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12.07.2021, 22:50
I'm too tired to wrestle with it
Will we burn, or will we repent? Ikharus & Jhaan # 31. Mai 1NZK # in Cuchulainns Kwoon im Mittleren Ring # Ba Sing Se TW: Suizidgedanken, Tod durch Erhängen Für die meisten Menschen war es vermutlich keine neue Erkenntnis, dass Ikharus ein Idiot der Extraklasse war. Nichts auf der Welt schien ihn dazu bewegen zu können, sich um sein eigenes Überleben Sorgen zu machen; zumindest machte es nach Außen hin den Anschein. Er wählte selten den Weg des geringsten Widerstandes, so auch nicht, was sein eigenes Fell anging, das ihm, wenn die Dinge weiter so liefen, alsbald über den Kopf gezogen werden würde. Ba Sing Se hatte Blut geleckt, und das Blut schmeckte nach Selbstjustiz. Die Lage, die schon seit einer geraumen Weile auf wackligem Boden stand, geriet immer mehr ins Kippen - und Ikharus gehörte zu den glücklichen Spitzeln der Feuernation, die innerhalb der Bevölkerung Zwietracht säen durften. Im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen besaß er keine hohe Stellung am Hof oder bei den Wachen, nein, ihn hatte man in die einfache Bevölkerung gestopft, wo er mit seinem lautstarken Maul am wenigsten auffallen würde. Wenn er genauer darüber nachdachte, war es ziemlich beleidigend, dass man ihm anscheinend kaum mehr als eine zündelnde Funktion in der Unterschicht zutraute, aber da es direkt in seine Stärken hineinspielte, beschwerte er sich nicht - oder eher nicht mehr. Selbst, wenn er es (wenn auch aus einem anderen Grund, der mit J anfing und auf warum-kann-ich-mich-nicht-von-ihm-fernhalten-Aahn endete) hasste. In seiner Anfangszeit in Ba Sing Se war er noch darauf beschränkt gewesen, die Stimmung im Unteren wie auch im Mittleren Ring Ba Sing Se's zu dokumentieren und Bericht darüber zu erstatten - sowohl der Himitsu selber als auch Ares war er dabei Rede und Antwort schuldig, auch wenn er längst nicht der einzige Spitzel war, der unter dem Deckmantel irgendeines Händlers oder Gesellen, Gauklers oder einer scheinbar ollen Näherin mit steifen Händen stetig den Puls des Erdkönigreichs erfühlte. Doch mittlerweile war aus dem Erfühlen ein sanftes Drängen in eine Richtung geworden, die man nur als gefährlich einstufen konnte. Nicht nur für den scheinbaren Frieden, sondern auch für die Anwesenheit der Feuernations-Spitzel in Ba Sing Se. Gefährlich für sie alle - auch wenn das Ikharus bisher nur wenig ausgemacht hatte. Und ja, vermutlich sollte es ihm auch jetzt mehr ausmachen, aber jegliche Vernunft, die er in sich trug, hatte er heute einfach weggetrunken. Das war es, was eben geschah, wenn man dabei zusehen durfte, wie ein anderer Himitsu enttarnt worden und an den Pranger gestellt worden war. Wie schön, dass jemand wie der Rote Drache sich vor so etwas nicht fürchten musste. Wie schön, dass es ein direktes Resultat des Zündelns war, dessen Ikharus selbst sich ebenfalls schuldig gemacht hatte. Denn fragte man ihn, könnten sie auf diesen 'Frieden' pissen, und natürlich er hatte deshalb seine Freude, sich den mittlerweile bis ins Herz des Erdkönigreichs reichenden Aufständen anzuschließen. Und vielleicht hatte er gedacht, das wäre die perfekte Tarnung ... Aber dachte das nicht jeder Himitsu? Warum sollte es ihn treffen? Heute war das erste Mal gewesen, dass ihm tatsächlich der Hintern auf Grundeis ging; dabei war es erst eine Woche her, dass er Jhaan vor den Wachen bewahrt hatte - wäre die Stadt nicht da schon von einem rücksichtslosen Chaos ergriffen gewesen, wäre ihm das dann überhaupt gelungen? Er wollte nicht darüber nachdenken - er wollte feiern, dass das Zündeln immer und immer wieder gelang, dass sich die Stimmung in der Stadt aufheizte, während der verstockte Adel fernab seines Volkes, dessen Vertrauen und Unterstützung Ken Shou langsam aber sicher verlor, nichts dagegen ausrichten konnte. Ja, das gehörte sich zu feiern. Dass er bei der öffentlichen Hinrichtung eines Kollegen hatte zusehen müssen, war bestimmt kein Grund dafür, dass er sich in der brodelnden Stadt hatte zulaufen lassen. Und es war auch kein Grund, weshalb er unter dem vermeintlichen Schutz der Nacht einmal mehr in den Kwoon einbrach. Oder vielmehr sich in den Hinterhof schlich und sich dann in dem wilden Garten verirrte. Wäre er wenigstens leise gewesen, hätte man ihn vielleicht nicht bemerkt, aber so bliebe wohl nur einem Gehörlosen verborgen, dass dort irgendetwas oder irgendjemand durch die Beete trampelte, irgendwas Formloses vor sich hin singend und schließlich in der von der späten Frühlingssonne aufgeheizten, schütteren Erde eines jener Beete niederzulegen und den Sternen beim Kreisen zuzusehen. Bis eine Silhouette durch die Sterne schwamm und auf ihn hinabblickte, mit einem Gesicht so verängstigt wie ein schwindender Mond. "Trink mit mir, is ein Tag zum Feiern", nuschelte der Feuerbändiger der sterneschluckenden Silhouette ins verschwommene Gesicht und hob im gleichen Atemzug die Tonflasche an, an die er sich auf dem Weg hierher geklammert hatte, "komm schon, Geister müssen auch trinken." herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
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forget-me-not
13.07.2021, 02:16
Seinen Zustand als nervös zu beschreiben, wäre noch untertrieben gewesen – wobei auch jedes andere Wort dafür nicht zutreffend genug gewesen wäre. Er war nicht einfach nur nervös oder verängstigt, er war so viel mehr als das und vor allem zu viel, als dass er es jemals in Worte fassen können würde. Und wenn doch, wo sollte er dann anfangen? Bei der sich zuspitzenden Lage, zwischen der Feuernation und dem Erdkönigreich, welche unweigerlich Einfluss auf die Stimmung innerhalb von Ba Sing Se hatte? Den Stadtwachen, welche ihn als Luftbändiger enttarnt hatten und sicherlich nur darauf warteten, dass er ihnen wieder über den Weg lief? Oder doch lieber bei den Geistern, welche an ihm zu zerren und zu reißen versuchten, als wäre er nicht mehr als eine zu ihrem Vergnügen geschaffene Marionette? Es gab so viele Dinge, welche durch den Kopf des blassen Luftbändigers schwebten und doch schien ihm die Welt erst jetzt, wo Cuchulainn ihn für eine Reise mit seinem Schüler verlassen hatte, gänzlich auf den Kopf zu fallen. Dabei hatte jener ihn nicht nur einmal gefragt, ob er alleine in dem Kwoon zurechtkommen würde, und noch viel öfter hatte Jhaan dazu angesetzt ihn diesbezüglich zu beschwichtigen. Zu diesem Zeitpunkt war Jhaan aber auch wirklich davon ausgegangen, es zu schaffen. Auch wenn die Tage nicht leichter wurden, glaubte er doch damit zurecht zu kommen – sowohl mit seiner Gefühlswelt, als auch seinem gesundheitlichen Zustand, der wie eh und je zu schwanken schien. Er redete sich ein, zurecht zu kommen. Scheiterte wie so oft daran, um Hilfe zu bitten, weil er schon längst nicht mehr daran glaubte, dass es dort etwas gab, was ihm wirklich helfen konnte. Nur um sich am Ende des Tages; spätestens, wenn die Geister sich in der Dunkelheit wieder nach ihm zehrten, selbst dafür zu verfluchen.
