the beating of a heart that i hid beneath the floor
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weißer Drache
20.12.2021, 23:40
“Und wenn du wieder da bist, musst du mir alles bis ins kleinste Detail genau erzählen”, drang die Stimme seiner Schwester an Aphelions Ohren, während er den Kragen seines Hemdes unter der Jacke zurecht zupfte und doch nicht umhin kam, sich ohne seine Uniform seltsam entblößt zu fühlen. Sicherlich hatte es etwas Befreiendes an sich, nach getaner Arbeit die schweren Panzer abzulegen und in etwas zu schlüpfen, was ihn nicht kontinuierlich daran erinnerte, wie viel Blut auf indirekter, aber auch direkter Weise an seinen Händen klebte, aber es war eine Sache, wenn er dies in seinen eigenen vier Wänden tat; an einem Ort, an welchem er sich wohl fühlte und welchen er vielleicht sogar als sein Zuhause betiteln würde - und es war eine komplett andere Sache, wenn man von ihm verlangte, in diesem ungezwungenen Aufzug unter jene Leute zu treten, bei denen selbst ein Lächeln nicht mehr als eine Maskerade war. Kein Lachen und schon gar keines der Worte, welche ihnen über die Lippen kamen, wurden auch nur von einem Funken Ehrlichkeit begleitet. Unterhielt man sich in einem Moment gut mit ihnen und glaubte, dass sie einem freundlich gesinnt waren, konnte man sich sicher sein, dass es nicht lange dauern würde, bis sie jegliche Informationen gegen einen verwenden würden - und sei es nur, indem sie sich hinter hervorgehaltener Hand einen Spaß daraus machten, über ihn herzuziehen. Die Suche nach etwas Aufrichtigkeit war auf einem Fest, wie dem heutigen, vollkommen vergebens. Auf gewisse Art und Weise glich es mehr einem Schauspiel, als einem Zusammentreffen zweier Nation, zur Feier ihres Friedens.
“-vor allem, wie sie ausgesehen hat! Man munkelt ja, sie wäre schwanger… Ich meine, warum sonst sollte man ihre Familie eingeladen haben? Ganz bestimmt nicht zum Wein verkosten”, plapperte Astraea weiter vor sich hin, wobei Aphelion sie kurz mit einem etwas skeptischen Blick bedachte. “Du scheinst dich ja neuerdings brennend für diesen ganzen Tratsch zu interessieren…” “Das ist kein Tratsch, das ist einfach nur Interesse daran, was um uns herum passiert - kann sich ja nicht jeder wochenlang auf See absetzen und alles ignorieren, so wie du!” “Mhh.” Ein Glück, dass ihm die Zeit fehlte, um sich nun in einer Diskussion mit seiner Schwester zu verlieren, auch wenn es ihm durchaus einen Stich in die Brust versetzte, dass sie scheinbar davon ausging, dass er nichts von dem, was zurzeit in der Welt geschah, mitbekam - oder er vielmehr davor flüchtete. Dass er mehr denn je mitten im Geschehen steckte; ihm der Ernst der Lage erst kürzlich durch den blutrünstigen Mord an drei seiner Soldaten im Hafen von Ba Sing Se wieder bewusst gemacht worden war, wollte er ihr zwar durchaus mitteilen - aber er konnte nicht. So falsch, wie es sich auch anfühlte, ihr gegenüber Geheimnisse zu haben, durfte er ihr nicht von dem berichten, was er in den vergangenen Wochen mitbekommen und erlebt hatte. Geschweige denn, was für Gedanken sich dadurch allmählich immer stärker in seinem Kopf manifestiert hatten. Es war zu ihrem eigenen Schutz. Und mit etwas Hoffnung nur vorübergehend, aber für den Moment blieb ihm nichts anderes übrig, als ihren Vorwurf hinzunehmen, ehe er sich auf dem Weg zum Palast des Feuerlords machte, um sich dort einer noch viel größeren Maskerade hinzugeben. Wie falsch sich das doch anfühlte. Nicht nur, so zu tun, als wäre er tatsächlich gerne dort, sondern auch mit den anderen zu speisen und zu trinken, als würde ihre Welt nicht mitten in einem Krieg stecken, dessen Frieden nicht mehr als ein Aufschub der Zeit war. Damit, dass man ihm Freundlichkeit und Wohlgesinntheit vorheuchelte, konnte Aphelion noch umgehen - wenn man es so sah, war er in dieser Sache meistens nicht viel besser, als sein gegenüber -, aber dass sie alle unter den Tisch schoben, welch Grausamkeiten sie überhaupt zu diesem Festmahl veranlassten, verdarb ihm nicht nur jeglichen Appetit, es widerte ihn auch an. Aber mehr als hinter einem aufgesetzten Lächeln einen mitleidigen Blick zu der jungen Prinzessin zu werfen, welche einen der größten Preise