<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Testies - Plot #4: Krieg oder Frieden?]]></title>
		<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/</link>
		<description><![CDATA[Testies - https://topsiegfried.like-a-hurricane.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 10:29:39 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[the beating of a heart that i hid beneath the floor]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1558</link>
			<pubDate>Sun, 19 Dec 2021 23:10:53 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=232">Zhira</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1558</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.imgur.com/2EP6X9V.gif"> <img src="https://i.imgur.com/EIdM1BA.gif"></div>
<h2 style="text-align:center;margin:0px;letter-spacing: 5px;font-size:13px;">no time for second chances</h2><h3 style="text-align:center;margin: 0px;margin-top: -5px;  padding: 0px;font-size:18px;"> I survive on bourbon, blood, and backward glances</h3><h3 style="text-align:center;margin: 0px;margin-top: -5px;  padding: 0px;font-size:13px;letter-spacing: 5px;">And so, the scene begins</h3><br />
Ihre Schritte hallten von den hohen Wänden aus dunklem Stein zu ihnen herab. Vom anderen Ende des langen Ganges waren Stimmen und Gelächter zu vernehmen; sie waren vermutlich unter den letzten Gästen, die bei den Feierlichkeiten eintrafen. Nicht, dass es Zhira sonderlich interessierte. Viel lieber würde sie schlicht und ergreifend <i>gar nicht</i> auftauchen. Aber es war egal, was sie wollte oder nicht wollte, natürlich war es das. Der <i>Zweck</i> war wichtiger als der Willen von sämtlichen Individuen, die für ihn kämpften. Und auch, wenn Rune und sie in diesem Moment nicht etwa in schweren Rüstungen auf dem Kriegsfeld fochten, sondern in viel zu teuren Kleidern die Hallen des Palastes auf dem Weg zu einem Festmahl durchquerten, waren sie doch genauso für besagten <i>Zweck</i> im Einsatz. Hier, um der Einladung Zosins Folge zu Leisten und die Ankunft vom Erdprinzen Ishar und seinem Gefolge zu zelebrieren. Den feinsten Wein trinken und den edelsten Braten essen, an einem Tisch mit dem <i>roten Drachen</i>, der mit dem Blut Unschuldiger an seinen Händen prahlte. Anstoßen mit den Menschen, die eine blutjunge, unerfahrene Frau an dieses Monster verkauft hatten, um ihre eigenen Hälse zu retten. Unbeschwert plaudern und lachen, während die Bürger aller Nationen unter den Handlungen eben dieses Feuerlords litten, der diese „Festlichkeiten“ veranstaltete. Es ekelte sie an. Alles. Und trotzdem wusste Zhira, dass eben solche Ereignisse zum Bewahren hübscher Fassaden und dem Bau von Allianzen essenziel waren – was wiederum die grundlegend für den <i>Zweck</i> war, der diesem Grauen endlich ein Ende bereiten würde. Also ging die Erbin nichtsdestotrotz weiter still neben Rune den Gang entlang, atmete an dessen Ende nur noch einmal tief durch, bevor sie schließlich durch die großen Flügeltüren schritt und die Höhle der falschen Drachen und feigen Dachsmaulwürfe betrat.<br />
<br />
Hunderte Kerzen und Feuer erhellten den großen Saal mit warmem Licht, ließen die dunkelpurpurne Wildseide ihres hochgeschlossenen, dunkelpurpurnen Kleides in einem rötlichen Ton glänzen. Die Wände waren geschmückt mit aufwändig gestickten Wandteppichen, bildeten verschlungene Drachen und Rosen ab – das Symbol, welches man zum Bild der morbiden „Einheit“, die heute <i>zelebriert</i> wurde, erklärt hatte. Die lange Tafel auf der anderen Seite des Saales war bereits mit dem feinsten Besteck gedeckt, Bedienstete standen an den Rändern, um den noch umherstehenden Gästen bereits kleine Häppchen anzubieten und – natürlich – Wein nachzuschenken. Innerlich lachte Zhira auf: sie würde sich den Abend nicht einmal schöntrinken können, denn Trunkenheit war das letzte, was sie für einen klaren, berechnenden Kopf gebrauchen konnte. Es wunderte sie jedenfalls nicht mehr im Geringsten, warum ihr Vater so oft zum Alkohol gegriffen hatte, wenn er von solchen Abenden nach Hause gekommen war. <br />
Anstatt länger in Gedanken zu verweilen, galt es nun jedoch, die hübsche Maskerade auszuführen und zu sozialisieren, so zuwider es ihr auch war. Mit höflichem Lächeln auf den dunklen Lippen begrüßte sie die ihr übergestellten in angemessener Reihenfolge, beginnend mit der Verneigung vor Ares und seiner Frau (wenn sie ihm auch stattdessen lieber in die arrogante Visage gespuckt hätte). Förmlich stellte man sie den Gästen aus dem Erdkönigreich vor, wie es sich gehörte, mit noch mehr Verneigungen und noch mehr hübschen Floskeln der Höflichkeit. Dann folgten eigentlich die Gäste aus der Feuernation, die Zhira bereits kannte – größtenteils weiterer Adel und „wichtige“ Militärsmänner und Berater. Doch noch bevor es dazu wirklich kommen konnte, folgte das verheißungsvolle Klopfen von Fäusten auf Rüstung und alle Stimmen im Raum verstummten ... <br />
Der Feuerlord, seine Lady und seine Mätresse betraten den Raum und die Häupter verneigten sich tief. <br />
Was folgte, waren Zosins große Worte des „Stolzes“ und der „Freude“, die man über diesen Abend empfände. „Verbündete“ und „Gemeinsamkeit“ waren auch darunter. Und während Zhira mit seligem Lächeln seiner Rede zu lauschen vorgab, wie alle zustimmend den Kelch hob und Zustimmung heuchelte, wenn es angebracht war, erbrach sie sich innerlich. Mehrfach. Stellte sich vielleicht sogar vor, wie sie dem Führer der Nation direkt ins Gesicht spie. Völlig absurd, insbesondere wenn man bedachte, wie trocken und gehalten die Bändigerin stets agierte – doch hatte sie schon früh gelernt, dass eine angemessene innere Fantasie essenziell war, wenn man solch heuchlerische Veranstaltungen und große Reden von Menschen, die mehr Monster als Mensch waren, mit (weitestgehend) gesundem Verstand überstehen wollte. <br />
<br />
Und als wenigstens dieser Spuk dann endlich vorbei war, und alle lächelnd in die Hände klatschten, das ein oder andere „Hört, hört!“ und „Ehre dem Feuerlord!“ gerufen wurde, wurde die Ablenkung dann auch etwas einfacher: denn es wurde zu Tisch gebeten. Ihre hasserfüllten Gedanken mit angemessener Eleganz verbergend, ging Zhira zu dem Sitzplatz herüber, zu dem sie gewiesen wurde. <i>Natürlich</i> hatte jeder wie immer seinen designierten Platz, je nach Wichtigkeit und Gefallen näher oder ferner vom Feuerlord. Und da die Erbin zwar nicht adlig war und ihr Vater in Ungnaden gestorben, aber durch die Waffenproduktion und das Vermögen ihrer Familie trotzdem noch hoch geschätzt, war ihr Platz an der Hälfte des Tisches … und zu ihrer bitteren Enttäuschung weit entfernt von Rune, den man ans Ende, zu den Rängen vom Hofarzt Bai und anderen eher ungnädig angesehenen Persönlichkeiten, verwiesen hatte. Welch Ironie, dass Zhira sich dort, unter denen, die die „Außenseiter“ unter der Elite sein sollten, so viel wohler fühlen würde. Dennoch ging sie brav weiter zu ihrem Platz, der unter sicherlich unausstehlichen Personen war, allerdings taktisch durchaus nützlich, um die Pläne der Tyrannen, die sie als eine von ihnen abtaten, mitzubekommen.<br />
<br />
Sie saß gerade für einen Moment und ließ ihren Blick über die große Runde gleiten, als neben ihr der Stuhl zurückgezogen wurde und sich jemand setzte. Wie es nun mal angemessen war, wand die Blitzbändigerin sich zu ihrem neuen Sitznachbarn um, um höflich lächelnd zur Begrüßung leicht zu nicken … da erblickte sie den Mann und prompt wurde aus dem simulierten Lächeln glatt ein tatsächliches. Eine nette Überraschung, die zumindest um der Sentimentalitäts Willen den Abend sicherlich wenigstens etwas erträglicher gestalten würde. „Der <i>weiße Drache</i> …“, murmelte sie lächelnd, während sie zu den geradezu leuchtenden Augen hochsah, die man niemals verkennen konnte, „Heute Abend sitze ich also neben einer <i>wahren Legende</i>“ Ein höfliches Nicken, welches eine bewundernde Verneigung andeutete – eigentlich durchaus sarkastischer, als man es von außen vermuten würde. Das Lächeln wurde zu einem zarten Grinsen, als Zhira wieder aufsah. „Womit habe ich diese Ehre nur verdient?“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://i.imgur.com/2EP6X9V.gif"> <img src="https://i.imgur.com/EIdM1BA.gif"></div>
<h2 style="text-align:center;margin:0px;letter-spacing: 5px;font-size:13px;">no time for second chances</h2><h3 style="text-align:center;margin: 0px;margin-top: -5px;  padding: 0px;font-size:18px;"> I survive on bourbon, blood, and backward glances</h3><h3 style="text-align:center;margin: 0px;margin-top: -5px;  padding: 0px;font-size:13px;letter-spacing: 5px;">And so, the scene begins</h3><br />
Ihre Schritte hallten von den hohen Wänden aus dunklem Stein zu ihnen herab. Vom anderen Ende des langen Ganges waren Stimmen und Gelächter zu vernehmen; sie waren vermutlich unter den letzten Gästen, die bei den Feierlichkeiten eintrafen. Nicht, dass es Zhira sonderlich interessierte. Viel lieber würde sie schlicht und ergreifend <i>gar nicht</i> auftauchen. Aber es war egal, was sie wollte oder nicht wollte, natürlich war es das. Der <i>Zweck</i> war wichtiger als der Willen von sämtlichen Individuen, die für ihn kämpften. Und auch, wenn Rune und sie in diesem Moment nicht etwa in schweren Rüstungen auf dem Kriegsfeld fochten, sondern in viel zu teuren Kleidern die Hallen des Palastes auf dem Weg zu einem Festmahl durchquerten, waren sie doch genauso für besagten <i>Zweck</i> im Einsatz. Hier, um der Einladung Zosins Folge zu Leisten und die Ankunft vom Erdprinzen Ishar und seinem Gefolge zu zelebrieren. Den feinsten Wein trinken und den edelsten Braten essen, an einem Tisch mit dem <i>roten Drachen</i>, der mit dem Blut Unschuldiger an seinen Händen prahlte. Anstoßen mit den Menschen, die eine blutjunge, unerfahrene Frau an dieses Monster verkauft hatten, um ihre eigenen Hälse zu retten. Unbeschwert plaudern und lachen, während die Bürger aller Nationen unter den Handlungen eben dieses Feuerlords litten, der diese „Festlichkeiten“ veranstaltete. Es ekelte sie an. Alles. Und trotzdem wusste Zhira, dass eben solche Ereignisse zum Bewahren hübscher Fassaden und dem Bau von Allianzen essenziel waren – was wiederum die grundlegend für den <i>Zweck</i> war, der diesem Grauen endlich ein Ende bereiten würde. Also ging die Erbin nichtsdestotrotz weiter still neben Rune den Gang entlang, atmete an dessen Ende nur noch einmal tief durch, bevor sie schließlich durch die großen Flügeltüren schritt und die Höhle der falschen Drachen und feigen Dachsmaulwürfe betrat.<br />
<br />
Hunderte Kerzen und Feuer erhellten den großen Saal mit warmem Licht, ließen die dunkelpurpurne Wildseide ihres hochgeschlossenen, dunkelpurpurnen Kleides in einem rötlichen Ton glänzen. Die Wände waren geschmückt mit aufwändig gestickten Wandteppichen, bildeten verschlungene Drachen und Rosen ab – das Symbol, welches man zum Bild der morbiden „Einheit“, die heute <i>zelebriert</i> wurde, erklärt hatte. Die lange Tafel auf der anderen Seite des Saales war bereits mit dem feinsten Besteck gedeckt, Bedienstete standen an den Rändern, um den noch umherstehenden Gästen bereits kleine Häppchen anzubieten und – natürlich – Wein nachzuschenken. Innerlich lachte Zhira auf: sie würde sich den Abend nicht einmal schöntrinken können, denn Trunkenheit war das letzte, was sie für einen klaren, berechnenden Kopf gebrauchen konnte. Es wunderte sie jedenfalls nicht mehr im Geringsten, warum ihr Vater so oft zum Alkohol gegriffen hatte, wenn er von solchen Abenden nach Hause gekommen war. <br />
Anstatt länger in Gedanken zu verweilen, galt es nun jedoch, die hübsche Maskerade auszuführen und zu sozialisieren, so zuwider es ihr auch war. Mit höflichem Lächeln auf den dunklen Lippen begrüßte sie die ihr übergestellten in angemessener Reihenfolge, beginnend mit der Verneigung vor Ares und seiner Frau (wenn sie ihm auch stattdessen lieber in die arrogante Visage gespuckt hätte). Förmlich stellte man sie den Gästen aus dem Erdkönigreich vor, wie es sich gehörte, mit noch mehr Verneigungen und noch mehr hübschen Floskeln der Höflichkeit. Dann folgten eigentlich die Gäste aus der Feuernation, die Zhira bereits kannte – größtenteils weiterer Adel und „wichtige“ Militärsmänner und Berater. Doch noch bevor es dazu wirklich kommen konnte, folgte das verheißungsvolle Klopfen von Fäusten auf Rüstung und alle Stimmen im Raum verstummten ... <br />
Der Feuerlord, seine Lady und seine Mätresse betraten den Raum und die Häupter verneigten sich tief. <br />
