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		<title><![CDATA[Testies - Oberer Ring]]></title>
		<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/</link>
		<description><![CDATA[Testies - https://topsiegfried.like-a-hurricane.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 13:46:17 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[I’ve never seen someone like you]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1847</link>
			<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 01:44:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=318">Aerith</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1847</guid>
			<description><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:wght@600&display=swap" rel="stylesheet">  <center><div style="font-size: 22px;font-family: 'Playfair Display', serif; text-transform: uppercase;">I’ve never seen someone like you</div>
<div style="margin-top: -5px;text-transform: uppercase; font-size: 9px; letter-spacing: 3px; line-height: 12px;font-family: 'Open Sans', sans-serif; margin-bottom: 8px;">Eyes on you, my eyes keep going to you.<br />
<span style="letter-spacing: 3px;text-transform: lowercase;">Ashrak & Aerith # 30. Juni 1NZK # Festsaal, Palast des Erdkönigs</span></div></center><br />
Wer behauptete, der Dai Li bestünde aus einem Haufen humorloser Langweiler, verstand nur die etwas sonderbare Art und Weise nicht, auf welcher innerhalb dieser Organisation gescherzt wurde. Denn ja, dass man ausgerechnet die beiden Foltermeister aus ihrem kuschelweichen Keller entließ und als Paar verkleidet auf eine Hochzeit, <i>eine königliche Hochzeit</i>, schickte, konnte nichts anderes, als ein fast schon zu makaberer Scherz sein. Nicht, dass Aerith sich daran störte - ganz im Gegenteil, schließlich liebte sie Hochzeiten… auch wenn sie sich nicht daran erinnern konnte, je zuvor auf einer gewesen zu sein. Aber das Essen, die Musik, die tollen Kleider, ja, <i>das Kleid</i>, welches man ihr für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte, um sie wie eine wahre Adelsdame aussehen zu lassen - wie konnte man unter diesen Umständen nicht wie ein Honigkuchenpferd über das ganze Gesicht hinweg grinsen? <br />
Nun, das war vielleicht eine Frage, welche ihre Begleitung eher zu beantworten wusste, denn selbst dann, als sie den pompösen Festsaal betraten, in welchem sie ein riesiges Buffet und die wohltuenden Klänge seichter Musik begrüßten, zog der Dai Li noch immer ein Gesicht, als hätte man ihm soeben verkündet, sein Lieblings-Tausendkatzenfüßler wäre verstorben. Vielleicht war das ja auch der Fall, so gut kannte sich Aerith mit den kleinen Tierchen ihres herzallerliebsten Kollegens nun auch nicht aus, aber selbst wenn, war nun wirklich nicht der richtige Zeitpunkt, um zu trauern. Sie hatten schließlich einen Job zu erledigen und ihr Königreich zu schützen - so wie jeden Tag. <br />
“<span style="color: #EC7272;" class="mycode_color">Wenn du weiterhin so guckst, denken die Leute noch, ich wäre eine schreckliche Ehefrau</span>”, säuselte Aerith nicht weniger grinsend, während sie sich langsam einen Weg in den Saal bahnten. Ihren Arm hatte sie dabei wie selbstverständlich wieder bei Ashrak eingehakt. “<span style="color: #EC7272;" class="mycode_color">Haben wir eigentlich Kinder?</span>”, wurde es dann laut überlegt. “<span style="color: #EC7272;" class="mycode_color">Ich finde, wir sollten Kinder haben. Mindestens drei!</span>”]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Playfair+Display:wght@600&display=swap" rel="stylesheet">  <center><div style="font-size: 22px;font-family: 'Playfair Display', serif; text-transform: uppercase;">I’ve never seen someone like you</div>
<div style="margin-top: -5px;text-transform: uppercase; font-size: 9px; letter-spacing: 3px; line-height: 12px;font-family: 'Open Sans', sans-serif; margin-bottom: 8px;">Eyes on you, my eyes keep going to you.<br />
<span style="letter-spacing: 3px;text-transform: lowercase;">Ashrak & Aerith # 30. Juni 1NZK # Festsaal, Palast des Erdkönigs</span></div></center><br />
Wer behauptete, der Dai Li bestünde aus einem Haufen humorloser Langweiler, verstand nur die etwas sonderbare Art und Weise nicht, auf welcher innerhalb dieser Organisation gescherzt wurde. Denn ja, dass man ausgerechnet die beiden Foltermeister aus ihrem kuschelweichen Keller entließ und als Paar verkleidet auf eine Hochzeit, <i>eine königliche Hochzeit</i>, schickte, konnte nichts anderes, als ein fast schon zu makaberer Scherz sein. Nicht, dass Aerith sich daran störte - ganz im Gegenteil, schließlich liebte sie Hochzeiten… auch wenn sie sich nicht daran erinnern konnte, je zuvor auf einer gewesen zu sein. Aber das Essen, die Musik, die tollen Kleider, ja, <i>das Kleid</i>, welches man ihr für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte, um sie wie eine wahre Adelsdame aussehen zu lassen - wie konnte man unter diesen Umständen nicht wie ein Honigkuchenpferd über das ganze Gesicht hinweg grinsen? <br />
