the beating of a heart that i hid beneath the floor
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liberty or death
20.12.2021, 00:10
« Und während Zhira mit seligem Lächeln seiner Rede zu lauschen vorgab, wie alle zustimmend den Kelch hob und Zustimmung heuchelte, wenn es angebracht war, erbrach sie sich innerlich. Mehrfach. Stellte sich vielleicht sogar vor, wie sie dem Führer der Nation direkt ins Gesicht spie. »
![]() no time for second chancesI survive on bourbon, blood, and backward glancesAnd so, the scene beginsIhre Schritte hallten von den hohen Wänden aus dunklem Stein zu ihnen herab. Vom anderen Ende des langen Ganges waren Stimmen und Gelächter zu vernehmen; sie waren vermutlich unter den letzten Gästen, die bei den Feierlichkeiten eintrafen. Nicht, dass es Zhira sonderlich interessierte. Viel lieber würde sie schlicht und ergreifend gar nicht auftauchen. Aber es war egal, was sie wollte oder nicht wollte, natürlich war es das. Der Zweck war wichtiger als der Willen von sämtlichen Individuen, die für ihn kämpften. Und auch, wenn Rune und sie in diesem Moment nicht etwa in schweren Rüstungen auf dem Kriegsfeld fochten, sondern in viel zu teuren Kleidern die Hallen des Palastes auf dem Weg zu einem Festmahl durchquerten, waren sie doch genauso für besagten Zweck im Einsatz. Hier, um der Einladung Zosins Folge zu Leisten und die Ankunft vom Erdprinzen Ishar und seinem Gefolge zu zelebrieren. Den feinsten Wein trinken und den edelsten Braten essen, an einem Tisch mit dem roten Drachen, der mit dem Blut Unschuldiger an seinen Händen prahlte. Anstoßen mit den Menschen, die eine blutjunge, unerfahrene Frau an dieses Monster verkauft hatten, um ihre eigenen Hälse zu retten. Unbeschwert plaudern und lachen, während die Bürger aller Nationen unter den Handlungen eben dieses Feuerlords litten, der diese „Festlichkeiten“ veranstaltete. Es ekelte sie an. Alles. Und trotzdem wusste Zhira, dass eben solche Ereignisse zum Bewahren hübscher Fassaden und dem Bau von Allianzen essenziel waren – was wiederum die grundlegend für den Zweck war, der diesem Grauen endlich ein Ende bereiten würde. Also ging die Erbin nichtsdestotrotz weiter still neben Rune den Gang entlang, atmete an dessen Ende nur noch einmal tief durch, bevor sie schließlich durch die großen Flügeltüren schritt und die Höhle der falschen Drachen und feigen Dachsmaulwürfe betrat. Hunderte Kerzen und Feuer erhellten den großen Saal mit warmem Licht, ließen die dunkelpurpurne Wildseide ihres hochgeschlossenen, dunkelpurpurnen Kleides in einem rötlichen Ton glänzen. Die Wände waren geschmückt mit aufwändig gestickten Wandteppichen, bildeten verschlungene Drachen und Rosen ab – das Symbol, welches man zum Bild der morbiden „Einheit“, die heute zelebriert wurde, erklärt hatte. Die lange Tafel auf der anderen Seite des Saales war bereits mit dem feinsten Besteck gedeckt, Bedienstete standen an den Rändern, um den noch umherstehenden Gästen bereits kleine Häppchen anzubieten und – natürlich – Wein nachzuschenken. Innerlich lachte Zhira auf: sie würde sich den Abend nicht einmal schöntrinken können, denn Trunkenheit war das letzte, was sie für einen klaren, berechnenden Kopf gebrauchen konnte. Es wunderte sie jedenfalls nicht mehr im Geringsten, warum ihr Vater so oft zum Alkohol gegriffen hatte, wenn er von solchen Abenden nach Hause gekommen war. Anstatt länger in Gedanken zu verweilen, galt es nun jedoch, die hübsche Maskerade auszuführen und zu sozialisieren, so zuwider es ihr auch war. Mit höflichem Lächeln auf den dunklen Lippen begrüßte sie die ihr übergestellten in angemessener Reihenfolge, beginnend mit der Verneigung vor Ares und seiner Frau (wenn sie ihm auch stattdessen lieber in die arrogante Visage gespuckt hätte). Förmlich stellte man sie den Gästen aus dem Erdkönigreich vor, wie es sich gehörte, mit noch mehr Verneigungen und noch mehr hübschen Floskeln der Höflichkeit. Dann folgten eigentlich die Gäste aus der Feuernation, die Zhira bereits kannte – größtenteils weiterer Adel und „wichtige“ Militärsmänner und Berater. Doch noch bevor es