Was folgte, waren Zosins große Worte des „Stolzes“ und der „Freude“, die man über diesen Abend empfände. „Verbündete“ und „Gemeinsamkeit“ waren auch darunter. Und während Zhira mit seligem Lächeln seiner Rede zu lauschen vorgab, wie alle zustimmend den Kelch hob und Zustimmung heuchelte, wenn es angebracht war, erbrach sie sich innerlich. Mehrfach. Stellte sich vielleicht sogar vor, wie sie dem Führer der Nation direkt ins Gesicht spie. Völlig absurd, insbesondere wenn man bedachte, wie trocken und gehalten die Bändigerin stets agierte – doch hatte sie schon früh gelernt, dass eine angemessene innere Fantasie essenziell war, wenn man solch heuchlerische Veranstaltungen und große Reden von Menschen, die mehr Monster als Mensch waren, mit (weitestgehend) gesundem Verstand überstehen wollte. <br />
<br />
Und als wenigstens dieser Spuk dann endlich vorbei war, und alle lächelnd in die Hände klatschten, das ein oder andere „Hört, hört!“ und „Ehre dem Feuerlord!“ gerufen wurde, wurde die Ablenkung dann auch etwas einfacher: denn es wurde zu Tisch gebeten. Ihre hasserfüllten Gedanken mit angemessener Eleganz verbergend, ging Zhira zu dem Sitzplatz herüber, zu dem sie gewiesen wurde. <i>Natürlich</i> hatte jeder wie immer seinen designierten Platz, je nach Wichtigkeit und Gefallen näher oder ferner vom Feuerlord. Und da die Erbin zwar nicht adlig war und ihr Vater in Ungnaden gestorben, aber durch die Waffenproduktion und das Vermögen ihrer Familie trotzdem noch hoch geschätzt, war ihr Platz an der Hälfte des Tisches … und zu ihrer bitteren Enttäuschung weit entfernt von Rune, den man ans Ende, zu den Rängen vom Hofarzt Bai und anderen eher ungnädig angesehenen Persönlichkeiten, verwiesen hatte. Welch Ironie, dass Zhira sich dort, unter denen, die die „Außenseiter“ unter der Elite sein sollten, so viel wohler fühlen würde. Dennoch ging sie brav weiter zu ihrem Platz, der unter sicherlich unausstehlichen Personen war, allerdings taktisch durchaus nützlich, um die Pläne der Tyrannen, die sie als eine von ihnen abtaten, mitzubekommen.<br />
<br />
Sie saß gerade für einen Moment und ließ ihren Blick über die große Runde gleiten, als neben ihr der Stuhl zurückgezogen wurde und sich jemand setzte. Wie es nun mal angemessen war, wand die Blitzbändigerin sich zu ihrem neuen Sitznachbarn um, um höflich lächelnd zur Begrüßung leicht zu nicken … da erblickte sie den Mann und prompt wurde aus dem simulierten Lächeln glatt ein tatsächliches. Eine nette Überraschung, die zumindest um der Sentimentalitäts Willen den Abend sicherlich wenigstens etwas erträglicher gestalten würde. „Der <i>weiße Drache</i> …“, murmelte sie lächelnd, während sie zu den geradezu leuchtenden Augen hochsah, die man niemals verkennen konnte, „Heute Abend sitze ich also neben einer <i>wahren Legende</i>“ Ein höfliches Nicken, welches eine bewundernde Verneigung andeutete – eigentlich durchaus sarkastischer, als man es von außen vermuten würde. Das Lächeln wurde zu einem zarten Grinsen, als Zhira wieder aufsah. „Womit habe ich diese Ehre nur verdient?“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[destroying everything seems like the best option]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1497</link>
			<pubDate>Sun, 07 Nov 2021 15:11:32 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=0">Pan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1497</guid>
			<description><![CDATA[Umso länger er sie beobachtete, umso mehr glaubte er erkennen zu können, welch widerwärtiges Blut durch ihre Adern strömte und eigentlich war es ein Wunder, dass er nicht bereits anhand ihrer Kleider auf die Idee gekommen war, welche Nation sie eigentlich ihre Heimat nannte, aber bis zu dem Tipp, welchen man ihm im großen Brunnen gegeben hatte, war ihm die verrückte Vogellady noch nicht einmal aufgefallen. Vielleicht war sie ihm aber auch einfach zuvor noch nie über den Weg gelaufen oder sie hatte Glück gehabt und er war genug mit anderen Dingen beschäftigt gewesen, um zu übersehen, zu welchem Gesindel sie gehörte. Jetzt jedoch lag Pans gesamte Aufmerksamkeit auf ihr und ihrem komischen Laden, welchen sie im mittleren Ring führte. Noch länger würde er diese widerwärtige Feuerbändigerin nicht verschont lassen. Da konnte sie auch noch so harmlos wirken - am Ende des Tages war sie noch immer eine Feuerbändigerin und alleine dafür hatte sie es verdient zu sterben. <br />
Er hatte extra gewartet, bis es ruhiger auf den Straßen des mittleren Rings wurde und die ersten Geschäfte bereits wieder schlossen. Auch wenn er ihre Leiche später nicht verstecken, sondern es vielmehr darauf anlegen würde, dass man die tote Feuerbändigern ebenso wie die Matrosen der Flotte aus der Feuernation finden würde, war er doch nicht besonders scharf darauf, direkt bei seiner Tat erwischt zu werden. Zu seinem Glück schienen die Wettergeister heute aber auch auf seiner Seite zu stehen, denn auch wenn die Tage allmählich länger schienen, waren es heute dunkle Wolken, welche jegliche Sonnenstrahlen zunichte machten und einen düsteren Schatten über die Stadt warfen. Trotzdem sah Pan sich noch einmal zu seinen Seiten um, versicherte sich, dass auch niemand sah, wie er sich letztlich auf die Tür des Federkleids zu bewegte, ehe er jene schwungvoll aufzog und in das Innere des Ladens trat. <br />
Das Schreien einer Eulenkatze begrüßte ihn und ließ ihn aufgrund des schrillen Tons im ersten Moment sichtlich zusammenfahren. Dass im Federkleid mit Vögeln gehandelt wurde, war bereits während seinen Beobachtungen zu ihm durchgedrungen, aber wie laut das Geschrei dieses Gefieders sein konnte, bekam er erst auf fast schon schmerzhafte Art und Weise im Inneren des Geschäfts zu spüren. Ein Grund mehr, diesen Laden und seine Besitzerin in Schutt und Asche zu zerlegen. Dabei war es eigentlich gar nicht in seinem Interesse, den Tieren etwas zuleide zu tun. Jene konnten ja nun reichlich wenig dafür, dass diese Frau sie auf grausame Art und Weise einsperrte und an die Bevölkerung verscherbelte, als wären sie nicht mehr als ein… Teppich oder was auch immer sich diese Leute gerne in ihre Häuser stellten. Als wären Tiere nicht mehr als irgendwelche Objekte… Auf so eine Idee konnte auch nur eine Feuerbändigerin kommen, wobei jene sich im ersten Moment noch nicht einmal blicken ließ. Saß vielleicht auch einfach noch im angrenzenden Raum, dessen Tür Pan kurz registrierte, doch anstatt dort direkt nach ihr zu suchen, machte er sich erst einmal daran, die Käfige der Vögel nach und nach zu öffnen, um sie endlich in ihre verdiente Freiheit zu entlassen. Hoffentlich würden sie dort die Klappe halten, ansonsten befürchtete er, bald taub zu werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Umso länger er sie beobachtete, umso mehr glaubte er erkennen zu können, welch widerwärtiges Blut durch ihre Adern strömte und eigentlich war es ein Wunder, dass er nicht bereits anhand ihrer Kleider auf die Idee gekommen war, welche Nation sie eigentlich ihre Heimat nannte, aber bis zu dem Tipp, welchen man ihm im großen Brunnen gegeben hatte, war ihm die verrückte Vogellady noch nicht einmal aufgefallen. Vielleicht war sie ihm aber auch einfach zuvor noch nie über den Weg gelaufen oder sie hatte Glück gehabt und er war genug mit anderen Dingen beschäftigt gewesen, um zu übersehen, zu welchem Gesindel sie gehörte. Jetzt jedoch lag Pans gesamte Aufmerksamkeit auf ihr und ihrem komischen Laden, welchen sie im mittleren Ring führte. Noch länger würde er diese widerwärtige Feuerbändigerin nicht verschont lassen. Da konnte sie auch noch so harmlos wirken - am Ende des Tages war sie noch immer eine Feuerbändigerin und alleine dafür hatte sie es verdient zu sterben. <br />
Er hatte extra gewartet, bis es ruhiger auf den Straßen des mittleren Rings wurde und die ersten Geschäfte bereits wieder schlossen. Auch wenn er ihre Leiche später nicht verstecken, sondern es vielmehr darauf anlegen würde, dass man die tote Feuerbändigern ebenso wie die Matrosen der Flotte aus der Feuernation finden würde, war er doch nicht besonders scharf darauf, direkt bei seiner Tat erwischt zu werden. Zu seinem Glück schienen die Wettergeister heute aber auch auf seiner Seite zu stehen, denn auch wenn die Tage allmählich länger schienen, waren es heute dunkle Wolken, welche jegliche Sonnenstrahlen zunichte machten und einen düsteren Schatten über die Stadt warfen. Trotzdem sah Pan sich noch einmal zu seinen Seiten um, versicherte sich, dass auch niemand sah, wie er sich letztlich auf die Tür des Federkleids zu bewegte, ehe er jene schwungvoll aufzog und in das Innere des Ladens trat. <br />
Das Schreien einer Eulenkatze begrüßte ihn und ließ ihn aufgrund des schrillen Tons im ersten Moment sichtlich zusammenfahren. Dass im Federkleid mit Vögeln gehandelt wurde, war bereits während seinen Beobachtungen zu ihm durchgedrungen, aber wie laut das Geschrei dieses Gefieders sein konnte, bekam er erst auf fast schon schmerzhafte Art und Weise im Inneren des Geschäfts zu spüren. Ein Grund mehr, diesen Laden und seine Besitzerin in Schutt und Asche zu zerlegen. Dabei war es eigentlich gar nicht in seinem Interesse, den Tieren etwas zuleide zu tun. Jene konnten ja nun reichlich wenig dafür, dass diese Frau sie auf grausame Art und Weise einsperrte und an die Bevölkerung verscherbelte, als wären sie nicht mehr als ein… Teppich oder was auch immer sich diese Leute gerne in ihre Häuser stellten. Als wären Tiere nicht mehr als irgendwelche Objekte… Auf so eine Idee konnte auch nur eine Feuerbändigerin kommen, wobei jene sich im ersten Moment noch nicht einmal blicken ließ. Saß vielleicht auch einfach noch im angrenzenden Raum, dessen Tür Pan kurz registrierte, doch anstatt dort direkt nach ihr zu suchen, machte er sich erst einmal daran, die Käfige der Vögel nach und nach zu öffnen, um sie endlich in ihre verdiente Freiheit zu entlassen. Hoffentlich würden sie dort die Klappe halten, ansonsten befürchtete er, bald taub zu werden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Don't You Worry Child]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1367</link>
			<pubDate>Sat, 28 Aug 2021 16:22:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=284">Fūjin</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1367</guid>
			<description><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:wght@600&display=swap" rel="stylesheet">  <center><div style="font-size: 22px;font-family: 'Playfair Display', serif; text-transform: uppercase;">Don't You Worry Child</div>
<div style="margin-top: -5px;text-transform: uppercase; font-size: 9px; letter-spacing: 3px; line-height: 12px;font-family: 'Open Sans', sans-serif; margin-bottom: 8px;">There is still hope left in the world<br />
<span style="letter-spacing: 3px;text-transform: lowercase;">Kaja & Fūjin # 14. Mai 1NZK # Auf den Straßen im Unteren Ring # Ba Sing Se</span></div></center><br />
Auch in Ba Sing Se hatte der Krieg Einzug gehalten. Was als unruhiges Flüstern in den Straßen begonnen hatte, war in dem knappen Monat, den er sich nun bereits in der Stadt aufhielt, zu lautstarken Unruhen geworden. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Wut unter den Menschen ausgebreitet; traf - scheinbar - Schuldige und - definitiv - Unschuldige gleichermaßen. Feuerbändiger, die bereits seit Jahrzehnten friedlich in der Stadt lebten, wurden mit Misstrauen beäugt und jeder noch so kleine, harmlose Nachbarschaftsstreit wurde auf einmal zu einem politischen Debakel. Mit Anschuldigungen wurde genauso rücksichtslos um sich geworfen, wie mit Steinen. Das dabei einmal Blut floss, war längst nicht mehr ein Ding der Seltenheit.<br />
Neben den direkt Verletzten, litt vor allem eine Gruppe an Menschen daran, die am meisten vor dem Unheil der Welt geschützt gehörten: Kinder. Vor allem für die Jüngeren, selbst im Unteren Ring, wo so einige zwielichtige Dinge geschahen, war es oft vollkommen unverständlich, warum sie auf einmal nicht mehr mit denselben Gleichaltrigen, mit ihren Freunden, spielen durften. Wieder andere verstanden dies besser, als die meisten Erwachsenen ihnen zugestehen wollten und liefen Gefahr von den Unruhen vergiftet zu werden; sich selbst gegeneinander zu stellen und aufzuwiegeln, wegen Konflikten, die nicht die ihren waren. Und wenn aufgrund dessen ein Kind ein anderes verletzte? Dann nahmen die Erwachsenen dies als Bestätigung für all ihre Vorurteile und es kam zu noch mehr Verletzten.<br />
