in the shadow of the moon
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melancholic pain in the ass
18.08.2021, 16:12
In seinen Träumen einer besseren, gerechteren Welt begann eine Verantwortung, der sich Rune bis heute nicht lossagen konnte. Er hatte unter Philosophen der ganzen Welt gelernt. Mönche aus den Lufttempeln, Gelehrte des Erdkönigreichs und der Feuernation und von Nomaden der Wasserregionen. Menschen mit kritischen Gedanken und Stimmen, die ihm in seiner Erziehung innerhalb von Capital City nicht begegnet waren. Es schien ihm so als hätte über die Jahre seines Studiums das Sehen neu gelernt. Und nun konnte er seine Augen nicht länger verschließen. Selbst wenn er sich danach gesehnt hätte aufzugeben und sich geschlagen zu geben, so wie er in aller Öffentlichkeit den Anschein machte, dann hätte dies den Blitzbändiger in unendliche Depression und Verbitterung gestürzt. Schlimmer noch als seine Tiefs gegenwärtig waren. Jeder konnte ihm die Ohnmacht ansehen. In den Schatten unter seinen Augen, dem spöttischen Zug um seine Lippen und der generellen Erschöpfung, die er wie einen bitteren Schatten überall mithin trug. Er sah aus wie ein gebrochener Mann, der seine letzten Kräfte zusammensammelte, um sich mit dem eigenen Schicksal zufrieden zu geben. Aber in Wahrheit fühlte Rune sich nicht gänzlich machtlos. In Wahrheit barg Rune eines der kostbarsten Güter der Welt in seinem Herzen: Hoffnung. Und das politische, brüchige Klima spielte ihm in die Karten. Jahre der Propaganda, die Krieg als einen der ehrbasten Schrecken in die Nation gebracht hatten und die Köpfe seiner Landsleute zu selbstgerechten Nationalisten sozialisiert hatte, verblasste durch den plötzlichen Friedenskurs nicht. Sicher, die Teile der Welt, die unter dem Krieg gelitten hatten, atmeten auf. Sie hatten Zeit endlich zu verarbeiten, welcher Schmerz und welche Verluste, sie über Generation traumatisieren würden. Aber wenn in den Kolonien nach Vergeltung geflüstert wurde und Rune von Informanten vermittelt wurde, dass sich etliche Bürger des Erdkönigreichs von ihrer Regierung verraten fühlten und überall in der flüchtige Luftbändiger um ihr Leben bangten, dann keimte weltweit Rebellion. Und auch in der stolzen Feuernation waren längst nicht alle Menschen blind glücklich mit den Entscheidungen Zosins. Nicht nur diejenigen, die Rune als Gleichgesinnte wahrnahm und sich nach einem neuen System sehnten, reihten sich in den Chor der Frustrierten. Auch diejenigen, die Jahre im Krieg von Eroberung und Herrschaft geträumt hatten, sollten sich plötzlich zufrieden geben, dass ihr geliebter Nationalheld eine Prinzessin aus dem Erdkönigreich geheiratet hatte und er und Zosin damit Frieden brachten. Eine nette Idee. Rune war kein Denker von netten Ideen. Er war ein Denker brillanter Visionen. Er war zu schlau, um glücklich zu sein. Also ruhte er nicht. Auch nicht heute in dieser nebligen, sternlosen Nacht.
Inuri. Eine Frau, die verdammt dazu war im Schatten ihres Bruders zu leben und damit eine Schattenexistenz wie Rune eine geworden war. Natürlich nicht ansatzweise so – schließlich lebte sie doch in der Opulenz ihres Namens, ihres Standes, ihrer Blutlinie. Doch heute hatte er sie gebeten sich mit ihm in den Schatten eines ablegenden Gebiets am Rande von Capital City zu treffen. Einer ihrer Soldaten diente seit etlichen Jahren als Informant zwischen den beiden, die in aller Öffentlichkeit nichts miteinander zu tun hatten. Unter diesem Nichts waren Briefwechsel, Gedankenaustausche, Bündnisse und nicht zuletzt auch eine Form von Vertrauen versteckt. Ein Vertrauen, das vielleicht nur damit zu begründen war, dass ihr Kontakt ihrer beider Leben kosten könnte. Und doch gehörte die royale Frau keiner Fremdheit an. Nicht für Rune. Er war in einen dunklen, zerschlissenen Mantel gehüllt. Die Kapuze hing ihm in die Stirn und verbarg sein Gesicht unter düsteren Schatten. Ein Schal war um seine Schultern gewickelt, damit auch Kinn und Kiefer hinter den dunklen Stoffen verschwand. Die eisblauen Augen beobachteten aufmerksam die Umgebung und als sich eine Silhouette langsam, bedächtig auf ihn zu bewegte, trat er von der Hausmauer fort. Normalerweise hätte er sich durchaus vor der hochwohlgeborenen Frau verneigt – so war er trotz allem Herrschaftshass ein Mann der Etikette. Aber in der verborgenen Dunkelheit, wo die beiden um ihre Zusammenkunft Geheimnisse knüpften, sollte keine Geste etwas über die beiden preisgeben. Als sie nahe genug an ihn herangekommen war, neigte also bloß den Kopf. Ein leichtes Nicken zur Begrüßung. „Schönen Abend“, lächelte er mit weicher, tiefer Stimme. Kaum mehr als ein Wispern. „Irgendwelche Vorkommnisse oder Begegnungen auf Eurem Weg hierher?“ herkunft Capital City
stand Oberschicht
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Berater
größe 1,81
erscheinung
Wenn Rune den Mund nicht aufmacht, dann könnte man meinen, dass ihn das Gefängnis gänzlich gebrochen hat. Dem kantigen Gesicht mutet eine bittere Melancholie an und sein seltenes Lächeln erscheint immerzu zäh und hoch ironisch. Sein Auftreten unterliegt einem spöttischen Ernst. Jede Geste und jede Mimik zeichnet eine nahezu zwanghafte Gleichgültigkeit. Trotzdem ist ihm sein elitärer Hintergrund anzuerkennen, denn Rune ist die Arroganz eines reichen Pinkels noch immer in den Leib geschrieben. Seine Kleidung ist immerzu hochwertig und ordentlich. Obwohl er ein recht guter Feuerbändiger ist, ist seine Waffe der Wahl die Sprache, weshalb er nie in Rüstung oder dergleichen gekleidet ist. Das schwarze Haar trägt er an den Seiten kürzer, manchmal fällt es ihm in das blasse Gesicht.
Wie jeder in seiner Familie hat Rune blaue Augen. Manchmal blass und trüb wie Nebel, manchmal stechend und kühl wie Eis. Rune ist 181 cm groß und seine Statur weder besonders hager, noch besonders trainiert. An den Armen und Schultern sind seine Muskeln vom Bändigen definiert, sonst wirkt er eher schlaksig. Auf dem Rücken hat er einige schlecht verheilte Brandnarben von seiner Auspeitschung – die einzigen Anzeichen darauf, dass er sein Leben nicht durchgängig mit goldenem Löffel im Mund verbracht. Besonders die eleganten Hände mit den langen Fingern weisen auf sein schreiberisches Talent und seinen Status als Gelehrter hin. Obwohl er nun nicht unbedingt danach aussieht, ist sein Gesicht in der Feuernation noch immer eines, das danach lechzt geschlagen zu werden.