Keine einzige Nacht war seit dem Aufbrechen von Cuchulainn und Ezekiel vergangen und Jhaan könnte nicht weniger glauben, dass all die Sicherheit und Geborgenheit, welche er in dem Kwoon und Ba Sing Se gefunden hatte, innerhalb kürzester Zeit um ihn herum zerbrach. War er am Morgen, nach ihrem Abschied, noch voller Energie gewesen und hatte sich um die Pflanzen im Hinterhof des Kwoons gekümmert, in der Hoffnung, dass jener bei Cuchulainns Rückkehr in seiner schönsten Pracht blühen würde, hatte es kaum bis Mittag gedauert, bis das Gefühl von Sicherheit sich allmählich von ihm verabschiedet hatte. Alleine der Gedanke, ohne Streicher auf die offene Straße treten zu müssen, hatte ihm genug Angst eingejagt, um dafür zu sorgen, dass er bis in den späten Nachmittag damit gewartet hatte, dem Markt einen Besuch abzustatten, auch wenn sein Magen zu diesem Zeitpunkt bereits lauter gegrölt hatte, als ein Himmelsbison. Das Abbinden der verräterischen Tätowierungen hatte ihm auch nur wenig Sicherheit wiedergeben können – vielmehr hatte es ihm noch einmal unter die Nase gerieben, wie offensichtlich es war, dass er nicht hierhergehörte und noch viel weniger willkommen sein würde. Und dann waren dort die vielen Menschen gewesen, die ihm noch immer so fürchterlich fremd waren, dass ein etwas grimmiger Blick in seine Richtung genügte, um dafür zu sorgen, dass er noch etwas mehr, als ohnehin schon, in sich zusammensackte. Kein Wunder, dass er es selbst mit Streicher an seiner Seite immer seltener gewagt hatte, den Kwoon zu verlassen. Aber ohne die Wolfshündin und Cuchulainn war auch der Kwoon nicht mehr, als ein paar fremde Wände, zwischen welchen Jhaan verzweifelt nach einem Zuhause suchte. Es geschah wie von selbst, dass Jhaan sich von dem ganzen Trubel der Menschen mitreißen ließ. Viel zu schnell brachte ihr natürlicher Strom ihn von seinem Ziel ab, ließ ihn etwas weiter nördlich gehen, in Richtung des größeren Marktplatzes, wohin es an diesem Tag besonders viele zu treiben schien. Warum, wurde einem spätestens mit einem Blick auf das Podest inmitten des Platzes ersichtlich. Dabei wollte Jhaan gar nicht hinsehen. Spätestens als die Anklage des Mannes zwischen all den anderen Stimmen seine Ohren erreichte, wollte er den Blick abwenden, doch er schaffte es nicht. Aus alter Gewohnheit wollte er die Geister um Vergebung für den Fremden bitten, obwohl er in den Augen der anderen wohl nicht mehr als ein dreckiger Spion war, welcher es verdient hatte, an den Pranger gestellt zu werden – aber auch dies schaffte Jhaan nicht und so starrten seine blässlich-braunen Augen viel zu lange hinauf zu dem Fremden, ehe es eine ihn überkommende Übelkeit war, welche ihn in die Knie zwang. Jhaan wusste nicht, wann oder wie er es zurück in den Kwoon geschafft hatte, noch, was er in all den Stunden, die zwischen dem Nachmittag und der mittlerweile längst angebrochenen Nacht, getan hatte. Irgendwann war es Rui gewesen, welcher ihn aus seiner Starre gerissen hatte, indem er ihm mit seinen winzigen Lemurenhänden eine Mondpfirsich vor die Lippen gedrückt hatte, als könnte er schon wieder spüren, dass Jhaan etwas Essen musste. Dennoch hatte es eine schiere Ewigkeit gedauert, bis Rui ihn davon hatte überzeugen können, endlich zumindest einen Bissen von der Mondpfirsich zu nehmen, aber als er noch ein zweites Mal von der Frucht abbeißen wollte, waren es die gedämpften Geräusche aus dem Hinterhof, welche Jhaan innehalten ließen. Für einen Moment rührte er sich kein Stück. Versuchte im Stillen auszumachen, ob ihm nun bereits in der ersten Nacht ein paar Diebe einen Besuch abstatteten oder es sich doch nur um die Hirngespenster in seinem Kopf handelte, welche wieder für Radau sorgten. Spitzte die Ohren und lauschte, ehe es die überaus naive Hoffnung darauf, dass Cuchulainn und Streicher vielleicht schon wieder zurück waren, war, welche ihn dazu animierten, sich (wenn auch etwas schwerfällig) aufzurichten. Dass er noch immer die Binden, welche seine Tätowierungen verdeckten, trug und lediglich den weiten Hut von Cuchulainn abgesetzt hatte, fiel ihm dabei erst auf, war aber vermutlich auch gar nicht so schlecht, wenn man bedachte, dass er keinen Schimmer hatte, wer oder was dort im Garten auf ihn wartete. Als würde er sich auf einer hauchzarten Eisschicht bewegen, machte Jhaan vorsichtige Schritte in Richtung der hinteren Tür des Kwoons und schob jene zunächst nur einen Zentimeter breit auf, als könnte er durch jenen Spalt überhaupt irgendetwas in dem beinahe stockdüsteren Garten erkennen. „Cuchulainn? Streicher?“, folgte es dann in die Nacht geflüstert, ehe er die Tür weiter aufschob. Gerade genug, um sich durch sie hindurch nach draußen zu schieben, wo ihm der kühle Nachtwind übers Gesicht strich und unweigerlich einen Schauer durch den Körper jagte. Zwei winzige Schritte, dann blieb er wieder stehen und suchte im faden Licht des Mondes nach der Gestalt, welche so viel Lärm gemacht hatte. War sich unsicher, ob er sich wünschte, dass sie echt war, oder nicht doch lieber nur eine Einbildung, ehe sein Blick auf eines der noch am wenigsten bewachsenen Beete fiel. Oder vielmehr die Person, welche sich es zwischen der Erde und den nun etwas zerquetschten Keimlingen gemütlich gemacht hatte. Ein erschrockenes Zusammenzucken, welches ihn aber auch erst richtig zurück ins Hier und Jetzt riss, durchzog Jhaans Körper und dann… war er sich nicht sicher, ob Khivis Anblick ihn erfreute oder nicht doch eher noch mehr beunruhigte. Trink mit mir, is ein Tag zum Feiern. […] Komm schon, Geister müssen auch trinken. „Ich bin kein Geist“, widersprach Jhaan ihm mit viel zu schwacher Stimme, auch wenn selbst für ihn allmählich offensichtlich war, dass er äußerlich immer mehr mit einem Geist Konkurrenz machte. Nicht, dass er dies in irgendeiner Art und Weise wollte… Oder..? Wenn er so darüber nachdachte, klang es gar nicht mal so schlecht, aus dieser Welt zu flüchten. Nur ob die Geisterwelt wirklich der Ort war, an dem er fand, was ihm fehlte, war fraglich. Erst recht jetzt, wo er immer mehr den Glauben an die Geister und ihre Gutmütigkeit zu verlieren schien. Du bist hier, weil ich es so will, schossen ihm noch einmal die Worte des Kerls durch den Kopf, der gerade betrunken seine Blumen zerquetschte, und auch, wenn er die Tonflasche des anderen nicht entgegen und noch viel weniger einen Schluck von jener nahm, ließ Jhaan sich im nächsten Moment auch schon am Rande des Beetes nieder und legte sich wie selbstverständlich neben ihn ins Gras. Starrte hinauf zu den Sternen. Und konnte sich fast schon einbilden, sie wären wieder Vierzehn und Zuhause im nördlichen Lufttempel. Nur, dass es hier kein Gefühl von Geborgenheit gab. Nicht einmal mehr im Entferntesten. Ob das Grund zum Feiern war? „Hast du es auch gesehen?“ herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
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14.07.2021, 12:28
Zwischen all den brodelnden Kesseln in Ba Sing Se, war es leicht gewesen, zu verdrängen, wie es um Jhaan stand. Leicht zu verdrängen, und doch nicht zu vergessen; nicht einmal das Chaos konnte vollkommen ausmerzen, in welcher Gefahr sich der Luftbändiger befand, und welche Geister in ihm spukten. Und doch fragte sich Ikharus, was die Geister schon bedeuteten, wenn die sehr viel imminentere Gefahr, aufgeknüpft, geköpft oder gevierteilt zu werden, wie ein Damoklesschwert über einem schwebte. Es half nicht mit der Angst, die er am Tage gut unter Kontrolle hatte, ihn jedoch bei Nacht einholte. Dann fühlte er sich plötzlich jeglicher Kontrolle beraubt, selbst jeglicher Illusion von Kontrolle, die er sich sonst machte. Und der heutige Tag war besonders einschneidend gewesen; wobei man zugeben musste, dass er das mittlerweile beinahe jeden Tag behauptete.