Der Erdbändiger hatte kein Interesse daran diesen Teufelskreislauf zu unterstützen. Sein Leben hatte ihm zur Genüge gezeigt, dass es gleich war, woher man kam oder welches Element man beherrschte - jeder hatte das Zeug zu Herzlichkeit wie auch Grausamkeit. Das er und seine Schwester Erdbändiger waren, andere in ihrer Familie Nichtbändiger oder Mitglieder der Taro Kjell jedes mögliche Element beherrschten, hatte nie jemanden im Erdkönigreich davon abgehalten sie alleine dafür, dass sie allesamt Schausteller waren, fortzujagen. Man hatte sie mit demselben Misstrauen betrachtet, welches er nun auf den Gesichtern vieler sah, wenn sie ihre Nachbarn ansahen, nur, weil jene ein bestimmtes Element beherrschten. Umgekehrt war ihm von Menschen aus der Feuernation in der Vergangenheit einiges an Freundlichkeit entgegen geschlagen; für einen Teil seiner Reise war er sogar an Bord eines ihrer Schiffe mitgenommen worden. Ohne, dass er sich dafür unter Deck hatte verstecken müssen, wie bei seiner Ankunft in Ba Sing Se. Und gerade Kinder waren nicht von Natur aus gut oder böse - sie kopierten, lernten von ihrem Umfeld. Und er wollte sicher stellen, dass sie zumindest die Chance hatten zu Personen aufzuwachsen, die ihre Abneigung gegenüber anderen nicht alleine darauf begründeten, welches Element davon betroffen wurde, wenn jemand mit seinen Händen wedelte.<br />
In Folge dessen hatte er an einem Tag, wo er weder auf den Kohlfeldern gebraucht wurde, noch im Kwoon beim Wiederaufbau half oder irgendeinen Auftrag von Ban besaß, eine kleine Horde an Kindern unterschiedlichen Alters und Herkünfte im Unteren Ring zusammen getrommelt. Auch wenn sie noch nicht wussten, was genau auf sie zukommen würde, so hatten die meisten von ihnen den Mann doch schon einmal in seiner Rolle als extrovertierter, lauter Schausteller auf einer der Straßen seine Tricks vorführen sehen - und in genau jene Persona schlüpfte er auch jetzt wieder. "Wertes Publikum! Bei dieser Vorführung handelt es sich um etwas ganz besonderes. Heute...", er stoppte, um Spannung aufzubauen, "bringe ich euch bei, wie ihr selbst zu Schaustellern werden könnt. Zuerst: Ein Freiwilliger, der mir beim Vorführen hilft! Wer von euch traut sich diese Aufgabe zu?"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:wght@600&display=swap" rel="stylesheet">  <center><div style="font-size: 22px;font-family: 'Playfair Display', serif; text-transform: uppercase;">Don't You Worry Child</div>
<div style="margin-top: -5px;text-transform: uppercase; font-size: 9px; letter-spacing: 3px; line-height: 12px;font-family: 'Open Sans', sans-serif; margin-bottom: 8px;">There is still hope left in the world<br />
<span style="letter-spacing: 3px;text-transform: lowercase;">Kaja & Fūjin # 14. Mai 1NZK # Auf den Straßen im Unteren Ring # Ba Sing Se</span></div></center><br />
Auch in Ba Sing Se hatte der Krieg Einzug gehalten. Was als unruhiges Flüstern in den Straßen begonnen hatte, war in dem knappen Monat, den er sich nun bereits in der Stadt aufhielt, zu lautstarken Unruhen geworden. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Wut unter den Menschen ausgebreitet; traf - scheinbar - Schuldige und - definitiv - Unschuldige gleichermaßen. Feuerbändiger, die bereits seit Jahrzehnten friedlich in der Stadt lebten, wurden mit Misstrauen beäugt und jeder noch so kleine, harmlose Nachbarschaftsstreit wurde auf einmal zu einem politischen Debakel. Mit Anschuldigungen wurde genauso rücksichtslos um sich geworfen, wie mit Steinen. Das dabei einmal Blut floss, war längst nicht mehr ein Ding der Seltenheit.<br />
Neben den direkt Verletzten, litt vor allem eine Gruppe an Menschen daran, die am meisten vor dem Unheil der Welt geschützt gehörten: Kinder. Vor allem für die Jüngeren, selbst im Unteren Ring, wo so einige zwielichtige Dinge geschahen, war es oft vollkommen unverständlich, warum sie auf einmal nicht mehr mit denselben Gleichaltrigen, mit ihren Freunden, spielen durften. Wieder andere verstanden dies besser, als die meisten Erwachsenen ihnen zugestehen wollten und liefen Gefahr von den Unruhen vergiftet zu werden; sich selbst gegeneinander zu stellen und aufzuwiegeln, wegen Konflikten, die nicht die ihren waren. Und wenn aufgrund dessen ein Kind ein anderes verletzte? Dann nahmen die Erwachsenen dies als Bestätigung für all ihre Vorurteile und es kam zu noch mehr Verletzten.<br />
Der Erdbändiger hatte kein Interesse daran diesen Teufelskreislauf zu unterstützen. Sein Leben hatte ihm zur Genüge gezeigt, dass es gleich war, woher man kam oder welches Element man beherrschte - jeder hatte das Zeug zu Herzlichkeit wie auch Grausamkeit. Das er und seine Schwester Erdbändiger waren, andere in ihrer Familie Nichtbändiger oder Mitglieder der Taro Kjell jedes mögliche Element beherrschten, hatte nie jemanden im Erdkönigreich davon abgehalten sie alleine dafür, dass sie allesamt Schausteller waren, fortzujagen. Man hatte sie mit demselben Misstrauen betrachtet, welches er nun auf den Gesichtern vieler sah, wenn sie ihre Nachbarn ansahen, nur, weil jene ein bestimmtes Element beherrschten. Umgekehrt war ihm von Menschen aus der Feuernation in der Vergangenheit einiges an Freundlichkeit entgegen geschlagen; für einen Teil seiner Reise war er sogar an Bord eines ihrer Schiffe mitgenommen worden. Ohne, dass er sich dafür unter Deck hatte verstecken müssen, wie bei seiner Ankunft in Ba Sing Se. Und gerade Kinder waren nicht von Natur aus gut oder böse - sie kopierten, lernten von ihrem Umfeld. Und er wollte sicher stellen, dass sie zumindest die Chance hatten zu Personen aufzuwachsen, die ihre Abneigung gegenüber anderen nicht alleine darauf begründeten, welches Element davon betroffen wurde, wenn jemand mit seinen Händen wedelte.<br />
In Folge dessen hatte er an einem Tag, wo er weder auf den Kohlfeldern gebraucht wurde, noch im Kwoon beim Wiederaufbau half oder irgendeinen Auftrag von Ban besaß, eine kleine Horde an Kindern unterschiedlichen Alters und Herkünfte im Unteren Ring zusammen getrommelt. Auch wenn sie noch nicht wussten, was genau auf sie zukommen würde, so hatten die meisten von ihnen den Mann doch schon einmal in seiner Rolle als extrovertierter, lauter Schausteller auf einer der Straßen seine Tricks vorführen sehen - und in genau jene Persona schlüpfte er auch jetzt wieder. "Wertes Publikum! Bei dieser Vorführung handelt es sich um etwas ganz besonderes. Heute...", er stoppte, um Spannung aufzubauen, "bringe ich euch bei, wie ihr selbst zu Schaustellern werden könnt. Zuerst: Ein Freiwilliger, der mir beim Vorführen hilft! Wer von euch traut sich diese Aufgabe zu?"]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[fire meet gasoline]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1356</link>
			<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 09:59:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=0">Vahşet</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1356</guid>
			<description><![CDATA[Krieg, Frieden, Krieg, Frieden, Krieg, Frieden. Es war eine seltsam schiefe Disharmonie, die durch Vahşets Kopf krächzte, während sie über das verblassende Hinkelkästchen hüpfte. Die Straße des kleinen Basars in diesem ärmlichen Viertel war wie ausgestorben. Die Menschen, die hier lebten und litten, hatten sich allesamt zu der Demonstration an der Mauer begeben. Hier hatte man viele Angehörige verloren. Brüder, Väter, Geliebte. Und die Armut, das Leid zogen sich brutal durch die Straßen. Es roch schlecht und überall war Müll auf den Boden verteilt. Kinder mussten mit Kreide dieses Hinkelkästchen auf den Boden gezeichnet haben. Was für ein fabelhaftes Spiel! Ehrlicher Enthusiasmus und Freude zeichnete sich in jedem Winkel ihrer Züge, als die Himitsu von einem Kästchen ins andere hüpfte. Sie drehte sich beim Springen, wechselte die Beine und flog über das Kreidespiel hinweg, um beim letzten Sprung in einem aufgeregten Lachen zu enden. Ihr Lachen hallte von den brüchigen Wänden bloß leise wieder, aber sie mochte die kleinen Echos. So fühlte es nicht so an als wäre sie komplett allein in dieser Straße. Sie verbeugte sich vor einem imaginären Publikum, um dann mit stolzem, geschmeidigem Schritt weiterzugehen. Normalerweise arbeitete Vahşet am Hof und hatte nichts im Unteren Ring zu suchen. Aber die Ausflüge hier hin waren immer fabelhaft. Sie fühlte sich hier viel freier als in der strengen, langweiligen Etikette am Hof. Hier dachten sich Kinder so brillante Spiele aus, während sie am Hof erwachsen spielten. Langweilig. Es war ihr also eine allzu willkommene Abwechslung, dass sie mit Ikharus den schweigenden Protest an der Ostmauer aufmischen sollte. Oder so ähnlich. Hatte sie sich nicht wirklich gemerkt, für die Details des Auftrags hatte sie Ikharus zuständig gemacht. Sie wusste nur, dass sie für irgendetwas bei dem Aufstand sorgen sollten. Dafür hatte sie sich in lumpige Kleidung begeben, in der man sie mit Leichtigkeit für eine stinknormale Bürgerin Ba Sing Ses halten könnte. Sie ging den leergefegten Basar weiter entlang und ließ es sich nicht nehmen die ein oder andere Vase von den Auslagetischen zu stoßen. Es gab einfach kein schöneres Geräusch für die Feuerbändigerin, wenn etwas klirrend in Scherben zerfiel. Herrlich. Egal, wie unachtsam Vahşet in diesem Moment als sie Chaos hinter sich stiftete durch die Straße ging, ihre Aufmerksamkeit war immer zu Hundertprozent in ihrer Kontrolle. Wenn sie eine Flasche von einem Stand nahm, um sie scheppernd auf den Boden fallen zu lassen, dann lauschte sie trotzdem nicht nur dem zerstörerischen Klang. Es war ihr siebter Sinn, ihr geheimes Talent, immer mitzubekommen, wenn ihr ein Schatten folgte. Aber darum musste sie sich ja überhaupt keine Sorgen machen, schließlich war sie sogar verabredet! Sie trat um die nächste Ecke, die sie mit Ikharus als Treffpunkt abgemacht hatte. <br />
Mit baumelnden Beinen saß sie auf auf den verlassenen Gemüsewagen und wartete auf Ikharus. Der kleine Schönling mit dem verzogenen Grinsen und dem uncharmanten Charakter, den Vahşet ganz, ganz toll fand. Sie mochte Ikharus und sie liebte, dass sie ihm eine der fauligen Tomaten hinter ihr ins Gesicht werfen konnte, sobald er um die Ecke kam. Hier waren sie verabredet, um ein paar Straßen und Ecken weiter zu der Mahnwache zu gehen, wo einige Bewohner Ba Sing Ses den gefallenen Soldaten in den Kolonien gedachten. Sie spürte ein Kratzen im Nacken. Kleine Krallen, die sich langsam und vorsichtig über ihre Haut bewegten. Das Gesicht der Feuerbändigerin wurde instinktiv von einem breiten Lächeln erhellt als sie in ihre Kapuze griff und vorsichtig Chi Chi hervorholte. Der Chamäleonskorpion mit den irren Augen, die in jede Richtung blicken konnten und dem gefährlichen, giftigen Schwanz war zugleich das hässlichste und süßeste Wesen, das sie je gesehen hatte. Liebevoll hob sie ihn in ihre Hände und hielt Chi Chi direkt vor ihr Gesicht, wo die dunklen Augen ihm zugeneigt entgegen funkelten. „Naaaww, du hässliches, kleines Würmchen“, säuselte sie mit kindlich-hoher Stimme, wie so viele Menschen mit ihren Haustieren sprachen. Chi Chis lange Zunge sauste vor und tippte gegen Vahşets Nase, was ihr ein kleines Kichern entlockte. Bei Raava, wie sie dieses Viech in ihr Herz geschlossen hatte. Der gefährliche Schwanz des Chamäleonskorpions wickelte sich um ihr Handgelenk. So zeigte Chi Chi Zuneigung, da war sie sich sicher. „Wer hat dich lieb? Mami hat dich lieb!“ Sie küsste Chi Chi mehrfach auf das breite Maul, das immer irgendwie missmutig dreinblickte. Dann hörte sie Schritte. Vahşet blickte auf und während sie mit einer Hand Chi Chi zurück in ihre Kapuze beförderte, riss sie den anderen Arm freudig in die Höhe um Ikharus zu winken und dabei übers ganze Gesicht zu lächeln. „HUUHUU!