Nun, das war vielleicht eine Frage, welche ihre Begleitung eher zu beantworten wusste, denn selbst dann, als sie den pompösen Festsaal betraten, in welchem sie ein riesiges Buffet und die wohltuenden Klänge seichter Musik begrüßten, zog der Dai Li noch immer ein Gesicht, als hätte man ihm soeben verkündet, sein Lieblings-Tausendkatzenfüßler wäre verstorben. Vielleicht war das ja auch der Fall, so gut kannte sich Aerith mit den kleinen Tierchen ihres herzallerliebsten Kollegens nun auch nicht aus, aber selbst wenn, war nun wirklich nicht der richtige Zeitpunkt, um zu trauern. Sie hatten schließlich einen Job zu erledigen und ihr Königreich zu schützen - so wie jeden Tag. <br />
“<span style="color: #EC7272;" class="mycode_color">Wenn du weiterhin so guckst, denken die Leute noch, ich wäre eine schreckliche Ehefrau</span>”, säuselte Aerith nicht weniger grinsend, während sie sich langsam einen Weg in den Saal bahnten. Ihren Arm hatte sie dabei wie selbstverständlich wieder bei Ashrak eingehakt. “<span style="color: #EC7272;" class="mycode_color">Haben wir eigentlich Kinder?</span>”, wurde es dann laut überlegt. “<span style="color: #EC7272;" class="mycode_color">Ich finde, wir sollten Kinder haben. Mindestens drei!</span>”]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cold Summer Days]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1826</link>
			<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 16:07:51 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=358">Iolai</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1826</guid>
			<description><![CDATA[Iolai war froh zurück in Ba Sing Se zu sein. Die Reisen der vergangenen drei Monate waren alles in allem doch strapaziöser gewesen als vor Beginn angenommen. Einerseits hing dies natürlich mit der heiklen Natur der dabei in Angriff genommenen Unternehmungen zusammen, andererseits war sie einfach nicht mehr das Mädchen von einst. Sie war nicht mehr die junge Sandbändigerin, die als Teil eines nomadischen Stammes in der Si Wong Wüste ihr Leben fristete. Nein, dieses Leben hatte sie früh hinter sich gelassen. Heute war sie als Leiterin des Dai Li mächtigste Frau des Erdkönigsreichs und zog es doch vor die Fäden aus der Ferne zu ziehen und nicht mehr selbst direkt in Erscheinung zu treten. Manchmal konnte man sich dies allerdings nicht aussuchen und so war sie für eine Weile der Hauptstadt ferngeblieben.<br />
Nun allerdings war sie zurück, hatte ihre Geschäfte planmäßig wieder übernommen und soeben dem Erdkönig ihre Aufwartung gemacht, ehe sie am Rat der Fünf teilgenommen hatte. Sie war dabei der unsichtbare, sechste Teil dieses Quintetts. Ohnehin hielt sich Iolai oftmals außerhalb der hierarchischen Strukturen auf, schließlich war sie keine Person des öffentlichen Lebens. Das Dai Li war bekannt als Beschützer von Kultur und Tradition in Ba Sing Se und war damit dem Erdkönig unterstellt. Iolai war als der Kopf dieser Organisation der Allgemeinheit nicht bekannt. Ihre Existenz mochte kein Staatsgeheimnis sein und es war nur logisch einen Leiter einer solch wichtigen und großen Organisation wie das Dai Li zu haben, doch war vergleichsweise Wenigen bekannt wer sich hinter diesem Titel verbarg und wie jene Person aussah. Dieses Leben im Halbschatten gefiel Iolai, der sogenannten <i>ersten Agentin</i> soweit auch, denn war es weitaus leichter auf diese Weise zu operieren als wenn man von der Bevölkerung als Mitglied der Regierung wahrgenommen wurde. <br />
<br />
Nach ihren offiziellen Terminen, hatte sie sich zur Entspannung in der soeben angebrochenen Mittagszeit in die weitläufigen Palastgärten begeben. Sie hatte zuvor einen vertrauten Hinterkopf erspäht, der hinter der üppigen Flora verschwunden war. Sich einer spontanen Eingebung hingebend, hatte Iolai ebenfalls diesen Weg eingeschlagen und mühelos die Schritte eben jener Person folgen können. <br />
Am Ende erblickte sie die Adelsdame auf einer Bank unter einem Baum. Das Licht der Mittagssonne brach nur in Teilen durch die Blätterdächer und verlieh dieser Lichtung eine angenehm intime, zurückgezogene Atmosphäre, als würde man sich nicht inmitten der bevölkerungsreichsten Stadt der Welt befinden. <br />
Gewohnt lautlos hatte sich Iolai sich zu ihr begeben, sodass sie leicht versetzt hinter ihr und der Bank Position bezogen hatte. "Es ist schön dich wohlauf zu sehen, Elysandre.", durchbrach ihre klare, kühle Stimme dann die Stille der Natur. Ein leichtes Lächeln lag auf ihren Zügen. Strahlend vor Glück sah man die Erste Agentin sicherlich niemals, sie war von Natur aus eher kühl und in sich gekehrt was den Ausdruck von Emotionen anbelangte, doch ihre Worte und das leichte Heben ihrer Mundwinkeln waren keinesfalls erzwungen oder gestellt. Iolai hatte die Zeit mit der Adligen aus Omashu durchaus genossen. Sie hatten sich im vergangenen Jahr bei einem offiziellen Besuch des Erdkönigs im befreundeten Königreich kennengelernt und recht schnell unmissverständliche Blicke miteinander ausgetauscht, die zu jenen intimen Abenteuern geführt hatten, an welche Iolai auch jetzt noch gerne zurückdachte, sie in Erinnerung behielt. Es hatte Wiederholungen gegeben, sofern ihre jeweiligen Verpflichtungen und die räumliche Entfernung es zugelassen hatten, doch die vergangenen Monate hattes es aufgrund ihrer jeweiligen Lebensumstände keinerlei Kontakt mehr gegeben. <br />