gespielt von jui
(sie/ihr)
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beware the bite of the turtleduck
21.08.2021, 13:28
Die Nacht gehört den Liebenden. Die verhüllte Gestalt, welche vorsichtig durch die dunklen Straßen lief, war weit entfernt von ihrem heimischen Bett, in dem ihr Ehemann auf sie wartete. Vielleicht lag er noch wach, besorgt um seine Geliebte; vielleicht war er längst in den Schlaf entglitten, in der Hoffnung am nächsten Morgen mit ihr an der Seite aufzuwachen. Nichtsdestotrotz war die stolze Inuri an diesem Tag aus Liebe unterwegs. Liebe zu Kasuko, Liebe zu ihrem gemeinsamen Sohn. Falls sie so etwas wie Mitgefühl für das Leiden des einfachen Volkes in Kriegszeiten empfand, so verblasste dies hinter der Liebe zu ihrer kleinen Familie. Nur deswegen hatte die Adelsdame es auf sich genommen die sicheren Straßen der Kraterstadt verlassen. Sich selbst in Gefahr zu begeben; eine andere, sehr viel greifbarere Gefahr, als jene, die vom ersten General ausging. Hätte sich die Nichtbändigerin nicht von einer ihrer engeren Vertrauten unter ihrem eigenen Personal ein schlichtes Kleid geborgt und würde nicht ihr Gesicht verbergen, es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bevor irgendein Vagabund versucht hätte seine dreckigen Finger an sie zu legen. Wer wollte schließlich nicht damit prahlen die Zweite der Thronfolge überfallen zu haben? Sie würde dies nicht einmal melden können, um demjenigen seiner gerechten Strafe zuführen zu lassen. Zu viele Fragen würden darüber aufkommen, was sie um diese Uhrzeit, ohne Wachen, außerhalb der Kraterstadt zu suchen hatte. Informationen, die unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit geraten sollten und schon gar nicht an den Anführer der Royalen Wache. Geschützt durch ihre Verkleidung und der Rechtschaffenheit ihrer Gründe, ging der Weg jedoch ohne Vorkommnisse von statten. Der Nebel, der den Sichtkreis merklich einschränkte, tat sein übriges, auch wenn dieser sich nicht einzig als Vorteil herausstellte. Auch ihre Augen wurden nicht davor bewahrt in ihrer Funktionalität eingeschränkt zu werden und so waren ihre Schritte, sobald sie meinte sich dem Treffpunkt zu nähern, noch bedachter geworden als zuvor. Wie fatal wäre es, wenn sie nun unvorsichtig wurde und auf die erstbeste Gestalt zu stolzierte, nur um dann feststellen zu müssen an die falsche Person geraten zu sein. Gar bereits verräterische Worte ausgesprochen hätte. Da könnte sie auch gleich anfangen ihr eigenes Grab zu schaufeln - oder eher einem Bediensteten den Befehl geben dies für sie zu tun.
Kaum merklich zuckte die Adelsdame zusammen, als sich aus dem Schatten einer Häuserwand eine Gestalt schälte; die Begrüßung, mit dem Klang einer vertrauten Stimme, schaffte es den Schrecken aus ihren Gliedern direkt wieder zu vertreiben. "Guten Abend," erwiderte sie die Worte, ihre Stimme etwas tiefer als man es am Hofe von ihr gewohnt war. "Nichts dergleichen." "Ich nehme an es ist nicht mehr weit?" Mit der Selbstverständlichkeit einer Frau, die ihren Kopf gewöhnlich nicht minder hoch erhoben trug als ihr Bruder, hakte sie sich bei dem Mann ein, ganz gleich, ob dieser ihr den Arm anbot oder nicht. So wenig es ihr auch gefiel, Rune war gerade der einzige Schutz, den sie hatte. Rune, der in ihrer Kindheit zusammen mit Ares gespielt hatte. Rune, den man für seine Schriften für ein Jahr davon gesperrt hatte. Rune..., der seit einigen Jahren bereits eines ihrer besten Mittel war, um für die Sicherheit ihrer Familie zu sorgen. Ein Ziel, welches jäh noch größere Dringlichkeit erfahren hatte, sobald Ares der Öffentlichkeit kund gegeben hatte, dass er von der Prinzessin des Erdkönigreichs ein Kind erwartete. Inuri meinte das Rieseln ihrer persönlichen Sanduhr fühlen zu können, doch sie hatte nicht so lange überlebt, um jetzt aufzugeben. Die Nacht gehörte den Liebenden - und dem Widerstand. herkunft Capital City
stand Königsfamilie - Feuer
alter 43 Jahre
gender Weiblich
bändigung Nichtbändigend
beruf 2. Thronfolger
größe 1,72
erscheinung
Es lässt sich nicht abstreiten, dass sie physisch niemals mit ihrem Bruder wird mithalten können, ist die Geburt ihres Sohnes doch das Anstrengendste, was ihr Körper jemals durchmachen musste. Die helle Haut ihrer zierliche Gestalt wird gewöhnlich verhüllt von schwarzen Kleidern unterschiedlicher Länge, die alle miteinander gemeinsam haben, dass sie so viel wie möglich von ihren Armen unbedeckt lassen. Nur zu besonderen Anlässen trägt Inuri auch einmal andersfarbige Kleider. Dennoch steht sie mit ihren 1,72 Metern Größe nicht minder aufrecht, erhebt den Kopf nicht weniger stolz, als der General.
Es sind vor allem ihre grünen Augen, welche wie zwei Aventurin im von langen, dunkelbraunen Haaren umrahmten rechteckigen Gesicht sitzen, die die meisten Menschen inne halten lassen. Die Blicke der Zweiten in der Thronfolge der Feuernation scheinen sich bis zum Innersten einer Person zu bohren, deren Innerstes offenzulegen, ganz ohne das man dies will - oder sie ein einziges Wort sagen muss. Dabei ist die Stimme von Inuri ebenfalls nicht zu verachten, ist sie doch dazu in der Lage mit Leichtigkeit sowohl mit kommandierender Brust-, wie auch einfühlender Kopfstimme zu sprechen, maskulin genauso wie feminin zu klingen, je nachdem, was ihr gerade am meisten zuträglich ist.
gespielt von Bellamy
(er/seine)
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melancholic pain in the ass
24.09.2021, 20:22
Er interessierte sich nicht unbedingt dafür wie edelmütig oder liebevoll gefärbt die Motive Inuris waren, sich dem anzuschließen, wofür Runes Herz brannte. Vermutlich wäre er auch nicht in der Lage dazu es zu verstehen. Zwar liebte er seine Familie, zumindest seine beiden jüngsten Geschwister recht aufrichtig und von Herzen, aber die reinste und vollkommenste Form der Liebe, die er je empfunden hatte, war seiner Ideologie unterlegen. Dass Inuris Liebe zu ihrer Familie ihr Antrieb war, war für ihn wichtiges und berechenbares Wissen. Es war gut, dass er das über sie wusste. Und es war gut, dass sie über ihn wusste, dass er nichts höher rechnen würde als die eigenen ideologische Werte, die sein Handeln und Denken stets bestimmten. Aber für die Sache war es auch recht irrelevant, was die beiden antrieb und es war gut, dass sie einanders Motive kannten. Die Vertrautheit zwischen ihnen, dass sie Verbündete in einer so brüchigen Zeit waren, beruhte nicht auf Zuneigung, aber auf Ehrlichkeit. Der Ehrlichkeit, dass sie einander ein Mittel zum Zweck waren. Und das hielt Rune für stärker als jede zwischenmenschliche Macht. Es war sein Fluch und seine Stärke, dass er solcherlei Dingen wenig Wert beimaß. Und er war sich dem bewusst, schmerzlich. Rune trug den Namen Verräter nun seit einigen Jahren und er würde ihn wohl nie wieder von seiner blassen Haut fortwaschen können. Vielleicht wollte er das auch nicht. Es war nicht der Verrat an seiner Nation, die ihm wie ein schwerer Schatten auf dem Herzen lag, aber der Verrat an Eurybia, der ihn bis an sein Lebensende begleiten würde. Gleichgültig, wie nah dieses war oder nicht. Er wusste, dass Inuri nicht zu dergleichen fähig wäre. Aber er glaubte, dass sie aus den Schatten der royalen Bequemlichkeit verlassen würde, sobald das Wohl ihrer Familie und ihr eigenes auf dem Spiel standen. Die Zeiten waren brüchig. Fragil. Während manche idiotische Stimmen, den albernen Titel des roten Drachen, glorifizierten und eine Zukunft unter seinen Schwingen wünschten, manche Zosin für den Feuerlord hielten, der auf ewig die Geschichte dieser Zeit bestimmte, waren da so viele Stimme der Unzufriedenheit. Ein Chor unterschiedlicher Beweggründe und Motive, die sich weder von dem alten Greis noch von dem störrischen Hohlkopf vertreten fühlten. Stimmen und Köpfe, die sich nach einer neuen Vision sehnten.