“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Krieg, Frieden, Krieg, Frieden, Krieg, Frieden. Es war eine seltsam schiefe Disharmonie, die durch Vahşets Kopf krächzte, während sie über das verblassende Hinkelkästchen hüpfte. Die Straße des kleinen Basars in diesem ärmlichen Viertel war wie ausgestorben. Die Menschen, die hier lebten und litten, hatten sich allesamt zu der Demonstration an der Mauer begeben. Hier hatte man viele Angehörige verloren. Brüder, Väter, Geliebte. Und die Armut, das Leid zogen sich brutal durch die Straßen. Es roch schlecht und überall war Müll auf den Boden verteilt. Kinder mussten mit Kreide dieses Hinkelkästchen auf den Boden gezeichnet haben. Was für ein fabelhaftes Spiel! Ehrlicher Enthusiasmus und Freude zeichnete sich in jedem Winkel ihrer Züge, als die Himitsu von einem Kästchen ins andere hüpfte. Sie drehte sich beim Springen, wechselte die Beine und flog über das Kreidespiel hinweg, um beim letzten Sprung in einem aufgeregten Lachen zu enden. Ihr Lachen hallte von den brüchigen Wänden bloß leise wieder, aber sie mochte die kleinen Echos. So fühlte es nicht so an als wäre sie komplett allein in dieser Straße. Sie verbeugte sich vor einem imaginären Publikum, um dann mit stolzem, geschmeidigem Schritt weiterzugehen. Normalerweise arbeitete Vahşet am Hof und hatte nichts im Unteren Ring zu suchen. Aber die Ausflüge hier hin waren immer fabelhaft. Sie fühlte sich hier viel freier als in der strengen, langweiligen Etikette am Hof. Hier dachten sich Kinder so brillante Spiele aus, während sie am Hof erwachsen spielten. Langweilig. Es war ihr also eine allzu willkommene Abwechslung, dass sie mit Ikharus den schweigenden Protest an der Ostmauer aufmischen sollte. Oder so ähnlich. Hatte sie sich nicht wirklich gemerkt, für die Details des Auftrags hatte sie Ikharus zuständig gemacht. Sie wusste nur, dass sie für irgendetwas bei dem Aufstand sorgen sollten. Dafür hatte sie sich in lumpige Kleidung begeben, in der man sie mit Leichtigkeit für eine stinknormale Bürgerin Ba Sing Ses halten könnte. Sie ging den leergefegten Basar weiter entlang und ließ es sich nicht nehmen die ein oder andere Vase von den Auslagetischen zu stoßen. Es gab einfach kein schöneres Geräusch für die Feuerbändigerin, wenn etwas klirrend in Scherben zerfiel. Herrlich. Egal, wie unachtsam Vahşet in diesem Moment als sie Chaos hinter sich stiftete durch die Straße ging, ihre Aufmerksamkeit war immer zu Hundertprozent in ihrer Kontrolle. Wenn sie eine Flasche von einem Stand nahm, um sie scheppernd auf den Boden fallen zu lassen, dann lauschte sie trotzdem nicht nur dem zerstörerischen Klang. Es war ihr siebter Sinn, ihr geheimes Talent, immer mitzubekommen, wenn ihr ein Schatten folgte. Aber darum musste sie sich ja überhaupt keine Sorgen machen, schließlich war sie sogar verabredet! Sie trat um die nächste Ecke, die sie mit Ikharus als Treffpunkt abgemacht hatte. <br />
Mit baumelnden Beinen saß sie auf auf den verlassenen Gemüsewagen und wartete auf Ikharus. Der kleine Schönling mit dem verzogenen Grinsen und dem uncharmanten Charakter, den Vahşet ganz, ganz toll fand. Sie mochte Ikharus und sie liebte, dass sie ihm eine der fauligen Tomaten hinter ihr ins Gesicht werfen konnte, sobald er um die Ecke kam. Hier waren sie verabredet, um ein paar Straßen und Ecken weiter zu der Mahnwache zu gehen, wo einige Bewohner Ba Sing Ses den gefallenen Soldaten in den Kolonien gedachten. Sie spürte ein Kratzen im Nacken. Kleine Krallen, die sich langsam und vorsichtig über ihre Haut bewegten. Das Gesicht der Feuerbändigerin wurde instinktiv von einem breiten Lächeln erhellt als sie in ihre Kapuze griff und vorsichtig Chi Chi hervorholte. Der Chamäleonskorpion mit den irren Augen, die in jede Richtung blicken konnten und dem gefährlichen, giftigen Schwanz war zugleich das hässlichste und süßeste Wesen, das sie je gesehen hatte. Liebevoll hob sie ihn in ihre Hände und hielt Chi Chi direkt vor ihr Gesicht, wo die dunklen Augen ihm zugeneigt entgegen funkelten. „Naaaww, du hässliches, kleines Würmchen“, säuselte sie mit kindlich-hoher Stimme, wie so viele Menschen mit ihren Haustieren sprachen. Chi Chis lange Zunge sauste vor und tippte gegen Vahşets Nase, was ihr ein kleines Kichern entlockte. Bei Raava, wie sie dieses Viech in ihr Herz geschlossen hatte. Der gefährliche Schwanz des Chamäleonskorpions wickelte sich um ihr Handgelenk. So zeigte Chi Chi Zuneigung, da war sie sich sicher. „Wer hat dich lieb? Mami hat dich lieb!“ Sie küsste Chi Chi mehrfach auf das breite Maul, das immer irgendwie missmutig dreinblickte. Dann hörte sie Schritte. Vahşet blickte auf und während sie mit einer Hand Chi Chi zurück in ihre Kapuze beförderte, riss sie den anderen Arm freudig in die Höhe um Ikharus zu winken und dabei übers ganze Gesicht zu lächeln. „HUUHUU!“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[in the shadow of the moon]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1350</link>
			<pubDate>Wed, 18 Aug 2021 16:12:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=227">Rune</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1350</guid>
			<description><![CDATA[In seinen Träumen einer besseren, gerechteren Welt begann eine Verantwortung, der sich Rune bis heute nicht lossagen konnte. Er hatte unter Philosophen der ganzen Welt gelernt. Mönche aus den Lufttempeln, Gelehrte des Erdkönigreichs und der Feuernation und von Nomaden der Wasserregionen. Menschen mit kritischen Gedanken und Stimmen, die ihm in seiner Erziehung innerhalb von Capital City nicht begegnet waren. Es schien ihm so als hätte über die Jahre seines Studiums das Sehen neu gelernt. Und nun konnte er seine Augen nicht länger verschließen. Selbst wenn er sich danach gesehnt hätte aufzugeben und sich geschlagen zu geben, so wie er in aller Öffentlichkeit den Anschein machte, dann hätte dies den Blitzbändiger in unendliche Depression und Verbitterung gestürzt. Schlimmer noch als seine Tiefs gegenwärtig waren. Jeder konnte ihm die Ohnmacht ansehen. In den Schatten unter seinen Augen, dem spöttischen Zug um seine Lippen und der generellen Erschöpfung, die er wie einen bitteren Schatten überall mithin trug. Er sah aus wie ein gebrochener Mann, der seine letzten Kräfte zusammensammelte, um sich mit dem eigenen Schicksal zufrieden zu geben. Aber in Wahrheit fühlte Rune sich nicht gänzlich machtlos. In Wahrheit barg Rune eines der kostbarsten Güter der Welt in seinem Herzen: Hoffnung. Und das politische, brüchige Klima spielte ihm in die Karten. Jahre der Propaganda, die Krieg als einen der ehrbasten Schrecken in die Nation gebracht hatten und die Köpfe seiner Landsleute zu selbstgerechten Nationalisten sozialisiert hatte, verblasste durch den plötzlichen Friedenskurs nicht. Sicher, die Teile der Welt, die unter dem Krieg gelitten hatten, atmeten auf. Sie hatten Zeit endlich zu verarbeiten, welcher Schmerz und welche Verluste, sie über Generation traumatisieren würden. Aber wenn in den Kolonien nach Vergeltung geflüstert wurde und Rune von Informanten vermittelt wurde, dass sich etliche Bürger des Erdkönigreichs von ihrer Regierung verraten fühlten und überall in der flüchtige Luftbändiger um ihr Leben bangten, dann keimte weltweit Rebellion. Und auch in der stolzen Feuernation waren längst nicht alle Menschen blind glücklich mit den Entscheidungen Zosins. Nicht nur diejenigen, die Rune als Gleichgesinnte wahrnahm und sich nach einem neuen System sehnten, reihten sich in den Chor der Frustrierten. Auch diejenigen, die Jahre im Krieg von Eroberung und Herrschaft geträumt hatten, sollten sich plötzlich zufrieden geben, dass ihr geliebter Nationalheld eine Prinzessin aus dem Erdkönigreich geheiratet hatte und er und Zosin damit Frieden brachten. Eine nette Idee. Rune war kein Denker von netten Ideen. Er war ein Denker brillanter Visionen. Er war zu schlau, um glücklich zu sein. Also ruhte er nicht. Auch nicht heute in dieser nebligen, sternlosen Nacht.<br />
Inuri. Eine Frau, die verdammt dazu war im Schatten ihres Bruders zu leben und damit eine Schattenexistenz wie Rune eine geworden war. Natürlich nicht ansatzweise so – schließlich lebte sie doch in der Opulenz ihres Namens, ihres Standes, ihrer Blutlinie. Doch heute hatte er sie gebeten sich mit ihm in den Schatten eines ablegenden Gebiets am Rande von Capital City zu treffen. Einer ihrer Soldaten diente seit etlichen Jahren als Informant zwischen den beiden, die in aller Öffentlichkeit nichts miteinander zu tun hatten. Unter diesem Nichts waren Briefwechsel, Gedankenaustausche, Bündnisse und nicht zuletzt auch eine Form von Vertrauen versteckt. Ein Vertrauen, das vielleicht nur damit zu begründen war, dass ihr Kontakt ihrer beider Leben kosten könnte. Und doch gehörte die royale Frau keiner Fremdheit an. Nicht für Rune. Er war in einen dunklen, zerschlissenen Mantel gehüllt. Die Kapuze hing ihm in die Stirn und verbarg sein Gesicht unter düsteren Schatten. Ein Schal war um seine Schultern gewickelt, damit auch Kinn und Kiefer hinter den dunklen Stoffen verschwand. Die eisblauen Augen beobachteten aufmerksam die Umgebung und als sich eine Silhouette langsam, bedächtig auf ihn zu bewegte, trat er von der Hausmauer fort. Normalerweise hätte er sich durchaus vor der hochwohlgeborenen Frau verneigt – so war er trotz allem Herrschaftshass ein Mann der Etikette. Aber in der verborgenen Dunkelheit, wo die beiden um ihre Zusammenkunft Geheimnisse knüpften, sollte keine Geste etwas über die beiden preisgeben. Als sie nahe genug an ihn herangekommen war, neigte also bloß den Kopf. Ein leichtes Nicken zur Begrüßung. „Schönen Abend“, lächelte er mit weicher, tiefer Stimme.  Kaum mehr als ein Wispern. „Irgendwelche Vorkommnisse oder Begegnungen auf Eurem Weg hierher?“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In seinen Träumen einer besseren, gerechteren Welt begann eine Verantwortung, der sich Rune bis heute nicht lossagen konnte. Er hatte unter Philosophen der ganzen Welt gelernt. Mönche aus den Lufttempeln, Gelehrte des Erdkönigreichs und der Feuernation und von Nomaden der Wasserregionen. Menschen mit kritischen Gedanken und Stimmen, die ihm in seiner Erziehung innerhalb von Capital City nicht begegnet waren. Es schien ihm so als hätte über die Jahre seines Studiums das Sehen neu gelernt. Und nun konnte er seine Augen nicht länger verschließen. Selbst wenn er sich danach gesehnt hätte aufzugeben und sich geschlagen zu geben, so wie er in aller Öffentlichkeit den Anschein machte, dann hätte dies den Blitzbändiger in unendliche Depression und Verbitterung gestürzt. Schlimmer noch als seine Tiefs gegenwärtig waren. Jeder konnte ihm die Ohnmacht ansehen. In den Schatten unter seinen Augen, dem spöttischen Zug um seine Lippen und der generellen Erschöpfung, die er wie einen bitteren Schatten überall mithin trug. Er sah aus wie ein gebrochener Mann, der seine letzten Kräfte zusammensammelte, um sich mit dem eigenen Schicksal zufrieden zu geben. Aber in Wahrheit fühlte Rune sich nicht gänzlich machtlos. In Wahrheit barg Rune eines der kostbarsten Güter der Welt in seinem Herzen: Hoffnung. Und das politische, brüchige Klima spielte ihm in die Karten. Jahre der Propaganda, die Krieg als einen der ehrbasten Schrecken in die Nation gebracht hatten und die Köpfe seiner Landsleute zu selbstgerechten Nationalisten sozialisiert hatte, verblasste durch den plötzlichen Friedenskurs nicht. Sicher, die Teile der Welt, die unter dem Krieg gelitten hatten, atmeten auf. Sie hatten Zeit endlich zu verarbeiten, welcher Schmerz und welche Verluste, sie über Generation traumatisieren würden. Aber wenn in den Kolonien nach Vergeltung geflüstert wurde und Rune von Informanten vermittelt wurde, dass sich etliche Bürger des Erdkönigreichs von ihrer Regierung verraten fühlten und überall in der flüchtige Luftbändiger um ihr Leben bangten, dann keimte weltweit Rebellion. Und auch in der stolzen Feuernation waren längst nicht alle Menschen blind glücklich mit den Entscheidungen Zosins. Nicht nur diejenigen, die Rune als Gleichgesinnte wahrnahm und sich nach einem neuen System sehnten, reihten sich in den Chor der Frustrierten. Auch diejenigen, die Jahre im Krieg von Eroberung und Herrschaft geträumt hatten, sollten sich plötzlich zufrieden geben, dass ihr geliebter Nationalheld eine Prinzessin aus dem Erdkönigreich geheiratet hatte und er und Zosin damit Frieden brachten. Eine nette Idee. Rune war kein Denker von netten Ideen. Er war ein Denker brillanter Visionen. Er war zu schlau, um glücklich zu sein. Also ruhte er nicht. Auch nicht heute in dieser nebligen, sternlosen Nacht.<br />