Doch dieser Tag insbesondere ... war so lang gewesen, dass er sich nicht einmal mehr an den Morgen erinnerte. Er bemühte sich aber auch nicht darum, die einzelnen, grob auseinander gerissenen Stücke des Tages ordentlich zusammenzufügen, auch wenn er das vermutlich tun sollte. Sei es auch nur, um vor der Himitsu seine Hände in plausibler Unschuld waschen zu können. Aber dafür war es noch zu früh, noch konnte er sich darauf nicht konzentrieren, weil er den Weg gewählt hatte, sich erst einmal das Hirn aus dem Schädel zu trinken. Die Erinnerung damit zu verunreinigen, als wenn er die vom aufgeriebenen Pöbel in Windeseile hochgezogene Hinrichtung jemals würde vergessen können. Der Mann, den sie schamlos aufgeknüpft hatten, war schuldig gewesen, sofern Feuerbändiger und Spitzel zu sein bereits für einen Schuldspruch ausreichte (was es tat; seien wir ehrlich: in der Feuernation waren schon Menschen für weniger zum Tode verurteilt worden), Ikharus wusste das. Wusste es mit ebensolcher Gewissheit, wie er wusste, dass auch er schuldig war. Dass er dort oben hätte stehen sollen. Wer würde bei alledem nicht versuchen, sich bewusstlos zu trinken, hm? Er wollte vergessen, und das für mehr als nur für eine Nacht. Wollte vergessen, wie brutal die Willkür zuschlagen konnte, wollte seine Teilnahme am Ganzen vergessen, ebenso wie den Anblick von Yotas unschädlich gemachten Händen, von seinem gestreckten, in einem unnatürlichen Winkel gebogenen Hals und dem blutunterlaufenen Gesicht, das dunkel wie eine schmerzhafte Blessur oder wie eine zerquetschte Pflaume ausgesehen hatte. Er wollte die Augen vergessen, die wie Kerne aus seinem Fleisch gequpollen waren ... Ikharus hatte schon viele Menschen leiden und noch mehr sterben sehen, aber eine Erhängung hatte etwas ekelerregend Brutales an sich, etwas unerträglich Menschliches, das Bändiger als auch Nichtbändiger einander gleichmachte. Es spielte keine Rolle, welches Element Yota gehorcht hatte, denn als Sündenbock hatte ihm dies am Ende auch nichts mehr geholfen und selbst wenn er ein Nichtbändiger gewesen wäre, hätte dies seinen Tod weder verzögert noch aufgehalten. Das Schlimmste, das Ikharus sich nicht in Erinnerung rufen wollte, war jedoch, dass er Yota hätte retten können. Aber weder hatte die Himitsu dazu den Auftrag gegeben, noch hatte er in dem Moment sein Leben aufs Spiel setzen wollen. Fast so, als hinge er doch an seinem Leben, sei es auch nur ein klitzekleines bisschen oder eben im Angesicht eines aufgepeitschten Pöbels, für dessen erhitzte Gemüter er ebenfalls ein kleeeines bisschen Verantwortung trug. Nur ein kleines bisschen. Nicht genug, als dass sowohl Erd- als auch Feuernation ihn als Intrigenspinner verurteilen würde, oder? Diese Gedanken kreisten durch seinen Kopf; kreisten durch die Sterne wie Geier, die auf seinen Leib hinabschielten und hofften, einfach nur hofften. Die Erde unter seinem Körper war warm, wie von einem Puls am Leben erhalten, während der Himmel trocken und wie aufgeladen war: eine elektrisierte Spannung lag in der Luft, die sich auch nicht davon vertreiben ließ, dass sich Jhaans verschwommene Gestalt vor seine Augen schob. Ich bin kein Geist, widersprach er ihm, woraufhin Ikharus schwer die spannungsgeladene Luft in seine Lunge sog. "Dann benimm dich doch nich wie einer", nuschelte er mit schwerer Zunge, bevor die Worte trockener und trockener auf seiner Zunge wurden. "... dann sieh mich nicht an, als wären wir beide schon tot." Natürlich hatte er ihn erkannt, hatte ihn nicht wirklich für einen Geist gehalten, auch wenn er sich noch immer nicht daran gewöhnt hatte, Jhaan mit abgebundenen Tätowierungen zu sehen. Die Verbände waren ein Schutz, auf den der Luftbändiger nicht verzichten konnte oder gar durfte, und doch verschob sich durch sie sein Aussehen, veränderte sein Gesicht: er wirkte wie jemand, der um sein Leben kämpfte. Und Jhaan mochte vieles sein, aber das war er nicht. Er war kein Kämpfer, war es noch nie gewesen. Somit waren die Verbände auch nichts als eine Farce, sie boten Schutz, von dem Ikharus längst wusste, dass Jhaan ihn nicht mehr wirklich haben wollte, oder? Er sehnte sich noch immer nach seinem Zuhause, sehnte sich nach Freiheit - aber die gab es für ihn im Leben doch gar nicht. Ikharus ließ den ausgestreckten Arm mit der Tonflasche in der Hand wieder auf seine Brust sinken, sobald klar wurde, dass Jhaan natürlich nicht seiner Aufforderung nachkommen und mit ihm trinken würde. Stattdessen legte sich der Luftbändiger neben ihm ebenfalls auf den Rücken und starrte hinauf zu den Sternen, während Ikharus den Kopf drehte und wiederum Jhaan betrachtete. Sah, wie seine Haut denselben Matten nicht-Glanz besaß, wie der Mond. Hast du es auch gesehen? "Natürlich", antwortete Ikharus tonlos. "Das hätte ich sein können ... kannst du's dir ausmalen?" Für den Bruchteil einer Sekunde erlaubte er die trockenen Worte durch die darauffolgende Stille knistern zu lassen, bevor der Himitsu seinen Oberkörper mit den Ellenbogen im Rücken abstützte und sich leicht aufrichtete und fragte: "Was ist mit dir? Hast du weggeschaut? Du hast weggeschaut, nicht wahr?" Es machte ihm scheinbar nichts aus, sich in diesem Augenblick über Jhaan lustig zu machen, auch wenn sein Lachen bitter und hohl klang, als wäre es verzweifelt auf der Suche nach einer unbeweglichen Macht, die es würde aufhalten können. Oder auf der Suche nach dem eigenen Echo. "Weißt du, ich hab schon schlimmeres gesehen", gestand er nun, und für einen grässlichen Augenblick schoss die Erinnerung an den Blutadler durch seinen Kopf, dessen Umsetzung er ein einziges Mal beigewohnt hatte. Einmal und nie wieder. Ein schmerzhaftes Zucken ging durch Ikharus' Körper, und ruckartig ließ er sich zurück auf den Rücken fallen, schob einen Arm über seine Augen, als könnte der Druck auf den geschlossenen Lidern die Erinnerung auslöschen. "Die Hinrichtung war ja noch harmlos dagegen. Hm, vielleicht bitte ich auch um den Strick, wenn es soweit ist. Und dann ... dann solltest du hinsehen, du solltest ganz genau hinschauen, Jhaan. Wenn du wegschaust, bist du kein Mann, würde mein Vater sagen. Bisschen hohl, aber wahr ..." Er lachte wieder, diesmal klang es irritierend amüsiert, dann schüttelte er mit dem Kopf und ließ seinen Arm wieder von seinem Gesicht an seine Seite sacken, wo seine Schulter viel sanfter, als seine Worte zuvor, die des Luftbändigers streifte. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
14.07.2021, 20:25
Er wirkte wie jemand, der um sein Leben kämpfte, aber das tat er nicht. Nicht mehr und vielleicht hatte er es auch niemals getan. Zumindest nicht, seit er sich bewusst geworden war, wie hoffnungslos es um seine Gesundheit stand, aber auch zuvor war er kein Kämpfer gewesen. Erst recht nicht, nachdem Khivi den nördlichen Lufttempel verlassen und Jhaan verzweifelt nach einem Sinn für seine Existenz gesucht hatte, als wäre jene vollkommen bedeutungslos ohne den älteren Feuerbändiger. Er hatte nicht gewusst, wohin mit sich selbst, und wenn man bedachte, dass er kaum älter als vierzehn Jahre gewesen war, war dies im Grunde auch vollkommen in Ordnung gewesen, doch auch in den Jahren danach hatte Jhaan sich schwer damit getan, seinem Leben eine ernsthafte Bedeutung zu geben und etwas zu finden, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Da war die Welt der Geister gewesen, aber jene hatte ihn eher noch tiefer in sein Verderben gestoßen, als ohnehin schon und jetzt… jetzt hatte er wieder nichts. Konnte sich nicht einmal an die Geister klammern, welche er so lange verehrt hatte, nur um letztendlich einsehen zu müssen, dass jene genauso grausam waren, wie die meisten Menschen. Wofür verdeckte er die Tätowierungen auf seiner Haut? Wofür tat er nicht einfach das, wonach er sich scheinbar so sehr sehnte, und gab sein Leben gänzlich auf? Wenn es nicht für ihn war, konnte man dann überhaupt behaupten, er täte es für andere; für Cuchulainn und vielleicht sogar für Khivi, wenn er doch im Grunde nicht mehr tat, als nötig, um sie nicht in Schwierigkeiten zu bringen? Am Ende war es doch vermutlich nicht mehr, als seine Angst vor dem Tod, welche ihn vor dem bewahrte, was früher oder später ohnehin eintreten würde. Es war nur eine Frage der Zeit – die Zeit, welche sich in Ba Sing Se immer schneller zu nähern schien -, bis er auffliegen und nicht nur sich selbst, sondern auch all jene, für welche er in seiner Feigheit behauptet hätte, das hier überhaupt zu tun, mit in den Abgrund reißen würde. Und das machte es nicht besser. Eher im Gegenteil. Aber Jhaan hatte noch nie den Mut besessen, um auch nur für sich selbst einzustehen. Dass er nun nicht einmal mehr davor zurückschreckte, Außenstehende mit in seine Misere zu reißen, zeigte nur, wie egoistisch der ach so sanfte Luftbändiger mittlerweile geworden war. Ja, vielleicht hatte er es sogar mehr, als der hingerichtete Himitsu-Agent verdient, inmitten des Marktplatzes an den Pranger gestellt zu werden. Wegen Leuten wie ihm hatten sie dieses ganze Dilemma mit dem drohenden Krieg doch überhaupt erst, oder nicht..?