Eine Weile hatte Rune gewartet, in der Nacht und Dunkelheit, bis die hochgewachsene Gestalt Inuris in sein Blickfeld trat. Er erkannte sie, weil er mit ihr rechnete. Kein anderer hätte wohl in diesen einfachen Kleidern und der verhüllten Silhouette die Frau gewähnt, die royales Blut in den Adern trug. Was auch immer das bedeuten mochte. Sie trat nahe an ihn und begrüßte ihn mit leiser Stimme. Ob es noch weit wäre? Rune schüttelte seicht den Kopf. „Bloß wenige Minuten.“ Sie hakte ihren Arm unter seinen und augenblicklich fühlte sich seine Gliedmaße ein wenig steif an. Es war ihm zu nah. Rune hatte sich immer an traditionellen Gepflogenheit gestört, die in seinen persönlichen Raum eingriffen, aber in derlei Hinsicht war er kein großartiger Rebell. Er ignorierte also das ungelenke Gefühl von seiner Schulter bis zu den Fingerspitzen und schritt mit Inuri an seiner Seite fort von der schmalen Hafenstraße zur Küste. „Es wird sicherlich nicht auffallen, wenn wir die Kapuzen nicht abnehmen.“ Der Wind riss an ihren Kleidern. Die salzige Seeluft war an dieser Nacht von einem unbarmherzigen Charakter. Rune hielt die andere Hand an den dunklen Stoff seines Mantels, um sicher zu gehen, dass sein Kopf bedeckt und sein Gesicht verhüllt blieb. Sie gingen nahe an den steilen, rauen Steinklippen. Je weiter sie an dem Strand entlang ging, umso schmaler wurde der Weg von Ufer zu den Steinwänden. Bei den letzten Schritten traten Runes Stiefel durch niedriges Wasser, während er Inuri geschützt an den Klippen entlang gehen konnte. Außer dem Rauschen des Meeres und dem Flüstern des Windes war nichts zu hören. Außer dem kühlen Licht des Mondes und den weichen Silhouetten der Nacht war nichts zu hören. Und doch blieb Rune stehen. Vor ihnen war ein schmaler Durchgang zweier aneinander gestürzter Klippen. Man konnte es von außen nicht erkennen, aber hier öffnete sich ein schmaler Weg in eine Bucht, die umschlossen von Gestein war und in der sich die geheime Veranstaltung traf, zu der Rune Inuri führen wollten. Er hielt noch einmal inne. Seine Lunge fühlte sich mit salziger Meerluft. Es war riskant. Jegliche Treffen, die irgendwie staatsfeindliches oder kritisches Flüstern in sich bargen, bedeuteten auch Gefahr. Aber so sicher er sich war, dass weder er noch Inuri eine Razzia zu befürchten hatten oder gar erkannt werden würden, so wenig konnte er doch die Zukunft vorhersagen. Also gab er sich und ihr einen Moment der Stille, bevor er die leise Stimme wieder hob. „Seid Ihr bereit?“ herkunft Capital City
stand Oberschicht
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Berater
größe 1,81
erscheinung
Wenn Rune den Mund nicht aufmacht, dann könnte man meinen, dass ihn das Gefängnis gänzlich gebrochen hat. Dem kantigen Gesicht mutet eine bittere Melancholie an und sein seltenes Lächeln erscheint immerzu zäh und hoch ironisch. Sein Auftreten unterliegt einem spöttischen Ernst. Jede Geste und jede Mimik zeichnet eine nahezu zwanghafte Gleichgültigkeit. Trotzdem ist ihm sein elitärer Hintergrund anzuerkennen, denn Rune ist die Arroganz eines reichen Pinkels noch immer in den Leib geschrieben. Seine Kleidung ist immerzu hochwertig und ordentlich. Obwohl er ein recht guter Feuerbändiger ist, ist seine Waffe der Wahl die Sprache, weshalb er nie in Rüstung oder dergleichen gekleidet ist. Das schwarze Haar trägt er an den Seiten kürzer, manchmal fällt es ihm in das blasse Gesicht.
Wie jeder in seiner Familie hat Rune blaue Augen. Manchmal blass und trüb wie Nebel, manchmal stechend und kühl wie Eis. Rune ist 181 cm groß und seine Statur weder besonders hager, noch besonders trainiert. An den Armen und Schultern sind seine Muskeln vom Bändigen definiert, sonst wirkt er eher schlaksig. Auf dem Rücken hat er einige schlecht verheilte Brandnarben von seiner Auspeitschung – die einzigen Anzeichen darauf, dass er sein Leben nicht durchgängig mit goldenem Löffel im Mund verbracht. Besonders die eleganten Hände mit den langen Fingern weisen auf sein schreiberisches Talent und seinen Status als Gelehrter hin. Obwohl er nun nicht unbedingt danach aussieht, ist sein Gesicht in der Feuernation noch immer eines, das danach lechzt geschlagen zu werden.
gespielt von jui
(sie/ihr)
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beware the bite of the turtleduck
15.10.2021, 15:45
Ihr entging die plötzliche Anspannung in seinem Arm nicht. Nur kurz sah sie aus den Augenwinkeln hinauf zu dem kleinen Teil seines Gesichts, den sie sehen konnte. Sie war eine aufmerksame Frau. Das musste sie sein. Eine ihrer wenigen Waffen waren Informationen über andere. Wissen, welches niemals in Büchern nieder geschrieben wurde, aber für sie nicht minder wertvoll waren als die uralten Schriftrollen im Besitz der Universität von Ba Sing Se. Jedes kleine Detail, jeder Hauch einer Schwäche, war ein Goldnugget, das ihr Türen öffnen konnte. Alleine mit den richtigen Informationen konnte man Menschen - Adel wie auch einfaches Volk - zu einigen Dingen überreden. Bei Rune jedoch benötigte sie so ein Mittel in der Theorie nicht mehr. Ihre gemeinsamen Aktivitäten über die letzten Jahre hinweg war mehr als genug Druckmittel in beide Richtungen. Eine Versicherung. Verrät er sie, war er genauso dran - und umgekehrt. Sie mochte durch die Umstände ihrer Geburt eine höhere Position inne haben, aber sie machte sich keine falsche Hoffnungen, dass ihre Strafe im Zweifel weniger gravierend ausfallen würde als die seine. All das machte einen Verrat zwar nicht unmöglich, aber unpraktisch schwierig. Die Ressourcen, die sie dafür würde aufbringen müssen, waren auf andere Weise besser angelegt.