Iolai war zwar nicht zugegen gewesen, als Elysandre ihren Mann an die Krankheit verloren hatte, die ihn bereits Monate zuvor gequält hatte, doch sie war sich dessen Ableben natürlich bewusst. Iolai lebte davon stets über alles und jeden von Belang informiert zu sein. Dementsprechend war es für sie auch keine Überraschung die frische Witwe nun in Ba Sing Se anzutreffen und nicht etwa in ihrer Heimat Omashu.<br />
Ihre Beziehung war hauptsächlich körperlicher Natur gewesen, doch konnte Iolai nicht leugnen, dass sie die Gesellschaft der Jüngeren auch darüber hinaus als angenehm empfunden hatte und ihr Verlust und die damit einhergehenden Änderungen ihrer Lebensumstände ihr dementsprechend nicht völlig egal waren.<br />
<br />
Iolai stand hinter der Bank und blickte hinunter zu der noch auf der Bank sitzenden Adligen. Sie trug ein ebenso edles wie enganliegendes, grünes Kleid, verzichtete allerdings auf nennenswerten Schmuck. Einzig die Kette aus Gold und Smaragd mit dem Emblem des Erdkönigreichs, welches ihr der König höchstselbst bei ihrer Ernennung zur Leiterin des Dai Li überreicht worden war, hing wie immer um ihren schlanken Hals. Ihre langen, dunkelbraunen Haare trug sie offen, während ihre intensiven, von dezent aufgetragenen Makeup noch betonten grünen Augen auf ihre Gesprächspartnerin herabblickten. Insgesamt schaffte sie es stets diese schwierige Balance zu finden aus dem Hervorheben ihrer Schönheit, ohne dabei jemals ihre Stärke und Strenge abzumildern, die man ihr bereits von Weitem ansehen konnte und auch sollte. Sie stand unerschütterlich da, mit den Händen hinter dem Rücken und wären da nicht ihre durchaus nicht verborgenen weiblichen Reize, könnte man sie auch fast als Mitglied des Militärs verorten. Mehr noch sorgte ihre kühle und auf viele unnahbare Ausstrahlung sowie die Unergründlichkeit in ihren tiefgrünen Augen dafür, dass ein Beobachter ahnen konnte, dass so einiges im Verborgenen lag, wenn es um diese Frau ging.  <br />
<br />
Iolai war selten eine Frau vieler Worte, sofern es ihr nicht als notwendig erschien. Für den Moment hielt sie es auch eher für sinnvoll abzuwarten wie ihr Gegenüber überhaupt auf ihre Erscheinung reagierte. Sie waren zuletzt zwar äußerst positiv auseinandergegangen, doch lag die letzte Begegnung eben auch schon eine ganze Weile zurück und die Umstände, welche Elysandre nach Ba Sing Se und heute an eben diesen Ort führten, waren auch von eher tragischer Natur, weswegen schlichtweg andere Bedingungen herrschten, in so mancherlei Hinsicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Iolai war froh zurück in Ba Sing Se zu sein. Die Reisen der vergangenen drei Monate waren alles in allem doch strapaziöser gewesen als vor Beginn angenommen. Einerseits hing dies natürlich mit der heiklen Natur der dabei in Angriff genommenen Unternehmungen zusammen, andererseits war sie einfach nicht mehr das Mädchen von einst. Sie war nicht mehr die junge Sandbändigerin, die als Teil eines nomadischen Stammes in der Si Wong Wüste ihr Leben fristete. Nein, dieses Leben hatte sie früh hinter sich gelassen. Heute war sie als Leiterin des Dai Li mächtigste Frau des Erdkönigsreichs und zog es doch vor die Fäden aus der Ferne zu ziehen und nicht mehr selbst direkt in Erscheinung zu treten. Manchmal konnte man sich dies allerdings nicht aussuchen und so war sie für eine Weile der Hauptstadt ferngeblieben.<br />
Nun allerdings war sie zurück, hatte ihre Geschäfte planmäßig wieder übernommen und soeben dem Erdkönig ihre Aufwartung gemacht, ehe sie am Rat der Fünf teilgenommen hatte. Sie war dabei der unsichtbare, sechste Teil dieses Quintetts. Ohnehin hielt sich Iolai oftmals außerhalb der hierarchischen Strukturen auf, schließlich war sie keine Person des öffentlichen Lebens. Das Dai Li war bekannt als Beschützer von Kultur und Tradition in Ba Sing Se und war damit dem Erdkönig unterstellt. Iolai war als der Kopf dieser Organisation der Allgemeinheit nicht bekannt. Ihre Existenz mochte kein Staatsgeheimnis sein und es war nur logisch einen Leiter einer solch wichtigen und großen Organisation wie das Dai Li zu haben, doch war vergleichsweise Wenigen bekannt wer sich hinter diesem Titel verbarg und wie jene Person aussah. Dieses Leben im Halbschatten gefiel Iolai, der sogenannten <i>ersten Agentin</i> soweit auch, denn war es weitaus leichter auf diese Weise zu operieren als wenn man von der Bevölkerung als Mitglied der Regierung wahrgenommen wurde. <br />
<br />
Nach ihren offiziellen Terminen, hatte sie sich zur Entspannung in der soeben angebrochenen Mittagszeit in die weitläufigen Palastgärten begeben. Sie hatte zuvor einen vertrauten Hinterkopf erspäht, der hinter der üppigen Flora verschwunden war. Sich einer spontanen Eingebung hingebend, hatte Iolai ebenfalls diesen Weg eingeschlagen und mühelos die Schritte eben jener Person folgen können. <br />
Am Ende erblickte sie die Adelsdame auf einer Bank unter einem Baum. Das Licht der Mittagssonne brach nur in Teilen durch die Blätterdächer und verlieh dieser Lichtung eine angenehm intime, zurückgezogene Atmosphäre, als würde man sich nicht inmitten der bevölkerungsreichsten Stadt der Welt befinden. <br />
