Are we dancing after death?
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forget-me-not
07.12.2021, 03:09
Jhaan war ein Verräter und seine Flucht aus dem nördlichen Lufttempel hatte dies nur noch einmal bewiesen. Nicht nur hatte er seinen Brüdern in einer Zeit, in welcher ein jeder von ihnen um ihr Leben bangen musste, den Rücken zugekehrt - er war auch ohne ein einziges Wort verschwunden. Hatte seine Sachen gepackt, Rui und Soma genommen und war einfach gegangen. Ohne eine Erklärung; ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie viele Sorgen man sich um ihn und sein Verbleiben machen würde. Nur, weil er genau das nicht mehr ertragen hatte. Dass er ihnen und ihrer Hilfe damit im Grunde auf die Füße trat; ihnen in all seiner Undankbarkeit auch einfach mitten ins Gesicht hätte spucken können, war ihm in all seinem Egoismus noch nicht einmal bewusst geworden. Aber was erwartete man auch von einem Verräter, der bereits in Teenager-Jahren nur an sich selbst gedacht hatte? Kein einziges Mal war es damals für ihn in Frage gekommen, mit Khivi den nördlichen Lufttempel zu verlassen. Statt den Menschen, der ihm laut eigener Aussage doch stets am wichtigsten gewesen war, dabei zu unterstützen, endlich einen Ort zu finden, an welchem er sich willkommen und zuhause fühlen würde, hatte Jhaan bewiesen, wie viel ihm wirklich an dem anderen lag, indem er zwar versucht hatte, ihn zum bleiben zu bewegen, ihn am Ende des Tages aber doch einfach hatte gehen lassen. Nicht, weil er geglaubt hatte, es würde so einfacher für Khivi sein, sondern schlichtweg weil es für ihn selbst einfacher gewesen war, im nördlichen Lufttempel zu bleiben und Khivi trotz dem engen Band, welches zwischen ihnen bestanden hatte, fortziehen zu lassen. Oder zumindest hatte er geglaubt, es würde einfacher sein. Welche Folgen seine Entscheidung selbst über ein Jahrzehnt später noch haben würde, dämmerte ihm erst jetzt. Jetzt, wo es schon längst zu spät war und er auch auf Knien und noch so viel betend nichts an ihrer Situation ändern konnte.
Würde es ihnen jetzt besser gehen, wenn er damals mit Khivi gegangen wäre? Oder hätte er den Älteren früher oder später ohnehin verraten? Unschlüssig zupfte Jhaan an den Schnürsenkeln, deren Knoten unlösbar schienen, ehe er die blässlich-braunen Augen zu Khivi hob. Bevor er jedoch überhaupt darüber nachdenken konnte, wer Khivi nach seinem Verrat aufgenommen hatte, schnellte die Hand des anderen auch schon nach vorne. Eisige Finger schlossen sich um seinen Hals, ließen Jhaan zu Eis gefrieren, doch auch wenn sie (noch) keinen Druck auf seine Kehle ausübten, schien jeglicher Atem erstickt. Vielleicht hätte er sich Khivis Griff entziehen können; hätte nur etwas weiter nach hinten rutschen oder aufstehen müssen und er hätte von ihm abgelassen. Doch Jhaan schaffte es nicht, sich auch nur einen Zentimeter zu rühren. Starrte stattdessen weiterhin in die nachtschwarzen Augen des anderen und konnte ihm noch viel weniger widersprechen, weil er Recht hatte. Sie hatten ihn verstoßen. Andernfalls hätten sie ihn nicht gehen lassen; andernfalls hätte Khivi überhaupt nicht erst das Bedürfnis gehabt, sie zu verlassen. Aber so hätte Jhaan es wohl eher verdient, wenn sich die Hand seines Freundes noch etwas enger um seine Kehle geschlossen hätte. Wie überaus gütig, dass Khivi trotzdem im nächsten Augenblick schon wieder von ihm abließ. Oder auch grausam, wenn man bedachte, wie sehr Jhaan sich doch nach einem Ende sehnte. Und doch war es Erleichterung, welche ihn durchflutete, kaum, dass die eisigen und zugleich glühend heißen Finger sich von seiner Haut lösten und nicht mehr, als einen seichten Abdruck hinterließen. Ein schiefes Grinsen legte sich auf Khivis Lippen und Jhaan erlaubte es sich endlich wieder Luft zu holen. Er atmete einmal ein. Aus. Doch weiter rühren tat er sich nicht. Stattdessen blinzelte er einen Augenblick lang vor sich hin, während sein Kopf zu arbeiten schien. “Also ist es wahr-“, das, was er im Traum bereits gesehen und von dem er doch gehofft hatte, es würde schlichtweg zu Maos Streich gehören. “-du gehörst zu ihnen.” Nicht nur zu den Leuten der Feuernation, sondern insbesondere zu denen, welche den Angriff auf den südlichen Lufttempel gestartet hatten. Jagd auf Luftbändiger machten. Und nun scheinbar verdeckt im Erdkönigreich agierten. “Haben unsere Brüder aus dem Süden wirklich einen Angriff geplant?” Er konnte es sich kaum vorstellen - aber zugleich hatte er nur wenig mit den Mönchen aus dem südlichen Lufttempel zu tun gehabt. Vielleicht war ja doch ein Funken Wahrheit an dem Ganzen. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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