"Das möchte ich hoffen", erwiderte sie rau darauf, dass sie bei dem Treffen wohl ohne Probleme ihre Bedeckung würden anbehalten dürfen. Inuri war froh darum, dass es laut ihrem Gefährten nicht weit bis dorthin sein würde. Auch ohne den Nebel, der innerhalb der Stadtgrenze das Sichtfeld merklich einschränkte, konnte man das Wetter, welches darüber hinaus am Werke war nicht als schön bezeichnen. Als würde sie oben am Rand der Klippe hinter dem Anwesen ihrer Familie stehen, zerrte der Wind an ihr. Fuhr ihr zwischen die Kleidung, bis auf die Knochen, unbarmherzig und ohne Rücksicht. Wie eine Manifestation von Ares in Gestalt der Naturgewalten. Nur ein Ziel in seiner Existenz: Ihr Leben so schwer und unangenehm wie nur möglich zu machen. Wie auch im Umgang mit dem Mann, der das Gesicht ihres Bruders trug, war die Nichtbändigerin auch hier nicht bereit so einfach das Handtuch zu werfen. Ihre Finger krallten sich am Hals in den Stoff, Schal wie auch Kapuze an Ort und Stelle fixierend. Bis auf das schale Licht des Mondes erhellte nichts ihren Weg am Fuße der Klippen entlang. Wie einfach wäre es hier auszurutschen und in den Fluten zu verschwinden. Wie lange würde Ares wohl die gesellschaftliche Scharade aufrecht erhalten und nach ihr suchen lassen? Wie lange würde er ihrem Mann und Kiko erlauben nach ihr zu suchen? Für den Bruchteil einer Sekunde schien es sie würde diese Antworten aus dem Jenseits heraus erfahren, als ein runder Kieselstein unter ihrem Fuß weg rutschte, vorbei an Runes Bein und fort in die Dunkelheit der Nacht. Noch bevor ihr Begleiter irgendetwas dagegen hatte tun können, hatte Inuri sich bereits wieder gefangen. So einfach würde sie Ares nicht den Sieg überlassen. Den Rest des immer schmaler werdenden Pfads presste sie sich beinahe an die Felswand. Sie verstand, warum derartige Treffen an Orten wie diesen mitten in der Nacht stattfinden mussten, aber bei den Geistern hasste sie es trotzdem. Obwohl sie den kurzen Stopp, den Rune schließlich einlegte, gut gebrauchen konnte um wieder etwas zu Atem zu kommen, war sie nicht darüber erhaben ein abfälliges Schnauben von sich zu geben. "Natürlich." Umso schneller sie sich zu dem Treffen gesellten und ihren heutigen Plänen nachgingen, umso schneller würden sie sich wieder auf den Weg zurück machen können, raus aus diesem unwirtlichen Wetter. herkunft Capital City
stand Königsfamilie - Feuer
alter 43 Jahre
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bändigung Nichtbändigend
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Es lässt sich nicht abstreiten, dass sie physisch niemals mit ihrem Bruder wird mithalten können, ist die Geburt ihres Sohnes doch das Anstrengendste, was ihr Körper jemals durchmachen musste. Die helle Haut ihrer zierliche Gestalt wird gewöhnlich verhüllt von schwarzen Kleidern unterschiedlicher Länge, die alle miteinander gemeinsam haben, dass sie so viel wie möglich von ihren Armen unbedeckt lassen. Nur zu besonderen Anlässen trägt Inuri auch einmal andersfarbige Kleider. Dennoch steht sie mit ihren 1,72 Metern Größe nicht minder aufrecht, erhebt den Kopf nicht weniger stolz, als der General.
Es sind vor allem ihre grünen Augen, welche wie zwei Aventurin im von langen, dunkelbraunen Haaren umrahmten rechteckigen Gesicht sitzen, die die meisten Menschen inne halten lassen. Die Blicke der Zweiten in der Thronfolge der Feuernation scheinen sich bis zum Innersten einer Person zu bohren, deren Innerstes offenzulegen, ganz ohne das man dies will - oder sie ein einziges Wort sagen muss. Dabei ist die Stimme von Inuri ebenfalls nicht zu verachten, ist sie doch dazu in der Lage mit Leichtigkeit sowohl mit kommandierender Brust-, wie auch einfühlender Kopfstimme zu sprechen, maskulin genauso wie feminin zu klingen, je nachdem, was ihr gerade am meisten zuträglich ist.
gespielt von Bellamy
(er/seine)
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melancholic pain in the ass
15.11.2021, 14:58
Das möchte ich hoffen. Rune lächelte zäh, obwohl dies unter dem gesichtsverdeckendem Schal nicht zu erkennen war. So verschwiegen er war, so sehr liebte er doch die Sprache und Worte waren stets seine Waffe gewesen. Sie waren allerdings auch ein Mittel der Höflichkeit und dieses wurde von der schroffen Zunge der Adligen beschnitten. Er hatte Inuri nie für besonders charmant gehalten und war zu Kindertagen nicht ohne Grund ihrem Bruder zugeneigter gewesen, dem man trotz jedem Mangel an Grips doch zumindest zusprechen musste, dass er wusste, wie er Massen begeistern und von sich einnehmen konnte. Inuri mangelte es an dieser Qualität, hatte sie doch nie wirklich den Schatten ihres Bruders verlassen können und sich in ein Licht gehoben, das sie glänzen ließ. Sicherlich hatte die Dame, der von kleinauf eingetrichtert wurde, wie man gefiel und sich engagierte, Seiten, die sie sympathisch machen könnten. Nur glänzte sie in dieser Hinsicht mit vornehmlicher Bescheidenheit, zumindest in Runes Augen. Aber es war auch nicht in beider Interesse, dass sie einander liebten und bewunderten. Es war auch nicht die Vision, die Rune von ihr hatte. Sie sollte nicht die allseits geliebte Galionsfigur des Widerstandes werden. Die Leute brauchten nicht noch einen blasierten Pinkel mehr, der bewundert und bejubelt werden wollte. Rune wollte sie in der Rolle einer Ikone für Beständigkeit, Loyalität und Stabilität. Das Volk schrie nach jemanden, der sich nicht mit dem Feind verbrüderte und einen Frieden beschwor, nachdem es nie verlangt hatte. Es wollte Fortschritt und Wohlstand, keine Vermischung der Grenzen. Dieser nationalistische Gedanke passte Rune nicht, aber er glaubte die Spielfiguren dieser Rebellion mit den eigenen zusammenführen zu können. Ein Ende von Zosins Ära und ein Durchbrechen von Ares Aufstieg könnte ein Ende der kriegerischen Ausbeutung und der Verfolgung der Luftbändiger bedeuten. Im Grunde wollte Rune natürlich jedes Herrschaftssystem in Staub und Asche sehen, aber das Alter hatte seinen Idealismus in dieser Hinsicht realistischer werden lassen und so war das Bündnis zwischen ihm und Inuri auch seiner Sache dienlich, obwohl auch das steife Weibsbild an seiner Seite ihn, in dem was sie verkörperte, anwiderte.