Jhaan wollte kein Geist sein, aber er wollte auch nicht länger in dieser Welt verweilen. Er wollte nicht leben, aber er wollte auch nicht sterben, doch das Einzige, was ihm dazwischen blieb, war sich gedanklich in eine andere Welt zu flüchten. Somit war es keine Seltenheit, dass der Luftbändiger scheinbar stundenlang Löcher in die Luft starrte, weil alles unerträglich schien, bis auf seine Träume. Er meditierte nicht, so wie er es früher getan hatte, und wirklich zu schlafen schien er auch nicht. Aber anwesend war sein Geist auch nicht. Stattdessen schwebte er durch seine ganz eigenen Welten und flüchtete vor jedem noch so sanften Hauch der Realität. Nur heute nicht. Heute konnte er noch so lange versuchen, seinen Geist von all den tatsächlichen Welten abzukapseln, es funktionierte nicht. Immer wieder drängten sich die geschundenen Bilder des Feuerbändigers vor seine Augen. Ließen Übelkeit in ihm emporsteigen, aber vor allem war dort eine Frage, welche er sich immer und immer wieder stellte: was, wenn es Khivi gewesen wäre? Was hätte er gemacht, wenn es der Mann, den er liebte; der ihm eine Berechtigung zum Existieren gab, gewesen wäre? Vermutlich nichts. … dann sieh mich nicht an, als wären wir beide schon tot. Jhaan erwiderte nichts. Keine Entschuldigung. Keine Rechtfertigung darüber, dass sie doch beide im Grunde schon so gut wie tot waren, wenn man die politische Lage betrachtete. Er legte sich einfach nur im Stillen neben Khivi ins Gras und wünschte sich, er könnte für immer dort so liegen bleiben. Mit dem Blick in die Sterne und einer betäubenden Leere im Kopf, doch vor allem letzteres schien ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Bevor er sich selbst daran hindern konnte, verließ die Frage, ob Khivi das gleiche wie er gesehen hatte, auch schon seine Lippen. Das hätte ich sein können… Kannst du’s dir ausmalen? „Ja.“ Tat er schließlich schon längst. Das Gesicht des fremden Feuerbändigers war wie von selbst mit dem von Khivi ersetzt worden und umso intensiver verfolgten Jhaan die Bilder dessen. „Ich hab nicht weggeschaut“, widersprach Jhaan Khivi, klang jedoch immer kläglicher. Aber es war ja die Wahrheit. Er hatte wirklich nicht weggeschaut. Zumindest nicht bis zu dem Moment, in welchem er gar keine andere Wahl gehabt hatte, als den Blick abzuwenden, weil sein Magen sich gegen ihn gestellt hatte. Ein Wunder eigentlich, dass er überhaupt mehr als ein trockenes Würgen über die Lippen gebracht hatte, wenn man bedachte, wie wenig er selbst vor Cuchulainns Abreise herunterbekommen hatte… Khivis seltsam hohles Lachen genügte aber auch, damit der Luftbändiger noch etwas blasser um die Nase herum wurde. Wenn das so weiter ging, würde er sich tatsächlich noch in Luft auflösen, aber leider war die Unsichtbarkeit noch weit entfernt und wurde auch von Khivis Worten nicht schneller herbeigeführt. Stattdessen wurde Jhaan allmählich erneut übel, aber er traute sich auch nicht, die Augen zu schließen, in der Hoffnung, dass es ihm dann besser gehen würde. Lieber richtete er seine Konzentration auf die unterschiedlichen Formationen der Sterne, als würde er irgendetwas von Astronomie verstehen und damit nicht einfach nur versuchen, die Vorstellung von einem hängenden Khivi aus dem Kopf zu bekommen. „Meinst du, es gibt einen Ort, an dem wir leben können?“, stellte er die Frage in den Raum, als wäre es nicht vollkommen naiv, zu glauben, dass sie beide überleben würden. Dass er selbst überleben und nicht irgendwann seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung machen würde. „In meinen Träumen gibt es diesen“, faselte er weiter vor sich hin, ehe er sich zu Khivi drehte. Ihm in das noch unversehrte Gesicht blickte, nur um dann doch die mondblassen Finger auszustrecken und vorsichtig über die Stirn und hinab zu den Wangen des anderen strich, als müsste er sich damit versichern, dass er wirklich wohl auf war. „Aber nicht hier. Nicht in dieser Welt und erst recht nicht in der, der Geister.“ Die Hand senkte sich. Fiel zwischen ihnen in den Rasen. „Zumindest nicht für mich.“ Aber Khivi? Er stand offiziell auf der Seite der größeren Macht. Er hatte eine Chance zu überleben. Nicht unbedingt in Ba Sing Se, aber mit Sicherheit in der Feuernation. „Warum bist du noch hier, wenn diese Stadt deinen Tod bedeutet?“ herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
◇
girlbossing 2 close 2 the sun
16.07.2021, 19:55
Selbst die Sterne mussten sich heute betrunken haben, solche Kreise, wie sie zogen. Einem jeden Stern folgte ein verschwommener Dunstkreis, fast sah es aus, als greiften diese Dunstkreise ineinander, so wie Ikharus' Gedanken in den des Luftbändigers griffen, ohne ihn doch tatsächlich zu begreifen. Denn als irgendetwas anderes als absichtlich verständnislos konnte man Ikharus' Aufforderung, Jhaan solle ihn nicht so ansehen, als wären sie beide schon tot, wohl kaum verstehen. Der Feuerbändiger war der letzte Mensch auf Erden, der ein Recht dazu besaß, Jhaans Sehnsucht nach dem Tod zu verurteilen - oder, viel schlimmer als das, sich über jene lustig zu machen. Weil er wusste, wie ernst es war, wie ernst es um Jhaan stand, er konnte so etwas Unerträgliches nur weder selbst aussprechen, noch ausgesprochen von anderen im Raum stehen lassen. Deshalb hatte er doch beim letzten Mal erst von der Leber weg behauptet, er könne Jhaan einen Grund zum Leben geben, wenn er selbst keinen fände, und sich im gleichen Atemzug selbst als Grund genannt. Töricht, den Geistern lästernd, der Waage von Leben und Tod widersprechend, als wäre er das Zünglein an ihr. Als habe er überhaupt die Macht dazu. Dabei wusste er, vermutlich besser als Jhaan, dass er sie nicht hatte.
