Are we dancing after death?
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girlbossing 2 close 2 the sun
26.11.2021, 13:12
Ikharus gehörte nicht nach Ba Sing Se, ebenso wenig wie in diesen Kwoon, und doch hatte er sich hierher geflüchtet. Dabei konnte er weder sich, noch Jhaan ausreichend erklären, warum er hier war. Warum es eine bescheuerte Idee gewesen war? Dafür hingegen gab es tausend guter Gründe. Kein Wunder, dass er gegen sie gehandelt hatte, scheute er sich doch nicht davor, den weniger begangenen Pfad einzuschlagen. Den, der von Bäumen gesäumt wurde, deren Rinde blutete, deren Äste sich tropfend und dunkel um einen schlangen — bis das Dickicht so dicht um einen gewoben war, dass weder Mondlicht noch Sonnenstrahlen einen erreichten.
Wenn er sich Trost von seinem »Besuch« im Kwoon erhofft hatte, wurde diese Hoffnung bitter enttäuscht. Jhaan verschaffte ihm nicht die Absolution, nach der es ihm verlangte, sondern nur neuerlichen Schmerz. Wie konnte Ikharus auch glauben, Jhaan würde die innere Zerrissenheit in seiner Brust flicken können, wenn er doch ihr Verursacher war? Weder vor noch zurück. Weder konnte er bleiben, noch konnte er einfach so gehen. Obwohl Ikharus seine Schnürsenkel demonstrativ zugebunden hatte, blieb er sitzen, wo er war — ob sich das noch einer vagen Hoffnung zuschreiben ließ oder er einfach nur zu wattig im Kopf war, um schneller zu agieren, war ihm selbst ein Rätsel. Fakt war jedoch, dass er sich nicht wehrte, als Jhaan vor ihm auf die Knie sank und die Schnüre an seinen Stiefeln wieder zu lösen versuchte. Blutspuren zogen sich von seiner Nase über seine Lippen bis zu seiner Kehle, wo sie von den blassen Fingern verschmiert worden waren. Auch an seinen Händen, mit denen er sich an den Schnüren abmühte, klebte Blut. Ein kalter Schauer rann über Ikharus’ Rücken, begleitet vom heißen Glühen der Scham in seinen Eingeweiden. Aber obwohl seine Finger zuckten und er das erbärmliche Bedürfnis hatte, das Blut, das viel zu sehr an ihren geteilten Traum erinnerte, fortzuwischen, hielten Jhaans Worte ihn auf Abstand. Khivi der Fischer. Fast hätte der Himitsu aufgelacht, aber auch das Geräusch blieb ihm in der Kehle stecken. Stattdessen schnaufte er. Jhaan sah ihn bei den Worten nicht einmal an. Sein Blick blieb auf die verknoteten Schnürsenkel gerichtet, die sich nicht seinen Fingern beugen wollten. Dann, endlich, hob er das blasse, ovale Gesicht zu ihm an. … was trägt Ikharus dann für eine Uniform? Seine angespannten Schultern straften die träge Geste, mit der Ikharus sich vorbeugte und seine Unterarme auf den eigenen Oberschenkeln abstützte, Lügen. »Wer, denkst du, hat mich nach deinem Verrat aufgenommen?« Eine nette Fischerfamilie ganz bestimmt nicht. Kaum hatten die Worte, höhnisch und doch leise und sanft wie eine verquere Liebkosung, seine Lippen verlassen, schnellte seine Hand vor und schloss sich um Jhaans Kehle. Die Blutspur verschwand unter dem Griff; endlich war die Erinnerung unsichtbar. Endlich verhöhnte sie ihn nicht mehr. Aber seiner Hand mangelte es an Kraft — er übte keinerlei Druck auf den Hals des Luftbändigers aus, sondern überließ es seiner sich überschlagenden Stimme, Jhaan den Atem zu verweigern. »Habt ihr mich nicht verstoßen?« Ihr. Immer, wenn es um Schuld ging, stapelte er einen von Jhaans Art auf den anderen, wie als könne er damit verschleiern, dass der Einzige, dem er tatsächlich Schuld zuschrieb, der Mann war, der hier vor ihm kniete und ihn einerseits hier behalten wollte, ihn andererseits aber mit seinen Worten von sich stieß. »An wen hätte ich mich schon wenden können, wenn nicht an mein Volk — an meine echte Familie?« Das war die Uniform, die er trug, zumindest im weitesten Sinne. Es war die Uniform, die ihn anschrie, hier und jetzt endlich das Richtige zu tun und seine Hand zuschnappen zu lassen. Wie leicht es wäre. Sie waren allein. Der einzige Mensch, der Jhaan vermissen würde, war nicht hier, um ihn zu schützen. Nun, nicht der Einzige — denn bei Vaatu, leider war da immer noch Ikharus selbst. Und wie, als würde der Gedanke ihn wieder zur Besinnung kommen lassen, lockerte sich die Hand um Jhaans blutverschmierte Kehle. Zugleich kletterte ein Grinsen so makaber wie ein Schlag in die Fresse auf seine Lippen, das mehr Rüstung und Schild war, als jegliche Regung zuvor. »Du kennst mich doch: ich trage die Uniform, die mir am besten steht.« herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen) |
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