Inuri. Eine Frau, die verdammt dazu war im Schatten ihres Bruders zu leben und damit eine Schattenexistenz wie Rune eine geworden war. Natürlich nicht ansatzweise so – schließlich lebte sie doch in der Opulenz ihres Namens, ihres Standes, ihrer Blutlinie. Doch heute hatte er sie gebeten sich mit ihm in den Schatten eines ablegenden Gebiets am Rande von Capital City zu treffen. Einer ihrer Soldaten diente seit etlichen Jahren als Informant zwischen den beiden, die in aller Öffentlichkeit nichts miteinander zu tun hatten. Unter diesem Nichts waren Briefwechsel, Gedankenaustausche, Bündnisse und nicht zuletzt auch eine Form von Vertrauen versteckt. Ein Vertrauen, das vielleicht nur damit zu begründen war, dass ihr Kontakt ihrer beider Leben kosten könnte. Und doch gehörte die royale Frau keiner Fremdheit an. Nicht für Rune. Er war in einen dunklen, zerschlissenen Mantel gehüllt. Die Kapuze hing ihm in die Stirn und verbarg sein Gesicht unter düsteren Schatten. Ein Schal war um seine Schultern gewickelt, damit auch Kinn und Kiefer hinter den dunklen Stoffen verschwand. Die eisblauen Augen beobachteten aufmerksam die Umgebung und als sich eine Silhouette langsam, bedächtig auf ihn zu bewegte, trat er von der Hausmauer fort. Normalerweise hätte er sich durchaus vor der hochwohlgeborenen Frau verneigt – so war er trotz allem Herrschaftshass ein Mann der Etikette. Aber in der verborgenen Dunkelheit, wo die beiden um ihre Zusammenkunft Geheimnisse knüpften, sollte keine Geste etwas über die beiden preisgeben. Als sie nahe genug an ihn herangekommen war, neigte also bloß den Kopf. Ein leichtes Nicken zur Begrüßung. „Schönen Abend“, lächelte er mit weicher, tiefer Stimme.  Kaum mehr als ein Wispern. „Irgendwelche Vorkommnisse oder Begegnungen auf Eurem Weg hierher?“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[hope is a dangerous thing]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1340</link>
			<pubDate>Tue, 03 Aug 2021 13:03:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=157">Soraya</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1340</guid>
			<description><![CDATA[Rot leuchteten die Rosenblüten im warmen Licht der wandernden Sonne. Still saß die Prinzessin inmitten der Blumenpracht, die mittlerweile den einst so tristen, versengten Baum umrankte. Vor ihr war ein kleines Buffet angerichtet, dessen letzte Speisen gerade auf die niedrige Tischplatte gebracht wurden. Bald würde er hier sein. <br />
Soraya starrte auf ihre Finger, die über das Fell ihres Hirschhundes, der seine feuchte Nase dösend auf ihrem Schoß abgelegt hatte, strichen. Sie konnte es immer noch nicht wirklich glauben. Es war einleuchtend, durch und durch - erklärte die Übelkeit, die sie in den letzten Wochen jeden Morgen verspürte, ihren häufigen Schwindel, die Tatsache, dass ihre Korsetts bei weitem nicht mehr so eng geschnürt werden konnten wie zuvor … zunächst hatte sie gedacht, sie hatte schlicht und ergreifend zu viel Süßgebäck genascht, in den paar Monaten, die sie nun bereits hier war. Wie lange das wirklich war, realisierte sie immer wieder, wenn sie Takeshi ansah. Am Tag nach ihrer Hochzeit hatte Ares ihr den Hirschhund zum Präsent gemacht – damals noch als kleiner Welpe, dessen Kopf nicht mehr als zwei kleine Stumpen zeigte. Bis heute war aus eben diesen Stumpen bereits ein kleines Geweih gewachsen, das mit zwei Spitzen stolz in die Höhe rankte. Seine Oberfläche war weich, geradezu flauschig, alles in allem war es kein Vergleich zu den knochenharten Prachtexemplaren, die ausgewachsene Hirschhunde paradieren, aber nichtsdestotrotz war es eine Art Verbildlichung der Zeit, die seit ihrer Ankunft vorbeigegangen war. So wenig und irgendwie doch so viel. Ein Drachenflug der Gefühle. <br />
Ob ihre so häufig aufgewühlten Emotionen auch ein Resultat ihrer <i>Umstände</i> waren? Takeshi murrte leise im Schlaf unter ihrer Hand und auch Soraya seufzte sacht. Zumindest heute war ihre Nervosität sicherlich nicht unbegründet. Die Diagnose am Morgen in Bais Praxis, dann wenig später, als sie wieder in ihrem Gemach war, das Geständnis Shallans. Am liebsten würde sie letzteres einfach vergessen. Für immer. Es … <i>un</i>-erfahren. Hätte es die Zofe ihr doch nur nie erzählt. Die Prinzessin hasste sie dafür. Dafür, dass sie es ihr gesagt hatte, noch vielmehr als für das, was sie getan hatte. Weil sie damit all die Last auf Soraya abgewälzt. Ihren perfekten Moment, in dem sie Ares von ihren <i>Umständen</i> erzählt, ruiniert. Sie der Entscheidung ausgesetzt, was sie nun mit ihrem Wissen anstellen sollte. Dabei wusste Shallan doch ganz genau, dass keine Wahl bestand. Dass es nur eine wirkliche Option gab. Sie hasste sie dafür.<br />
<br />
Die Dienerschaft um sie herum verstummte. Binnen Sekunden standen sie in Reih und Glied mit verneigtem Haupt. Takeshi sprang auf, wie vom Blitz getroffen, und lief in Windeseile zu seinem Platz einige Meter weiter, um sich in vorbildlichster Pose dorthin zu setzen. Niemand musste ein Wort sagen, längst war jedem klar, was geschah. Die Hände der Rosenprinzessin waren zittrig, als sie sie in ihrem Schoß verschränkte. Ein letztes Mal schloss sie die Augen, atmete ein. <i>Tief</i> ein. Es duftete nach Rosen und Reis und Gebäck und Früchten. Atmete aus. Schlug die Augen auf. Die Abendsonne ließ alles rosarot erleuchten. Wunderschön. <br />
Der zarte Stoff ihres Kleides raschelte, als sie sich von zwei Dienern hochhelfen ließ. Keiner versuchte sie davon abzuhalten, für den kurzen Moment aufzustehen, wenn es sonst auch Sitte gewesen wäre, einer schwangeren Herrin so viel Bewegung zu ersparen, wie nur möglich. In dieser Hinsicht nicht. <br />
<br />
Sacht leuchtete die Abendsonne in ihren Augen, als sie den Schopf hob, um ihren Gatten mit einem leichten Lächeln anzusehen. „Guten Abend, mein Liebster.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Rot leuchteten die Rosenblüten im warmen Licht der wandernden Sonne. Still saß die Prinzessin inmitten der Blumenpracht, die mittlerweile den einst so tristen, versengten Baum umrankte. Vor ihr war ein kleines Buffet angerichtet, dessen letzte Speisen gerade auf die niedrige Tischplatte gebracht wurden. Bald würde er hier sein. <br />
Soraya starrte auf ihre Finger, die über das Fell ihres Hirschhundes, der seine feuchte Nase dösend auf ihrem Schoß abgelegt hatte, strichen. Sie konnte es immer noch nicht wirklich glauben. Es war einleuchtend, durch und durch - erklärte die Übelkeit, die sie in den letzten Wochen jeden Morgen verspürte, ihren häufigen Schwindel, die Tatsache, dass ihre Korsetts bei weitem nicht mehr so eng geschnürt werden konnten wie zuvor … zunächst hatte sie gedacht, sie hatte schlicht und ergreifend zu viel Süßgebäck genascht, in den paar Monaten, die sie nun bereits hier war. Wie lange das wirklich war, realisierte sie immer wieder, wenn sie Takeshi ansah. Am Tag nach ihrer Hochzeit hatte Ares ihr den Hirschhund zum Präsent gemacht – damals noch als kleiner Welpe, dessen Kopf nicht mehr als zwei kleine Stumpen zeigte. Bis heute war aus eben diesen Stumpen bereits ein kleines Geweih gewachsen, das mit zwei Spitzen stolz in die Höhe rankte. Seine Oberfläche war weich, geradezu flauschig, alles in allem war es kein Vergleich zu den knochenharten Prachtexemplaren, die ausgewachsene Hirschhunde paradieren, aber nichtsdestotrotz war es eine Art Verbildlichung der Zeit, die seit ihrer Ankunft vorbeigegangen war. So wenig und irgendwie doch so viel. Ein Drachenflug der Gefühle. <br />
Ob ihre so häufig aufgewühlten Emotionen auch ein Resultat ihrer <i>Umstände</i> waren? Takeshi murrte leise im Schlaf unter ihrer Hand und auch Soraya seufzte sacht. Zumindest heute war ihre Nervosität sicherlich nicht unbegründet. Die Diagnose am Morgen in Bais Praxis, dann wenig später, als sie wieder in ihrem Gemach war, das Geständnis Shallans. Am liebsten würde sie letzteres einfach vergessen. Für immer. Es … <i>un</i>-erfahren. Hätte es die Zofe ihr doch nur nie erzählt. Die Prinzessin hasste sie dafür. Dafür, dass sie es ihr gesagt hatte, noch vielmehr als für das, was sie getan hatte. Weil sie damit all die Last auf Soraya abgewälzt. Ihren perfekten Moment, in dem sie Ares von ihren <i>Umständen</i> erzählt, ruiniert. Sie der Entscheidung ausgesetzt, was sie nun mit ihrem Wissen anstellen sollte. Dabei wusste Shallan doch ganz genau, dass keine Wahl bestand. Dass es nur eine wirkliche Option gab. Sie hasste sie dafür.<br />
<br />
Die Dienerschaft um sie herum verstummte. Binnen Sekunden standen sie in Reih und Glied mit verneigtem Haupt. Takeshi sprang auf, wie vom Blitz getroffen, und lief in Windeseile zu seinem Platz einige Meter weiter, um sich in vorbildlichster Pose dorthin zu setzen. Niemand musste ein Wort sagen, längst war jedem klar, was geschah. Die Hände der Rosenprinzessin waren zittrig, als sie sie in ihrem Schoß verschränkte. Ein letztes Mal schloss sie die Augen, atmete ein. <i>Tief</i> ein. Es duftete nach Rosen und Reis und Gebäck und Früchten. Atmete aus. Schlug die Augen auf. Die Abendsonne ließ alles rosarot erleuchten. Wunderschön. <br />
Der zarte Stoff ihres Kleides raschelte, als sie sich von zwei Dienern hochhelfen ließ. Keiner versuchte sie davon abzuhalten, für den kurzen Moment aufzustehen, wenn es sonst auch Sitte gewesen wäre, einer schwangeren Herrin so viel Bewegung zu ersparen, wie nur möglich. In dieser Hinsicht nicht. <br />
<br />
Sacht leuchtete die Abendsonne in ihren Augen, als sie den Schopf hob, um ihren Gatten mit einem leichten Lächeln anzusehen. „Guten Abend, mein Liebster.“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Are we dancing after death?]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1302</link>
			<pubDate>Mon, 12 Jul 2021 22:50:55 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=197">Ikharus</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1302</guid>
			<description><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:wght@600&display=swap" rel="stylesheet">    <center><div style="font-size: 22px;font-family: 'Playfair Display', serif; text-transform: uppercase;">I'm too tired to wrestle with it</div>
<div style="margin-top: -5px;text-transform: uppercase; font-size: 9px; letter-spacing: 3px; line-height: 12px;font-family: 'Open Sans', sans-serif; margin-bottom: 8px;">Will we burn, or will we repent?<br />
<span style="letter-spacing: 4px;text-transform: lowercase;">Ikharus & Jhaan # 31. Mai 1NZK # in Cuchulainns Kwoon im Mittleren Ring # Ba Sing Se<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">TW: Suizidgedanken, Tod durch Erhängen</span></span></span> </div></center><br />
Für die meisten Menschen war es vermutlich keine neue Erkenntnis, dass Ikharus ein Idiot der Extraklasse war. Nichts auf der Welt schien ihn dazu bewegen zu können, sich um sein eigenes Überleben Sorgen zu machen; zumindest machte es nach Außen hin den Anschein. Er wählte selten den Weg des geringsten Widerstandes, so auch nicht, was sein eigenes Fell anging, das ihm, wenn die Dinge weiter so liefen, alsbald über den Kopf gezogen werden würde.<br />
Ba Sing Se hatte Blut geleckt, und das Blut schmeckte nach Selbstjustiz. Die Lage, die schon seit einer geraumen Weile auf wackligem Boden stand, geriet immer mehr ins Kippen - und Ikharus gehörte zu den glücklichen Spitzeln der Feuernation, die innerhalb der Bevölkerung Zwietracht säen durften. Im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen besaß er keine hohe Stellung am Hof oder bei den Wachen, nein, ihn hatte man in die einfache Bevölkerung gestopft, wo er mit seinem lautstarken Maul am wenigsten auffallen würde. Wenn er genauer darüber nachdachte, war es ziemlich beleidigend, dass man ihm anscheinend kaum mehr als eine zündelnde Funktion in der Unterschicht zutraute, aber da es direkt in seine Stärken hineinspielte, beschwerte er sich nicht - oder eher <i>nicht mehr</i>. Selbst, wenn er es (wenn auch aus einem anderen Grund, der mit J anfing und auf <i>warum-kann-ich-mich-nicht-von-ihm-fernhalten-</i>Aahn endete) hasste.<br />
In seiner Anfangszeit in Ba Sing Se war er noch darauf beschränkt gewesen, die Stimmung im Unteren wie auch im Mittleren Ring Ba Sing Se's zu dokumentieren und Bericht darüber zu erstatten - sowohl der Himitsu selber als auch Ares war er dabei Rede und Antwort schuldig, auch wenn er längst nicht der einzige Spitzel war, der unter dem Deckmantel irgendeines Händlers oder Gesellen, Gauklers oder einer scheinbar ollen Näherin mit steifen Händen stetig den Puls des Erdkönigreichs erfühlte. Doch mittlerweile war aus dem Erfühlen ein sanftes Drängen in eine Richtung geworden, die man nur als gefährlich einstufen konnte. Nicht nur für den scheinbaren Frieden, sondern auch für die Anwesenheit der Feuernations-Spitzel in Ba Sing Se. Gefährlich für sie alle - auch wenn das Ikharus bisher nur wenig ausgemacht hatte. Und ja, vermutlich sollte es ihm auch jetzt mehr ausmachen, aber jegliche Vernunft, die er in sich trug, hatte er heute einfach weggetrunken. Das war es, was eben geschah, wenn man dabei zusehen durfte, wie ein anderer Himitsu enttarnt worden und an den Pranger gestellt worden war.<br />