Sie schnaubte abfällig als sie vor dem Spalt zwischen den rauen Steinwänden stehenblieb und er sie fragte, ob sie bereit sei. Bei Raava, ihre Gesellschaft war in vielerlei Hinsicht eine Zumutung. Er nickte also bloß leicht und hielt weitere Worte nicht länger für nötig. Rune ging voran und schob sich zwischen die kalten Steinwände. Dunkle Kälte umschloss sie. Das raue Material des Steins riss an seinen Kleidern wie zuvor der Wind und man konnte bestreiten, dass die eng aneinander liegenden Wände eine beengende Wirkung haben. Der Weg begann unangenehm, recht beschwerlich, aber nach einigen Metern wurde der Weg breiter und Fackeln erleuchteten die Strecke. Sie näherten sich dem Kern der verborgenen Kraterhöhle. Mit jedem Schritt wurde es lautern. Aus Flüstern wurden Rufe und man konnte aus dem aufgebrachten Schwall kaum einzelne Sätze verstehen. Rune reichte Inuri wieder den Arm als der Gang breit genug war, dass sie nebeneinander gehen konnten. Vor ihnen lag das Innere der Kraterhöhle. Ein mehr oder minder runder Raum, in dem sich Menschen dicht an dicht drängten. Rune manövrierte die beiden geschickt, um die Masse herum. Sie konnten ein wenig abseits der Versammlung stehen und das Geschehen beobachten, so standen sie nicht im Pulk der Menschen und doch nicht so weit entfernt, dass sie kein Teil davon wären und sich in auffälliger Distanz hielten. Neben ihnen standen weitere kleine Grüppchen. Junge Leute, Greise, Mütter und Väter. Es war keine homogene Masse. Auch die Klagen der Leute waren vielstimmig. Aber sie verstummten als eine kleine Gruppe schwarz gekleideter Leute auf eine sporadisch errichtete Bühne trat. herkunft Capital City
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Wenn Rune den Mund nicht aufmacht, dann könnte man meinen, dass ihn das Gefängnis gänzlich gebrochen hat. Dem kantigen Gesicht mutet eine bittere Melancholie an und sein seltenes Lächeln erscheint immerzu zäh und hoch ironisch. Sein Auftreten unterliegt einem spöttischen Ernst. Jede Geste und jede Mimik zeichnet eine nahezu zwanghafte Gleichgültigkeit. Trotzdem ist ihm sein elitärer Hintergrund anzuerkennen, denn Rune ist die Arroganz eines reichen Pinkels noch immer in den Leib geschrieben. Seine Kleidung ist immerzu hochwertig und ordentlich. Obwohl er ein recht guter Feuerbändiger ist, ist seine Waffe der Wahl die Sprache, weshalb er nie in Rüstung oder dergleichen gekleidet ist. Das schwarze Haar trägt er an den Seiten kürzer, manchmal fällt es ihm in das blasse Gesicht.
Wie jeder in seiner Familie hat Rune blaue Augen. Manchmal blass und trüb wie Nebel, manchmal stechend und kühl wie Eis. Rune ist 181 cm groß und seine Statur weder besonders hager, noch besonders trainiert. An den Armen und Schultern sind seine Muskeln vom Bändigen definiert, sonst wirkt er eher schlaksig. Auf dem Rücken hat er einige schlecht verheilte Brandnarben von seiner Auspeitschung – die einzigen Anzeichen darauf, dass er sein Leben nicht durchgängig mit goldenem Löffel im Mund verbracht. Besonders die eleganten Hände mit den langen Fingern weisen auf sein schreiberisches Talent und seinen Status als Gelehrter hin. Obwohl er nun nicht unbedingt danach aussieht, ist sein Gesicht in der Feuernation noch immer eines, das danach lechzt geschlagen zu werden.
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(sie/ihr)
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beware the bite of the turtleduck
22.11.2021, 14:45
Ihr fielen hundert andere Orte ein, an denen das Treffen von widerständigen Gruppen deutlich angenehmer zu erreichen gewesen wäre. Kein schmaler Pfad gefährlich nah am Meer und den Klippen entlang, keine Felswände, zwischen denen man sich hindurch zwängen musste. Sie wünschte sich auch nur eine solcher Veranstaltungen, wo man im Warmen sitzen und eine Tasse Tee trinken konnte, anstatt mitten in der Nacht sein Leben aufs Spiel zu setzen. Auf der anderen Seite tat man dies sowieso, indem man sich auf solch ein Treffen bedarf - und die Gefahr entdeckt zu werden wurde nur größer, wenn man sich in einem bequemen Gebäude mit Bediensteten traf. Sie an einem Ort wie diesem hier zu treffen war ein nötiges Opfer. Was Inuri allerdings nicht davon abhielt sich in diesem Moment, wo sie sich hinter Rune zwischen den Felswänden entlang quetschte, an einen gänzlich anderen Ort zu wünschen. Schon alleine, damit sie von derartigen nächtlichen Ausflügen befreit wurde, hoffte sie, dass der Widerstand erste Erfolge damit verzeichnen konnte die allgemeine Stimmung der Nation gegen den Ersten General zu lenken. Das ihr das auch aus rein persönlichen Gründen einiges an Genugtuung bereiten würde, musste niemand außer ihr selbst und Rune wissen. Selbst letzterem band sie dies nicht unbedingt auf die Nase, doch sie war sich sicher, dass der Mann sich vor allem mit seinen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit ihrer Familien auf den Ascheninseln würde zusammen reimen können, was ihre ganz persönliche Meinung über seinen Sandkastenfreund war.
Endlich öffnete sich der enge Pfad zu einer Höhle, in der sich bereits eine große Anzahl an Menschen sammelten. Unauffällig stellte die Adlige sicher, dass ihre Verkleidung noch richtig saß und keinerlei Hinweis auf ihre eigentliche Identität Preis gab. Erst dann ergriff sie wieder den, dieses Mal sogar dargebotenen, Arm von Rune und ließ sich von dem Mann an einen minimal weniger vollen Bereich der Höhle, am Rand der Masse, führen. Während er darauf konzentriert war sie an den Menschen vorbei zu manövrieren, konnte sie in Ruhe ihren Blick über die Anwesenden wandern lassen. Es kam alles andere als überraschend, dass es sich dabei vornehmlich um das einfache Volk handelte. Es war schwierig all ihre Ängste, all ihre Sorgen, all ihren Unmut zu verstehen. Sie wurde nicht so geliebt wie Ares, hatte nicht so viel Macht wie der Mann - und doch war ihre Position um ein vielfaches besser als jene der Menschen, die sie hier versammelt sah. Nein, sie verstand kaum, was diese Personen des Nachts aus ihrem Haus trieb, solange es nicht die Angst um das eigene Überleben und jenes der Geliebten war. Aber sie würde lernen so zu tun als ob, wenn es das war, was es brauchte, um an ihr Ziel zu gelangen. Sie würde lernen, was diese Personen antrieb und es für ihre eigenen Zwecke nutzen. Mit dem allgemeinen Verstummen der Masse richtete sich auch die Aufmerksamkeit Inuris auf die Gruppe an Menschen, welche auf die provisorische Bühne getreten waren. Auch sie waren, zumindest soweit man ihnen dies ansehen konnte, zusammengestellt aus den verschiedensten Umständen des einfachen Volks - nur vielleicht etwas besser darin ihren Unmut auf gehobene Weise zu verbalisieren. Besser darin ihre Wut in eine gezielte Richtung zu lenken: Die kürzlichen Nachrichten darüber, dass die Ehe vom Roten Drachen und der Rosenprinzessin einen Erben hervor gebracht hatte. Oh, noch war das Kind lange nicht geboren, doch alleine der Ausblick darauf hatte die ganze Nation in Aufregung versetzt. Wo es für das einfache Volk kaum ein Problem darstellte, dass ein Angehöriger der Feuernation mit jemanden anderer Herkunft - und gar noch dazu fähig ein anderes Element als Feuer zu bändigen - Kinder zeugte, wurde jemand wie Ares da mit einem ganz anderen Maß bemessen. Selbst wenn das Kind dazu fähig wäre Feuer zu kontrollieren wie sein Vater und nicht zu einem Erdbändiger wurde, wie seine Mutter - oder gar ein Nichtbändiger; oh, wäre das nicht eine Ironie -, so würde man doch nicht abstreiten können, dass fortan in der Linie des Roten Drachen nicht nur das Blut des Feuerlords floss, sondern auch jene des Erdkönigs. Ein Umstand, an dem sich zumindest Inuri nicht wirklich störte. Sie hatte die Kundgebung der Schwangerschaft aus gänzlich anderen Gründen in Aufruhr versetzt. Doch zumindest der anwesende - oder sprechende - Teil der einfachen Bevölkerung schien merklich Anstoß daran zu nehmen, dass es auf so hoher Ebene zur Verwässerung der Adelslinie kam. Ein Verrat an der Nation. Wenn das Ares hören würde. Nein, lieber nicht. Er würde auch ohne diese Anschuldigungen ohne zu zögern jede einzelne Person in dieser Höhle in ein Häufchen Asche verwandeln. Mit ihr und Rune würde er dabei vermutlich sogar anfangen und den Prozess besonders langwierig und schmerzhaft gestalten. Die Nichtbändigerin löste ihre Hand vom Arm ihres Begleiters und verschränkte sie vor der Brust, in der Kopie einer jungen Mutter ein Stück näher an der Bühne dran. Nur kurz betrachtete sie dabei den sichtbaren Ausschnitt von Rune, im Versuch einschätzen zu können was er von all dem hielt, bevor sich ihre Aufmerksamkeit wieder zurück auf die Gruppe auf der Bühne richtete. herkunft Capital City
stand Königsfamilie - Feuer
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beruf 2. Thronfolger
größe 1,72
erscheinung
Es lässt sich nicht abstreiten, dass sie physisch niemals mit ihrem Bruder wird mithalten können, ist die Geburt ihres Sohnes doch das Anstrengendste, was ihr Körper jemals durchmachen musste. Die helle Haut ihrer zierliche Gestalt wird gewöhnlich verhüllt von schwarzen Kleidern unterschiedlicher Länge, die alle miteinander gemeinsam haben, dass sie so viel wie möglich von ihren Armen unbedeckt lassen. Nur zu besonderen Anlässen trägt Inuri auch einmal andersfarbige Kleider. Dennoch steht sie mit ihren 1,72 Metern Größe nicht minder aufrecht, erhebt den Kopf nicht weniger stolz, als der General.