Gewohnt lautlos hatte sich Iolai sich zu ihr begeben, sodass sie leicht versetzt hinter ihr und der Bank Position bezogen hatte. "Es ist schön dich wohlauf zu sehen, Elysandre.", durchbrach ihre klare, kühle Stimme dann die Stille der Natur. Ein leichtes Lächeln lag auf ihren Zügen. Strahlend vor Glück sah man die Erste Agentin sicherlich niemals, sie war von Natur aus eher kühl und in sich gekehrt was den Ausdruck von Emotionen anbelangte, doch ihre Worte und das leichte Heben ihrer Mundwinkeln waren keinesfalls erzwungen oder gestellt. Iolai hatte die Zeit mit der Adligen aus Omashu durchaus genossen. Sie hatten sich im vergangenen Jahr bei einem offiziellen Besuch des Erdkönigs im befreundeten Königreich kennengelernt und recht schnell unmissverständliche Blicke miteinander ausgetauscht, die zu jenen intimen Abenteuern geführt hatten, an welche Iolai auch jetzt noch gerne zurückdachte, sie in Erinnerung behielt. Es hatte Wiederholungen gegeben, sofern ihre jeweiligen Verpflichtungen und die räumliche Entfernung es zugelassen hatten, doch die vergangenen Monate hattes es aufgrund ihrer jeweiligen Lebensumstände keinerlei Kontakt mehr gegeben. <br />
Iolai war zwar nicht zugegen gewesen, als Elysandre ihren Mann an die Krankheit verloren hatte, die ihn bereits Monate zuvor gequält hatte, doch sie war sich dessen Ableben natürlich bewusst. Iolai lebte davon stets über alles und jeden von Belang informiert zu sein. Dementsprechend war es für sie auch keine Überraschung die frische Witwe nun in Ba Sing Se anzutreffen und nicht etwa in ihrer Heimat Omashu.<br />
Ihre Beziehung war hauptsächlich körperlicher Natur gewesen, doch konnte Iolai nicht leugnen, dass sie die Gesellschaft der Jüngeren auch darüber hinaus als angenehm empfunden hatte und ihr Verlust und die damit einhergehenden Änderungen ihrer Lebensumstände ihr dementsprechend nicht völlig egal waren.<br />
<br />
Iolai stand hinter der Bank und blickte hinunter zu der noch auf der Bank sitzenden Adligen. Sie trug ein ebenso edles wie enganliegendes, grünes Kleid, verzichtete allerdings auf nennenswerten Schmuck. Einzig die Kette aus Gold und Smaragd mit dem Emblem des Erdkönigreichs, welches ihr der König höchstselbst bei ihrer Ernennung zur Leiterin des Dai Li überreicht worden war, hing wie immer um ihren schlanken Hals. Ihre langen, dunkelbraunen Haare trug sie offen, während ihre intensiven, von dezent aufgetragenen Makeup noch betonten grünen Augen auf ihre Gesprächspartnerin herabblickten. Insgesamt schaffte sie es stets diese schwierige Balance zu finden aus dem Hervorheben ihrer Schönheit, ohne dabei jemals ihre Stärke und Strenge abzumildern, die man ihr bereits von Weitem ansehen konnte und auch sollte. Sie stand unerschütterlich da, mit den Händen hinter dem Rücken und wären da nicht ihre durchaus nicht verborgenen weiblichen Reize, könnte man sie auch fast als Mitglied des Militärs verorten. Mehr noch sorgte ihre kühle und auf viele unnahbare Ausstrahlung sowie die Unergründlichkeit in ihren tiefgrünen Augen dafür, dass ein Beobachter ahnen konnte, dass so einiges im Verborgenen lag, wenn es um diese Frau ging.  <br />
<br />
Iolai war selten eine Frau vieler Worte, sofern es ihr nicht als notwendig erschien. Für den Moment hielt sie es auch eher für sinnvoll abzuwarten wie ihr Gegenüber überhaupt auf ihre Erscheinung reagierte. Sie waren zuletzt zwar äußerst positiv auseinandergegangen, doch lag die letzte Begegnung eben auch schon eine ganze Weile zurück und die Umstände, welche Elysandre nach Ba Sing Se und heute an eben diesen Ort führten, waren auch von eher tragischer Natur, weswegen schlichtweg andere Bedingungen herrschten, in so mancherlei Hinsicht.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[A Drop of Water in a Sea of Dirt]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1797</link>
			<pubDate>Sun, 06 Nov 2022 21:29:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=334">Iona</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1797</guid>
			<description><![CDATA[<h4>A Drop of Water in a Sea of Dirt</h4><div style="text-align: center;" class="mycode_align"><div class="tcat"> Iona & Elysandre | Festsaal, Palast des Erdkönigs | 30. Juni 1NZK, Abend | <a href="https://i.pinimg.com/564x/73/2e/69/732e6936d3476dc9f5fc56269ef7fe48.jpg" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Outfit</a></div></div>
<br />
Seit nunmehr 20 Tagen befand sich die Prinzessin des Nördlichen Wasserstamms in der Hauptstadt des Erdkönigreichs, der größten Stadt der Welt, und wenngleich ihr Verlobter und seine Familie durchaus Anstrengungen unternahmen die ausländische Adlige in ihren Kreis willkommen zu heißen und ihr das Leben in der neuen und noch so fremden Heimat so angenehm wie möglich zu gestalten, so konnte Iona doch bisher nicht von sich behaupten bereits angekommen zu sein. Nicht nur vermisste sie ihre Familie, sondern auch ganz grundlegende Aspekte ihres früheren Lebens wie das Klima und Wetter. Wie die Gerüche und das Licht. In Ba Sing Se erschien ihr selbst im oberen Ring alles so dreckig und staubig und sie verbrachte große Teile ihrer Zeit damit sich in ihrem Badezimmer einzuschließen und sich im wohligen Nass der geräumigen Badewanne zu entspannen. Denn außerhalb ihres Bades hatte sie stets das Gefühl eine Schmutzschicht auf der Haut zu tragen, die sie zwar nicht sehen konnte, doch aber wohl glaubte spüren zu können. <br />