Wie schön, dass jemand wie der Rote Drache sich vor so etwas nicht fürchten musste. Wie schön, dass es ein direktes Resultat des Zündelns war, dessen Ikharus selbst sich ebenfalls schuldig gemacht hatte. Denn fragte man ihn, könnten sie auf diesen 'Frieden' pissen, und natürlich er hatte deshalb seine Freude, sich den mittlerweile bis ins Herz des Erdkönigreichs reichenden Aufständen anzuschließen. Und vielleicht hatte er gedacht, das wäre die perfekte Tarnung ... Aber dachte das nicht jeder Himitsu? Warum sollte es ihn treffen? Heute war das erste Mal gewesen, dass ihm tatsächlich der Hintern auf Grundeis ging; dabei war es erst eine Woche her, dass er Jhaan vor den Wachen bewahrt hatte - wäre die Stadt nicht da schon von einem rücksichtslosen Chaos ergriffen gewesen, wäre ihm das dann überhaupt gelungen?<br />
Er wollte nicht darüber nachdenken - er wollte feiern, dass das Zündeln immer und immer wieder gelang, dass sich die Stimmung in der Stadt aufheizte, während der verstockte Adel fernab seines Volkes, dessen Vertrauen und Unterstützung Ken Shou langsam aber sicher verlor, nichts dagegen ausrichten konnte. Ja, das gehörte sich zu feiern. Dass er bei der öffentlichen Hinrichtung eines Kollegen hatte zusehen müssen, war bestimmt kein Grund dafür, dass er sich in der brodelnden Stadt hatte zulaufen lassen. Und es war auch kein Grund, weshalb er unter dem vermeintlichen Schutz der Nacht einmal mehr in den Kwoon einbrach. Oder vielmehr sich in den Hinterhof schlich und sich dann in dem wilden Garten verirrte. Wäre er wenigstens leise gewesen, hätte man ihn vielleicht nicht bemerkt, aber so bliebe wohl nur einem Gehörlosen verborgen, dass dort irgendetwas oder irgendjemand durch die Beete trampelte, irgendwas Formloses vor sich hin singend und schließlich in der von der späten Frühlingssonne aufgeheizten, schütteren Erde eines jener Beete niederzulegen und den Sternen beim Kreisen zuzusehen.<br />
Bis eine Silhouette durch die Sterne schwamm und auf ihn hinabblickte, mit einem Gesicht so verängstigt wie ein schwindender Mond. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Trink mit mir, is ein Tag zum Feiern"</span>, nuschelte der Feuerbändiger der sterneschluckenden Silhouette ins verschwommene Gesicht und hob im gleichen Atemzug die Tonflasche an, an die er sich auf dem Weg hierher geklammert hatte, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"komm schon, Geister müssen auch trinken."</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:wght@600&display=swap" rel="stylesheet">    <center><div style="font-size: 22px;font-family: 'Playfair Display', serif; text-transform: uppercase;">I'm too tired to wrestle with it</div>
<div style="margin-top: -5px;text-transform: uppercase; font-size: 9px; letter-spacing: 3px; line-height: 12px;font-family: 'Open Sans', sans-serif; margin-bottom: 8px;">Will we burn, or will we repent?<br />
<span style="letter-spacing: 4px;text-transform: lowercase;">Ikharus & Jhaan # 31. Mai 1NZK # in Cuchulainns Kwoon im Mittleren Ring # Ba Sing Se<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">TW: Suizidgedanken, Tod durch Erhängen</span></span></span> </div></center><br />
Für die meisten Menschen war es vermutlich keine neue Erkenntnis, dass Ikharus ein Idiot der Extraklasse war. Nichts auf der Welt schien ihn dazu bewegen zu können, sich um sein eigenes Überleben Sorgen zu machen; zumindest machte es nach Außen hin den Anschein. Er wählte selten den Weg des geringsten Widerstandes, so auch nicht, was sein eigenes Fell anging, das ihm, wenn die Dinge weiter so liefen, alsbald über den Kopf gezogen werden würde.<br />
Ba Sing Se hatte Blut geleckt, und das Blut schmeckte nach Selbstjustiz. Die Lage, die schon seit einer geraumen Weile auf wackligem Boden stand, geriet immer mehr ins Kippen - und Ikharus gehörte zu den glücklichen Spitzeln der Feuernation, die innerhalb der Bevölkerung Zwietracht säen durften. Im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen besaß er keine hohe Stellung am Hof oder bei den Wachen, nein, ihn hatte man in die einfache Bevölkerung gestopft, wo er mit seinem lautstarken Maul am wenigsten auffallen würde. Wenn er genauer darüber nachdachte, war es ziemlich beleidigend, dass man ihm anscheinend kaum mehr als eine zündelnde Funktion in der Unterschicht zutraute, aber da es direkt in seine Stärken hineinspielte, beschwerte er sich nicht - oder eher <i>nicht mehr</i>. Selbst, wenn er es (wenn auch aus einem anderen Grund, der mit J anfing und auf <i>warum-kann-ich-mich-nicht-von-ihm-fernhalten-</i>Aahn endete) hasste.<br />
In seiner Anfangszeit in Ba Sing Se war er noch darauf beschränkt gewesen, die Stimmung im Unteren wie auch im Mittleren Ring Ba Sing Se's zu dokumentieren und Bericht darüber zu erstatten - sowohl der Himitsu selber als auch Ares war er dabei Rede und Antwort schuldig, auch wenn er längst nicht der einzige Spitzel war, der unter dem Deckmantel irgendeines Händlers oder Gesellen, Gauklers oder einer scheinbar ollen Näherin mit steifen Händen stetig den Puls des Erdkönigreichs erfühlte. Doch mittlerweile war aus dem Erfühlen ein sanftes Drängen in eine Richtung geworden, die man nur als gefährlich einstufen konnte. Nicht nur für den scheinbaren Frieden, sondern auch für die Anwesenheit der Feuernations-Spitzel in Ba Sing Se. Gefährlich für sie alle - auch wenn das Ikharus bisher nur wenig ausgemacht hatte. Und ja, vermutlich sollte es ihm auch jetzt mehr ausmachen, aber jegliche Vernunft, die er in sich trug, hatte er heute einfach weggetrunken. Das war es, was eben geschah, wenn man dabei zusehen durfte, wie ein anderer Himitsu enttarnt worden und an den Pranger gestellt worden war.<br />
Wie schön, dass jemand wie der Rote Drache sich vor so etwas nicht fürchten musste. Wie schön, dass es ein direktes Resultat des Zündelns war, dessen Ikharus selbst sich ebenfalls schuldig gemacht hatte. Denn fragte man ihn, könnten sie auf diesen 'Frieden' pissen, und natürlich er hatte deshalb seine Freude, sich den mittlerweile bis ins Herz des Erdkönigreichs reichenden Aufständen anzuschließen. Und vielleicht hatte er gedacht, das wäre die perfekte Tarnung ... Aber dachte das nicht jeder Himitsu? Warum sollte es ihn treffen? Heute war das erste Mal gewesen, dass ihm tatsächlich der Hintern auf Grundeis ging; dabei war es erst eine Woche her, dass er Jhaan vor den Wachen bewahrt hatte - wäre die Stadt nicht da schon von einem rücksichtslosen Chaos ergriffen gewesen, wäre ihm das dann überhaupt gelungen?<br />
Er wollte nicht darüber nachdenken - er wollte feiern, dass das Zündeln immer und immer wieder gelang, dass sich die Stimmung in der Stadt aufheizte, während der verstockte Adel fernab seines Volkes, dessen Vertrauen und Unterstützung Ken Shou langsam aber sicher verlor, nichts dagegen ausrichten konnte. Ja, das gehörte sich zu feiern. Dass er bei der öffentlichen Hinrichtung eines Kollegen hatte zusehen müssen, war bestimmt kein Grund dafür, dass er sich in der brodelnden Stadt hatte zulaufen lassen. Und es war auch kein Grund, weshalb er unter dem vermeintlichen Schutz der Nacht einmal mehr in den Kwoon einbrach. Oder vielmehr sich in den Hinterhof schlich und sich dann in dem wilden Garten verirrte. Wäre er wenigstens leise gewesen, hätte man ihn vielleicht nicht bemerkt, aber so bliebe wohl nur einem Gehörlosen verborgen, dass dort irgendetwas oder irgendjemand durch die Beete trampelte, irgendwas Formloses vor sich hin singend und schließlich in der von der späten Frühlingssonne aufgeheizten, schütteren Erde eines jener Beete niederzulegen und den Sternen beim Kreisen zuzusehen.<br />
Bis eine Silhouette durch die Sterne schwamm und auf ihn hinabblickte, mit einem Gesicht so verängstigt wie ein schwindender Mond. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Trink mit mir, is ein Tag zum Feiern"</span>, nuschelte der Feuerbändiger der sterneschluckenden Silhouette ins verschwommene Gesicht und hob im gleichen Atemzug die Tonflasche an, an die er sich auf dem Weg hierher geklammert hatte, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"komm schon, Geister müssen auch trinken."</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[where it turns autumn and evening]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1191</link>
			<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 21:12:45 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=199">Kalypso</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1191</guid>
			<description><![CDATA[Für Menschen, die gerne glaubten was sie sahen, konnte Kalypso der vielleicht schönste Zeitvertreib der Feuernation sein. Die weichen Gesichtszüge, die von goldenen Locken eingerahmt waren, hatten perfektioniert einen verstohlenen, sanften Schein von den gehobenen Mundwinkeln bis hoch zu den meerblauen Augen zu werfen. Ein Gesicht, das dazu einlud gemalt zu werden oder über es die süßesten Lieder zu singen. Die Lippen waren immer rot. Nicht künstlich geschminkt, sondern so als hätte sie ein paar Sekunden zuvor Beeren gegessen oder das Blut aus einem Herzen getrunken. Kalypso war ungewöhnlich blass für die Feuernation und doch strahlte sie absolut nichts Farbloses aus. Es umgab sie eine eigentümliche Leichtigkeit, eine untypische Herzlichkeit für eine Adelsdame. Sie war jemand, den man gerne ansah. Jemand, den man gerne zuhörte. So war es nicht sonderlich verwunderlich, dass Zosin sie nicht allzu selten auswählte seinen gehobenen Gästen Gesellschaft zu leisten. Die gehobenen Gäste – das war der Besuch aus dem Erdkönigreich. Kalypso hielt nicht viel von dem Erdkönigreich. Von keinem seiner Einwohner, gleich ob normaler Bürger oder Ken Shou höchstpersönlich. Keine persönlichen Differenzen waren der Grund dafür, schlicht die ausgeschlossene Überlegenheit der Feuernation, deren Vergötterung Kalypso sich mit Leib und Seele verschrieben hatte. Aber weil es Zosins Interesse war den Frieden zu wahren und Freundschaft zwischen den beiden Nationen zu knüpfen, war es auch im Interesse der Mätresse eben dies zu gewährleisten. Sie war für diesen Nachmittag mit keinem geringeren als dem Prinzen des Erdkönigreichs auf einen Spaziergang durch eine der prächtigsten Örtlichkeiten der Nation verabredet. Auch wenn Kalypso nicht viel von Menschen aus dem Erdkönigreich hielt, so spielte Ishar doch in die Karten, dass die blonde Frau Ehrfurcht und Bewunderung für diejenigen hatte, die Macht und Einfluss besaßen. Natürlich waren diese nicht mit Entscheidungsträgern der Feuernation zu vergleichen – das war ausgeschlossen, aber Kalypso war auch nicht von großartiger Abneigung erfüllt. Es war ein willkommener Wechsel in ihrem Alltag, der sie sonst so oft durch Routine langweilte und die Leere in ihrem Herzen weiter aushöhlte. Wie eine ausgezerrte, verdorrte Wüste, in der nichts keimte und lebte. Nichts außer die brennende Leidenschaft für ihr Volk. <br />
<br />
In getrennten Kutschen waren Prinz und Mätresse umgeben von Wachen zu dem kleinen Waldstück fernab von Capital City angereist. Kein Wald, den der Prinz wohl aus seiner Heimat kannte, denn er blühte nicht aus sattem Grün. Die Bäume waren karg und schlank. Dürre braunschwarze Bäume, die sich in mannigfaltigen Ästen und wenig Blattwerk erhoben. Als wäre dieser Wald einst ausgebrannt und zurück blieben bloß verkohlte Bäume. Der Boden war hell aus beinahe weißen Sand und wenig ertragreich, sodass kaum Leben sich aus der Erde emporheben konnte, die das Land hätte erblühen lassen können. Doch im Herzen des tristen Waldes lag ein wahrer, prächtiger Schatz. Kalypso trug ein weißes Kleid mit weiten Ärmeln und einem hübsch fallenden Rock, der wie sanfte Wellen jeden ihrer leichten Schritte umspielte. Um die Taille war das Kleid mit einem roten Seidenband enger geschnürt – gewiss, keines der aller prächtigsten Kleider, die der Prinz in den letzten Wochen zu Gesicht bekommen hatte, aber praktisch für den Spaziergang, der weit mehr Schritte verlangte als das ständige Flanieren durch die Gärten des Hofes. Sie waren eine Weile gelaufen und Kalypso hatte Prinz Ishar versprochen, dass der Weg sich lohnen würde und hoffentlich würde er das bemerken in diesem Augenblick als sich vor ihnen eines der schönsten Naturspiele offenbarte. Sie waren an einen See angekommen. Weit und still lag er da, umgeben von den kargen, dunklen Bäumen. In seiner Mitte jedoch ragte ein riesiger Baum empor. Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende alt. Der Stamm war dick und perlweiß. Seine Krone erhob sich wie ein Dach weit über den See und sein Blattwerk war ganz unnatürlich, denn es bestand aus zahllosen, filigranen Blättern, die in dieser farblosen Landschaft herausstachen. Die Blätter leuchteten in der Farbe von dunklem, satten Rot. Vereinzelt fielen die blutroten Blätter in kreisenden, tänzelnden Bewegungen von dem Baum hinab und schwammen für einen kleinen Augenblick auf der Wasseroberfläche bevor sie versanken. „Das ist der Phönixbaum.