hierfür zahlen musste, konnte er in diesem Moment nicht tun. Der Rede des Feuerlords lauschte er nur halbherzig, verlor er sich doch recht schnell wieder mit den Gedanken bei seiner Schwester und dem schlechten Gewissen, welches sich ihr und auch seinen Eltern gegenüber allmählich immer schwerer auf seine Schultern legte. Aber ehe er sich noch mehr Vorwürfe, als ohnehin schon, machen konnte, erklärte Zosin seine Rede auch schon für beendet und man begann sie ihren Plätzen zuzuweisen. Daran, dass man ihn trotz seines Statuses als Admiral und weißen Drachen eher an den Rand der Militärgrößen ihrer Nation setzte (wobei er dadurch noch immer recht mittig am Tisch saß), hatte er sich schon längst gewöhnt. Was ihn vielmehr überraschte, war die Erkenntnis, wen man direkt neben ihn gesetzt hatte, denn kaum, dass er den Stuhl zurückgezogen und einen etwas genaueren Blick auf die Frau, welche sich sogleich zu ihm drehte, erhaschen konnte, war es niemand anderes als Zhira, welche ihn mit einem Lächeln begrüßte. Der weiße Drache, murmelte sie und auf Aphelions Gesicht vermischte sich das sanfte Lächeln mit einem eher gequälten Ausdruck, der nur allzu deutlich verriet, wie sehr ihm dieser Titel eigentlich missfiel. Wäre es nicht Zhira, welche er zumindest noch grob aus ihren Kindheitstagen kannte, hätte er sich dies wohl kaum erlaubt. “Seid Ihr Euch sicher, dass es sich dabei um eine Ehre handelt? Ich habe ja gehört Legenden sind schrecklich langweilige Gesprächspartner, weil sie von nichts anderem reden können”, versuchte er sich selbst ein wenig auf den Arm zu nehmen, während er sich endlich neben ihr auf dem Stuhl niederließ und gedanklich nicht entscheiden konnte, ob er sich nun darüber freute, neben Zhira zu sitzen, oder nicht. Auf der einen Seite war es angenehm, zumindest neben jemanden zu sitzen, der einem jedenfalls im Ansatz vertraut war - auf der anderen Seite wusste er nach all den Jahren, die sie nichts mehr miteinander zu tun gehabt hatten, aber auch nicht so recht, wie er mit ihr umgehen sollte. War es zu viel des Guten, ihr die gleichen Höflichkeitsfloskeln entgegen zu bringen, wie er es bei den meisten anderen anwesenden Gästen auch getan hätte, oder waren sie noch immer so vertraut miteinander, dass sogar ein “du” angebracht gewesen wäre? Unsicher ließ Aphelion die goldenen Augen kurz über die anderen Gäste, welche in ihrer direkten Nähe saßen, gleiten, dann wand er sich wieder ihr zu. “Aber es ist mir eine Ehre, neben Euch sitzen zu dürfen. Wie geht es Euch?” Von dem Tod ihres Vaters hatte er selbstverständlich mitbekommen, aber er vermied es bewusst, sie nun ausgerechnet darauf anzusprechen - sie war mit Sicherheit nicht hier, um selbst fast ein ganzes Jahr später noch Mitleidsbekundungen zu sammeln. Die würden ihre Situation als frischgebackene Unternehmenserbin nun auch nicht verbessern. herkunft Capital City
stand Adel
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Admiral
größe 1,95
erscheinung
Es war nicht unbedingt immer das schneeweiße Haar, welches ihm länglich etwas über die Schultern fiel, oder die goldenen Augen, die einen den Blick auf Aphelion richten ließen, denn auch ohne diese fiel der junge Admiral mit seiner Größe von ganzen 1,95m auf. Noch dazu kam eine recht breitgebaute und muskulöse Statur, die in Kombination mit der Größe wohl einschüchternd wirken konnte. Auch das Gesicht wirkte auf den ersten Blick eher grimmig, dabei genügte nur ein genauer Blick in seine Augen, um zu erkennen, wie er sich tatsächlich fühlte. Und spätestens, wenn er lächelte, war es schwer, ernsthaft Angst vor ihm zu haben, war es doch ein äußerst warmes Lächeln, bei welchem sich sogar ein paar Grübchen in seinen Wangen bildeten.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
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the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Zhira - 20.12.2021, 00:10
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Aphelion - 20.12.2021, 23:40
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Zhira - 18.01.2022, 17:05
RE: the beating of a heart that i hid beneath the floor - von Aphelion - 03.03.2022, 14:56
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