in the shadow of the moon
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beware the bite of the turtleduck
22.11.2021, 14:45
Ihr fielen hundert andere Orte ein, an denen das Treffen von widerständigen Gruppen deutlich angenehmer zu erreichen gewesen wäre. Kein schmaler Pfad gefährlich nah am Meer und den Klippen entlang, keine Felswände, zwischen denen man sich hindurch zwängen musste. Sie wünschte sich auch nur eine solcher Veranstaltungen, wo man im Warmen sitzen und eine Tasse Tee trinken konnte, anstatt mitten in der Nacht sein Leben aufs Spiel zu setzen. Auf der anderen Seite tat man dies sowieso, indem man sich auf solch ein Treffen bedarf - und die Gefahr entdeckt zu werden wurde nur größer, wenn man sich in einem bequemen Gebäude mit Bediensteten traf. Sie an einem Ort wie diesem hier zu treffen war ein nötiges Opfer. Was Inuri allerdings nicht davon abhielt sich in diesem Moment, wo sie sich hinter Rune zwischen den Felswänden entlang quetschte, an einen gänzlich anderen Ort zu wünschen. Schon alleine, damit sie von derartigen nächtlichen Ausflügen befreit wurde, hoffte sie, dass der Widerstand erste Erfolge damit verzeichnen konnte die allgemeine Stimmung der Nation gegen den Ersten General zu lenken. Das ihr das auch aus rein persönlichen Gründen einiges an Genugtuung bereiten würde, musste niemand außer ihr selbst und Rune wissen. Selbst letzterem band sie dies nicht unbedingt auf die Nase, doch sie war sich sicher, dass der Mann sich vor allem mit seinen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit ihrer Familien auf den Ascheninseln würde zusammen reimen können, was ihre ganz persönliche Meinung über seinen Sandkastenfreund war.
Endlich öffnete sich der enge Pfad zu einer Höhle, in der sich bereits eine große Anzahl an Menschen sammelten. Unauffällig stellte die Adlige sicher, dass ihre Verkleidung noch richtig saß und keinerlei Hinweis auf ihre eigentliche Identität Preis gab. Erst dann ergriff sie wieder den, dieses Mal sogar dargebotenen, Arm von Rune und ließ sich von dem Mann an einen minimal weniger vollen Bereich der Höhle, am Rand der Masse, führen. Während er darauf konzentriert war sie an den Menschen vorbei zu manövrieren, konnte sie in Ruhe ihren Blick über die Anwesenden wandern lassen. Es kam alles andere als überraschend, dass es sich dabei vornehmlich um das einfache Volk handelte. Es war schwierig all ihre Ängste, all ihre Sorgen, all ihren Unmut zu verstehen. Sie wurde nicht so geliebt wie Ares, hatte nicht so viel Macht wie der Mann - und doch war ihre Position um ein vielfaches besser als jene der Menschen, die sie hier versammelt sah. Nein, sie verstand kaum, was diese Personen des Nachts aus ihrem Haus trieb, solange es nicht die Angst um das eigene Überleben und jenes der Geliebten war. Aber sie würde lernen so zu tun als ob, wenn es das war, was es brauchte, um an ihr Ziel zu gelangen. Sie würde lernen, was diese Personen antrieb und es für ihre eigenen Zwecke nutzen. Mit dem allgemeinen Verstummen der Masse richtete sich auch die Aufmerksamkeit Inuris auf die Gruppe an Menschen, welche auf die provisorische Bühne getreten waren. Auch sie waren, zumindest soweit man ihnen dies ansehen konnte, zusammengestellt aus den verschiedensten Umständen des einfachen Volks - nur vielleicht etwas besser darin ihren Unmut auf gehobene Weise zu verbalisieren. Besser darin ihre Wut in eine gezielte Richtung zu lenken: Die kürzlichen Nachrichten darüber, dass die Ehe vom Roten Drachen und der Rosenprinzessin einen Erben hervor gebracht hatte. Oh, noch war das Kind lange nicht geboren, doch alleine der Ausblick darauf hatte die