Nach einem Tag wie dem Heutigen, war dies noch schwieriger zu leugnen, als auch sonst schon. Und genau deswegen wollte er nicht von Jhaan so angesehen werden; er wollte, dass sein Blick sich wieder dem des Jungen anglich, an dessen Seite er aufgewachsen war, und der ein unendliches Vertrauen in Ikharus geweckt hatte. Nun, zumindest hatte er es für unendlich gehalten, bis das Gegenteil bewiesen worden war. Damals war ihnen das alles, das Leben, viel leichter gefallen, auch wenn Ikharus wusste, dass es nicht leicht für ihn selbst gewesen war. Hätte er nicht gelitten, dann wäre er doch nicht gegangen? Selbst heute, selbst mit dem Beweis in der Hand, wer und was er war, dachte er noch an die Urqual seines Lebens zurück und verglich jene mit dem Hier und Jetzt. Das Einzige, was sich jedoch unterschied, war, dass Khivi damals Hoffnung und einen Ausweg gehabt hatte, während Ikharus gegen Riesen kämpfte. Seine Auswege waren genauso dunkel wie die Jhaans. Konnte man es ihm verübeln, dass er dem nicht ins Auge sehen wollte? Dass er lieber rau und gemein wurde, alles Schöne mit seinen Worten zusammenknüllte und unter seinem schweren Schuh in den Boden trat, anstatt sich vom Humor abzuwenden und witzlos und traurig und klein zu werden? Sich unter dem Tarnmantel des Witzes gegen den einzigen Menschen zu wenden, der sich nicht vor ihm schützen konnte, war zwar nicht überraschend, aber dennoch bitter - und doch war Ikharus einmal mehr sogar für sich selbst unaufhaltbar. Das war ein Witz, wollte er zischen, als wenn das 'Das hätte ich sein können' auch nur irgendjemanden außer vielleicht seinen ärgsten Feind, was natürlich er selbst war, häte zum Lachen bringen können ... Jhaan lachte natürlich nicht und zog damit unweigerlich Ikharus' Feindseligkeit auf sich. Erst sagte er Ja, er könne es sich ausmalen, und dann wagte er zu behaupten, er habe gar nicht weggeschaut. Dabei fungierte sein kläglicher Ton nur noch als weiterer Beweis für das, was Ikharus für eine Lüge hielt, auch wenn er nicht wusste, warum er sich ausgerechnet diesen Punkt zum drauf-Herumhacken aussuchte. Vielleicht, weil er selbst beim Überlebenskampf des halbtoten Körpers hatte wegsehen müssen ... Ein leises Schnauben verließ die Lippen des Himitsu, aber das war auch alles, was er zu diesem Punkt in seinem Zustand noch zu sagen hatte. Immer wieder nippte er während seines Gefasels an seiner Flasche, als wäre der süßlich brennende, hochprozentige Inhalt notwendig für die Kraft in seiner Stimme, notwendig dafür, dass er überhaupt etwas sagte. Nur verantwortlich für das Hässliche und Beleidigende konnte man den Schnaps nicht machen; daran trug nur er allein Schuld. Er beugte den Blick immer wieder bei seinen Worten, strich ihn wie eine Feder über das mondblasse Profil des Luftbändigers, und sobald Jhaan antwortete, war es, als würde die Welt in rasender Geschwindigkeit plötzlich winzig klein werden. Meinst du, es gibt einen Ort, an dem wir leben können? Wie wenig der Luftbändiger tun musste, um Ikharus, sei es auch nur für ein paar Sekunden, mundtot zu machen. In meinen Träumen gibt es diesen. Es war, als würde sich der Himmel einmal kurz aufblähen, sich um die klein gewordene Welt schlingen wie ein Schutzmantel, und im gleichen Atemzug machte Jhaan jedes bittere Wort des Feuerbändigers nichtig. Gab es der Lächerlichkeit preis, indem er sich nicht von ihnen provozieren ließ. Selbst, als er seine wie mit schneeweißem Reif bedeckten Finger nach Ikharus' Wange ausstreckte, blieb der Atem des Feuerbändigers ruhig, so unendlich ruhig, sein Blick erstaunlich aufmerksam. Aber nicht hier. Nicht in dieser Welt und erst recht nicht in der der Geister. - Zumindest nicht für mich. Mit dem letzten Zusatz, verschwand auch die Hand von seiner Wange, und der aufgeblähte Himmel raste auf sie hinab, schrumpfte mit der Welt zusammen. Kleiner, kleiner, bis nichts übrig war, außer das Elend, das durch Ikharus' Eingeweide rumorte. "Du lässt dir selbst überhaupt keinen Platz übrig", stellte der Himitsu trocken fest und drehte sich zurück auf den Rücken, rückte ab, versuchte sich aufzurichten und verschüttete dabei unweigerlich seinen Wein. "Verdammter Mist-" Eigentlich hatte er gar nicht vorgehabt, auf Jhaans Frage, warum er noch hier sei, wenn diese Stadt seinen Tod bedeutete, zu antworten. Weil das Erste, was ihm dazu einfiel, gewesen war, schon wieder loszulachen. Sich über Jhaans Ernsthaftigkeit lustig zu machen. Zu verurteilen, dass er einerseits sein Leben für abgeschlossen hielt und andererseits wohl glaubte, Ikharus habe noch Hoffnung. Oder...viel schlimmer als das: Jhaan glaubte, es wäre nicht unerträglich lustig, wenn Ikharus in Ba Sing Se aufgeknüpft werden würde. Aber dann tat er es doch, nachdem er Alkohol von seinen Händen geschüttelt und die nun so gut wie leere Tonflasche irgendwo links in ein angrenzendes Beet gepfeffert und sich mit den flachen Händen übers Gesicht gerieben hatte. "Mir ist klar, dass ich hier nicht hingehöre, aber danke für die Erinnerung", schnaubte er, bevor er mit dem Kopf schüttelte und einmal lautlos aufstieß. "Ist mir auch recht so. Du gehörst hier ebenso wenig her wie ich. Warum bist du also noch hier? Gäbe es nicht schönere Orte zum Sterben?" herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
23.07.2021, 18:49
Nicht nur Khivi wünschte sich, dass Jhaan ihn wieder so ansehen würde, wie er es früher getan hatte. Nicht nur Khivi sehnte sich danach, die Zeit zurückzudrehen, zu dem Zeitpunkt, zu welchem sie noch in blindem Vertrauen zueinander kaum voneinander gewichen waren und geglaubt hatten, alles schaffen zu können, solange sie nur zusammen waren. Zusammen. Hand in Hand. All das wäre nie geendet, hätte Khivi sich eines Tages nicht dazu entschieden, nach seinem wahren Zuhause zu suchen; all das hätte nie aufgehört, wäre Jhaan mit ihm gegangen. Aber wie hätte er sich Khivi anschließen können, wenn jener ihm doch bewusst gemacht hatte, dass nicht einmal er dazu in der Lage war, ihm das zu geben, was ihm fehlte? Wie hätte Jhaan alles, was ihm heimisch war; was er liebte, für das, was er am meisten liebte, zurücklassen können, wenn man ihm so offen vor die Füße warf, dass er dennoch nie genug sein würde? Es war unmöglich für den jungen Luftbändiger gewesen, doch anstatt Khivi ebenfalls die Schuld daran zu geben, dass das, was sie einst hatten, zwischen ihnen zerbrochen war, hatte er all die Schuld auf sich genommen. Hatte den Titel eines Verräters angenommen. Alles, solange es ihm das Gefühl gab, Khivi zu helfen und wieder gut zu machen, dass er nicht genug war. Nie sein würde, auch wenn es nichts gab, was er sich mehr wünschte. Selbst dann noch, wenn er wusste, zu was Khivi fähig war und wessen Blut an seinen Händen klebte. Statt ihn von sich zu stoßen, zog es Jhaan mehr denn je zurück zu dem Älteren. Statt ihn zur Hölle zu scheuchen, schien er das einzige zu sein, aus dem Jhaan noch einen Willen zu Leben schöpfte – selbst wenn jener so mickrig klein war, dass es geradezu anmaßend war, ihn überhaupt als Lebenswille zu bezeichnen.
Vielleicht hätte er doch etwas vom Wein, oder was auch immer sich in dem Tongefäß befand, annehmen sollen. Auch wenn ihm der beißende Geschmack des Alkohols noch nie zugesprochen hatte, erschien es ihm nun ein fairer Preis dafür zu sein, um sich die Sinne benebeln zu können; nicht mehr denken zu müssen. Dabei erschien ihm sein Kopf noch erstaunlich leer. Statt tausenden von Gedanken waren dort ausnahmsweise nur die Übelkeit erregenden Bilder der Hinrichtung, sowie die Vorstellung von Khivi an der Stelle des fremden Himitsu-Agenten. Statt von einer Angst zur nächsten zu springen, war dort keine andere, als die um sein Leben, während Jhaan über seinen Traum von einem sicheren Ort faselte und dabei seicht mit den Fingern über das Gesicht des Älteren strich, als müsste er sich damit vergewissern, dass er tatsächlich hier war. Unversehrt. Am Leben. Du lässt dir selbst überhaupt keinen Platz übrig, murrte Khivi vor sich hin und Jhaan widersprach nicht. Ließ Khivi von sich abrücken und sah stillschweigend dabei zu, wie dieser wenig später beim Versuch sich aufzurichten etwas von seinem Wein verschüttete. Sein Fluchen drang an seine Ohren, doch Jhaan rührte sich weiterhin nicht. Atmete nur resignierend ein und aus, obwohl er allmählich fror und am liebsten die dünnen Beinchen an seine Brust gezogen und umschlungen hätte. Aber er bewegte sich noch immer nicht. Starrte nun lediglich auf Khivis Rücken, während es wieder der Feuerbändiger war, welcher die Stille zwischen ihnen zerbrach. Gäbe es nicht schönere Orte zum Sterben? Auch wenn es bei weitem keine Neuigkeit für Jhaan war, dass er hier eher früher als später sterben würde, jagten Khivis Worte ein Zucken durch seinen Körper. Wie bei einem Schlag fuhr er in sich zusammen, und das Zittern seiner frierenden Gliedmaßen schien noch etwas intensiver zu werden, doch anstatt sich aufzurichten und endlich zurück in das Innere des Kwoons zu treten, drehte Jhaan sich lediglich zurück auf den Rücken. Warf einen kurzen Blick in die Sterne, ehe er die allmählich brennenden Augen zukniff. „Nein.“ Nein, es gab keinen schöneren Ort zum Sterben. Zumindest nicht für ihn. „Nicht, solange du auch hier bist.“ War es nicht grausam von ihm, sich zu wünschen, mit Khivi an seiner Seite zu sterben? War es nicht vollkommen unangebracht von ihm, dass er den Rest seines dahinsiechenden Lebens in der Nähe des Feuerbändigers verbringen wollte? Selbst nach all dem, was sie bisher einander angetan hatten? „Mit dir erscheint mir das Ende erträglicher.“ Weil er bereits wusste, wie es sich anfühlte, in den Armen des Feuerbändigers zu sterben und weil es ihn auf eine verdrehte Art und Weise beruhigte. „Aber ich will nicht von dir verlangen, dass du bis zum Ende bei mir bleibst.“ Doch. Eigentlich wollte er genau das. Aber zugleich war ihm noch immer bewusst, wie falsch das war. „Wenn es dein Überleben bedeutet, sollst du gehen.“ Ohne ihn. Schon wieder. „Ich werde ohnehin sterben, aber du hast zumindest noch eine Chance.“ Und er wünschte sich so sehr, dass Khivi sie nutzte. Dass zumindest er überlebte und eines Tages vielleicht sogar glücklich auf dieser grausamen Welt werden würde. Ja, manchmal war ihm diese Hoffnung beinahe genug. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
◇
girlbossing 2 close 2 the sun
28.07.2021, 17:30
Selbst wenn es stimmte, dass ihm der Arsch auf Grundeis ging und es vor allem Angst war, die ihn heute durch die Schenken des Unteren Rings getrieben und schließlich hier im Garten des Kwoons enden lassen hatte, war Ikharus nicht bereit, dies offen zuzugeben. Lieber täuschte er milde Verachtung vor, sobald Jhaan auch nur vom Sterben zu sprechen anfing. Wie sähe wohl die Alternative aus? Sollte er ebenso wie Jhaan in einen geistähnlichen Zustand kaum noch nennenswerter Existenz verfallen? Sollte er zulassen, dass seine Gedanken sich selbst auffraßen, wiederkäuten und wieder auffraßen? Er dachte auch so schon zu viel, und das potenzierte sich nur, wenn er mit Jhaan zusammen war. In der ganzen verfickten Welt gab es keinen Ort für ihn, an dem sein Kopf mal die Fresse hielt - das Beet, in das Jhaan sich freimütig mit ihm gebettet hatte, war keine Ausnahme.
