan überzeugt davon war, die Wahrheit zu sagen, weil er auch gar nicht anders konnte, wussten sie es besser als er, denn was waren seine Worte, wenn nicht eine Vorhaltung, welche er Khivi machte? Natürlich wollte er Antworten; natürlich wollte er eine Erklärung dafür, was in dieser Nacht passiert war, doch entweder konnte Khivi ihm diese selbst nicht geben, oder er wollte es schlichtweg nicht. Ihm mehr oder weniger Vorwürfe für das zu machen, was er getan hatte, erschien Jhaan fast schon der einzige Weg zu sein, um überhaupt irgendetwas diesbezüglich aus dem anderen heraus zu bekommen - zugleich war Jhaan aber auch immer noch Jhaan und so genügte der harscher werdende Ton in Khivis Stimme, um ihn zurückrudern zu lassen, in der Hoffnung, sie beide vor einem Streit zu bewahren. So war es doch immer. Sobald sich etwas Unruhe zwischen ihnen aufbauschte, versuchte Jhaan die Wogen zu glätten - aber eine Antwort auf seine Fragen bekam er damit nie. Stattdessen war es die Wut der Geister, welche ihm mit einem stechenden Schmerz in den Schläfen daran erinnerten, dass er sehr wohl wusste, was er von Khivi hören wollte. Aber gewillt dies offen auszusprechen, war der ach so friedfertige Luftbändiger trotz des Hohns, welchen er spürbar von den Geistern erntete nicht. Stattdessen begann er etwas davon zu faseln, ob er ihnen Tee kochen sollte, während sein Schatten in den Spott der Geister mit einstieg und wild um seine Finger herumtanzte. Für einen Augenblick verlor Jhaan sich in dem Bild, welches sich vor ihm abzuspielen schien, dann war es erneut Khivis Stimme, welche ihn den Kopf heben und seine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Du blutest. Als würde er ihn nicht verstehen, blinzelte Jhaan ein paar Sekunden lang fast schon benommen in Khivis Richtung, dann hob er eine seiner Hände und fuhr mit ihr über seine Kehle. Die vereinzelten Tropfen, welche über seine Lippen und sein Kinn hinab geronnen waren, benetzten seine Finger, doch die Spuren einer Wunde blieben ihm verborgen. Dabei war er sich fast schon sicher, die gleißend heiße Klinge auf seiner Haut spüren zu können. Khivi mochte noch ein paar Schritte von ihm entfernt auf seinem Bett sitzen und damit beschäftigt sein, sich seine Stiefel wieder über zu ziehen, aber für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Jhaan ihn direkt vor sich stehen zu haben. Zwischen lichterloh brennenden Bäumen und um ihren Atem ringender Asche, mit dem Geschmack von Blut und salzigen Tränen auf seinen Lippen. Nur damit Khivi ihn hier wieder sich selbst überlassen konnte. Ihn alleine sterben lassen konnte. “Warum?” Jhaan blinzelte noch ein paar mal träge, dann trat er näher an Khivi heran. Ließ sich vor ihm auf dem Boden nieder und begann mit trägen Fingern, die Schnüre seiner Schuhe wieder zu öffnen, als könnte er ihn damit vom Bleiben überzeugen. “Du bist doch nur ein einfacher Fischer”, wiederholte Jhaan murmelnd Khivis Worte von zuvor, während er an dem Knoten der Schnürsenkel versagte. “Nur ein Fischer-“ Und vor was sollte ein Fischer schon fliehen wollen, wenn sein Leben doch im Grunde nur daraus bestand, den lieben langen Tag zu fischen? Etwas anderes tat er nicht; etwas anderes hatte keine Bedeutung in seinem Leben. Das einzige Blut an seinen Händen war das der Fische - nie im Leben würde das eines Menschens an ihm haften. Nicht einmal im Traum, denn das war ja auch nicht Khivi gewesen. Khivi saß hier. “Khivi der Fischer”, wiederholte Jhaan es noch einmal, ehe er von den immer noch halb verknoteten Schnürsenkeln zu dem Älteren hinauf sah. “Wenn Khivi ein Fischer ist, was trägt Ikharus dann für eine Uniform?” herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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