“, erklärte Kalypso mit einem sanften Blick zu ihrer Seite, an der der Prinz des Erdkönigreichs spazierte. Sie hatten eine Weile gebraucht, um hier her zu kommen. „Im Winter leuchtet sein Blätterkleid in strahlendem Rot, aber jetzt wenn die Tage wärmer und die Sonne umbarmherziger wird, sterben die Blätter und fallen in den See.“ Sanft wogen sie vom leichten, warmen Wind hin und her, aber alle trafen das Ziel des klaren Sees. „Dort sinken sie an den Boden und zerfallen in kleine Ranken, die sich wie Algen ganz träge und langsam im Wasser hin und her bewegen. Es sieht aus als würde der See unter Wasser in Flammen stehen." Ein Lächeln stahl sich bei den Worten auf die vollen Lippen der Mätresse und fast ein wenig scheu und vorsichtig sah sie zu dem Prinzen als wolle sie sich vergewissern ihn mit der Geschichte nicht zu langweilen. Noch musste Kalypso sich schließlich ein wenig an den Prinzen herantasten, herausfinden, was ihm gefiel und wie sie sich zu präsentieren hatte. Unsicherheit imponierte vielen Männern. Wenn Kalypso sie mit ein wenig Vorsicht dazu einlud ihr Sicherheit zu schenken als wäre sie ein verletztes Rehkitz und ihr Gegenüber so ganz natürlich und nebenbei in die Position des Stärkeren erhob. Tatsächlich hatte die Mätresse keinerlei Unsicherheit darüber, dass das wunderschöne Naturspektakel hier nahe des Herzens der Feuernation langweilig sein könnte. Und für den Geist, der sich an der Schönheit dieses Anblickes nicht erfreuen könnte, hatte Kalypso tatsächlich nicht viel übrig. Aber so funktionierte ihr Spiel nicht. Sie strotzte nicht vor Selbstsicherheit, wirkte nicht unangenehm stolz oder unnahbar. Sie war das lächelnde Mädchen, das ein wenig über die Schönheit der Natur wusste und damit ihrem Gegenüber imponieren wollte, ohne langweilig zu sein und ohne etwa einschüchternd mit dem eigenen Wissen zu wirken. Mit einem blassen Fingerzeig deutete sie auf eine Stelle ein wenig entfernt, wo der See flach war und ein kurzer weißer Sandstreif zum näher treten einlud. „Ihr werdet das erkennen können, wenn wir dem See näher kommen.“, versprach sie mit honigsüßer Stimme und meinte damit natürlich die dunkelroten Algenranken, die am Seegrund durch das glasklare Wasser zu erkennen waren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Für Menschen, die gerne glaubten was sie sahen, konnte Kalypso der vielleicht schönste Zeitvertreib der Feuernation sein. Die weichen Gesichtszüge, die von goldenen Locken eingerahmt waren, hatten perfektioniert einen verstohlenen, sanften Schein von den gehobenen Mundwinkeln bis hoch zu den meerblauen Augen zu werfen. Ein Gesicht, das dazu einlud gemalt zu werden oder über es die süßesten Lieder zu singen. Die Lippen waren immer rot. Nicht künstlich geschminkt, sondern so als hätte sie ein paar Sekunden zuvor Beeren gegessen oder das Blut aus einem Herzen getrunken. Kalypso war ungewöhnlich blass für die Feuernation und doch strahlte sie absolut nichts Farbloses aus. Es umgab sie eine eigentümliche Leichtigkeit, eine untypische Herzlichkeit für eine Adelsdame. Sie war jemand, den man gerne ansah. Jemand, den man gerne zuhörte. So war es nicht sonderlich verwunderlich, dass Zosin sie nicht allzu selten auswählte seinen gehobenen Gästen Gesellschaft zu leisten. Die gehobenen Gäste – das war der Besuch aus dem Erdkönigreich. Kalypso hielt nicht viel von dem Erdkönigreich. Von keinem seiner Einwohner, gleich ob normaler Bürger oder Ken Shou höchstpersönlich. Keine persönlichen Differenzen waren der Grund dafür, schlicht die ausgeschlossene Überlegenheit der Feuernation, deren Vergötterung Kalypso sich mit Leib und Seele verschrieben hatte. Aber weil es Zosins Interesse war den Frieden zu wahren und Freundschaft zwischen den beiden Nationen zu knüpfen, war es auch im Interesse der Mätresse eben dies zu gewährleisten. Sie war für diesen Nachmittag mit keinem geringeren als dem Prinzen des Erdkönigreichs auf einen Spaziergang durch eine der prächtigsten Örtlichkeiten der Nation verabredet. Auch wenn Kalypso nicht viel von Menschen aus dem Erdkönigreich hielt, so spielte Ishar doch in die Karten, dass die blonde Frau Ehrfurcht und Bewunderung für diejenigen hatte, die Macht und Einfluss besaßen. Natürlich waren diese nicht mit Entscheidungsträgern der Feuernation zu vergleichen – das war ausgeschlossen, aber Kalypso war auch nicht von großartiger Abneigung erfüllt. Es war ein willkommener Wechsel in ihrem Alltag, der sie sonst so oft durch Routine langweilte und die Leere in ihrem Herzen weiter aushöhlte. Wie eine ausgezerrte, verdorrte Wüste, in der nichts keimte und lebte. Nichts außer die brennende Leidenschaft für ihr Volk. <br />
<br />
In getrennten Kutschen waren Prinz und Mätresse umgeben von Wachen zu dem kleinen Waldstück fernab von Capital City angereist. Kein Wald, den der Prinz wohl aus seiner Heimat kannte, denn er blühte nicht aus sattem Grün. Die Bäume waren karg und schlank. Dürre braunschwarze Bäume, die sich in mannigfaltigen Ästen und wenig Blattwerk erhoben. Als wäre dieser Wald einst ausgebrannt und zurück blieben bloß verkohlte Bäume. Der Boden war hell aus beinahe weißen Sand und wenig ertragreich, sodass kaum Leben sich aus der Erde emporheben konnte, die das Land hätte erblühen lassen können. Doch im Herzen des tristen Waldes lag ein wahrer, prächtiger Schatz. Kalypso trug ein weißes Kleid mit weiten Ärmeln und einem hübsch fallenden Rock, der wie sanfte Wellen jeden ihrer leichten Schritte umspielte. Um die Taille war das Kleid mit einem roten Seidenband enger geschnürt – gewiss, keines der aller prächtigsten Kleider, die der Prinz in den letzten Wochen zu Gesicht bekommen hatte, aber praktisch für den Spaziergang, der weit mehr Schritte verlangte als das ständige Flanieren durch die Gärten des Hofes. Sie waren eine Weile gelaufen und Kalypso hatte Prinz Ishar versprochen, dass der Weg sich lohnen würde und hoffentlich würde er das bemerken in diesem Augenblick als sich vor ihnen eines der schönsten Naturspiele offenbarte. Sie waren an einen See angekommen. Weit und still lag er da, umgeben von den kargen, dunklen Bäumen. In seiner Mitte jedoch ragte ein riesiger Baum empor. Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende alt. Der Stamm war dick und perlweiß. Seine Krone erhob sich wie ein Dach weit über den See und sein Blattwerk war ganz unnatürlich, denn es bestand aus zahllosen, filigranen Blättern, die in dieser farblosen Landschaft herausstachen. Die Blätter leuchteten in der Farbe von dunklem, satten Rot. Vereinzelt fielen die blutroten Blätter in kreisenden, tänzelnden Bewegungen von dem Baum hinab und schwammen für einen kleinen Augenblick auf der Wasseroberfläche bevor sie versanken. „Das ist der Phönixbaum.“, erklärte Kalypso mit einem sanften Blick zu ihrer Seite, an der der Prinz des Erdkönigreichs spazierte. Sie hatten eine Weile gebraucht, um hier her zu kommen. „Im Winter leuchtet sein Blätterkleid in strahlendem Rot, aber jetzt wenn die Tage wärmer und die Sonne umbarmherziger wird, sterben die Blätter und fallen in den See.“ Sanft wogen sie vom leichten, warmen Wind hin und her, aber alle trafen das Ziel des klaren Sees. „Dort sinken sie an den Boden und zerfallen in kleine Ranken, die sich wie Algen ganz träge und langsam im Wasser hin und her bewegen. Es sieht aus als würde der See unter Wasser in Flammen stehen." Ein Lächeln stahl sich bei den Worten auf die vollen Lippen der Mätresse und fast ein wenig scheu und vorsichtig sah sie zu dem Prinzen als wolle sie sich vergewissern ihn mit der Geschichte nicht zu langweilen. Noch musste Kalypso sich schließlich ein wenig an den Prinzen herantasten, herausfinden, was ihm gefiel und wie sie sich zu präsentieren hatte. Unsicherheit imponierte vielen Männern. Wenn Kalypso sie mit ein wenig Vorsicht dazu einlud ihr Sicherheit zu schenken als wäre sie ein verletztes Rehkitz und ihr Gegenüber so ganz natürlich und nebenbei in die Position des Stärkeren erhob. Tatsächlich hatte die Mätresse keinerlei Unsicherheit darüber, dass das wunderschöne Naturspektakel hier nahe des Herzens der Feuernation langweilig sein könnte. Und für den Geist, der sich an der Schönheit dieses Anblickes nicht erfreuen könnte, hatte Kalypso tatsächlich nicht viel übrig. Aber so funktionierte ihr Spiel nicht. Sie strotzte nicht vor Selbstsicherheit, wirkte nicht unangenehm stolz oder unnahbar. Sie war das lächelnde Mädchen, das ein wenig über die Schönheit der Natur wusste und damit ihrem Gegenüber imponieren wollte, ohne langweilig zu sein und ohne etwa einschüchternd mit dem eigenen Wissen zu wirken. Mit einem blassen Fingerzeig deutete sie auf eine Stelle ein wenig entfernt, wo der See flach war und ein kurzer weißer Sandstreif zum näher treten einlud. „Ihr werdet das erkennen können, wenn wir dem See näher kommen.“, versprach sie mit honigsüßer Stimme und meinte damit natürlich die dunkelroten Algenranken, die am Seegrund durch das glasklare Wasser zu erkennen waren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[shadows will bloom in your heart and you will become everything you hate]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1122</link>
			<pubDate>Sun, 21 Feb 2021 12:12:09 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=166">Aphelion</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1122</guid>
			<description><![CDATA[Es war immer wieder ein befreiendes Gefühl für ihn, wenn seine Flotte wieder in See stach. Ein paar Tage an Land der Feuernation genügten Aphelion doch in der Regel, um sich wieder zurück aufs Meer zu wünschen, auch wenn die Nächte dort stürmisch waren und der Schlaf bei weitem nicht so erholend, wie in einem Bett, welches nicht mit den Wellen schwankte. Dabei glaubte er manchmal fast schon, genau dieses Wiegen der Wellen überhaupt zu benötigen, um ein Auge zuzubekommen, kam es doch oft genug vor, dass er es zurück in seiner Heimat kaum schaffte, zur Ruhe zu kommen. Zu sehr hing er mit den Gedanken noch der letzten Reise nach oder machte sich Sorgen um die nächste. Plante lieber jedes noch so kleine Detail, um seine Flotte in Sicherheit zu wissen. Nicht, weil er den anderen Nationen nicht traute, sondern mehr, weil darauf vorbereitet sein wollte, was die obersten Generäle und Admiräle der Feuernation beschlossen, weil dort jedes Mal die Angst war, dass man den Waffenstillstand genauso schnell wieder aufheben würde, wie man ihn geschlossen hatte. Es machte Aphelion nervös und genau diese Nervosität ließ ihn auch heute wachen, anstatt sich von den Wellen in den Schlaf wiegen zu lassen, bevor sie in den frühen Morgenstunden den Hafen von Ba Sing Se erreichen würden. Vielleicht war es aber auch einfach die Tatsache, dass sie erneut einigen Agenten der Himitsu Überfahrt boten. Als würde er befürchten, sie könnten spüren, wie nicht nur ein paar der Flotte, sondern ihr Admiral selbst an den Entscheidungen der Feuernation zweifelte. <br />
Man konnte nie vorsichtig genug sein und besonders Aphelion konnte sich kaum einen Fehler erlauben, war es doch einer der Köche seiner eigenen Flotte gewesen, welcher erst vor kurzem für seinen Verrat hatte büßen müssen. Und für Verrat stand die höchste Strafe. Der oftmals nicht besonders gnädige und schnelle Tod. Ein Schicksal, welches Aphelion doch für keinen seiner Flotte, geschweige denn deren Familien wollte. Also übte er sich in Vorsicht und Wachsamkeit, während die Anhänger der Himitsu in den vereinzelten Gästekajüten im vorderen Bereich des Schiffes ruhten. Oder, naja, ein Großteil dieser. Dass es zwischen ihnen vereinzelte Seelen gab, die sich auch nachts lieber oberhalb des Decks herumtrieben, war keine Seltenheit und besonders den Anblick von Ikharus, der über einem der Geländer hing und sich die Seele aus dem Leib reiherte, weil er scheinbar einfach nicht für die Seefahrt gemacht worden war, war doch schon etwas, an das Aphelion sich so langsam gewöhnt hatte. Eigentlich war es ihm sogar lieber, als wenn der junge Feuerbändiger volltrunken für Trubel unter Deck sorgte und verhinderte, dass die anderen ihren Schlaf finden konnten, weil es da auch schon den ein oder anderen Vorfall gegeben hatte, als sollte man nicht davon ausgehen können, dass die Agenten der Himitsu besonders diszipliniert waren. Eher schien es so, als würden sie, sobald ihre Organisation sie von der Leine ließ, jeglichen Anstand vergessen… Aber Aphelion war zu gutmütig, um ihnen Ärger einzuheimsen, indem er sie verpetzte. Wollte ja eigentlich auch kein Spielverderber sein, weil doch nichts verwerflich daran war, sich zu amüsieren, also verwarnte er sie nur immer und immer wieder, nur um jetzt mit Besorgnis dabei zusehen zu dürfen, wie einer ihrer Männer sich immer weiter über die Reling des Schiffes hing, als würde er es darauf ansetzen, herunterzustürzen… Tat er doch nicht, oder? <br />