<br />
Diesem lästigen Umstand war es auch geschuldet, dass die sogenannte <i> Perle von Agna Qel’a</i> noch nicht allzu viele Bekanntschaften hatte schließen oder vor allem vertiefen können. Außerhalb der Königsfamilie, ihrer künftigen Schwiegerfamilie, waren ihr die allermeisten anderen Adligen dieser Kreise fremd und abgesehen von ihrem Verlobten Han-Yun selbst, sowie ihrer Zofe Aya und ihrer eigentümlichen Leibwächterin Sarnai, hatte sie mit niemanden eine auch nur ansatzweise vertrautere Beziehung aufbauen können. <br />
Doch dies würde sich mit Gewissheit an diesem Abend ändern, denn fanden die Hochzeitsfeierlichkeiten statt, welche den eingegangenen Bund zwischen Prinz Ishar und Prinzessin Eurybia zelebrierten. Natürlich war Iona eingeladen und hatte sich gemeinsam mit ihrem zukünftigen Ehemann eingefunden. In dem opulent geschmückten Festsaal war die Wasserprinzessin in einem traumhaften, bodenlangen Kleid aufgetaucht, welches die Farbe des eisigen Blaus des Nordens innehatte, sich jedoch von unten nach oben langsam in ein zartes, helles Violett wandelte. Goldene Verzierungen und weiße Stickereien machten dieses Stück zu etwas ganz Besonderem. Passend dazu hatte edelster Schmuck den Weg um ihren Hals und an ihre Finger gefunden, und an ihren Ohren hingen geschliffene, reine und entsprechend durchsichtige Diamanten. Man könnte fast annehmen, dass Iona es war, die an diesem Tag den Traualtar betreten würde, doch dann wäre wohl ihre Farbwahl anders ausgefallen.<br />
Für gewöhnlich konnte die Prinzessin derlei Festivitäten auch durchaus eine Menge abgewinnen und sie hatte sich nicht umsonst derartig viel Mühe mit ihrem Äußeren gegeben, doch war es ihre Begleitung, die ihre Laune trübte. Han-Yun mochte ein guter Mann sein, ein netter Mann, doch er war schlichtweg kein Mann nach ihrem Geschmack. Er war schmächtig und feminin und ging Interessen nach, die dem Sohn eines Generals nicht gerecht wurden. Natürlich hätte sie es schlechter treffen können, denn mit ihm würde sie arbeiten können, sehr gut sogar. Doch fehlte es an dieser gewissen Würze, die Vergnügen in ihre Verbindung bringen würde.<br />
Mit irgendeinem seiner Freunde oder Berater - es war oftmals schwierig den Unterschied zu erkennen - hatte er sich in ein Gespräch über die hiesigen Blumenarrangements vertieft, weswegen sich Iona angemessen entschuldigt und daraufhin entfernt hatte. Ihr Weg hatte sie durch den riesigen Raum geführt und für ein oder zwei kurze, höfliche Wortwechsel mit anderen Gästen gesorgt. Doch keiner davon hatte angedauert, weswegen Iona sich für den Moment alleine aufhielt und sich gerade von einem Kellner ein edles, bekömmliches und alkoholisches Getränk hat reichen lassen, als eine ihr noch unbekannte Stimme an ihre Ohren drang und dafür sorgte, dass Iona sich ihr zuwandte. Es ärgerte die Stammesprinzessin ein wenig derzeit noch nicht genügend im Bilde zu sein um Informationen über diese rothaarige Adlige zu besitzen, doch gleichzeitig war sie froh von jemanden in ähnlichem Alter auf dieser Veranstaltung angesprochen zu werden, denn womöglich würde genau solch ein Kontakt sich als wertvoll erweisen und ihr helfen ein paar Wissenslücken zu füllen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>A Drop of Water in a Sea of Dirt</h4><div style="text-align: center;" class="mycode_align"><div class="tcat"> Iona & Elysandre | Festsaal, Palast des Erdkönigs | 30. Juni 1NZK, Abend | <a href="https://i.pinimg.com/564x/73/2e/69/732e6936d3476dc9f5fc56269ef7fe48.jpg" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Outfit</a></div></div>
<br />
Seit nunmehr 20 Tagen befand sich die Prinzessin des Nördlichen Wasserstamms in der Hauptstadt des Erdkönigreichs, der größten Stadt der Welt, und wenngleich ihr Verlobter und seine Familie durchaus Anstrengungen unternahmen die ausländische Adlige in ihren Kreis willkommen zu heißen und ihr das Leben in der neuen und noch so fremden Heimat so angenehm wie möglich zu gestalten, so konnte Iona doch bisher nicht von sich behaupten bereits angekommen zu sein. Nicht nur vermisste sie ihre Familie, sondern auch ganz grundlegende Aspekte ihres früheren Lebens wie das Klima und Wetter. Wie die Gerüche und das Licht. In Ba Sing Se erschien ihr selbst im oberen Ring alles so dreckig und staubig und sie verbrachte große Teile ihrer Zeit damit sich in ihrem Badezimmer einzuschließen und sich im wohligen Nass der geräumigen Badewanne zu entspannen. Denn außerhalb ihres Bades hatte sie stets das Gefühl eine Schmutzschicht auf der Haut zu tragen, die sie zwar nicht sehen konnte, doch aber wohl glaubte spüren zu können. <br />
<br />
Diesem lästigen Umstand war es auch geschuldet, dass die sogenannte <i> Perle von Agna Qel’a</i> noch nicht allzu viele Bekanntschaften hatte schließen oder vor allem vertiefen können. Außerhalb der Königsfamilie, ihrer künftigen Schwiegerfamilie, waren ihr die allermeisten anderen Adligen dieser Kreise fremd und abgesehen von ihrem Verlobten Han-Yun selbst, sowie ihrer Zofe Aya und ihrer eigentümlichen Leibwächterin Sarnai, hatte sie mit niemanden eine auch nur ansatzweise vertrautere Beziehung aufbauen können. <br />