Es war ein scheinbar ernstes Gespräch, das sie hier führten, das geprägt war von den Spuren des Tages; Spuren, die der Aufgeknüpfte zu verantworten hatte, die wie eingestanzt ihre Erinnerung begleiteten, als wären sie eben doch nicht nur verwischbare Spuren, sondern unabänderlich in sie gegossen. Trotzdem wünschte sich Ikharus, er könnte die Erinnerung überschreiben, weshalb er sich vertrauensvoll an den Alkohol gewandt hatte. Dem gelang es doch am ehesten, jegliche Sorgen zu vertreiben - man musste nur genug von ihm konsumieren, bis der Kopf so schmerzte und einem die Galle in die Kehle trieb, dass für jeglichen sinnvollen Gedanken keine Kapazität da war; bis das Hirn sagte: bis hierhin und nicht weiter, wir machen jetzt schön zu, alles dicht, nichts kommt mehr rein oder raus. Aber der Moment war schwer abzupassen: entweder erreichte man ihn gar nicht, so wie es bei Ikharus heute der Fall war, und endete in einem Drehkreisel der Gefühle, die sich gegenseitig zu überholen versuchten, oder man sprang über den Punkt hinaus. Und starb eventuell ein kleines bisschen, außer natürlich, man starb ganz. Ikharus war weder tot, noch hatte er vor zu sterben, auch wenn er hier saß und scheinbar gleichmütig mit Jhaan über genau dies sprach. Seine Missachtung für das Thema war nichts neues, auch wenn er wusste, dass dem Luftbändiger dies ganz anders ging. Egal, um wessen Tod es ging, sobald das Wörtchen mit T fiel, konnte man es in Jhaan klirren hören - sein Atem blieb einfach in seiner Kehle stecken, und auch wenn er sich auf das Thema einließ, war sein Einlassen nicht mit den Provokationen vergleichbar, die Ikharus vom Stapel ließ. In ihm befand sich kein einziger aggressiver Funke, kein stürmischer Wind; er blieb immer so sanft, dass es in dem Feuerbändiger das Bedürfnis weckte, auf irgendetwas einzuschlagen. Nein. Ikharus‘ Nacken spannte sich an. Nicht, solange du auch hier bist. Wie dämlich das war, musste der Feuerbändiger wohl nicht zu Wort bringen; dass er eine Weile nichts sagte, sondern nur seinen Kopf dem anderen zuwandte und halb über die Schulter auf den blassen Mann hinabstarrte, der wiederum die Augen zusammengekniffen hatte, als würden selbst die Sterne ihn blenden, zeigte eigentlich auch schon, was er davon hielt. Nur dass Jhaan es nicht sah; ob er es jedoch spürte? Spürte, dass Ikharus neben ihm schon wieder schwelte und sich wünschte, er könnte irgendetwas anzünden? Mit dir erscheint mir das Ende erträglicher. Wenn er heute etwas anzündete, dann vermutlich sich selbst, denn bei allen Geistern, er wusste, dass er irgendetwas gnadenlos falsch machte. Er wusste, dass er einen Fehler damit begangen hatte, Jhaans Leben an seines zu knüpfen, obwohl ihnen dies beiden nur schadete. Die ganze Zeit hatte er dies zu verhindern versucht, hatte mit aller Macht gehofft, er könne sich einfach vom anderen fernhalten, wenn er sich nur auf seine Arbeit konzentrierte - aber nicht einmal das über ihm drohende Schafott hatte das bewerkstelligen können. Und weil er dies nicht konnte, hatte er Jhaan, der sowieso schon verdammt war, noch mit seiner eigenen Verdammnis befleckt. So ein verfluchter Scheiß aber auch. “Du bist so romantisch“, schnaufte Ikharus nun und drehte den Kopf zurück, ihn in den Nacken legend, um stattdessen seinen Frust gen Himmel zu richten - wobei die Sterne amdunklen Firmament ein klein wenig zu tanzen anfingen; aber nicht genug, um sein Gerede zum Stillstand zu bringen. “Klingt ein bisschen, als würdest du versuchen, mich zu einem Doppelsuizid zu überreden“, merkte er an, wobei er mit jedem Wort gereizter klang - fast so, als würde der Witz jeden Augenblick mitten in ihrer beider Gesichter explodieren. Aber Jhaan war ja immer noch nicht fertig, faselte irgendetwas davon, dass er nicht verlangen würde, dass Ikharus bis zum Ende bei ihm bliebe - und dass er doch gehen solle, wenn dies sein Überleben bedeuten würde. Würde es nicht, aber zu einer Erklärung, dass er nirgendwohin gehen konnte, ohne dass man ihn des Verrats bezichtigte, nicht einmal zurück nach Capital City, war der Feuerbändiger nicht in der Lage. Stattdessen schlüpfte er von jetzt auf gleich in eine grässliche Rage, die ihn grob die zitternden Finger in seinem eigenen Haar vergraben ließ, während er schwer atmend versuchte, sich irgendwie, irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Er hasste das. Er hasste es, zu welch Selbstverständlichkeit sich Jhaan zwang, wenn er über seinen Tod redete. Er hasste es, dass er ihm in all seiner Gutmenschlichkeit einen Ausweg geben wollte und dabei doch nichts anderes tat, als Ikharus mehr und mehr an sich zu ketten, hinter sich her zu zerren. Auch wenn er sich eigentlich bewusst war, dass Jhaan ihn nicht zu manipulieren versuchte, fühlte es sich doch für ihn so an - woran vermutlich die jahrelange Konditionierung in seinem Denken, dass Luftbändiger zweigesichtige Kriegstreiber waren, die lediglich Himmelhippies spielten, mit Schuld trug. Aber noch mehr hasste er die Vorstellung, dass Jhaan ihn nicht zu manipulieren versuchte. Hasste die alleinige Idee, dass der andere so sanftmütig war, dass er sich selbst tot glaubte und dies einfach so akzeptierte. Hasste es so sehr, dass er sich einmal fest die Hände auf die Ohren presste und dann schnell und doch gefährlich schwankend auf die Füße kam und krächzte: “Hör auf, so einen Scheiß zu reden. 'Ich werde ohnehin sterben', halt die Fresse“, röhrte er, während er achtlos durch die Kräuter schwankte - wohin? Wusste er selbst nicht, bis sein Fuß im benachbarten Beet gegen die weggeworfene Tonflasche stieß und er ihr einen saftigen Tritt verpasste. herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
26.08.2021, 02:25
Ich werde ohnehin sterben - seit wann fiel ihm dieser Satz so leicht von den Lippen? Die bloße Erwähnung des Todes mochte wie ein Blitz durch seinen Körper schlagen und jede Faser seines Körpers zum Gefrieren bringen. Doch seit wann fiel es ihm so einfach, über sein eigenes Ableben zu sprechen? Wann hatte er sich so sehr damit abgefunden, dass seine letzten Tage bereits gezählt waren, dass es ihn noch nicht einmal erschauderte, wenn er daran dachte, wie eben jene aussehen würde? Wann war die Angst in seinen Knochen einer nüchternen Resignation gewichen?