Ein, zweimal blinzelte Aphelion in die Richtung von Ikharus, beobachtete ihn dabei, wie er sich noch ein Stück weiter in Richtung der wütenden Wellen lehnte, dann setzte der Admiral sich mit zügigen Schritten in Bewegung. Ließ sich auch von dem Schwanken des Schiffes nicht allzu sehr beirren, besaß er nach all den Jahren doch genug Übung, um sein Gleichgewicht nach ihnen auszugleichen, so dass er ohne Umschweifen bei dem Jüngeren ankam und ihn ohne großes Zögern am Kragen packte und von der Reling zog, bevor er Schlimmeres nicht mehr verhindern können würde. „Bist du denn lebensmüde?“, konnte nicht einmal Aphelion verhindern, dass seine Stimme ungewohnt aufgerieben und grob klang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war immer wieder ein befreiendes Gefühl für ihn, wenn seine Flotte wieder in See stach. Ein paar Tage an Land der Feuernation genügten Aphelion doch in der Regel, um sich wieder zurück aufs Meer zu wünschen, auch wenn die Nächte dort stürmisch waren und der Schlaf bei weitem nicht so erholend, wie in einem Bett, welches nicht mit den Wellen schwankte. Dabei glaubte er manchmal fast schon, genau dieses Wiegen der Wellen überhaupt zu benötigen, um ein Auge zuzubekommen, kam es doch oft genug vor, dass er es zurück in seiner Heimat kaum schaffte, zur Ruhe zu kommen. Zu sehr hing er mit den Gedanken noch der letzten Reise nach oder machte sich Sorgen um die nächste. Plante lieber jedes noch so kleine Detail, um seine Flotte in Sicherheit zu wissen. Nicht, weil er den anderen Nationen nicht traute, sondern mehr, weil darauf vorbereitet sein wollte, was die obersten Generäle und Admiräle der Feuernation beschlossen, weil dort jedes Mal die Angst war, dass man den Waffenstillstand genauso schnell wieder aufheben würde, wie man ihn geschlossen hatte. Es machte Aphelion nervös und genau diese Nervosität ließ ihn auch heute wachen, anstatt sich von den Wellen in den Schlaf wiegen zu lassen, bevor sie in den frühen Morgenstunden den Hafen von Ba Sing Se erreichen würden. Vielleicht war es aber auch einfach die Tatsache, dass sie erneut einigen Agenten der Himitsu Überfahrt boten. Als würde er befürchten, sie könnten spüren, wie nicht nur ein paar der Flotte, sondern ihr Admiral selbst an den Entscheidungen der Feuernation zweifelte. <br />
Man konnte nie vorsichtig genug sein und besonders Aphelion konnte sich kaum einen Fehler erlauben, war es doch einer der Köche seiner eigenen Flotte gewesen, welcher erst vor kurzem für seinen Verrat hatte büßen müssen. Und für Verrat stand die höchste Strafe. Der oftmals nicht besonders gnädige und schnelle Tod. Ein Schicksal, welches Aphelion doch für keinen seiner Flotte, geschweige denn deren Familien wollte. Also übte er sich in Vorsicht und Wachsamkeit, während die Anhänger der Himitsu in den vereinzelten Gästekajüten im vorderen Bereich des Schiffes ruhten. Oder, naja, ein Großteil dieser. Dass es zwischen ihnen vereinzelte Seelen gab, die sich auch nachts lieber oberhalb des Decks herumtrieben, war keine Seltenheit und besonders den Anblick von Ikharus, der über einem der Geländer hing und sich die Seele aus dem Leib reiherte, weil er scheinbar einfach nicht für die Seefahrt gemacht worden war, war doch schon etwas, an das Aphelion sich so langsam gewöhnt hatte. Eigentlich war es ihm sogar lieber, als wenn der junge Feuerbändiger volltrunken für Trubel unter Deck sorgte und verhinderte, dass die anderen ihren Schlaf finden konnten, weil es da auch schon den ein oder anderen Vorfall gegeben hatte, als sollte man nicht davon ausgehen können, dass die Agenten der Himitsu besonders diszipliniert waren. Eher schien es so, als würden sie, sobald ihre Organisation sie von der Leine ließ, jeglichen Anstand vergessen… Aber Aphelion war zu gutmütig, um ihnen Ärger einzuheimsen, indem er sie verpetzte. Wollte ja eigentlich auch kein Spielverderber sein, weil doch nichts verwerflich daran war, sich zu amüsieren, also verwarnte er sie nur immer und immer wieder, nur um jetzt mit Besorgnis dabei zusehen zu dürfen, wie einer ihrer Männer sich immer weiter über die Reling des Schiffes hing, als würde er es darauf ansetzen, herunterzustürzen… Tat er doch nicht, oder? <br />
Ein, zweimal blinzelte Aphelion in die Richtung von Ikharus, beobachtete ihn dabei, wie er sich noch ein Stück weiter in Richtung der wütenden Wellen lehnte, dann setzte der Admiral sich mit zügigen Schritten in Bewegung. Ließ sich auch von dem Schwanken des Schiffes nicht allzu sehr beirren, besaß er nach all den Jahren doch genug Übung, um sein Gleichgewicht nach ihnen auszugleichen, so dass er ohne Umschweifen bei dem Jüngeren ankam und ihn ohne großes Zögern am Kragen packte und von der Reling zog, bevor er Schlimmeres nicht mehr verhindern können würde. „Bist du denn lebensmüde?“, konnte nicht einmal Aphelion verhindern, dass seine Stimme ungewohnt aufgerieben und grob klang.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Und er trägt Vorbeieilenden vor, was die da oben sich erlauben]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1059</link>
			<pubDate>Sun, 27 Dec 2020 14:18:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=0">Ban</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1059</guid>
			<description><![CDATA[Er konnte nicht schlafen. Wie so oft nicht. Sein Blick ging raus aus dem Küchenfenster auf den Kirschbaum, der da im Frühling immer so schön blühte, aber jetzt kahl und krank wirkte. Mochte an der nächtlichen Dunkelheit liegen, die seine Äste einhüllte und nur durch das zarte, silberfarbene Mondlicht gebrochen wurde. Eine Weile sah er raus, während er wusste, dass oben im Schlafzimmer seine Frau schlief und leise schnarchte. Das fand er niedlich, was er sich auch nicht so recht erklären konnte, weil es ihn vom Einschlafen abhielt. Gleich daneben lagen ihre zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen, vielleicht fünf und vier Jahre alt. Wusste er nicht genau. Viele Informationen waren ihm nicht ganz greifbar in diesem Moment, während die Kirschbaumäste im Wind gegeneinander klapperten. Er sollte sich vielleicht einfach wieder hinlegen und die Augen schließen, das wäre sicher besser, immerhin stand er bald schon wieder auf, wenn die Sonne den Mond ablöste und die Arbeit rief. Was er machte wusste er auch nicht, aber es war anstrengend und es gefiel ihm. Mehr brauchte er wohl nicht zu wissen und zufrieden mit der Ungewissheit über sein Leben und den Moment, griff der Luftbändiger nach einer Flasche aus Ton, die gleich zu seiner Rechten gestanden hatte und führte sie ein Stück mit sich. Raus aus der Küche und in Richtung Treppe zurück, setzte er noch vor der ersten Stufe an, um den trockenen Rotwein zu trinken. War er schon immer so zufrieden mit seinem Leben gewesen? Vielleicht hätte er weiter darüber nachgedacht, wie absurd und fehl am Platz dieser Moment doch war, wäre da nicht plötzlich ein Klacken zu hören gewesen. Etwas, das ihn aufmerksam lauschen und still innehalten ließ. Sie lebten weit abgelegen auf dem Land, umgeben von einigen Feldern und dicht am Meer. Nachbarn hatten sie keine, nur eine befestigte Handelsstraße führte an ihrem Haus entlang. Ban wusste nicht wirklich, was ihn zu einem sesshaften Leben geführt hatte und zu dem, was er sich im tiefen Inneren seines Herzens immer gewünscht hatte, aber verlieren wollte er es auf gar keinen Fall. Und als dem Klacken ein weiteres, deutliches Geräusch folgte, war er sich sicher, dass da jemand versuchte, in sein Eigenheim einzusteigen. Schweigend nahm er leise die Flasche von seinen Lippen und schlich, mit dem Rücken gegen die Wand gedrückt, den Flur entlang. Kein Geräusch durfte ihn verraten und dann schob er ganz vorsichtig den Kopf um die nächste Ecke, um zu schauen, was da an der Hintertür vor sich ging. Die schwang schließlich auf. Sie quietschte. Schon seit Wochen und Ban wusste, dass seine Frau ihn dafür schon mehrfach angezickt hatte. War seine Aufgabe, sich darum zu kümmern, aber irgendwie hatte er das bisher vergessen. Jetzt quietschte die Tür, während sie vorsichtig und langsam aufgeschoben wurde. In der Dunkelheit konnte Ban nicht wirklich etwas erkennen, kniff die Augen leicht zusammen, während er den Griff um die Flasche festigte und mit dem Tongefäß zuschlagen wollte, wenn er denn musste. Sein Herz begann vom Adrenalin getrieben, schneller zu schlagen, als die schwarze Silhouette in sein Haus eintrat. „Was sind das für Leute, Papa?“ die naive, laute Kinderstimme durchbrach den angespannten Moment mit einem Mal und erschrocken fuhr Ban herum. Da stand ein kleiner Junge mit dunkelblondem Haar, das kahl geschoren nur wenige Millimeter lang war und guckte den Bärtigen an, als würde er alle Antworten der Welt parat haben. Bullshit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er konnte nicht schlafen. Wie so oft nicht. Sein Blick ging raus aus dem Küchenfenster auf den Kirschbaum, der da im Frühling immer so schön blühte, aber jetzt kahl und krank wirkte. Mochte an der nächtlichen Dunkelheit liegen, die seine Äste einhüllte und nur durch das zarte, silberfarbene Mondlicht gebrochen wurde. Eine Weile sah er raus, während er wusste, dass oben im Schlafzimmer seine Frau schlief und leise schnarchte. Das fand er niedlich, was er sich auch nicht so recht erklären konnte, weil es ihn vom Einschlafen abhielt. Gleich daneben lagen ihre zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen, vielleicht fünf und vier Jahre alt. Wusste er nicht genau. Viele Informationen waren ihm nicht ganz greifbar in diesem Moment, während die Kirschbaumäste im Wind gegeneinander klapperten. Er sollte sich vielleicht einfach wieder hinlegen und die Augen schließen, das wäre sicher besser, immerhin stand er bald schon wieder auf, wenn die Sonne den Mond ablöste und die Arbeit rief. Was er machte wusste er auch nicht, aber es war anstrengend und es gefiel ihm. Mehr brauchte er wohl nicht zu wissen und zufrieden mit der Ungewissheit über sein Leben und den Moment, griff der Luftbändiger nach einer Flasche aus Ton, die gleich zu seiner Rechten gestanden hatte und führte sie ein Stück mit sich. Raus aus der Küche und in Richtung Treppe zurück, setzte er noch vor der ersten Stufe an, um den trockenen Rotwein zu trinken. War er schon immer so zufrieden mit seinem Leben gewesen? Vielleicht hätte er weiter darüber nachgedacht, wie absurd und fehl am Platz dieser Moment doch war, wäre da nicht plötzlich ein Klacken zu hören gewesen. Etwas, das ihn aufmerksam lauschen und still innehalten ließ. Sie lebten weit abgelegen auf dem Land, umgeben von einigen Feldern und dicht am Meer. Nachbarn hatten sie keine, nur eine befestigte Handelsstraße führte an ihrem Haus entlang. Ban wusste nicht wirklich, was ihn zu einem sesshaften Leben geführt hatte und zu dem, was er sich im tiefen Inneren seines Herzens immer gewünscht hatte, aber verlieren wollte er es auf gar keinen Fall. Und als dem Klacken ein weiteres, deutliches Geräusch folgte, war er sich sicher, dass da jemand versuchte, in sein Eigenheim einzusteigen. Schweigend nahm er leise die Flasche von seinen Lippen und schlich, mit dem Rücken gegen die Wand gedrückt, den Flur entlang. Kein Geräusch durfte ihn verraten und dann schob er ganz vorsichtig den Kopf um die nächste Ecke, um zu schauen, was da an der Hintertür vor sich ging. Die schwang schließlich auf. Sie quietschte. Schon seit Wochen und Ban wusste, dass seine Frau ihn dafür schon mehrfach angezickt hatte. War seine Aufgabe, sich darum zu kümmern, aber irgendwie hatte er das bisher vergessen. Jetzt quietschte die Tür, während sie vorsichtig und langsam aufgeschoben wurde. In der Dunkelheit konnte Ban nicht wirklich etwas erkennen, kniff die Augen leicht zusammen, während er den Griff um die Flasche festigte und mit dem Tongefäß zuschlagen wollte, wenn er denn musste. Sein Herz begann vom Adrenalin getrieben, schneller zu schlagen, als die schwarze Silhouette in sein Haus eintrat. „Was sind das für Leute, Papa?“ die naive, laute Kinderstimme durchbrach den angespannten Moment mit einem Mal und erschrocken fuhr Ban herum. Da stand ein kleiner Junge mit dunkelblondem Haar, das kahl geschoren nur wenige Millimeter lang war und guckte den Bärtigen an, als würde er alle Antworten der Welt parat haben. Bullshit.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>