Doch dies würde sich mit Gewissheit an diesem Abend ändern, denn fanden die Hochzeitsfeierlichkeiten statt, welche den eingegangenen Bund zwischen Prinz Ishar und Prinzessin Eurybia zelebrierten. Natürlich war Iona eingeladen und hatte sich gemeinsam mit ihrem zukünftigen Ehemann eingefunden. In dem opulent geschmückten Festsaal war die Wasserprinzessin in einem traumhaften, bodenlangen Kleid aufgetaucht, welches die Farbe des eisigen Blaus des Nordens innehatte, sich jedoch von unten nach oben langsam in ein zartes, helles Violett wandelte. Goldene Verzierungen und weiße Stickereien machten dieses Stück zu etwas ganz Besonderem. Passend dazu hatte edelster Schmuck den Weg um ihren Hals und an ihre Finger gefunden, und an ihren Ohren hingen geschliffene, reine und entsprechend durchsichtige Diamanten. Man könnte fast annehmen, dass Iona es war, die an diesem Tag den Traualtar betreten würde, doch dann wäre wohl ihre Farbwahl anders ausgefallen.<br />
Für gewöhnlich konnte die Prinzessin derlei Festivitäten auch durchaus eine Menge abgewinnen und sie hatte sich nicht umsonst derartig viel Mühe mit ihrem Äußeren gegeben, doch war es ihre Begleitung, die ihre Laune trübte. Han-Yun mochte ein guter Mann sein, ein netter Mann, doch er war schlichtweg kein Mann nach ihrem Geschmack. Er war schmächtig und feminin und ging Interessen nach, die dem Sohn eines Generals nicht gerecht wurden. Natürlich hätte sie es schlechter treffen können, denn mit ihm würde sie arbeiten können, sehr gut sogar. Doch fehlte es an dieser gewissen Würze, die Vergnügen in ihre Verbindung bringen würde.<br />
Mit irgendeinem seiner Freunde oder Berater - es war oftmals schwierig den Unterschied zu erkennen - hatte er sich in ein Gespräch über die hiesigen Blumenarrangements vertieft, weswegen sich Iona angemessen entschuldigt und daraufhin entfernt hatte. Ihr Weg hatte sie durch den riesigen Raum geführt und für ein oder zwei kurze, höfliche Wortwechsel mit anderen Gästen gesorgt. Doch keiner davon hatte angedauert, weswegen Iona sich für den Moment alleine aufhielt und sich gerade von einem Kellner ein edles, bekömmliches und alkoholisches Getränk hat reichen lassen, als eine ihr noch unbekannte Stimme an ihre Ohren drang und dafür sorgte, dass Iona sich ihr zuwandte. Es ärgerte die Stammesprinzessin ein wenig derzeit noch nicht genügend im Bilde zu sein um Informationen über diese rothaarige Adlige zu besitzen, doch gleichzeitig war sie froh von jemanden in ähnlichem Alter auf dieser Veranstaltung angesprochen zu werden, denn womöglich würde genau solch ein Kontakt sich als wertvoll erweisen und ihr helfen ein paar Wissenslücken zu füllen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bon Voyage!]]></title>
			<link>https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1700</link>
			<pubDate>Sat, 28 May 2022 17:23:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/member.php?action=profile&uid=337">Han-Yun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://topsiegfried.like-a-hurricane.de/showthread.php?tid=1700</guid>
			<description><![CDATA[Seine Augen richteten sich auf einen tiefer hängenden Zweig einer Nachtkirsche, deren Blütezeit bereits vorüber war und nun mit jungen Trieben und saftig grünen Blättern das Auge erfreute. Han-Yun hob langsam seinen Arm und der Ärmel seines rostroten Gewands glitt nach hinten und entblösste einen hellen, weissen Unterarm, an dem nur wenige Härchen zu finden waren. Seine Finger, deren Nägel auberginefarben lackiert worden waren, strichen behutsam über eines der saftigen Blätter hinweg. Vögel zwitscherten aus den Baumkronen, die mit dem sanften Wind, der sie umschmeichelte, mitsangen.<br />
Der Nachmittag war jung und perfekt für einen Spaziergang. Die Sonne schien von einem Himmel, der mit weissen, harmlosen Wolken durchzogen war, und tauchte Ba Sing Se immer wieder in kleine schattige Felder oder in sonnige Oasen. Es war angenehm warm, so dass man nicht zu schwitzen begann.<br />
Beim nächsten Schritt drehte er seinen Kopf wieder zur Seite. Zu seiner Begleiterin. Ein sanftes Lächeln erschien auf seinem Gesicht, denn Prinzessin Iona, die einen weiten Weg hinter sich hatte, einen Begrüssungsmarathon durchstehen musste und bis vor wenigen Minuten noch mit einer reichen Fülle an wunderbaren Köstlichkeiten verköstigt wurde, war eine zauberhafte junge Frau. Han-Yun war von ihr begeistert und war froh, endlich ein paar Minuten alleine mit ihr im Garten zu verbringen, auch wenn sie beide mehr oder weniger zu diesem Spaziergang gedrängt wurden.<br />
<br />
Der heutige Tag hatte früh für ihn begonnen. Han-Yun hatte sich gebadet, eingeölt, eingepudert, frisiert und dezent geschminkt. Er hatte von den vielen Haarteilen und Perücken keinen Gebrauch gemacht, weil er wollte, dass die Prinzessin ihn so antrifft, wie er in Wahrheit auch aussah. Er verzichtete jedoch nicht auf seine Exklusivität: So war sein kurzes Haar am Hinterkopf zusammengebunden und mit Tinkturen und Pomade in Strähnen und damit in Szene gesetzt, was ihn ein wenig an ein Federvieh erinnern liess. Sein Gesicht trug lediglich etwas Rouge und rötlichen Lidschatten, denn die Rottöne mochte er besonders an sich. Das Gewand bestand aus einem feierlichen Oberhemd und eine Haremshose. Darüber trug er einen Kaftan und über alles einen offenen Kimono. Alle Kleidungsstücke hatten diesen rostroten Ton, waren mit schwarzen Bordüren gesäumt und mit goldenen, grünen und schwarzen Stickereien, die Blumengebilde darstellten, verziert.<br />