Es sind vor allem ihre grünen Augen, welche wie zwei Aventurin im von langen, dunkelbraunen Haaren umrahmten rechteckigen Gesicht sitzen, die die meisten Menschen inne halten lassen. Die Blicke der Zweiten in der Thronfolge der Feuernation scheinen sich bis zum Innersten einer Person zu bohren, deren Innerstes offenzulegen, ganz ohne das man dies will - oder sie ein einziges Wort sagen muss. Dabei ist die Stimme von Inuri ebenfalls nicht zu verachten, ist sie doch dazu in der Lage mit Leichtigkeit sowohl mit kommandierender Brust-, wie auch einfühlender Kopfstimme zu sprechen, maskulin genauso wie feminin zu klingen, je nachdem, was ihr gerade am meisten zuträglich ist.
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melancholic pain in the ass
02.01.2022, 12:56
Dies war nicht Runes Habitat. Eine Vielzahl der Leute, die sich hier versammelt, würden ihm vor die Füße spucken, erkannten sie ihn. Es waren Menschen, die über Jahre der ideologischen Propaganda der Politik zu Nationalisten heran erzogen worden waren, die für ihr Land brannten und für all das, was es bedeuten mochte. Stolz, Vorherrschaft, Stärke. Was auch immer. Rune teilte die Meinung der Anwesenden nicht, verachtete sie sogar, aber er erkannte, dass sie über Jahre mit dem Glauben gefüttert worden waren, dass die Feuernation etwas besseres war. Dass sie Herrschaft und Unabhängigkeit verdiente. Dass sie Reichtum und Fortschritt verkörperte. Dafür waren die Söhne, Väter und Männer der Anwesenden gestorben. Dafür waren sie in den Krieg gezogen und hatten Fahnen gehisst. Und nun hatte Zosin einen Friedensvertrag mit dem verfeindeten Erdkönigreich geschlossen und ihren Helden mit einem Spross eben dieser Landsleute verheiratet. Der rote Salamander, der zum Symbol der Feuernation geworden war, nun nicht mehr als ein Günstling des Erdkönigreichs. Eine Hure der falschen Nation.
Inuri und Rune waren in den Schatten geschützt, nahe der kühlen Steinwand, vor den meisten Blicken verborgen. Selbst das in Fetzen gerissene Licht der Fackeln und der Feuerschalen erreichte sie nicht. Die versammelten Mengen der Menschen hüllte sich in Schweigen als auf die provisorische Bühne eine Gruppe von Leuten schritt. Rune warf einen Blick zu Inuri. Das Gesicht war in ihre Kapuze gehüllt, in Schatten verkleidet, aber der ernste und aufmerksame Blick war nach vorne gerichtet. Er zweifelte nicht daran, dass die royale Dame ebenso wenig wie er den Hassreden abgewinnen konnte. Er hielt sie nicht für jemanden, der hinter dem ideologischen Gedanken stand, dass die Feuernation über allem anderen stand. Er hielt sie auch nicht unbedingt für eine Frau, die die Strukturen zerschlagen wollte und ein System bauen wollte, das nicht ausschließlich auf Repression und Lügen baute. Aber er hielt Inuri sehr wohl für eine schlaue Frau, die wusste, dass sie Unterstützung und Bündnisse brauchte, um ihr eigenes Wohlergehen und das ihrer Familie zu sichern. Und dafür hielt er sie für genauso pragmatisch wie sich selbst. Rune war ein Machiavellist. Ihn widerten die Worte der Sprecher an. Ganz gewiss wollte Rune keinen Staat, in dem weiter darüber schwadroniert wurde, dass die Feuernation ja so überlegen und erhaben sei. Aber er sah das Potential, denn was hier geschah war eine Abkehr der Ideologisierung der beiden führenden Kräfte der Nation, die Rune fallen sehen wollte. Eine Abkehr von Zosin und von Ares. Die Leute schrien und suchten nach einer neuen Konstante. Einem anderen Ideal. Und er war arrogant genug, um zu glauben, dass sie mit der richtigen Rhetorik leicht zu beeinflussen und zu lenken waren. Der Widerstand brauchte mehr Leute. Er brauchte mehr Kraft und Energie. Selbst wenn diese aus einer Motivation kam, die er nicht telte. Der Blitzbändiger hatte vor diese kleinen Versammlungen zu bündeln und zusammenzuführen. Er selbst konnte das nicht. Dafür brauchte er jemanden. Ein neues Symbol einer anderen Politik. Einem anderen Versprechen für eine bessere Welt. Jemand, der die Menschen hinter und unter sich versammeln konnte, weil sie das Erbrecht dazu hatte. Rune spürte den Blick von Inuri auf sich und lehnte sich leicht zu ihr. Leise flüsterte er, nahe an ihrem Ohr: „Überall in der Nation sammeln sich Leute wie hier.“ Rune war gut informiert über alle widerständigen Bewegungen im Land. Sie waren zerstreut und manchmal trennten sie ideologische Welten. So wie hier. Der Kern seines Widerstands, also der der Leute mit denen Rune sich umgab und von einer Revolution träumte, würde vielleicht keinen großen Unterschied zwischen der Rhetorik dieser Leute und dem Narrativ der Herrschaft erkennen. Aber der Blitzbändiger war dahingehend pragmatisch geworden. Die Nation lag im Aufruhr und irgendjemand würde das zu eigenen Gunsten nutzen. Es war besser, wenn er das tat als irgendein Patriot. „Noch sind sie nicht mehr als kleine Lauffeuer, nichtssagend und bedeutungslos. Sie haben keine Kraft und kein Futter, um stärker zu brennen. Bald schon nicht mehr als Glut und Asche..“ Rune musterte den Sprecher, der gerade die Faust in die Luft hob und zornig die Frage in den Raum wirft, wofür sie all die Jahre gekämpft haben, wenn sie nun vor dem Erdkönigreich buckeln und ihre Feinde wie Freunde begrüßen. Sie zu ihren Weibern machten und sich von ihnen Erben schenken lassen. Der Mann machte eine ungelenke Metapher, darüber, dass Ken Shou sich mit seiner Tochter in die Blutlinie der Herrschaft verwurzelt hatte. Die Menschen begannen zu tuscheln. Manche gröhlten ihre Zustimmung. Andere schüttelten ihren Kopf. Dies war ein Haufen von Leuten, die ihre Orientierung verloren hatten. Den genommen worden war, was Zosin über Jahre propagiert hatte und die mit dem neuen Frieden nichts anzufangen wussten. Die vielleicht ihre Identität auf den Krieg gebaut hatten und plötzlich akzeptieren sollten, dass das Erdkönigreich ihr Freund war. Sie verloren Vertrauen und Achtung. Aber sie waren untereinander unstet, sich uneinig und ohne Führung. Rune schnaubte leise. „Sie sind enttäuscht, vielleicht irritiert“, wisperte er. „Und sie lechzen nach einer neuen Ikone, einer verlässlicheren Ideologie.“ herkunft Capital City
stand Oberschicht
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Berater
größe 1,81
erscheinung
Wenn Rune den Mund nicht aufmacht, dann könnte man meinen, dass ihn das Gefängnis gänzlich gebrochen hat. Dem kantigen Gesicht mutet eine bittere Melancholie an und sein seltenes Lächeln erscheint immerzu zäh und hoch ironisch. Sein Auftreten unterliegt einem spöttischen Ernst. Jede Geste und jede Mimik zeichnet eine nahezu zwanghafte Gleichgültigkeit. Trotzdem ist ihm sein elitärer Hintergrund anzuerkennen, denn Rune ist die Arroganz eines reichen Pinkels noch immer in den Leib geschrieben. Seine Kleidung ist immerzu hochwertig und ordentlich. Obwohl er ein recht guter Feuerbändiger ist, ist seine Waffe der Wahl die Sprache, weshalb er nie in Rüstung oder dergleichen gekleidet ist. Das schwarze Haar trägt er an den Seiten kürzer, manchmal fällt es ihm in das blasse Gesicht.