ganze Nation in Aufregung versetzt. Wo es für das einfache Volk kaum ein Problem darstellte, dass ein Angehöriger der Feuernation mit jemanden anderer Herkunft - und gar noch dazu fähig ein anderes Element als Feuer zu bändigen - Kinder zeugte, wurde jemand wie Ares da mit einem ganz anderen Maß bemessen. Selbst wenn das Kind dazu fähig wäre Feuer zu kontrollieren wie sein Vater und nicht zu einem Erdbändiger wurde, wie seine Mutter - oder gar ein Nichtbändiger; oh, wäre das nicht eine Ironie -, so würde man doch nicht abstreiten können, dass fortan in der Linie des Roten Drachen nicht nur das Blut des Feuerlords floss, sondern auch jene des Erdkönigs. Ein Umstand, an dem sich zumindest Inuri nicht wirklich störte. Sie hatte die Kundgebung der Schwangerschaft aus gänzlich anderen Gründen in Aufruhr versetzt. Doch zumindest der anwesende - oder sprechende - Teil der einfachen Bevölkerung schien merklich Anstoß daran zu nehmen, dass es auf so hoher Ebene zur Verwässerung der Adelslinie kam. Ein Verrat an der Nation. Wenn das Ares hören würde. Nein, lieber nicht. Er würde auch ohne diese Anschuldigungen ohne zu zögern jede einzelne Person in dieser Höhle in ein Häufchen Asche verwandeln. Mit ihr und Rune würde er dabei vermutlich sogar anfangen und den Prozess besonders langwierig und schmerzhaft gestalten. Die Nichtbändigerin löste ihre Hand vom Arm ihres Begleiters und verschränkte sie vor der Brust, in der Kopie einer jungen Mutter ein Stück näher an der Bühne dran. Nur kurz betrachtete sie dabei den sichtbaren Ausschnitt von Rune, im Versuch einschätzen zu können was er von all dem hielt, bevor sich ihre Aufmerksamkeit wieder zurück auf die Gruppe auf der Bühne richtete. herkunft Capital City
stand Königsfamilie - Feuer
alter 43 Jahre
gender Weiblich
bändigung Nichtbändigend
beruf 2. Thronfolger
größe 1,72
erscheinung
Es lässt sich nicht abstreiten, dass sie physisch niemals mit ihrem Bruder wird mithalten können, ist die Geburt ihres Sohnes doch das Anstrengendste, was ihr Körper jemals durchmachen musste. Die helle Haut ihrer zierliche Gestalt wird gewöhnlich verhüllt von schwarzen Kleidern unterschiedlicher Länge, die alle miteinander gemeinsam haben, dass sie so viel wie möglich von ihren Armen unbedeckt lassen. Nur zu besonderen Anlässen trägt Inuri auch einmal andersfarbige Kleider. Dennoch steht sie mit ihren 1,72 Metern Größe nicht minder aufrecht, erhebt den Kopf nicht weniger stolz, als der General.
Es sind vor allem ihre grünen Augen, welche wie zwei Aventurin im von langen, dunkelbraunen Haaren umrahmten rechteckigen Gesicht sitzen, die die meisten Menschen inne halten lassen. Die Blicke der Zweiten in der Thronfolge der Feuernation scheinen sich bis zum Innersten einer Person zu bohren, deren Innerstes offenzulegen, ganz ohne das man dies will - oder sie ein einziges Wort sagen muss. Dabei ist die Stimme von Inuri ebenfalls nicht zu verachten, ist sie doch dazu in der Lage mit Leichtigkeit sowohl mit kommandierender Brust-, wie auch einfühlender Kopfstimme zu sprechen, maskulin genauso wie feminin zu klingen, je nachdem, was ihr gerade am meisten zuträglich ist.
gespielt von Bellamy
(er/seine) |
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in the shadow of the moon - von Rune - 18.08.2021, 16:12
RE: in the shadow of the moon - von Inuri - 21.08.2021, 13:28
RE: in the shadow of the moon - von Rune - 24.09.2021, 20:22
RE: in the shadow of the moon - von Inuri - 15.10.2021, 15:45
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RE: in the shadow of the moon - von Rune - 14.06.2022, 18:48
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