Der ganze Palast war in Feierlaune gewesen und man hatte keine Mühen gescheut, alles auf Hochglanz zu polieren um der Prinzessin aus dem Wasserstamm einen angemessenen Empfang herzurichten. Han-Yun hatte zwar die Frage seiner Mutter, ob er aufreget sei, verneint, aber er war es doch gewesen. Immerhin bekam man nicht alle Tage eine Prinzessin geschenkt.<br />
Und dann war es soweit gewesen. Die königliche Kutsche war vor dem Palast aufgetaucht und es hatte nur weitere zehn Minuten gedauert bevor man es Iona erlaubte, auszusteigen und auf einen eigens für sie ausgerollten Teppich zu treten. Han-Yun hatte sich, entsprechend der höfischen Etikette, zurückgehalten und erst seine Eltern zur Begrüssung vorgelassen. Schliesslich war diese Verlobung ein Projekt ihrer beider Eltern und es ging um viel mehr als darum, zwei junge Erwachsene zusammenzuführen. Hier ging es um Politik, um Geld und um Macht. Und irgendwann, ganz unten auf dieser Liste, stand da noch das Wohlergehen von Iona und Han-Yun. Er wusste, was man von ihm erwartete. Genau so wie er wusste, dass alle anderen wussten, was sie von ihm erwarten durften. Und das war wohl das grösste Problem am gesamten Plan. Han-Yun war... Han-Yun. Seine Welt war pompös und glamourös, aber nicht abgehoben oder arrogant. Er war ein Künstler, durch und durch. Selbst die Hochzeit war für ihn eine Art Kunstobjekt, eine tolle Möglichkeit, sich noch einmal in einer ganz anderen Art und Weise zu entfalten. Er würde bald ein Ehemann sein, ein Prinzgemahl, und das waren neue Rollen, auf die er sich besonders freute.<br />
Der Anblick von Prinzessin Iona hatte ihn über alle Massen erfreut. Sie war eine Schönheit mit Anmut und Eleganz. Als er sie persönlich begrüsst hatte, in dem er sich vor ihr verneigte und dann ihre Finger nahm und einen zarten Kuss auf ihren Handrücken blies, hatte die Begeisterung für das neue Leben schon längst Überhandgenommen. Er hatte nicht gemerkt, was sie von ihm hielt, ob sie von ihm genauso angetan war wie er von ihr oder ob da Enttäuschung in ihrem Blick war. Und in seiner Blase, in der er lebte, war ihm auch nicht der Gedanke gekommen, sie danach zu fragen. Andererseits hatte er auch gar keine Möglichkeit gehabt. Es gab ein Protokoll, welchem sie folgen mussten, und dieses bestand aus Gesprächen ihrer Eltern, aus einem gemeinsamen Essen und ein langsames Herantasten. Irgendwann hatten die Älteren schliesslich das Gefühl gehabt, es sei an der Zeit, die beiden jungen Turteltauben in den Garten zu schicken. Allein. Ohne Familie, ohne Leibwächter (die trotzdem überall in der Nähe waren, für den Notfall).<br />
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Neben Iona plätscherte ein kleiner Wasserlauf, an dessen Rändern unzählige kleine gelbe, blaue und rosafarbene Blumen blühten. Sie konnten nun endlich ungestört miteinander sprechen und ihre geheimsten Geheimnisse austauschen, von ihren Leidenschaften und Hoffnungen erzählen und von denen schwärmen, die ihnen etwas bedeuteten. Doch Han-Yun war die ersten Meter still geblieben, hatte Iona einen Moment der Ruhe gönnen wollen, weil er geglaubt hatte, sie würde ihn danach mit Fragen überhäufen. Doch das war bis jetzt noch nicht passiert. Vielleicht war sie aufgeregt oder schüchtern. "Mögt Ihr Falter? Ich besitze einen ganzen Pavillon voll Flatterfaltern in allerlei Farben, Formen und Grössen. Ich züchte sie." Seine Aufmerksamkeit galt ungebrochen der Prinzessin, die nur etwas kleiner war als er. "Ich kann ihn Euch zeigen, wenn Ihr mögt." Die direkte Anrede wollte noch auf sich warten. Niemand hatte ihm gesagt, ab wann er Iona persönlicher ansprechen durfte. Aber man hatte ihm beigebracht, wie er mit einer gefalteten Serviette umzugehen hatte. Manche Abläufe und Regeln waren wirklich sonderbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Seine Augen richteten sich auf einen tiefer hängenden Zweig einer Nachtkirsche, deren Blütezeit bereits vorüber war und nun mit jungen Trieben und saftig grünen Blättern das Auge erfreute. Han-Yun hob langsam seinen Arm und der Ärmel seines rostroten Gewands glitt nach hinten und entblösste einen hellen, weissen Unterarm, an dem nur wenige Härchen zu finden waren. Seine Finger, deren Nägel auberginefarben lackiert worden waren, strichen behutsam über eines der saftigen Blätter hinweg. Vögel zwitscherten aus den Baumkronen, die mit dem sanften Wind, der sie umschmeichelte, mitsangen.<br />
Der Nachmittag war jung und perfekt für einen Spaziergang. Die Sonne schien von einem Himmel, der mit weissen, harmlosen Wolken durchzogen war, und tauchte Ba Sing Se immer wieder in kleine schattige Felder oder in sonnige Oasen. Es war angenehm warm, so dass man nicht zu schwitzen begann.<br />