Vielleicht waren es die Geister gewesen, welche sie vertrieben und ersetzt hatte. Ja, wie so oft mussten es die Geister gewesen sein, denn auch wenn Jhaan ihnen abgeschworen hatte und kein einziges seiner Gebete sie erreichen sollte, geschweige denn an sie gerichtet war, konnte auch dies nicht verhindern, dass sie noch immer ein Teil seines Lebens waren. Er spürte sie im Wind, der durch sein Haar wehte und sich unter seine Kleidung zu stehlen versuchte; hörte sie zwischen dem Getümmel der Stadt und erkannte sie in den Schatten jener, deren Hoffnung sich schon längst gegen sie gewandt hatte. Egal, wohin er ging oder sah, sie waren überall. Verfolgten ihn sogar bis in seine Träume. Sowohl dort, als auch in der Realität nagten sie sich an seiner Haut fest und rissen und zerrten an seinen dünnen Ärmchen, dem schmächtigen Körper, und vielleicht hatten sie ihm dabei etwas von der Angst geraubt, welche ihn sonst durchflutete. Vielleicht sollte er ihnen dafür dankbar sein. Zugleich fühlte sich diese Nüchternheit, wenn er sich mit seinem eigenen Tod konfrontiert sah, unbeschreiblich falsch an. Aber mehr, als dieses Gefühl einfach hinzunehmen, blieb Jhaan gar nicht übrig. Er wusste nicht, was er sonst tun sollte, auch dann nicht, als Khivi auffuhr und ihn krächzend anwies, mit diesem Gefasel aufzuhören. “Warum?” Normalerweise hätte er geschwiegen und getan, wie ihm geheißen. Halt die Fresse und er hätte kein einziges Wort mehr von sich gegeben, um den Feuerbändiger nicht noch weiter zu erzürnen. Statt nun jedoch weiterhin schweigend im Hinterhof des Kwoons liegen zu bleiben, öffnete ihm das klirrende Geräusch der zerbrechenden Tonflasche die Augen, ehe er sich zaghaft in eine sitzende Position aufrichtete. Die verblassenden Bernsteine suchten im Halbdunkeln das Beet nach den Scherben ab, während er schon wieder zum Sprechen ansetzte, ohne es überhaupt so recht zu realisieren. “Willst du jetzt wegsehen?” Dann schwankte sein Blick zu dem betrunkenen Mann. Dem Mann, der vermutlich bereits das Blut etlicher Luftbändiger an den Händen kleben hatte und doch nicht seines. Zumindest nicht in dieser Welt. Noch nicht. Aber das waren nicht seine Gedanken, welche ihm dort durch den Kopf schwirrten und ihn zum Sprechen bewegten. Es fühlte sich nicht an, wie seine Worte. “Wenn du nicht hinsehen willst, solltest du vielleicht gehen”, fing er schon wieder an vor sich hin zu murmeln, ehe er sich vornüber beugte und halbblind mit den Händen in dem Beet nach den Scherben der Tonflasche zu suchen begann, bevor sich noch jemand an diesen schneiden konnte. “Die Gegend um Omashu soll ganz schön sein.” Eine nach der anderen Scherbe legte er auf einen winzigen Haufen neben sich, während er darüber sinnierte, wohin Khivi fliehen können würde. “Oh, oder die Walflosseninsel im Süden.” Nicht, dass er wollte, dass der Ältere ihn tatsächlich verließ. Aber vermutlich wäre es so besser für sie beide. herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre)
◇
girlbossing 2 close 2 the sun
29.08.2021, 14:23
Je gefasster Jhaan sich gab, desto stärker wütete in Ikharus der Sturm, den zu rufen eigentlich die Aufgabe des Luftbändigers wäre. Es war doch seine Gesundheit, sein Leben, das er mit Worten abkartete, als würde es ihn doch nichts angehen. Als würde nichts eine Rolle spielen; eigentlich war das doch die Aufgabe des Feuerbändigers - er war es, dessen Lebenssinn sich jeglicher Logik entzog. Wie es hingegen Jhaan wagen konnte, sich auf seine abgekämpfte Art in Akzeptanz zu üben, war ihm schleierhaft.
Er hielt es nicht auf der warmen Erde des Beets aus; zu sehr fürchtete er den niederdrückenden Himmel, oder wie sein alkoholisierter Atem sich in seiner eigenen Kehle verfing; fürchtete, der Boden könne sich doch noch auftun und ihn verschlingen. Das Schlimmste daran wäre wohl, wenn nur er verschlungen werden würde, während Jhaan weiter lebte. Oder umgekehrt. Er wollte nach seiner Hand greifen, die blassen Finger nicht noch einmal seinen entgleiten lassen - aber stattdessen zündete er seine eigenen Launen an, oder sie ihn. Wer wusste schon, was von beidem zuerst kam. Wichtig war nur, dass er sich erhitzte, dass seine Wut aufloderte und ihn zurück auf die Beine beförderte, wo er nach seinem groben Röhren danach, dass Jhaan die Fresse hielt, auf die Tonflasche eintrat. Lautstark zersprang sie in Scherben, doch die Befriedigung, die der Zerstörungswut auf dem Fuß folgen sollte, blieb aus. Denn seine Wut hatte weder Ventil, noch Richtung - sie schmeckte bitter und verzweifelt, und sie war auf ewig darauf verdammt, in Ikharus Kreise zu ziehen, niemals zu einem Ende zu kommen. »Warum? Warum?« Der Himitsu rang um Fassung, während Jhaan selbst in diesem Augenblick noch von der Tonflasche zu kitten versuchte, was eben nicht zu kitten war. Nur mit seinen Worten weigerte er sich, so wie sonst immer zurückzurudern. »Weil ich das nicht hören will.« Ikharus mochte beleidigt schnaufen und paffen, nach irgendeinem dunkelfingrigen Kraut treten, aber befriedigen tat seine Antwort nicht - nicht einmal ihn selbst. Willst du jetzt wegsehen? »Hab ich das jemals zuvor gewollt?« Kühl versuchte die Nachtluft seinen erhitzten Körper einzuhüllen, sich auf ihn zu legen, aber um Khivis Körper lag eine Aura der Spannung, der elektrischen Hitze, die sich ebenso stechend in seine Augen legte, als er sich Jhaan zuwandte und auf ihn hinabstarrte, während der Luftbändiger scheinbar seelenruhig die Scherben einsammelte. Die Knie in die warme Erde gedrückt, räumte er Ikharus seinen Dreck hinterher, so wie er es schon tausendmal zuvor gemacht hatte. Wie oft hatte er versucht, die Brüder im Tempel davon zu überzeugen, dass er etwas nicht so gemeint hatte, wie es schneidend und hässlich aus dem Mund seines Freundes gekommen war? Wie oft hatte er den anderen Khivi erklärt und Wogen zu glätten versucht? Anstatt zu sehen, was seine Wut verursachte, sah Jhaan immer nur Chaos, das es zu sortieren galt. Bei dem Gedanken wollte Ikharus am liebsten ausspucken, sein Kiefer verkrampfte sich; aber dann ballte er doch nur die Hände zu Fäusten. Einen Augenblick schwieg er, ließ das Wenn du nicht hinsehen willst, solltest du vielleicht gehen auf sein Denken rieseln; ätzend, dieses Selbstmitleid, das jemand, der sich selbst für tot hielt, trotzdem noch ausstrahlte. Ja, er konnte es Jhaan auch noch in diesem Augenblick übel nehmen, dass er eine so einfache, furchtbare stellte - furchtbar, weil nichts bloß eine Frage war. Gesagtes kam niemals ohne Ungesagtes daher. Die Gegend um Omashu soll ganz schön sein. »Ich will nicht nach Omashu.« Oh, oder die Walflosseninsel im Süden. »Ich will nicht in den Süden.« Er drehte sich schnaufend weg, stapfte durch das Beet in die entgegengesetzte Richtung, nur um sich dann doch wieder Jhaan zuzuwenden - und zurückzukommen. Er machte jedoch keinerlei Anstalten, dem Luftbändiger beim Scherbensammeln zu helfen, auch wenn er sich schließlich wieder schwungvoll neben ihn ins Beet pflanzte, die Arme auf den aufgestellten Beinen abgelegt. »Wo wir schon bei Orten sind, wo man sowieso nicht hin will … Wie wärs mit dem nördlichen Lufttempel, hm? Willst du nicht nach Hause zurück?« herkunft Ba Sing Se
stand Mittelschicht
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Feuer
beruf Agent
größe 1,78
erscheinung
Ikharus’ Äußeres wirkt auf seine Mitmenschen ebenso anziehend wie sein Inneres abstoßend; im Zusammenspiel formen seine provokante Natur, die scharfkantigen Züge seines Gesichts und der athletische Körper einen in sich verstrickten Mann, der ebenso oft auf Zuspruch wie auf Ablehnung stößt — je nachdem, wie dick das Fell seiner Mitmenschen tatsächlich ist (oder wie oberflächlich sie sind). Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Feuerbändiger schön ist mit seinen hübschen mokkafarbene Augen, die dunkel wie ein schlammiges Moor mit besorgniserregender Tiefe sein können, oder aber hell wie mit Milch versetzter Schwarztee, glimmende Herausforderung im Blick.