Wie jeder in seiner Familie hat Rune blaue Augen. Manchmal blass und trüb wie Nebel, manchmal stechend und kühl wie Eis. Rune ist 181 cm groß und seine Statur weder besonders hager, noch besonders trainiert. An den Armen und Schultern sind seine Muskeln vom Bändigen definiert, sonst wirkt er eher schlaksig. Auf dem Rücken hat er einige schlecht verheilte Brandnarben von seiner Auspeitschung – die einzigen Anzeichen darauf, dass er sein Leben nicht durchgängig mit goldenem Löffel im Mund verbracht. Besonders die eleganten Hände mit den langen Fingern weisen auf sein schreiberisches Talent und seinen Status als Gelehrter hin. Obwohl er nun nicht unbedingt danach aussieht, ist sein Gesicht in der Feuernation noch immer eines, das danach lechzt geschlagen zu werden.
gespielt von jui
(sie/ihr)
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beware the bite of the turtleduck
05.03.2022, 14:54
Die Aventurinfarbenen Augen der Nichtbändigerin lösten sich nicht von der behelfsmäßigen Bühne, als Rune sich zu ihr beugte und begann in ihr Ohr zu flüstern. Zu zischen wie die Schlange, für die ihn sicherlich einige in ihrer Nation hielten. Nichts weiter als ein Verräter, dem noch immer aus vielen Ecken keinerlei Vertrauen entgegen gebracht wurde, ganz gleich, wie reformiert er sich in der Öffentlichkeit versuchte zu geben. Das dahinter tatsächlich keinerlei Körnchen Wahrheit steckte wusste Inuri nur zu gut. Der Jüngere hielt noch immer eisern an seinen Überzeugungen fest, ganz gleich, was er dafür hatte hergeben müssen. Das Einzige, was sich geändert hatte, waren seine Methoden. Und die Tatsache, dass er inzwischen Hand in Hand arbeitete mit einer der Personen, deren Chancen auf den Thron er für seine Zwecke nutzen konnte. Wie viele Menschen in der Nation wohl vornehmlich ihm die Schuld zuschieben würden, sollte herauskommen, dass sie zusammen arbeiteten? Wie viele würden behaupten er habe versucht sie zu verführen und das die Schwester des Roten Drachen ansonsten niemals Verrat an ihrer Nation begehen würde? Erschreckend wenige, sicherlich. Gewiss gab es eine Gruppe an vereinzelten Personen, außerhalb ihres direkten Umkreises, der sie mochte. Doch im Vergleich mit Ares war dieser kaum zu beachten. Sie stand selten im Mittelpunkt des Volkes, wurde schon immer verdeckt vom Schatten ihres jüngeren Bruders. Selbst Kiko war sicherlich bekannter als sie. Da brachte es ihr wenig, dass sie innerhalb des Palasts so einige Fäden ziehen und den Adel bedingt beeinflussen konnte. Wie viel wusste im Vergleich dazu wohl ein einfacher Bürger? Wie viel war kaum mehr als Gerüchte, die um sie kreisten?
Nein, Inuri hatte sich niemals als Symbol für irgendeine Bewegung gesehen. Alleine die Vorstellung eines Tages auf dem Thron ihres Onkels zu sitzen und über die Nation zu verfügen war für sie immer fern gewesen; ein Traum, der immer dahinter hatte anstehen müssen, dass sie zuerst für die Sicherheit ihrer Familie sorgen musste. Im Zweifel, das wusste sie seit Jahren, würde sie ihren Anspruch auf den Thron aufgeben müssen, um sicher zu stellen, dass nicht nur sie selbst, sondern auch Kiko einen weiteren Tag würde sehen können. Natürlich würde sie dies nicht ohne Kampf aufgeben; alleine, dass sie an diesem feuchten Ort war bewies dies. Sie arbeitete hinter den Kulissen mit dem Widerstand zusammen, lieferte ihnen Ressourcen und Informationen, wo sie nur konnte. Und eines Tages, vielleicht, würde sie dann den Titel des Feuerlords tragen und jeder in der Nation würde ihren Namen und ihr Gesicht kennen. Das sie davor bereits zu einem Symbol werden könnte, ein Symbol für einen Zweig des Widerstands; das ihr Name mit genauso viel Leidenschaft von der einfachen Bevölkerung gerufen werden könnte, wie der des Generals? Das war etwas gewesen, was sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hatte - und sich auch erst jetzt weit hinten in ihrem Kopf langsam begann zu Wort zu melden. Entsprechend verhalten fiel ihre Reaktion auf die Worte in ihrem Ohr aus, die ansonsten nur noch mehr den Eindruck eines Dämons erweckt hätte, der sie zu irgendetwas verlocken wollte. "Und wen hättet Ihr dafür im Kopf?" Sie hatte keinerlei Zweifel daran, dass es genau das war, worauf er hinaus wollte. Kontrolle über diesen Zweig des Widerstands, indem er ihnen irgendeinen Tor vorsetzte, den er kontrollierte und durch den er umgekehrt diese Versammlung an enttäuschten Bürgern würde kontrollieren können, damit sie ihm bei all seinen weiteren Plänen in die Hände spielen würde. Nur wen genau er sich dafür vorstellte, dies entzog sich ihr noch. Immerhin gab es kaum Personen, die für eine derartige Position in Frage kämen. Es würde schwerlich jemand aus dem einfachen Volk sein, würde ein solcher doch nicht ausreichend Anspruch auf irgendeine Machtposition haben, um eine nennenswerte Chance zu haben etwas an der aktuellen Lage des Landes zu ändern. Zumal diese Gruppierung, trotz ihres Zorns gegenüber ihrem Onkel und dem Roten Drachen, den eigentlichen Machtstrukturen gegenüber noch immer treu zu sein schienen. Nein, es brauchte jemanden aus dem Adel, mit genug Einfluss. Einer der anderen Generäle vielleicht. Jemand mit Anspruch auf den Thron. Jemand, wie... Noch bevor Rune ihr eine Antwort auf ihre Frage hatte geben können, verengten sich mit einem Mal ihre Augen und sie drehte ihren Kopf, um ihn direkt ansehen zu können. Mehr als zuvor nagte eine zuvor als unmöglich erachtete Möglichkeit in ihrem Kopf. War es wirklich das, woran er dachte? herkunft Capital City
stand Königsfamilie - Feuer
alter 43 Jahre
gender Weiblich
bändigung Nichtbändigend
beruf 2. Thronfolger
größe 1,72
erscheinung
Es lässt sich nicht abstreiten, dass sie physisch niemals mit ihrem Bruder wird mithalten können, ist die Geburt ihres Sohnes doch das Anstrengendste, was ihr Körper jemals durchmachen musste. Die helle Haut ihrer zierliche Gestalt wird gewöhnlich verhüllt von schwarzen Kleidern unterschiedlicher Länge, die alle miteinander gemeinsam haben, dass sie so viel wie möglich von ihren Armen unbedeckt lassen. Nur zu besonderen Anlässen trägt Inuri auch einmal andersfarbige Kleider. Dennoch steht sie mit ihren 1,72 Metern Größe nicht minder aufrecht, erhebt den Kopf nicht weniger stolz, als der General.