Beim nächsten Schritt drehte er seinen Kopf wieder zur Seite. Zu seiner Begleiterin. Ein sanftes Lächeln erschien auf seinem Gesicht, denn Prinzessin Iona, die einen weiten Weg hinter sich hatte, einen Begrüssungsmarathon durchstehen musste und bis vor wenigen Minuten noch mit einer reichen Fülle an wunderbaren Köstlichkeiten verköstigt wurde, war eine zauberhafte junge Frau. Han-Yun war von ihr begeistert und war froh, endlich ein paar Minuten alleine mit ihr im Garten zu verbringen, auch wenn sie beide mehr oder weniger zu diesem Spaziergang gedrängt wurden.<br />
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Der heutige Tag hatte früh für ihn begonnen. Han-Yun hatte sich gebadet, eingeölt, eingepudert, frisiert und dezent geschminkt. Er hatte von den vielen Haarteilen und Perücken keinen Gebrauch gemacht, weil er wollte, dass die Prinzessin ihn so antrifft, wie er in Wahrheit auch aussah. Er verzichtete jedoch nicht auf seine Exklusivität: So war sein kurzes Haar am Hinterkopf zusammengebunden und mit Tinkturen und Pomade in Strähnen und damit in Szene gesetzt, was ihn ein wenig an ein Federvieh erinnern liess. Sein Gesicht trug lediglich etwas Rouge und rötlichen Lidschatten, denn die Rottöne mochte er besonders an sich. Das Gewand bestand aus einem feierlichen Oberhemd und eine Haremshose. Darüber trug er einen Kaftan und über alles einen offenen Kimono. Alle Kleidungsstücke hatten diesen rostroten Ton, waren mit schwarzen Bordüren gesäumt und mit goldenen, grünen und schwarzen Stickereien, die Blumengebilde darstellten, verziert.<br />
Der ganze Palast war in Feierlaune gewesen und man hatte keine Mühen gescheut, alles auf Hochglanz zu polieren um der Prinzessin aus dem Wasserstamm einen angemessenen Empfang herzurichten. Han-Yun hatte zwar die Frage seiner Mutter, ob er aufreget sei, verneint, aber er war es doch gewesen. Immerhin bekam man nicht alle Tage eine Prinzessin geschenkt.<br />
Und dann war es soweit gewesen. Die königliche Kutsche war vor dem Palast aufgetaucht und es hatte nur weitere zehn Minuten gedauert bevor man es Iona erlaubte, auszusteigen und auf einen eigens für sie ausgerollten Teppich zu treten. Han-Yun hatte sich, entsprechend der höfischen Etikette, zurückgehalten und erst seine Eltern zur Begrüssung vorgelassen. Schliesslich war diese Verlobung ein Projekt ihrer beider Eltern und es ging um viel mehr als darum, zwei junge Erwachsene zusammenzuführen. Hier ging es um Politik, um Geld und um Macht. Und irgendwann, ganz unten auf dieser Liste, stand da noch das Wohlergehen von Iona und Han-Yun. Er wusste, was man von ihm erwartete. Genau so wie er wusste, dass alle anderen wussten, was sie von ihm erwarten durften. Und das war wohl das grösste Problem am gesamten Plan. Han-Yun war... Han-Yun. Seine Welt war pompös und glamourös, aber nicht abgehoben oder arrogant. Er war ein Künstler, durch und durch. Selbst die Hochzeit war für ihn eine Art Kunstobjekt, eine tolle Möglichkeit, sich noch einmal in einer ganz anderen Art und Weise zu entfalten. Er würde bald ein Ehemann sein, ein Prinzgemahl, und das waren neue Rollen, auf die er sich besonders freute.<br />
Der Anblick von Prinzessin Iona hatte ihn über alle Massen erfreut. Sie war eine Schönheit mit Anmut und Eleganz. Als er sie persönlich begrüsst hatte, in dem er sich vor ihr verneigte und dann ihre Finger nahm und einen zarten Kuss auf ihren Handrücken blies, hatte die Begeisterung für das neue Leben schon längst Überhandgenommen. Er hatte nicht gemerkt, was sie von ihm hielt, ob sie von ihm genauso angetan war wie er von ihr oder ob da Enttäuschung in ihrem Blick war. Und in seiner Blase, in der er lebte, war ihm auch nicht der Gedanke gekommen, sie danach zu fragen. Andererseits hatte er auch gar keine Möglichkeit gehabt. Es gab ein Protokoll, welchem sie folgen mussten, und dieses bestand aus Gesprächen ihrer Eltern, aus einem gemeinsamen Essen und ein langsames Herantasten. Irgendwann hatten die Älteren schliesslich das Gefühl gehabt, es sei an der Zeit, die beiden jungen Turteltauben in den Garten zu schicken. Allein. Ohne Familie, ohne Leibwächter (die trotzdem überall in der Nähe waren, für den Notfall).<br />
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Neben Iona plätscherte ein kleiner Wasserlauf, an dessen Rändern unzählige kleine gelbe, blaue und rosafarbene Blumen blühten. Sie konnten nun endlich ungestört miteinander sprechen und ihre geheimsten Geheimnisse austauschen, von ihren Leidenschaften und Hoffnungen erzählen und von denen schwärmen, die ihnen etwas bedeuteten. Doch Han-Yun war die ersten Meter still geblieben, hatte Iona einen Moment der Ruhe gönnen wollen, weil er geglaubt hatte, sie würde ihn danach mit Fragen überhäufen. Doch das war bis jetzt noch nicht passiert. Vielleicht war sie aufgeregt oder schüchtern. "Mögt Ihr Falter? Ich besitze einen ganzen Pavillon voll Flatterfaltern in allerlei Farben, Formen und Grössen. Ich züchte sie." Seine Aufmerksamkeit galt ungebrochen der Prinzessin, die nur etwas kleiner war als er. "Ich kann ihn Euch zeigen, wenn Ihr mögt." Die direkte Anrede wollte noch auf sich warten. Niemand hatte ihm gesagt, ab wann er Iona persönlicher ansprechen durfte. Aber man hatte ihm beigebracht, wie er mit einer gefalteten Serviette umzugehen hatte. Manche Abläufe und Regeln waren wirklich sonderbar.]]></content:encoded>
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