Von seinen geschwungenen Lippen perlt so selten ein ehrliches Wort, dass man meinen könnte, sie sollten von Natur aus dunkel und böse aussehen — doch das tun sie nicht. Viel zu gern verziehen sie sich zu einem (zugegebenermaßen manchmal bissigen) Lächeln, das doch immer ein wenig verschmitzt aussieht, während ein wahres Lächeln, das seine Grübchen zum Vorschein und seine Augenfältchen zum Ausfächern bringen würde, es selten bis nie auf sein Gesicht schafft. Dafür zügelt er sich selbst zu sehr, ist zu verstrickt in alles Negative, das sich auch in seinen oft vor der Brust verschränkten Armen und dem energischen, ungeduldigen Gang widerspiegelt. Er ist ein Mann fahriger Natur, jegliche Lässigkeit ist erzwungen, vielmehr wirkt er verspannt, wie als würde er sich ständig gegen etwas stemmen, während er, entgegen jeglichen Sehnens nach Sanftheit, grob durch die Weltgeschichte marschiert. Wenn er frustriert ist, reibt er sich exzessiv den Nacken oder rauft sich die Haare, bis die (momentan) mittellangen Strähnen konfus von seinem Kopf abstehen. Den einstigen Dutt aus langem, seidig schwarzem Haar hat er als Himitsu zugunsten der Tarnung aufgegeben — ebenso wie er sich nicht länger in die typische Uniform des Militärs der Feuernation kleidet, sondern sich je nach Aufenthaltsort anpasst. Unter seiner Kleidung verbirgt der 1,78m hohe Feuerbändiger eine Brandnarbe am Sternum, die sein Halbbruder Aeneas ihm im Laufe einer Trainingseinheit zugefügt hat — kleinere wie größere Narben haben sich über die Kriegsjahre hinweg dazugesellt, jedoch nichts Langwieriges. Selbst davon, beim versehentlichen Feuerbändigen im nördlichen Lufttempel beinahe von Jhaans Himmelsbison zerquetscht worden zu sein, hat er sich erstaunlich gut erholt — er hat von der Gehirnerschütterung nur seelische Narben (aufgrund der Demütigung) davongetragen.
gespielt von Chulia
(Name als Pronomen)
◇
forget-me-not
29.08.2021, 22:38
Gefasst. Kontrolliert. Beherrscht. Nichts an ihm fühlte sich wirklich so an. Jhaan fühlte sich nicht, als besäße er auch nur noch einen Funken Halt und wenn er doch so wirkte, dann nur, weil er sich allmählich an das Gefühl des endlos wirkenden Falls gewöhnt zu haben schien. Dabei sprach das Zittern seiner Finger beim Aufsammeln der Tonscherben eine ganz andere Sprache, als die Nüchternheit in seiner Stimme, und ließ viel eher deutlich werden, wie unsicher er sich tatsächlich fühlte. Die einzige Fassung, welche er noch besaß, war jene, welche verhinderte, dass er unter diesem Kontrast gänzlich zerfiel und selbst jene befand sich in einem stetigen Auf und Ab und schien nur noch auf den richtigen Moment zu warten, um sich ebenfalls in die grundlose Dunkelheit zu stürzen. Khivis Worte waren dabei wie winzige Windstöße, welche ihn immer wieder anschubsten und weiter an die Kante zu drängen versuchten - auch jetzt. Doch Jhaan klammerte sich an das Aufsammeln der Scherben. Ließ das weil ich das nicht hören will an seinen Ohren vorbeigleiten, als wäre er nun derjenige, der nicht hören wollte und auch auf das hab ich das jemals zuvor gewollt erhielt Khivi in diesem Augenblick nicht mehr als ein “mhh” als Antwort. Hatte Jhaan eben noch nicht davor zurück geschreckt, Khivi mit seinen Worten entgegen zu treten, verfiel er nun wieder in altbekanntes Schweigen, in welchem er auch die kleinsten Überreste der Tonflasche aus der Erde zu pulen versuchte. Irgendwie beruhigte ihn das; hatte ihn schon immer beruhigt. Nicht unbedingt das Aufräumen - eigentlich war er ja noch nicht einmal ein besonders ordentlicher Mensch -, aber eine Aufgabe zu haben, auch wenn sie noch so winzig war. Vielleicht war es aber auch die Gewohnheit, mit welcher er Khivis Chaos stets zu beseitigen versuchte, welche zumindest einen Teil der Wogen in seinem Inneren zu glätten vermochte.
Ich will nicht nach Omashu. Die letzte Scherbe fand ihren Weg zwischen seine blassen Finger. Ich will nicht in den Süden. Die Trümmer waren wieder beisammen. Bildeten ein unlösbares Puzzle und doch setzte der Luftbändiger sich in den Kopf, es zusammensetzen zu wollen. Mit ein wenig Geschick und Zeit… Vielleicht würde er es wieder zu dem zusammenfügen können, was es einst gewesen war, auch wenn die Spuren der Zerstörung ebenso wenig von dem Tongefäß zu verwischen waren, wie von ihm. Khivi ließ sich wieder neben ihn fallen, legte die Arme auf seinen Knien ab, und Jhaan hob endlich den Blick vom Scherbenhaufen, um ihn wieder auf den Feuerbändiger zu richten, der sich alles andere als gefasst gab. Vielmehr tobte er - wenn auch noch in einem begrenzten Rahmen - vor sich her. Vor Wut, Angst, Frust. Jhaan maßte sich selbst nicht an, in dem anderen lesen zu können. Zumindest nicht in diesem Augenblick. Wirkte vielmehr etwas verloren, wie er den Älteren nun anstarrte, bis sein Kopf seine Worte verarbeitet hatte und… trotzdem keine Antwort fand. Wollte er nicht nachhause zurück? Zurück zu den Menschen, zwischen denen er aufgewachsen war; welche ihm Halt gegeben hatten und doch… am Ende des Tages nie auf die gleiche Art und Weise, wie Khivi es getan hatte? “Weiß nicht”, schlich sich seine Antwort so leise über seine Lippen, dass selbst der Wind sie zu übertönen drohte. “Willst du denn?” Zurück nachhause… mit Khivi zusammen würde es sich vielleicht wirklich so anfühlen, als würde er nachhause zurückkehren, doch ohne ihn hatte der nördliche Lufttempel bereits in den vergangenen Jahren nur noch wenig mit einem Zuhause gemeinsam gehabt. Zugleich war es die unendliche Fürsorge seiner Brüder dort gewesen, welche Jhaan überhaupt fortgetrieben hatte. Er hatte es einfach nicht mehr ertragen; hatte sich viel lieber alleine in seinem Selbstmitleid suhlen wollen und jetzt… saß er hier und fürchtete sich vor nichts mehr, als dem alleine sein. Eine Sekunde lang erlaubte er sich noch, nach Khivis Blick zu suchen, dann klaubte er den Scherbenhaufen möglichst vorsichtig auf und stemmte sich wackelig zurück auf die Beine. “Es wird zu kalt.” Ein Nuscheln, dann tapste er zurück in Richtung der noch offen stehenden Schiebetür, nur um kurz vor jener Halt zu machen und sich doch wieder zu Khivi herumzudrehen. “Kommst du mit rein?” Oder wollte er noch weiter das Beet zerstören, welches Jhaan über die vergangenen Wochen gepflegt hatte? herkunft Ba Sing Se
stand Standlos
alter 27 Jahre
gender Männlich
bändigung Luft
beruf Sänger
größe 1,77
erscheinung
Meistens gehüllt in einen weitläufigen Umhang, erkennt man zunächst nicht besonders viel von Jhaan, denn selbst sein Gesicht wird zu einem Großteil von der hellen Kapuze verdeckt, um allem voran seine Luftbändiger-Tätowierungen zu verstecken, auch wenn seine Haare ihm mittlerweile ein Stück über die Stirn gehen. Erhascht man dann aber doch mal einen Blick auf die Gestalt von 1,77m, welche sich darunter verbirgt, fällt einem zunächst wohl am meisten auf, wie kränklich der junge Mann doch wirkt. Nicht nur das dezent eingefallene Gesicht wird von einer besorgniserregenden Blässe und dunklen Schatten unter den so müde wirkenden Augen geziert, sein ganzer Körper wirkt mit dem schmächtigen Aufbau fast schon so, als würde er unter der nächsten Krafteinwirkung einfach zerbrechen.
Abgesehen von dem oftmals eher kränklich wirkenden Erscheinungsbild macht Jhaan aber allem voran einen sanften Eindruck. Gerade das Gesicht mit den weichen Zügen wirkt oftmals auf Anhieb sympathisch auf einen und spätestens, wenn die schmalen Lippen sich zu einem Lächeln verziehen, kommt man gar nicht drum herum, es zu erwidern oder sich zumindest von dessen seltsam beruhigender Ausstrahlung anstecken zu lassen. Dabei hatte es fast schon etwas Ironisches an sich, wie beruhigend er auf andere wirken konnte, wenn in seinem Inneren doch nichts als Chaos herrschte.
gespielt von Alex
(sie/ihre) |
neuigkeiten
april 2023
plot
entre: prince de soleil
Midway upon the journey of our life I found myself within a forest dark, For the straightforward pathway had been lost. Ah me! how hard a thing it is to say What was this forest savage, rough, and stern, Which in the very thought renews the fear. So bitter is it, death is little more; But of the good to treat, which there I found, Speak will I of the other things I saw there. I cannot well repeat how there I entered, So full was I of slumber at the moment In which I had abandoned the true way.
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juli | august
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