dazu wirklich kommen konnte, folgte das verheißungsvolle Klopfen von Fäusten auf Rüstung und alle Stimmen im Raum verstummten ... Der Feuerlord, seine Lady und seine Mätresse betraten den Raum und die Häupter verneigten sich tief. Was folgte, waren Zosins große Worte des „Stolzes“ und der „Freude“, die man über diesen Abend empfände. „Verbündete“ und „Gemeinsamkeit“ waren auch darunter. Und während Zhira mit seligem Lächeln seiner Rede zu lauschen vorgab, wie alle zustimmend den Kelch hob und Zustimmung heuchelte, wenn es angebracht war, erbrach sie sich innerlich. Mehrfach. Stellte sich vielleicht sogar vor, wie sie dem Führer der Nation direkt ins Gesicht spie. Völlig absurd, insbesondere wenn man bedachte, wie trocken und gehalten die Bändigerin stets agierte – doch hatte sie schon früh gelernt, dass eine angemessene innere Fantasie essenziell war, wenn man solch heuchlerische Veranstaltungen und große Reden von Menschen, die mehr Monster als Mensch waren, mit (weitestgehend) gesundem Verstand überstehen wollte. Und als wenigstens dieser Spuk dann endlich vorbei war, und alle lächelnd in die Hände klatschten, das ein oder andere „Hört, hört!“ und „Ehre dem Feuerlord!“ gerufen wurde, wurde die Ablenkung dann auch etwas einfacher: denn es wurde zu Tisch gebeten. Ihre hasserfüllten Gedanken mit angemessener Eleganz verbergend, ging Zhira zu dem Sitzplatz herüber, zu dem sie gewiesen wurde. Natürlich hatte jeder wie immer seinen designierten Platz, je nach Wichtigkeit und Gefallen näher oder ferner vom Feuerlord. Und da die Erbin zwar nicht adlig war und ihr Vater in Ungnaden gestorben, aber durch die Waffenproduktion und das Vermögen ihrer Familie trotzdem noch hoch geschätzt, war ihr Platz an der Hälfte des Tisches … und zu ihrer bitteren Enttäuschung weit entfernt von Rune, den man ans Ende, zu den Rängen vom Hofarzt Bai und anderen eher ungnädig angesehenen Persönlichkeiten, verwiesen hatte. Welch Ironie, dass Zhira sich dort, unter denen, die die „Außenseiter“ unter der Elite sein sollten, so viel wohler fühlen würde. Dennoch ging sie brav weiter zu ihrem Platz, der unter sicherlich unausstehlichen Personen war, allerdings taktisch durchaus nützlich, um die Pläne der Tyrannen, die sie als eine von ihnen abtaten, mitzubekommen. Sie saß gerade für einen Moment und ließ ihren Blick über die große Runde gleiten, als neben ihr der Stuhl zurückgezogen wurde und sich jemand setzte. Wie es nun mal angemessen war, wand die Blitzbändigerin sich zu ihrem neuen Sitznachbarn um, um höflich lächelnd zur Begrüßung leicht zu nicken … da erblickte sie den Mann und prompt wurde aus dem simulierten Lächeln glatt ein tatsächliches. Eine nette Überraschung, die zumindest um der Sentimentalitäts Willen den Abend sicherlich wenigstens etwas erträglicher gestalten würde. „Der weiße Drache …“, murmelte sie lächelnd, während sie zu den geradezu leuchtenden Augen hochsah, die man niemals verkennen konnte, „Heute Abend sitze ich also neben einer wahren Legende“ Ein höfliches Nicken, welches eine bewundernde Verneigung andeutete – eigentlich durchaus sarkastischer, als man es von außen vermuten würde. Das Lächeln wurde zu einem zarten Grinsen, als Zhira wieder aufsah. „Womit habe ich diese Ehre nur verdient?“ herkunft Capital City
stand Oberschicht
alter 29 Jahre
gender Weiblich
bändigung Feuer
beruf Inhaberin
größe 1,69
erscheinung
169cm - lockiges, dunkelbraunes Haar - unter den dunklen, beinahe schwarzen Augen zeichnen sich meist Augenringe ab - schlanke, schmale Statur - olivfarbene Haut - lächelt selten - kleidet sich tendenziell in weinroten und auberginefarbenen, wenig geschmückten Kleidern
gespielt von Elle
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the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Zhira - 20.12.2021, 00:10
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Aphelion - 20.12.2021, 23:40
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Zhira - 18.01.2022, 17:05
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Aphelion - 03.03.2022, 14:56
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