Es sind vor allem ihre grünen Augen, welche wie zwei Aventurin im von langen, dunkelbraunen Haaren umrahmten rechteckigen Gesicht sitzen, die die meisten Menschen inne halten lassen. Die Blicke der Zweiten in der Thronfolge der Feuernation scheinen sich bis zum Innersten einer Person zu bohren, deren Innerstes offenzulegen, ganz ohne das man dies will - oder sie ein einziges Wort sagen muss. Dabei ist die Stimme von Inuri ebenfalls nicht zu verachten, ist sie doch dazu in der Lage mit Leichtigkeit sowohl mit kommandierender Brust-, wie auch einfühlender Kopfstimme zu sprechen, maskulin genauso wie feminin zu klingen, je nachdem, was ihr gerade am meisten zuträglich ist.
gespielt von Bellamy
(er/seine)
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melancholic pain in the ass
14.06.2022, 18:48
Und wen hättet ihr dafür im Kopf? Es war doch immer wieder erstaunlich, wie schwer diejenigen feinen Damen und Herren, die von sich selbst die Fantasie entworfen hatten, eine fette Spinne mit tausend Fäden in der Hand im Netz selbstgesponnener Intrigen und Geheimnisse zu sein, doch von Begriff waren. Weshalb hätte Rune sie wohl in dieser Nacht hierherschleppen sollen, wenn nicht Inuri die Krone seiner eigenen Pläne war? Wieso sollte er sich und seiner Ideologie so großer Gefahr aussetzen und Inuri zu einer Vertrauten auswählen, wenn nicht auch ihr Blut, ihr Erbe für ihn eine Rolle spielen würde? Es gab nicht viele Adlige, die sich dem Widerstand verschworen hatten und nur eine geringe Zahl von ihnen stand auch tatsächlich ideologisch hinter ihr, während ein Großteil sich bloß einen Regime-Wechsel erträumte. Auch Inuri war da keine Ausnahme. Sicherlich, sie musste wenn sie das Gesicht des Widerstands werden würde, auch ideologisch ein Gesicht des Friedens, des Wohlstands und der Einheit sein, aber Rune und sie waren keine Komplizen der selben Sache. Inuri wollte ihre Haut und die ihrer Familie retten. Vielleicht lockte sie insgeheim auch die Anziehung des Throns, die Magnetkraft der Macht. Aber im Grunde hielt Rune die Adlige für eine Frau der Berechnung. Jemand, die sich selbst am nächsten war und sich nicht ein Haar krümmen würde für den höheren Zweck. Noch nicht. Noch war sie nicht Gallionsfigur einer Rebellion, noch einte sie nicht die unterschiedlichen Strömungen widerständischer Geister, noch war Inuri nicht mehr als ein Schatten. Ein Flüstern in der Dunkelheit. Aber wenn sie den Schritt wagte, den Schritt hinaus in das gleißende Licht der Öffentlichkeit, dann würden die Erwartungen ihres Volks an ihr reißen, sie in die Knie zwingen, damit sie sich dem beugte, was der Widerstand von ihr wollte. Denn, wenn der Widerstand ihr die Krone auf das Haupt legen würde, dann würde sie in seinem Sinne handeln müssen. Von der Spielerin zur Spielfigur? Sicher nicht. So leicht, so schwarz-weiß waren die Dinge nicht. Rune und sie würden eine nicht enden-wollende Kontrollbeziehung zueinander führen, wenn tatsächlich passierte, was Rune vorschwebte und für sie noch schleierhaft war. Der Blitzbändiger hatte ihr nicht geantwortet. Er hatte sich leicht zurück geneigt und den Blick wieder zu der provisorisch aufgebauten Bühne gerichtet. Eine neue Rednerin betrat den hölzernen Vorsprung und stimmte langsam in das Klatschen ein, während er bemerkte wie sich langsam, zäh das Gesicht der Adligen zu ihm wendete. Er sah nicht zu ihr, glaubte aber, dass sich ihre Augen verengt hatten. Verengt in der Erkenntnis, was seine Worte bedeuten mochte. Rune lächelte.
ende. herkunft Capital City
stand Oberschicht
alter 34 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Berater
größe 1,81
erscheinung
Wenn Rune den Mund nicht aufmacht, dann könnte man meinen, dass ihn das Gefängnis gänzlich gebrochen hat. Dem kantigen Gesicht mutet eine bittere Melancholie an und sein seltenes Lächeln erscheint immerzu zäh und hoch ironisch. Sein Auftreten unterliegt einem spöttischen Ernst. Jede Geste und jede Mimik zeichnet eine nahezu zwanghafte Gleichgültigkeit. Trotzdem ist ihm sein elitärer Hintergrund anzuerkennen, denn Rune ist die Arroganz eines reichen Pinkels noch immer in den Leib geschrieben. Seine Kleidung ist immerzu hochwertig und ordentlich. Obwohl er ein recht guter Feuerbändiger ist, ist seine Waffe der Wahl die Sprache, weshalb er nie in Rüstung oder dergleichen gekleidet ist. Das schwarze Haar trägt er an den Seiten kürzer, manchmal fällt es ihm in das blasse Gesicht.
Wie jeder in seiner Familie hat Rune blaue Augen. Manchmal blass und trüb wie Nebel, manchmal stechend und kühl wie Eis. Rune ist 181 cm groß und seine Statur weder besonders hager, noch besonders trainiert. An den Armen und Schultern sind seine Muskeln vom Bändigen definiert, sonst wirkt er eher schlaksig. Auf dem Rücken hat er einige schlecht verheilte Brandnarben von seiner Auspeitschung – die einzigen Anzeichen darauf, dass er sein Leben nicht durchgängig mit goldenem Löffel im Mund verbracht. Besonders die eleganten Hände mit den langen Fingern weisen auf sein schreiberisches Talent und seinen Status als Gelehrter hin. Obwohl er nun nicht unbedingt danach aussieht, ist sein Gesicht in der Feuernation noch immer eines, das danach lechzt geschlagen zu werden.
gespielt von jui
(sie/ihr) |